Immer mehr Menschen hat die Wanderlust gepackt. In ganz Europa gibt es zahlreiche Hotspots für einen ausgiebigen Wanderurlaub. Einer davon ist die portugiesische Blumeninsel Madeira. Die Vulkaninsel bietet mit ihren Gebirgen, Wäldern, schroffen Klippen und blühenden Wiesen perfekte Voraussetzungen für einen tollen Wandertrip. 

Insgesamt 21 Wanderwege führen Wanderer und Naturliebhaber einmal quer über die grüne Insel, auf der das ganze Jahr über subtropisches Klima und frühlingshafte Temperaturen herrschen, für eine Inselüberquerung gibt es viel Auswahl. Da bei all den Hotspots die Wahl der richtigen Wanderwege oft schwerfällt, zeigen wir dir sechs Wanderrouten auf Madeira, die unbedingt auf deine Bucket List gehören.

Karte für Madeira: Strände und Sehenswürdigkeiten

1. Die 25 Quellen und der Risco-Wasserfall

Ein beliebtes Ziel vieler Wanderer ist der Risco-Wasserfall im Rabaçal-Naturschutzgebiet. Die Wanderung startet in Rabaçal auf der Hochebene Paúl da Serra und führt Urlauber entlang der Levada do Risco. Alternativ können Reisende sich für den Levada das 25 Fontes (25 Quellen) entscheiden. 

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Levada werden übrigens künstliche Wasserläufe genannt, die das Regenwasser aus Regionen mit mehr Niederschlag in Regionen mit weniger Regen befördern sollen. Demensprechend finden sich diese Wasserläufe auf der gesamten Insel, verteilt oft an Wanderwegen, wieder. 

Der Risco Wasserfall ist ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge.

Folgst du nun einem der beiden Levadas vom Parkplatz der Hochebene Paúl da Serra aus, dann wanderst du rund zwölf Kilometer durch die grüne Natur der Insel, bis du den Risco-Wasserfall erreichst. Der fällt aus etwa 100 Metern in einen kleinen, klaren Teich.

Übrigens: Wer bereits auf dem Weg zum Risco-Wasserfall die Schönheit der Natur erleben möchte, der sollte sich wohl eher für den Levada das 25 Fontes entscheiden. Er führt dich an zahlreichen Lorbeerbäumen und kleinen Wasserfällen entlang, die auch für den Namen des Wanderweges verantwortlich sind. 

2. Pico Ruivo und Pico do Arieiro

Auf Madeira geht es gerne auch mal hoch hinaus – zum Beispiel auf einem der höchsten Berge der Blumeninsel. Der Pico Ruivo ist mit 1862 Metern dabei der Spitzenreiter, dicht gefolgt von seinem Nachbarn Pico Arieiro mit 1818 Metern. Die grandiose Aussicht vom Gipfel aus können dabei aber nicht nur Profi-Bergsteiger genießen: Eine Straße führt direkt zur Bergspitze des Pico Arieiro. 

Bei guten Wetterverhältnissen können Urlauber von dort aus nahezu die gesamte Insel mit ihren kleinen Dörfern, den Wäldern, Bergen und Tälern überblicken. Wer Glück hat, der kann sogar bis zur Nachbarinsel Porto Santo schauen. Aber auch bei schlechter Sicht lohnt sich ein Ausflug in die Bergwelt – denn dann kannst du vom Gipfel aus die Nebelwolken unter dir bewundern. 

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Schroffe Berge gehören zum typischen Bild von Madeira.

Fortgeschrittene Bergsteiger und mutige Wanderer können vom Pico Arieiro außerdem zum Pico Ruivo wandern. Aber Vorsicht: Der steinige, enge Pfad zwischen den beiden Bergen führt dich an Klippen entlang, durch Berge hindurch und auch mal steil hinauf. Taschenlampe und Kletterausrüstung solltest du also für dieses Abenteuer dabeihaben. 

3. Die Wälder der Hochebene Paúl da Serra

Die Hochebene Paúl da Serra beherbergt aber nicht nur riesige Gipfel – sondern auch einige der schönsten Wälder der gesamten Insel. Einer dieser Wälder ist der berüchtigte Feenwald Vereda do Fanal. Der Wald befindet sich etwa 14 Kilometer vom beliebten Küstenort Porto Moniz entfernt und lockt mit einem für die Insel einzigartigen Ambiente seit Jahren zahlreiche Touristen an. 

Grund für die Begeisterung sind die vielen mehrere Hundert Jahre alten Lorbeerbäume, die im Nebel fast magisch aussehen. Der Tatsache, dass der Nebel sich wegen der Wetterverhältnisse auf Madeira vergleichsweise oft dorthin verirrt, hat der Feenwald auch seinen zauberhaften Namen zu verdanken. Auf einem rund zwei Kilometer langen Rundweg können Besucher den beeindruckenden Wald begehen. 

Der Feenwald ist oft von Nebel durchzogen und hat dadurch einen mystischen Charme.

Eine Garantie für Nebel gibt es allerdings auch nicht. Um das magische Flair des Feenwaldes zu erleben, gehört also auch ein bisschen Glück dazu. Aber auch ohne Nebelschwaden ist der kleine Wald auf jeden Fall einen Ausflug wert. Wer den Feenwald aber unbedingt im Nebel sehen möchte, der kann immer mal wieder dort vorbeifahren und schon vom Parkplatz aus sehen, ob sich Nebelschwaden durch die Lorbeerbäume ziehen oder nicht.

4. Tour zum Ponta de São Lourenço

Ponta de São Lourenço, der äußerste Ostzipfel Madeiras, hat bereits einen festen Platz auf der Bucket List zahlreicher Madeira-Urlauber. Die Klippen aus roten Steinen und erkalteter Lava ragen hier besonders weit ins Meer und bieten dadurch einen traumhaften Ausblick. 

Die Halbinsel Ponta de Lourenco ist ein beliebtes Ziel vieler Wanderer.

Von der Insel-Hauptstadt Funchal aus bringen dich gleich mehrere Shuttle-Busse zum Start der Wanderroute. Eine Karte brauchst du für diese Tour nicht, denn es führt nur ein Weg zum Ost-Ende Madeiras. Vom Startpunkt aus wanderst du – meistens gemeinsam mit zahlreichen anderen Urlaubern – rund drei Kilometer bis zum ersten Highlight: das kleine Museum Casa do Sardinha. 

Von dort aus können Wanderer entweder zum 162 Meter hohen Pico do Furado aufsteigen oder den Weg zum Gipfel des Ponta de São Lourenço fortsetzen. Während der gesamten Wanderung hast du einen tollen Ausblick auf die Steilklippen und das offene Meer. 

5. Von Boaventura nach São Jorge

Urlauber, die erst vor Kurzem ihre Freude am Wandern entdeckt haben, können auch eine kurze Wanderung an der Küste Madeiras einlegen. Vom Restaurant São Christóvão in Boaventura aus wanderst du dabei zunächst an einigen Serpentinen vorbei und schließlich einen steil bis zum Meer abfallenden Felsen entlang. 

Das Bergdorf Arco de Sao Jorge im Norden Madeiras bietet einen einmaligen Ausblick.

Nach etwa einer Stunde bergauf erreichst du das Ziel der kleinen, aber feinen Wanderung direkt am Meer: das Restaurant Arco de São Jorge. Dort können Wanderer sich mit einem leckeren Snack oder einem kühlen Getränk von dem mitunter anstrengenden Aufstieg belohnen. Und ganz nebenbei hast du von dort aus noch einen atemberaubenden Ausblick auf den Atlantik. 

6. São Vicente Caves

Madeira ist eigentlich für die ganzjährig milden Temperaturen und trockenen Tage bekannt. Aber auch auf der „Insel des ewigen Frühlings“ regnet es ab und zu mal. Im Schnitt gibt es zwischen vier und sieben Tagen Regen pro Monat. Und falls du während deiner Reise auf die portugiesische Insel einen solchen Tag erwischen solltest, dann ab zu den São Vicente Caves.

Die Grotten von Sao Vicente zeigen die Unterwelt Madeiras.

Die Grotten von São Vicente eröffnen Touristen ein einmaliges Naturschauspiel und nehmen Wanderer mit in die Unterwelt der Vulkaninsel. Im Kern besteht Madeira nämlich aus einem riesigen Lavatunnelsystem, das vor rund 900.000 Jahren durch zahlreiche Vulkanausbrüche enstanden ist. Seit 1996 ist etwa ein Kilometer dieser magischen Welt im Rahmen einer Führung für Besucher zugänglich.

Dienstags bis samstags von 10 bis 17 Uhr für 6 Euro können Touristen die halbstündige Tour entlang skurriler Steinformationen, dunkler Gänge und kristallklarer Höhlenseen buchen.