Italien kann mit einigen Panoramazugstrecken punkten. Entlang von Olivenhainen, durch die Emilia-Romagna oder an der Küste der Cinque Terre wirst du dich an der Landschaft gar nicht satt sehen können! Wir verraten dir sieben ganz besonders schöne Zugstrecken durch das beliebte Reiseland. 

Von Mailand nach Venedig mit dem Zug

Die Zugfahrt führt, trotz der relativ kurzen Strecke, vorbei an zahlreichen Städten, die du im Norden Italiens auf keinen Fall verpassen solltest: Da wären zum Beispiel Verona, Vicenza und Padua. An allen drei Stationen solltest du aussteigen und dir die historischen Stadtkerne anschauen.

In Verona schlenderst du gemütlich über die farbenfrohen Piazzas oder schaust dir eine Open-Air-Oper im alten römischen Amphitheater an. Vicenza trumpft mit seinem Olympischen Theater und dem Palazzo Leoni Montanari auf, einem alten Palast aus der spätbarocken Zeit. Bei einem Zwischenstopp in Padua erwartet dich jede Menge Kunst. In der Scrovegni-Kapelle befinden sich nämlich die berühmten Freskengemälde von Giotto di Bondone. 

Blick auf den Bahnhof von Venedig – über eine mehrere Kilometer lange Eisenbahnbrücke rollen die Züge übers Wasser in die Lagunenstadt.

Das Highlight der eigentlichen Zugfahrt ist das letzte Stück der Reise: Parallel zur Ponte della Libertà führt eine Eisenbahnbrücke aus dem Jahr 1846 vom Festland nach Venedig – auf diesen letzten Kilometern wirst du dich fühlen, als würdest du direkt auf dem Wasser fahren.

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Dauer der Fahrt: 2:30 Stunden 
Länge der Strecke: 245 Kilometer

Cinque Terre: Mit dem Zug von Levanto nach La Spezia

Eine Zugfahrt entlang von Cinque Terre verspricht eine der wohl schönsten Zugstrecken entlang der italienischen Küste. Von Levanto aus fährst du mit der Bahn an der Küste entlang längs des einzigartigen Unesco-Weltkulturerbes bis nach La Spezia. Unterwegs hält der Zug in allen Dörfern der Cinque Terre: Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. 

Nimm dir auf jeden Fall genügend Zeit, um in den Orten auszusteigen und dich dort umzuschauen. Alle Orte bestechen mit ihren bunten Häusern, die sich andie steilen Küstenfelsen schmiegen. Als das schönste Dorf wird oftmals Vernazza bezeichnet – Grund dafür ist die kleine Piazza am Meer mit Felsen im Hintergrund. Doch mindestens ebenso oft fotografiert wurde wohl Manarola. Hier wurden die Häuser auf einen Felsvorsprung gebaut, unterhalb liegt der kleine Hafen. 

Das Dorf Manarola hat einen Bahnhof – die Strecke der Cinque Terre gehört zu den schönsten in Italien.

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Außerdem gibt es bei den Cinque Terre einige lokale Produkte zu probieren. Da wären zum Beispiel spezielle Sardellen in Monterosso und Honigeis in Corniglias. 

Dauer: 30 Minuten (ohne Ausstieg)
Länge der Strecke: 17 Kilometer

Von Venedig nach Florenz mit dem Zug

Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, um von Venedig nach Florenz zu reisen, als mit dem Zug. Der Reiz auf dieser rund 250 Kilometer langen Strecke liegt in der Ruhe und Entspanntheit, die auch die kleinen und touristischeren Städte auf der Route auf einem Zwischenhalt mit sich bringen. 

Auf dem Weg zur ehemaligen Hauptstadt aus Zeiten der italienischen Renaissance kommst du an einigen imposanten Bauwerken aus dem Mittelalter vorbei. In Ferrara steht beispielweise das mittelalterliche Wasserschloss Castello Estense, in Prato das Castello dell’Imperatore.

Die traumhafte Landschaft der Toskana wie hier die Chianti-Region werden Zugreisende erleben.

Und noch einen Höhepunkt darfst du auf keinen Fall auslassen: Bologna. Schlendere durch die Gassen und auf der weitläufigen, von Arkaden gesäumten Piazza Maggiore. Dort findest du Cafés und Bauten aus dem Mittelalter und der Renaissance – darunter der Neptunbrunnen und die Basilika San Petronio. Bekannt ist die Stadt auch für die beiden schiefen Türme Asinelli und Garisenda. Außerdem musst du natürlich das passende Gericht probieren – aber, aufgepasst: Auf Italienisch heißt das Traditionsgericht Pasta al Ragù (und nicht Bolognese).

Vor der Einfahrt in den Zielbahnhof Florenz führt die Zugfahrt durch die Toskana. Beim Blick auf die hügelige Landschaft, die Weinberge und unzählige Zypressen kannst du gar nicht anders, als aufzuseufzen. 

Dauer: 2:30 Stunden
Länge der Strecke: 250 Kilometer

Mit dem Zug von Florenz nach Rom

In Florenz kannst du nach dem Sightseeing eigentlich gleich wieder in den Zug steigen: Die Reise zur Hauptstadt Italiens, Rom, verspricht Landschaften wie aus dem Bilderbuch. Mittelalterliche Bergdörfer reihen sich an grüne Hügel und alte Steinkirchen mit wackeligen Türmen.

Auf der Strecke passierst du Städte wie Arezzo, Cortona, Montepulciano und Orvieto. Dort kannst du lokal produzierten Wein probieren und Fleisch, Pasta sowie Käse testen.

Dauer: 1:30 Stunden
Länge der Strecke: 232 Kilometer

Die kleine Stadt Montepuciano mitten in der Toskana war ein Drehort für die „Twilight“-Filme.

Von Bari nach Otranto oder Gallipoli

Diese Bahnstrecke führt dich in verschiedenen Regionalzügen im Zickzack-Muster durch den Süden von Apulien und mitten durch das mediterrane Klima. Am besten startest du in Bari, schreibt das Portal „Matador Network“.  Die Hafenstadt direkt an der Adria verzaubert mit historischen Bauten, frischer Meeresbrise und süditalienischem Charme. Aber aufgepasst: Bari besitzt mehrere Bahnhöfe, prüfe also unbedingt, von welchem du abfährst. 

Auf der Zugfahrt kannst du zum Beispiel in Alberobello die typischen kegelförmigen Häuserdächer bestaunen oder im nahe gelegenen Locorotondo durch die Gänge flanieren. 

Atemberaubender Blick auf die Gebäude in Alberobello.

Weiter geht es mit ein paarmal Umsteigen Richtung Südosten, genauer gesagt nach Ostuni. Dort erwartet dich ein mittelalterliches Labyrinth aus engen Gassen und Treppen. Wegen seiner kalkgetünchten Häuser wird der Ort auch „La Città Bianca“ (deutsch: die weiße Stadt) genannt.

Für die letzte Etappe der Strecke kannst du dir aussuchen, ob du gen Osten nach Otranto oder gen Westen nach Gallipoli reisen möchtest. Beide Küstenstädte haben imposante Festungen und historische Architektur, Strandpromenaden und türkisfarbenes Wasser in petto.

Dauer: 3 bis 3:30 Stunden
Länge der Strecke: 174 Kilometer oder 151 Kilometer

Von Rom nach Palermo mit dem Zug

Die längste Strecke ist die von Rom nach Palermo, sie ist dafür aber auch zu 100 Prozent unvergesslich. In den knapp zwölf Stunden Fahrzeit passierst du sogar eine der wenigen Stellen der Welt, wo der Zug kurzfristig eine Bootsfahrt macht.

Du fragst dich, wie das funktionieren soll? Der Zug wird in Villa San Giovanni auf eine mit Gleisen ausgestattet Fähre gefahren und bis Messina auf Sizilien über das Wasser transportiert. Besonders zu empfehlen ist die Buchung eines Nachtzugs, denn dann kannst du neben dem traumhaften Meeresblick auch noch ein Sonnenaufgang von der Fähre aus bestaunen. 

Palermo ist die Hauptstadt der italienischen Insel Sizilien.

Zuvor fährst du aber erst mal genüsslich etwa sechs Stunden durch die südwestliche Region Italiens. Dabei geht es quer durch die Regionen Latium, Campagna, Basilikata und Kalabrien. Wenn du die Augen offen hältst, siehst du in Neapel sogar den Vesuv. 

Dauer: 12 Stunden
Länge der Strecke: 427 Kilometer