Auf dieser Route hast du das Meer immer im Blick – ob an der Küste der Legenden, an der felsigen Insel-Mont-Saint-Michel, am Ärmelkanal oder an der Opalküste. Ab Juni präsentiert sich die französische Nordküste auf einem unvergesslischen Panorama-Radweg. Auf den 1500 Kilometern vom Ärmelkanal bis zur Nordsee warten drei Unesco-Weltkulturerbestätten und fünf berühmte naturgeschützte Landschaften, vier fantastische Baudenkmäler und zwei der schönsten Dörfer Frankreichs auf Reisende.

Zwei Drittel der Strecke verlaufen auf kleinen Straßen mit wenig Verkehr. Und auch wenn dich keine echten Berge erwarten, so wirst du schon ab und an feste in die Pedale treten müssen, die Etappen weisen zum Teil erhebliche Höhenunterschiede auf. Aber du weißt ja: Wo es bergauf geht, rollt es auch wieder bergab. Und wer von Westen nach Osten radelt, hat den Wind meist im Rücken.

Perfektes Picknick mit Blick übers Meer.

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Startpunkt: Roscoff ganz im Westen

Am westlichsten Zipfel der Bretagne in Roscoff geht es los. In dem kleinen, auf einer Halbinsel im Ärmelkanal liegenden Ort verstecken sich hübsche Reederhäuser und eine spätgotische Kirche. Vorgelagert ist die Insel Batz, auf der dank ihres milden Mikroklimas tropische Pflanzen blühen und die deshalb einen Abstecher lohnt.

Weiter geht’s an der bretonischen Küste der Legenden entlang und an den imposanten Felsen der Rosa Granitküste vorbei, bei denen du sicher absteigst, um eine kleine Kletterpartie zu unternehmen. Oder du hältst einfach nur inne und beobachtest, wie die Wellen an den Felsen brechen. 

In der Bucht von Saint-Brieuc kannst du wunderbare Jakobsmuschelhäfen entdecken, und etwas weiter gen Osten steigst du in Dinard vom Rad, um die herrlichen Jugendstilvillen der Belle Époque zu bestaunen. Die Orte an der Smaragdküste sind einfach bezaubernd. Zwischen Dinard und Saint-Malo wartet übrigens ein Geheimtipp auf dich: der einzige Weinberg der Bretagne. Schließlich erreichst du die Festungsstadt Saint-Malo, die wie ein steinernes Schiff ins Meer ragt.  

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Traumhafte Kulisse: Die bretonische Küste.

Vom Mont-Saint-Michel bis zur Steilküste bei Étretat

Der Klosterberg Mont-Saint-Michel, der ein Unesco-Weltkulturerbe ist, gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Frankreichs – und sicher zu den meistfotografierten. In seiner Bucht gibt es die stärksten Gezeiten Europas. Von hier aus führt der Radweg über die Halbinsel Cotentin entlang der Strände des D-Days, an denen 1944 an nur einem Tag 150.000 alliierte Soldaten landeten. 

Omaha Beach in Saint-Laurent-sur-Mer.

An der Blumenküste mit ihren wunderbaren Seebädern und hübschen Fischerhäfen kannst du neben der Meeresbrise frischen Fisch und Meeresfrüchte genießen, dazu normannischen Cidre oder Calvados trinken und das Ganze mit einem kräftigen Camembert abschließen. Ob du dazu in Deauville, Trouville oder Honfleur vom Sattel steigst oder in allen dreien pausierst, musst du natürlich selbst entscheiden.

Gut gestärkt solltest du auf jeden Fall für die Etappe hinter Le Havre sein, wenn es an der Steilküste von Étretat entlanggeht: Hier wird es nämlich ziemlich sportlich. Bis zu 100 Meter hohe Kreidefelsen und ein sagenhafter Blick über die Alabasterküste belohnen dich aber für jede Anstrengung.

Von der Sommebucht bis an die Opalküste

Die Sommebucht in der Picardie gehört zu den Grands Sites de France, den touristischen Highlights des Landes. Ab hier begegnest du auf der „Vélomaritime“ flämisch-französischem Lifestyle und mit ein bisschen Glück der größten Kegelrobben-Kolonie Frankreichs.

Zwischen Boulogne-sur-Mer und Calais liegt der 23 Kilometer lange Küstenabschnitt der Deux-Caps, vielleicht der schönste Teil der Opalküste. Mit seinen 134 Meter hohen, weißen Klippen gilt die Landzunge Cap Blanc-Nez (weiße Nase) als der Balkon des Ärmelkanals. Vom Cap Gris-Nez (graue Nase) sind es nur 31 Kilometer bis zur englischen Küste.

Einer der schönsten Abschnitte entlang der Opalküste.

Boulogne-sur-Mer, der größte Fischereihafen Frankreichs, lädt zu einem gemütlichen Bummel ein, während in der Hafenstadt Calais ein riesiges Stahl-Kunstwerk, der „Drache von Calais“, die Blicke auf sich zieht und zu einem Ritt über die Strandpromenade einlädt. In Bray-Dunes ganz in der Nähe der belgischen Grenze endet der neue Küstenradweg. Hier lädt ein langer, feiner Sandstrand zu einem letzten Bad ein. Oder man lässt die Tour langsam ausklingen, denn auch das dazugehörige Städtchen ist klein, aber fein und eignet sich wunderbar zum Entspannen.

Der neue Küstenradweg ist übrigens der französiche Teil der Eurovelo 4, der Mitteleuropa-Route, die auf 5100 Kilometern einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt dieses Teils des Kontinents gibt. Wer also noch nicht genug hat …