Im Süden der Iberischen Halbinsel gelegen, ist das Klima in Andalusien sehr mild. Doch Andalusien bietet weit mehr als sonnige Tage und Bilderbuchstrände: Du entdeckt im Landesinneren raue Berglandschaften und die berühmten „weißen Dörfer“, kannst in Cádiz surfen, in der Sierra Nevada Ski fahren und andalusische Traditionen kennenlernen: Sowohl der Flamenco als auch der Stierkampf stammen aus Andalusien! Wir verraten dir, welche Orte in Andalusien du dir unbedingt anschauen musst:

1. Cádiz

Eine der schönsten Städte Spaniens liegt am Atlantik im Südwesten Andalusiens: Cádiz ist die älteste Stadt Westeuropas und entstand als Phöniziergründung im Jahr 1000 vor Christus. Seit damals war Cádiz eine strategisch wichtige Stadt für die Seefahrernation und wurde als Knotenpunkt von Phöniziern, Karthagern, Westgoten, Mauren und Römern genutzt. Christoph Kolumbus startete von hier aus seine zweite Entdeckungsreise nach Amerika.

Eine der schönsten Städte Spaniens liegt am Atlantik im Südwesten Andalusiens: Cádiz.

Heute ist es die Altstadt, die viele Besucherinnen und Besucher anzieht: Der historische Teil von Cádiz ist umschlossen vom Meer und nur über eine Landzunge mit dem Auto, dem Bus oder der Bahn erreichbar. Rund um die Altstadt zieht sich eine Festungsanlage, die die Stadt vor feindlichen Angriffen schützte. Noch heute sind Festungen erhalten, die du anschauen kannst. Neben der Geschichte der Stadt locken auch die Strände von Cádiz und ein buntes Nachtleben.

2. Ronda

Andalusien ist bekannt für seine weißen Dörfer; als eines der schönsten gilt schon immer Ronda unweit von Málaga. Ernest Hemingway schrieb einst über Ronda, dass „die ganze Stadt und ihre Umgebung eine romantische Kulisse ist“. Das stimmt: Die Stadt thront exponiert auf einem Felsplateau, oberhalb der Schlucht El Tajo. Diese teilt die Neustadt, die aus dem 15. Jahrhundert stammt, von der Altstadt aus der Zeit der maurischen Herrschaft.

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Eines der schönsten weißen Dörfer ist Ronda.

Die Altstadt, die Ciudad Vieja, bezaubert mit einer Mischung aus nordafrikanischen und spanischen Traditionen und jenen berühmten weißen Häusern, die eng an eng errichtet wurden. Mittendrin reihen sich Rondas Sehenswürdigkeiten aneinander: die Casa del Gigante, das Archäologische Museum, die Kirche Santo Espíritu und die Stierkampfarena, eine der ältesten Spaniens. Tipp: Die Ruta de los Pueblos Blancos, die „Straße der Weißen Dörfer“, führt durch eine Landschaft nördlich von Cádiz und zu rund 20 bis 30 weißen Dörfern.

3. Mijas

Nur wenige Kilometer von der Costa del Sol entfernt ist Mijas auch ein weißes Dorf, liegt aber anders als Ronda am Fuß eines Gebirges in direkter Nähe zum Meer. Optisch kann das Dorf aber locker mithalten, denn die Kulisse mit weiß gestrichenen Häuser, die in einen Hang gebaut wurden, und ihren roten Ziegeldächern ist umwerfend.

Nur wenige Kilometer von der Costa del Sol entfernt befindet sich das weiße Dorf Mijas.

Zu Recht gilt Mijas als eines der schönsten Dörfer Andalusiens. Typisch ist aber nicht nur die Architektur, sondern auch der maurische Altstadtkern, unzählige Esel-Taxis, die an jeder Straßenecke stehen, und die leckere Gastronomie mit der traditionsreichen andalusischen Kochkunst.

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4. Almería

Ein völlig anderes Bild ergibt sich in der Hafenstadt Almería. Rund 200 Kilometer entfernt von Málaga hat man hier den Eindruck, in Nordafrika zu sein – dank enger Gassen, weißer Häuser und breiter Palmenalleen. Der Name der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz leitet sich aus dem Arabischen ab und bedeutet „Spiegel des Meeres“.

Ausblick auf die Stadt von der mittelalterliche Festung La Alcazaba de Almería.

Almería ist eine junge Stadt und wurde 955 von den Mauren gegründet. Das sieht man heute auf den ersten Blick, denn die Stadt wird dominiert von der Alcazaba, der früheren maurischen Festung. Von hier oben hast du einen tollen Blick über die Stadt und kannst auch den Torre de la Vela, die Kapelle San Juan Evangelista, den Turm der Gerechtigkeit, den Huldigungsturm, das Bollwerk El Espolón und den Turm der Spiegel besichtigen.

5. Granada

Andalusien ist mit über acht Millionen Einwohnern und Einwohnerinnen die bevölkerungsreichste Region Spaniens, daher gibt es mehrere größere Städte. Eine der schönsten ist Granada. Hier kannst du eine ordentliche Portion arabische Luft schnuppern, denn Granada ist eine der bekanntesten Hochburgen der andalusisch-maurischen Kultur. Schließlich herrschten die Mauren über 500 Jahre im Süden Spaniens.

Die wunderschöne Stadt Granada von oben.

Die Spuren von einst sind heute überall in der Stadt sichtbar, am meisten bei der Alhambra, einer maurischen Festungsanlage, die auf dem Sabikah-Hügel errichtet wurde und das wichtigste Bauwerk islamischer Baukunst auf europäischem Boden ist. Spannend ist auch Albaicín, das älteste Stadtviertel von Granada, das auch aus maurischer Zeit stammt, und die bis heute erhaltenen arabischen Bäder.

6. Córdoba

Die drittgrößte Stadt Andalusiens kann auf eine ähnlich lange Geschichte zurückblicken. Neben der Alhambra in Granada ist die Moschee-Kathedrale Mezquita das bedeutendste Bauwerk Andalusiens und stellt das Herz des historischen Stadtzentrums von Córdoba dar. Hier schlenderst du durch enge Gässchen, zwischen weiß getünchten Häusern und durch blumengeschmückte Höfe.

Drohnenaufnahme der berühmten römischen Brücke und der Mezquita-Catedral de Córdoba in Andalusien.

Ein Highlight ist die Judería, das einstige jüdische Viertel, wo du heute noch maurische Baukunst bewundern kannst. Bis heute gilt die Judería als das bedeutendste Viertel der Stadt und wurde 1994 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

7. Marbella

Der moderne Gegensatz Andalusiens findet sich in Marbella, auch bekannt als Jet-Set-Metropole der Costa del Sol. Hier treffen sich Promis und Adelige, Reiche und Schöne – und viele Touristinnen und Touristen, die im Urlaub eine Prise Luxus und Lifestyle inhalieren wollen.

Marbella, auch bekannt als Jet-Set-Metropole der Costa del Sol.

Besonders berühmt ist der mondänen Jachthafen Puerto Banús, wo Luxusautos und -jachten vor den Nobelboutiquen von Gucci und Co. parken. Doch keine Sorge, das klingt alles viel elitärer, als es ist: Die Altstadt von Marbella ist relaxt und ideal für einen Shoppingtag. Und selbst in Puerto Banús gibt es bezahlbare Cafés und Lokale am Hafen, wo du dir das bunte Treiben in der ersten Reihe fußfrei angucken kannst.

8. Tarifa

Tarifa ist die südlichste Stadt des europäischen Festlandes. Hier befinden sich die schönsten Strände Andalusiens. Wer nicht nur in der Sonne liegen will, sollte aufs Surfbrett steigen. Da hier Mittelmeer und Atlantik und auch die Winde Poniente und Levante aufeinandertreffen, gibt es beste Bedingungen für Wind- und Kitesurferinnen und -surfer.

Castillo de Santa Catalins – die imposante Ruine der Burg Tarifa.

Es ist aber auch die Lage, die Tarifa so besonders macht, denn von hier aus kannst du Afrika beinahe riechen. Nur 14 Kilometer liegen zwischen Tarifas Stränden und Afrika. Ist das Wetter gut und der Himmel klar, kannst du in der Ferne Marokko erkennen!

9. Gibraltar

Apropos Lage: Die wohl einzigartigste Lage eines Ortes in Spanien ist auch bei Tarifa. Wo das spanische Festland endet, befindet sich mit Gibraltar ein Stück Großbritannien an der Costa del Sol. Denn Gibraltar liegt zwar in Andalusien, gehört aber tatsächlich zu Großbritannien – als britisches Überseegebiet.

Die Main Street in Gibraltar mit der bekannten Statue in der britischen Kronkolonie.

Offiziell von Spanien abgetreten wurde das Gebiet 1713. Heute bist du im Nu von der Costa del Sol in Gibraltar und erlebst ein kleines Stück Großbritannien mitten in Spanien: Es gibt Fish and Chips und du zahlst mit britischen Pfund (es wird aber natürlich auch der Euro angenommen). Und vom Aussichtspunkt Europe Point guckst du direkt nach Afrika.

10. Pampaneira

Eine Reise nach Andalusien wäre nicht komplett ohne einen Abstecher in die Sierra Nevada. Eine der schönsten Gegenden im östlichen Andalusien ist Alpujarras, ein Hochtal südlich der Sierra Nevada, wo du malerische Bergdörfer entdecken kannst, die in terrassierte Berghänge gebaut wurden.

Pampaneira ist für seine außergewöhnliche Architektur bekannt.

Als schönstes Dorf hier gilt Pampaneira, das die Auszeichnung „Conjunto Histórico Artístico“ für seine außergewöhnliche Architektur und die Beibehaltung traditioneller Strukturen erhalten hat. Die weißen Häuser mit flachen Dächern und kleinen Schornsteinen ergeben ein ganz besonderes Bild.