Unsere heutige Tour führt uns zu beidem mitten ins Grüne, gibt aber zahlreiche Gelegenheiten, im Vorbeifahren immer mal wieder ein Häppchen Kulturgeschichte einzunehmen.

So bereits, bevor der erste Meter gefahren ist: Unser Start- und Zielpunkt ist nämlich ein Parkplatz in Meinhard-Grebendorf in unmittelbarer Nähe zum Schloss. In dem bis 1610 erbauten Renaissance-Gebäude, das auch Altes Keudellsches Schloss genannt wird, befindet sich heute die Gemeindeverwaltung.

Das 1610 erbaute Renaissance-Gebäude beherbergt heute die Gemeindeverwaltung.

Von dort folgen wir dem Radweg entlang der Bundesstraße in Richtung Eschwege. Da wir zuerst die Gegend erkunden möchten, lassen wir die Stadt aber zunächst liegen und fahren über Niederhone und Jestedt ein Stück entlang der Werra. Unterwegs sind zahlreiche Wegweiser aufgestellt, sodass sich die Route leicht an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt.

Quasi im zweiten Anlauf erreichen wir Eschwege nach diesem Abstecher und lassen die Räder am Eingang zum Botanischen Garten stehen, um dort ein Stück zu spazieren und Kindern beim Spielen zuzusehen. Während hier Bäume und deren Geschichte im Mittelpunkt stehen, gibt es im Sophiengarten (siehe Tipp) Kräuter und Heilpflanzen zu entdecken. Beide Orte eint, dass sie wunderbar geeignet sind, um eine Rast einzulegen.

Die Route führt uns weiter nach Oberdünzebach und NIederdünzebach, wo wir tolle Radwege und herrliche Landschaft genießen. In Aue nutzen wir die Gelegenheit erneut für ein wenig Sightseeing: Die wahrscheinlich bereits um 1200 erbaute Wasserburg steht auf dem Programm. Zwar sind nur noch die Ausmaße einer Zweizimmerwohnung erhalten, weil der Dreißigjährige Krieg dem Gebäude alles außer dem Erdgeschoss geraubt hat, doch ein Abstecher lohnt sich – nicht nur wegen der historischen Mauern, die mit der modernen Brille betrachtet fast ein wenig puppenstubenhaft wirken, sondern auch wegen des im Turm untergebrachten Winz-Museums auf gerade einmal vier Quadratmetern. Nach Anmeldung beim örtlichen Heimatverein bekommen Besucher eine Führung – in sehr kleinen Gruppen.

Da die Burgschänke bei unserem Besuch leider geschlossen ist, rasten wir erst an einem der zahlreichen Teiche, die auf dem Weg nach Wanfried liegen. Ebensogut wäre das aber auch in der Stadt möglich gewesen – einem wirklich idyllischen Fleckchen Erde – und sehr fahrradfreundlich, wie die Begrüßung mit Radler-Skulptur an der Werra zeigt. Am Fluss und über Frieda radeln wir zurück zum Ausgangspunkt – und stellen einmal mehr fest: Dieser Radweg gehört zu den schönsten in der Region.

Tipps:

Sophiengarten Eschwege

Mitten in der Eschweger Innenstadt hat eine Initiative ein Kleinod aus mittelalterlicher Gartenanlage und Bürgergarten geschaffen. Zu sehen und zu schnuppern gibt es Küchenkräuter, Heilkräuter, Traditionspflanzen und Duftpflanzen.
In den Sommermonaten ist der Garten ab 8 Uhr tagsüber durchgehend geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Mitten in der Eschweger Innenstadt hat eine Initiative ein Kleinod aus mittelalterlicher Gartenanlage und Bürgergarten geschaffen


Das Glockenspiel am Rathaus

Mehrmals am Tag ist am Markt das Dietemannlied zu hören - gespielt von einem vom Rotary Club Eschwege gestifteten 16-Glocken-Spiel. Angebracht ist es an der Giebelseite zwischen zwei Rathausgebäuden. Der Dietemann ist die Symbolfigur der Eschweger und ist auf dem Turm des Landgrafenschlosses zu jeder vollen Stunde zu sehen und zu hören.


Burg Normannstein

Mehrmals am Tag ist hier das Dietemannlied zu hören.

20 Minuten Autofahrt von Eschwege entfernt kann in Treffurt die gut erhaltene Burgruine besichtigt werden - und die Landschaft drumherum von einem erhöhten Standort. Wenn geöffnet ist, gibt es ein gastronomisches Angebot und Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen. Gäste sollten sich also tagesaktuell online erkundigen.

Burg Normannstein liegt nur 20 min Autofahrt von Eschwege entfernt.