Trotz stark sinkender Infektionszahlen in Europa rät die Bundesregierung bisher noch generell von Urlaubsreisen ins Ausland ab. Aber: Das ändert sich in drei Wochen! Dann nämlich hebt die Bundesregierung die Reisewarnung für touristische Reisen in Corona-Risikogebiete auf, nach mehr als einem Jahr.

Reisewarnung nur noch für Regionen mit Inzidenz über 200

Fortan gilt eine Reisewarnung nur noch für Risikogebiete mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 200, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Freitag. Damit können mehr als 100 Länder wieder unbeschränkt bereist werden – zumindest von deutscher Seite aus. Die Bundesregierung rät ab 1. Juli auch nicht mehr generell von touristischen Reisen ins Ausland ab. Das sei möglich, weil es in Europa künftig einheitliche Regeln für den Umgang mit Geimpften, Genesenen und Getesteten gibt, so Maas.

„Nach langen Monaten des Lockdowns dürfen wir uns auf mehr Normalität freuen, das gilt auch für das Reisen“, sagte der Außenminister. „So wie wir im Alltag gelernt haben, mit dem Virus umzugehen, so wird es uns auch in diesem Sommer unterwegs begleiten – im Flugzeug, im Hotel oder am Strand.“

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Was gilt für Reisen ins Ausland ab 1. Juli?

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes wird ab dem 1. Juli  folgende Systematik gelten:

  • Für Länder und Regionen, die als Hochinzidenz- oder Virusvarianten-Gebiet eingestuft sind, gilt weiterhin eine coronabedingte Reisewarnung.
  • Für „einfache“ Risikogebiete (Sieben-Tage-Inzidenz über 50, aber unter 200) wird von nicht notwendigen, touristischen Reisen abgeraten.
  • Bei nicht als Risikogebiet eingestuften Ländern und Regionen der EU sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz wird angesichts der fortdauernden Pandemie um besondere Vorsicht gebeten
  • Bei nicht als Risikogebiet eingestuften Drittstaaten wird bei fortbestehenden Einschränkungen (Einreisebeschränkungen, Quarantänepflicht) von Reisen abgeraten, andernfalls angesichts der fortdauernden Pandemie um besondere Vorsicht gebeten.

Was gilt ab Juli in Bezug auf Quarantäne und Corona-Tests?

Mit der neuen Einreiseverordnung hat Deutschland die Regeln ohnehin seit Ende Mai 2021 gelockert: Zwar wurden auch danach noch Reisewarnungen ausgesprochen, doch zugleich sind Geimpfte, Genesene und negativ Getestete seither schon von der Quarantänepflicht nach der Einreise befreit, selbst, wenn sie aus Risikogebieten einreisen. Nun wird die Reisewarnung ab dem 1. Juli für Gebiete mit einer Inzidenz unter 200 auch formal aufgehoben, so Maas. 

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Flugreisende müssen getestet, geimpft oder genesen sein

Ohne Einschränkungen werden die Deutschen aber trotzdem nicht reisen können: Sie werden immer den Nachweis über einen Corona-Test, die vollständige Impfung oder eine Genesung vorzeigen müssen – und zwar bei der Einreise in den allermeisten Ländern in Europa wie auch bei der Rückreise in Deutschland.

Denn die sogenannte Nachweispflicht in Deutschland gilt auch im Sommer. Demnach müssen alle Menschen, die per Flugzeug in die Bundesrepublik einreisen, schon am Reiseziel beim Check-in ein negatives Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis vorlegen. Diese Nachweispflicht gilt unabhängig davon, ob die Reisenden sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben.

Digitaler Impfpass ab Juli

Den Nachweis über die Impfung, Genesung oder den Test sollen Reisende ab Anfang Juli in allen EU-Ländern digital vorzeigen können. Der „CovPass“ wird Schritt für Schritt ausgerollt, bereits jetzt kann die App aufs Handy geladen werden und eine vollständige Impfung hinterlegt werden. Die Funktion für den Corona-Test und die überstandene Covid-19-Erkrankung soll in wenigen Wochen folgen.

Den digitalen Impfnachweis sollen sich vollständig Geimpfte bereits ab Donnerstag, 10. Juni, abholen können.

Wer hingegen aus Gebieten mit einer Inzidenz unter 200 auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keine Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. Denn die Pflicht zur digitalen Anmeldung auf www.einreiseanmeldung.de gilt nur bei der Einreise aus einem Risikogebiet. 

Welche Länder könnten von der Risikoliste gestrichen werden?

Sollten ihre Sieben-Tage-Inzidenz nicht doch noch bis zum 1. Juli dramatisch ansteigen, kämen unter anderem folgende Länder hinzu, von denen viele beliebte Reiseziele sind: 

  • Europa: Belgien, Dänemark, Estland, Irland, Frankreich, Lettland, Luxemburg, die Niederlande, Schweden, viele Regionen Spaniens, und die Türkei
  • Asien: Indonesien, Philippinen, Vereinigte Arabische Emirate
  • Afrika: Gambia, Ghana, Marokko
  • Karibik: Bahamas, Dominikanische Republik, Kuba

Die Liste der Corona-Risikogebiete in Europa wurde zuletzt ohnehin schon immer kürzer. Zuletzt strich das Auswärtige Amt ganz Österreich sowie Teile Griechenlands, Kroatiens und der Schweiz von der Liste, die Reisewarnung wird am Sonntag aufgehoben. 

Außerdem stehen auch Inseln schon nicht mehr auf der Risikogebiete-Liste, darunter die Algarve und Madeira in Portugal, Zypern sowie zwölf weitere Länder auf dem Balkan und in Osteuropa, die USA und Kanada. Aber: Beide Staaten haben eine Einreisesperre für Deutsche verhängt, die nicht dort leben.