Reisen sind vielerorts wieder möglich – fehlt also nur noch die passende Unterkunft! Besonders im Trend bei Urlaubshungrigen sind Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Doch hier gilt es, genau hinzusehen. Denn Betrügerinnen und Betrüger könnten die wiederkehrende Reiselust dazu nutzen, um Fake-Angebote zu inserieren.

Verbraucherschützerinnen und -schützer warnen vor „rosaroter Brille“

Betrugsfälle seien in diesem Segment schon lange ein „Dauerbrenner“, sagt Karolina Wojtal, Sprecherin des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland (EVZ). Doch aufgrund der großen Urlaubssehnsucht würden Kundinnen und Kunden aktuell verstärkt Gefahr laufen, bei der Suche und der Buchung von Ferienwohnungen „unbewusst durch eine rosarote Brille zu schauen“, so die Verbraucherschützerin weiter.

Dazu komme, dass die Betrugsfallen in den vergangenen zwei Jahren deutlich professionalisiert worden seien. „Es gibt einen deutlichen Qualitätssprung. Insbesondere bei eigenen Internetseiten ist es häufig schwer, falsche Angaben auf den ersten Blick zu bemerken“, sagt Wojtal.

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So erkennst du die Tricks der Urlaubs-Betrüger

Erste Grundregel: Bei der Suche und beim Buchen von Ferienwohnungen empfehlen die Verbraucherschützerinnen und -schützer „besondere Vorsicht“. Also: Zeit nehmen und alle Inhalte lieber doppelt und dreifach prüfen.

Viele Urlauberinnen und Urlauber scheuen das Corona-Infektionsrisiko in Hotels. Ferienwohnungen sind deshalb besonders beliebt.

Um Betrugsversuche zu erkennen, solltest du außerdem bei diesen Punkten stutzig werden:

  • Die Miete ist ungewohnt günstig.
  • Es ist nur eine E-Mail-Adresse aufgeführt. Name, Anschrift und Telefonnummer des Vermieters oder der Vermieterin fehlen ebenso wie detaillierte Beschreibungen des Mietobjekts.
  • Der Anbieter oder die Anbieterin verlangt, dass die Kommunikation außerhalb des Immobilienportals stattfindet.
  • Der gesamte Mietpreis soll im Voraus überwiesen werden.
  • Bei Sofortzahlung wird ein Rabatt versprochen.
  • Die Zahlung soll per Überweisung oder über Bargeldtransferdienste wie Western Union oder Money Gram erfolgen.

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Darauf musst du bei der Buchung achten

So verlockend das Angebot auch ist: Sobald du zahlst, ist das Geld erst einmal weg. Deshalb solltest du beim Buchen und beim Bezahlen folgende Tipps des Verbraucherzentrums befolgen:

  • Meide Angebote, die zu schön sind, um wahr zu sein.
  • Bezahle nie den Gesamtpreis direkt im Voraus.
  • Gehe nicht auf Bargeldtransferdienste oder SEPA-Überweisung ein.
  • Bezahle besser per Kreditkarte oder Lastschrift – und wenn möglich, erst vor Ort in bar.
  • Mailverkehr und Bezahlung sollten ausschließlich über die Kanäle der Buchungsplattform stattfinden, so besteht ein Nachweis. Portale setzen dies auch voraus, wenn es im Betrugsfall um die Erstattung des Geldes geht.
  • Bei Skepsis: Anbieter oder Anbieterin telefonisch kontaktieren und um nähere Infos bitten.
  • Lies die Erfahrungsberichte anderer Nutzerinnen und Nutzer.
  • Prüfe die Anschrift der Ferienwohnung über Google Maps oder einen anderen Kartendienst. Befindet sich dort wirklich das angepriesene Mietobjekt? Können die Angaben stimmen?

Du wurdest betrogen? Sofort die Polizei einschalten!

Du witterst einen Betrugsversuch? Dann kannst du dir bei einer Verbraucherzentrale in deiner Nähe oder beim Europäischen Verbrauchernzentrum Deutschland Rat und Hilfe holen.

Wenn du Opfer eines Betruges wurdest, solltest du dich schnellstmöglich an die Polizei und den Portalbetreiber wenden und versuchen, dein Geld zurückzuholen. Deshalb rät das Verbraucherzentrum grundsätzlich zur Zahlung mit Kreditkarte: „Im Betrugsfall kann so das Geld von der Bank zurückverlangt werden.“