Sie erzählen von längst vergangenen Epochen, geben tiefe Einblicke ins Leben und Arbeiten alter Kulturen und begeistern durch vielfältige Mitmach-Angebote große und kleine Gäste. Meist handelt es sich um original erhaltene oder nachgebaute historische Gebäude, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, um Handwerkszeug, Schmuck und Lebensweise vorstellbar zu machen. Zu schönes Wetter fürs Museum – das gilt hier nicht! Und draußen ist es zurzeit wegen Corona ja immer noch am besten!

Haithabu – bei den Wikingern in Schleswig

Das Wikinger Museum Haithabu in Schleswig-Holstein ist eines der bedeutendsten archäologischen Museen Deutschlands. In sieben rekonstruierten Häusern zeigt es, wie die Menschen dort im frühen Mittelalter gelebt haben. Haithabu liegt vor den Toren Schleswigs und war zwischen dem neunten und elften Jahrhundert eines der wichtigsten Handelszentren Nordeuropas.

Hier kamen Menschen und Waren aus aller Welt zusammen. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts haben Forscher auf dem weitläufigen Areal viele Funde entdeckt, die heute ausgestellt werden und von der Blüte der Hafensiedlung erzählen.

Schilfgedeckte rekonstruierte Wikingerhäuser im Wikinger-Museum Haithabu.

Kalkriese – die Varusschlacht im Osnabrücker Land

Es ist mehr als 2000 Jahre her, dass Hermann, der Cherusker, die Römer in der Varusschlacht vernichtend schlug. Doch auch heute noch ist das niedersächsische Kalkriese, wo sich dieser Kampf zutrug, ein Ort mit einer besonderen Ausstrahlung. Die genauen Hintergründe dieses historischen Ereignisses sind auch heute noch umstritten, sodass die archäologische Forschung noch nicht abgeschlossen ist und immer wieder neue Erkenntnisse über die tragische Feldschlacht hervorbringt.

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Das Museum und der dazugehörige Park sind daher Schaufenster aktueller Wissenschaft und liefern eindrucksvolle Einblicke in die Geschichte.

Auf dem Schlachtfeld der Varusschlacht im Osnabrücker Land.

500 Jahre Vergangenheit im Freilichtmuseum Detmold

Umgeben von der herrlichen Natur des Teutoburger Waldes und historischen Gebäuden kannst du auf dem 90 Hektar großen Gelände des LWL-Freilichtmuseums Detmold einen großartigen Tag verbringen. Du kannst in den Werkstätten der Bäcker oder Schmiede vorbeischauen, der Töpferin über die Schulter gucken und in den herrlichen Gärten jede Menge alter Pflanzenarten und -sorten entdecken. 

Vor den Bauernhäusern gackern die Hühner und auf den Wiesen grasen friedlich alte Haustierrassen wie Senner Pferde und Lippegänse. Elf Kulturlandschaften und rund 120 historische Gebäude zeigen 500 Jahre westfälische Alltagskultur im Wandel der Jahrhunderte. 

Von oben: Eine Kappenwindmühle im Freilichtmuseum Detmold.

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Die Pfahlbauten von Unteruhldingen am Bodensee

In Baden-Württemberg befindet sich das älteste Freiluftmuseum Deutschlands: Die Pfahlbauten von Unteruhldingen sind über 10.000 Jahre alt. Sie führen auf Stegen über das Wasser des Bodensees und führen uns weit zurück in das Leben der Steinzeit und der Bronzezeit. Hier werden vergangene Abschnitte der Menschheitsgeschichte und unterschiedliche Lebensformen aus fünf Jahrtausenden lebendig. Im bronzezeitlichen Dorf Wasserburg Buchau zum Beispiel zeigen sich Töpfer, Gießer, Perlenmacher, Hirten und Fischer – und der Clanchef mit seinem Luxus. Die ältesten Dörfer stammen aus der Zeit um 4300 v. Chr.

Die Pfahlbauten in Unteruhldingen am Bodensee sind nachgebaut.

Klockenhagen – Museumsdorf in Ribnitz-Damgarten

Das Freilichtmuseum Klockenhagen zeigt, wie vor 300 Jahren Brot gebacken wurde und wie die Kinder gespielt haben, wie also das Leben in einem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern annodazumal aussah. 20 Häuser wurden dafür an verschiedensten Orten des Landes ab- und auf den sechs Hektar des Museumsdorfes wierder aufgebaut. Dazu gehören ein Hof mit altem Ziehbrunnen, mehrere niederdeutsche Hallenhäuser, eine Fachwerkkirche und ein Bauerngarten. Große und kleine Besucher können hier die Landwirtschaft mit Feldbau und Tierhaltung, traditionelles Handwerk, Lebensart, Bräuche und Sitten sehr anschaulich nachvollziehen.

Bei einer Schauvorführung ziehen zwei Pferde den Pflug über das Feld im Freilichtmuseum Klockenhagen.

Freilandmuseum Lehde im Spreewald

Schon mal auf dem Waschbrett Wäsche gewaschen? Wenn nicht, wird es Zeit für einen Besuch im Spreewald in Brandenburg. Hier im Freilandmuseum Lehde können Interessierte hautnah erleben, wie die Spreewälder im 19. Jahrhundert gewohnt und gearbeitet und eben auch Wäsche gewaschen haben – ohne Strom und warmes Wasser aus der Leitung.

In den vier alten Bauerngehöften erfährst du alles über den Spreewald und seine Bewohner, über die Spreewaldgurke und scharfen Meerrettich, wie gemolken und ein echtes Blockhaus gebaut wurde oder ein Kahn. Wer mag, kann auch versuchen, in den alten Holzschuhen zu laufen wie die Mitarbeiterinnen des Museums, die die Gäste in traditioneller Kleidung begrüßen.

So sah es in der Wohnstube eines alten Spreewaldhofes aus.

Bei den alten Römern in Xanten

Die Ursprünge der Stadt Xanten reichen zwar noch weiter in die Vergangenheit zurück, aber die Römer haben deutliche Spuren am Niederrhein hinterlassen. Der archäologische Park Xanten ist heute das größte Freiluftmuseum Deutschlands. Dort befinden sich Originalreste und rekonstruierte Bauten, die einen lebendigen Eindruck davon vermitteln, wie Cäsars Truppen gelebt, gearbeitet und gebadet haben.

Im Maßstab 1:1 kannst du hier zum Bespiel das kolossale Amphitheater bestaunen, die Stadtmauer begehen und das Badehaus besichtigen. Der APX, wie er genannt wird, ist aber nicht nur eine Reise in die Vergangenheit und ein Ausflug, bei dem es sich herrlich entspannen lässt, sondern auch ein hochrangiger Forschungsstandort.

Der archäologische Park in Xanten am Niederrhein by night.

In Mettmann bei den Neandertalern

Der Neandertaler (früher mit h) war Jäger und Sammler, aber auch ein geschickter Handwerker; davon zeugen diverse Fundstücke. In Mettmann in Nordrhein-Westfalen wurde dem vor 30.000 Jahren ausgestorbenen Verwandten des Homo sapiens daher am Fundort dieser Stücke ein Museum gewidmet. Dass er und die Steinzeit lange nicht so primitiv waren, wie man gemeinhin meint, zeigt das Neanderthalmuseum deutlich. Es geht um die Spuren der Menschheit, um die großen Fragen der Menschheitsgeschichte. Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Sehr spannend!

Dies scheint ein freundlicher Neandertaler gewesen zu sein.

Zu Besuch im Museumsdorf Kürnbach

Im Museumsdorf Kürnbach tauchen Besucher und Besucherinnen ein in 600 Jahre oberschwäbische Geschichte. Kinder und Erwachsene lernen das Dorfleben von früher kennen. Sie bestaunen original eingerichtete Stuben und Werkstätten, haben Spaß an der historischen Kegelbahn und sehen doch auch, wie hart das Leben war. Geschichte zum Anfassen und Aufessen gibt es hier, wenn im alten Backhäusle der Ofen angeheizt wird. Dort wird anschaulich gezeigt, wie die Ururgroßeltern gebacken und geschwitzt haben. 

Vor allem Familien mit Kindern lieben das Museumsdorf Kürnbach.

Freilichtmuseum Hohenfelden in Thüringen

Im Freilichtmuseum Hohenfelden wird die Vergangenheit lebendig. Im Herzen Thüringens in der Nähe von Erfurt und Weimar tauchen Museumsbesucher ein in die Welt ihrer Vorfahren. Mehr als 35 historische Gebäude aus vier Jahrhunderten und unterschiedlichen Regionen des Bundeslandes, die an ihrem ursprünglichen Standort nicht mehr erhalten werden konnten, wurden in das Museum umgesetzt. So steht hier die älteste Bockwindmühle des Landes und eine einzigartige Blumentopf-Töpferei. Prächtige Bauernhäuser mit Ställen und Scheunen, eine Schule und ein Brauhaus sowie Bienenhäuser und Taubentürme können besichtigt werden. An besonderen Tagen finden Feste und Handwerksvorführungen statt.

So sah es früher in den Dorfschulen aus.

Und ein P.S. in eigener Sache: Ob Freiluft-, Freiland- und Freilichtmuseum, ist ganz egal. Es sind Museen, in denen eine Sammlung von am Originalstandort erhaltenen, rekonstruierten oder umgesetzten Baudenkmälern – oft einschließlich deren Ausstattung – der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.