Sand wie in der Karibik, steile Felsen, Wellen zum Reiten und kühles Wasser an heißen Sommertagen – das alles haben viele traumhafte Strände in Deutschland zu bieten. Die Auswahl ist groß. Den passenden Strand für deinen Urlaub kannst du sowohl an der Küste auf dem Festland als auch auf einer Insel in der Nordsee und Ostsee finden. 

Dennoch stürmen Reisende immer wieder dieselben Badeorte, darunter den Timmendorfer Strand, Scharbeutz und Haffkrug in der Lübecker Bucht. Wer dem Massentourismus entkommen möchte, findet Geheimtipps im neuen Reiseführer „Hidden Beaches Deutschland“. 

Abenteurer und Reisejournalist Björn Nehrhoff von Holderberg stellt darin mehr als 100 abgelegene Strände der deutschen Nord- und Ostseeküste vor, die er selbst erkundet hat. Dem reisereporter hat er seine Lieblingsstrände verraten.

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Helgoland Düne – gleich zwei Strände

„Helgoland Düne ist ein besonderer Platz“, schwärmt Björn. Gleich zwei Strände mit sehr feinem Sand und extrem klarem Wasser hat das kleine Eiland zu bieten. Der Nord- und der Südstrand eignen sich wunderbar zum Schwimmen. Ein ganz besonderes Highlight sind für den Experten aber die Kegelrobben und Seehunde. Mit ihnen können Besucherinnen und Besucher im Sommer in Kontakt kommen – aber bitte nur, wenn die Tiere sich von selbst nähern. 

Anfassen solltest sie aber nicht: Am besten hältst du am Strand 30 Meter Abstand zu ihnen und schwimmst bei einer Begegnung im Wasser einfach weiter. Denn auch, wenn keine Angriffe auf Menschen bekannt sind, sind Kegelrobben die größten einheimischen Raubtiere in Deutschland. 

Helogland Düne

Das kannst du auf Helgoland Düne noch erleben

Für Wellenreiter ist die Helgoländer Brandung am Nordstrand der Düne ein kleiner Geheimtipp, allerdings sollten sie ihr eigenes Board dabeihaben. Spaziergänger sollten hingegen den Rundwanderweg auf den Klippen der Hauptinsel nicht verpassen. Dieser bietet nämlich einen Einblick in die Vogelkolonien der Inseln und eine faszinierende Aussicht auf die roten Sandsteinfelsen samt der Felsnadel „Lange Anna“, dem Wahrzeichen Helgolands.

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Amrums Weststrand

Amrums Weststrand bietet lange, einsame Strandwanderungen und versteckte Dünenwege. Ein kleines Leuchtfeuer in den Dünen sorgt für grandiose Ausblicke auf Meer und Sandberge. Deshalb gehört der Strand zu Björns Lieblingsstränden.

Wer aber dort hinkommen will, muss eine kleine Reise auf sich nehmen. Denn von Wittdün aus müssen Besucherinnen und Besucher einem Fahrradweg folgen, der zu großen Teilen durch einen dichten Kiefernwald führt. An den Vogelkojen, das sind ehemalige Entenfallen, angekommen, folgt eine Wanderung über einen Holzbohlenweg. Dieser führt in Kurven durch fantastische Dünentäler, circa zwei Kilometer bis zum Meer. Kurz vor dem Strand steht ein kleiner Leuchtturm, der eine umfassende Aussicht bietet.

Der Weg lohnt sich, denn durch den äußerst feinen Sand und das klare Nordseewasser kommt an Sommertagen schnell Karibik-Feeling auf. Dort liegen oft Muscheln in allen Farben und Formen in kleinen Feldern zusammen und in zahlreichen Wasserbecken kannst du auch mal einen Krebs entdecken.

Amrums Weststrand.

Spiekeroog Oststrand

Spiekeroog an der ostfriesischen Küste hat besonders einsame Strände und ist leicht mit dem Kajak zu erreichen. Deshalb gehört die Insel zu Björns Favoriten. „Kajaker können direkt den Campingplatz am Weststrand ansteuern. Das ist aber wegen der Tidenströmungen nur etwas für erfahrene Wassersportler. Weniger Geübte besuchen das Eiland besser mit der Fähre“, so der Abenteurer.

Wer vom Hafen aus kommt, gelangt auf einem etwa vier Kilometer langen Fuß- und Radweg zum Oststrand der Insel. Lange müssen Reisende aber nicht auf das unglaubliche Strandpanorama warten, es breitet sich schon nach ein paar Schritten vor ihnen aus. Dabei kannst du dich auf eine menschleere Fläche aus feinstem Sand, grüne Dünengürtel und das Blau der Nordsee freuen. Wer gern für Stunden barfuß und einsam am Strand entlangspaziert, hat dort sein Paradies gefunden.

Spiekeroog bietet viele tolle Strände. Der Oststrand ist einer davon.

Aschau in der Eckernförder Buch

„Aschau in der Eckernförder Bucht mag ich besonders, weil man dort einen Strandbesuch an einsamer Stelle sehr gut mit einem langen Waldspaziergang verbinden kann“, sagt Björn dem reisereporter.

Um an den Strand zu gelangen, musst du über die Landstraße B76 an die südliche Eckernförder Bucht fahren. Der große Parkplatz mit der Bezeichnung „Grüner Jäger“ ist ein guter Ausgangspunkt für die etwa ein Kilometer lange Wanderung zum Wasser. Der erste Weg rechts, direkt im angrenzenden Wald, führt dich zu einem recht großen Strand mit blauem Ostseewasser.

Dieser teilt sich in zwei Abschnitte. Auf der linken Seite findest du klares Ostseewasser, das wegen der vielen Steine im Wasser durchsetzt mit Blasentang-Feldern ist. Das macht das Schnorcheln dort besonders interessant. Auf der rechten Seite findest du einen etwas breiteren und feineren Strand, der mit weniger Steinen durchsetzt ist. 

Der Wald nebenan eignet sich zudem hervorragend für eine lange Wanderung von mindestens sechs Kilometern und wartet mit schönen Steilküstenabschnitten und alten Bäumen am Ostseeufer auf. 

Björn am Strand in Aschau.

Schaabe an der Nordküste von Rügen

Auch die Schaabe an der Nordküste von Rügen empfindet Björn als besonderen Ort. „Weil hier, wie an keinem anderen Platz der Ostseeküste unseres Landes, der lange, weiße, fast unberührt wirkende Sandstrand auf eine Linie aus Kiefernwald im Hintergrund trifft“, so der Strandexperte. „Diese Kombination vermittelt den Eindruck von Wildnis, wenn beim Sonnenaufgang noch nichts los ist.“

Die Schaabe ist ein knapp zwölf Kilometer langer Sandstrand, der die Boddengewässer von der Ostsee trennt. Auch wenn im Sommer einiges los ist, können Urlauberinnen und Urlauber an dem feinsandigen Ufer immer ein ruhiges Plätzchen finden. Das klare Wasser wird nur sehr langsam tief, sodass dort Kinder Raum zum Spielen finden.

Nur der umfassende Dünengürtel am Strand sollte aus Küstenschutzgründen nicht betreten werden. Wanderer können aber einen Strandspaziergang mit einem Gang durch den Boddenwald zu einer Runde von etwa 20 Kilometern kombinieren. 

Der Strand Schaabe.

Hiddensee Gellen

Zu guter Letzt nennt Reiseabenteurer Björn Nehrhoff von Holderberg Hiddensee Gellen als einen seiner Lieblingsorte: „Es ist ein wunderbarer Platz, weil man dort direkt an dem kleinen hübschen Leuchtturm die Wildheit der Ostsee aus erster Hand erfahren kann und die gemütliche, autorfeie Insel darüber hinaus immer einen Besuch wert ist.“

Hiddensee hat zwar das Image einer verschlafenen Insel mit viel Ruhe ohne Autoverkehr, doch in der Hochsaison bewegen sich Tausende Besucher über die Insel. Sie treffen sich alle auf der einen Nord-Süd-Tangente. Ein ruhiges Plätzchen findet aber jeder, der vom Hafen Neuendorf aus einfach dem Hauptweg in Richtung Norden folgt, bis man an den Leuchtturm Gellen gelangt. Dieser steht prominent und fotogen im Kiefernwald.

So schön ist der Strand Hiddensee.

Wer dann noch ein paar Hundert Meter am Strand zurücklegt, gelangt an eine geruhsame Stelle am 20 Meter breiten Meeresufer. Dort ist es möglich, nach Herzenslust im klaren Salzwasser zu schwimmen und zu tauchen. Aber Vorsicht: Die weiter südlich gelegenen Strände dürfen ufernah nicht beschwommen, betreten oder bepaddelt werden, da sie zur Ruhezone des Nationalparks gehören.