Der Flugverkehr war wegen der Corona-Pandemie lange Zeit am Boden. Jetzt aber ermöglichen immer mehr Länder die Einreise, mehr und mehr Menschen werden geimpft, die Infektionszahlen sinken und auch die Flieger starten wieder in Richtung der bebliebten Urlaubsziele.

Du möchtest im Sommerurlaub nicht aufs Fliegen verzichten, bist dir aber unsicher, mit so vielen Menschen auf engem Raum zu sitzen? Wir verraten, was zum Ansteckungsrisiko im Flugzeug bislang bekannt ist, und geben Tipps, wie du eine Infektion mit dem Coronavirus vermeidest und sicherer fliegst – von der Buchung bis zur Landung.

Fliegen trotz Corona – ist das überhaupt sicher?

Airlines und Reiseveranstalter beteuern häufig, dass das Fliegen in Zeiten von Corona sicher sei, und verweisen etwa auf ihre hochmodernen Belüftungssysteme. Gleichzeitig wird immer mal wieder bekannt, dass sich Flugreisende mit dem Virus angesteckt haben – beispielsweise wurden mehr als 40 Menschen nach einem Flug von Neu-Delhi nach Hongkong im April 2021 positiv getestet, darüber berichtete das RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Wie genau Coronaviren im Flugzeug übertragen werden, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt worden. Mittlerweile haben Forschende aber genauere Kenntnisse über das Infektionsrisiko an Bord und die Wirksamkeit verschiedener Hygiene-Maßnahmen. 

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Flug buchen und Check-in: Darauf solltest du in Corona-Zeiten achten

Weniger Mitreisende im Flugzeug bedeuten nicht nur, dass deine Chancen auf einen freien Sitzplatz neben deinem steigen. Es sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass jemand das Coronavirus mit an Bord bringt. Zudem lassen sich Abstände zu anderen Menschen besser einhalten, wenn das Flugzeug nicht proppenvoll ist. Es spricht also vieles dafür, eine weniger gefragte Flugzeit zu wählen. Als buchungsschwach gelten laut dem US-Reiseportal „Turbonews“ Flüge zwischen 7 und 8 Uhr, besonders voll sei es zwischen 10 und 11 Uhr. Flüge am Dienstag und Mittwoch seien außerdem am wenigsten gefragt.

Achte bei der Buchung auch darauf, dass du später am Flughafen möglichst kontaktlos unterwegs bist. Also: Online-Check-in, Ticket auf dem Smartphone und Gepäckabgabe am Drop-off-Schalter. An den Flughäfen in Frankfurt und München müssen manche Reisende bei den Kontrollen nicht einmal ihre Maske absetzen, wie die „Welt“ berichtet. Das sogenannte Biometrics-Verfahren ermögliche mittels biometrischer Gesichtserkennung, dass Fluggäste kontaktlos sämtliche Schranken bis zum Boarding nehmen können – allerdings ist es nur auf ausgewählten Flügen verfügbar sowie ausschließlich für registrierte Nutzerinnen und Nutzer des Miles-and-More-Programms.

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So findest du den besten Sitzplatz im Flugzeug

Eine Untersuchung der US-Seuchenschutzbehörde CDC und der Kansas State University hat ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit, an Bord eines Flugzeugs mit einem oder zwei Gängen mit dem Virus in Kontakt zu kommen, um bis zu 57 Prozent verringert werden könne, wenn die mittleren Sitzplätze frei bleiben. Bei manchen Airlines wie Lufthansa, Condor oder Eurowings kannst du den Nebensitz hinzubuchen. Dieser Service kostet zwischen 10 und 40 Euro, ist allerdings nicht immer verfügbar. In der Business Class bleibt der Mittelsitz garantiert frei.

Eine Flugbegleiterin und Passagiere tragen Masken an Bord eines Flugzeugs.

Wer im Flugzeug am Fenster sitzt, hat weniger Kontakte zu anderen Menschen als Reisende, deren Platz am Gang ist. Ein Forschungsteam der Emory University in Atlanta, Georgia, hat laut Angaben der „Welt“ herausgefunden, dass Menschen am Fensterplatz auf einem Flug mit durchschnittlich zwölf Personen in Kontakt kommen. Bei einem Platz am Gang seien es 64.

Reisen trotz Corona – die Regeln am Flughafen

Grundsätzlich solltest du an Flughäfen dieselben Regeln beachten wie auch sonst im öffentichen Raum: Abstand halten, Kontakte vermeiden, Mund-Nasen-Schutz tragen. An allen deutschen Flughäfen sowie in den Flugzeugen muss es mittlerweile eine medizinische OP- oder FFP2-Maske sein und keine aus Stoff.

Außerdem sollen Abstandsmarkierungen, Desinfektionsmittel oder Plexiglasscheiben an vielen Flughäfen den Schutz von Mitarbeitenden und Reisenden erhöhen. Die Betreiber setzen zudem bisweilen mehr Busse ein oder öffnen zusätzliche Bereiche, um die Menschenmassen zu entzerren. Stell dich außerdem darauf ein, dass am Flughafen zum Beispiel Fieber gemessen wird, Temperaturmessungen werden etwa bei Einreise in die Türkei vorgenommen.

Wie gut die Hygieneregeln am Airport umgesetzt werden, verrät dir etwa die „Airport Health Accreditation“. Dieses Siegel des internationalen Flughafenverbands Airports Council International (ACI) tragen etwa die Flughäfen Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.

So vermeidest du im Flugzeug eine Infektion mit dem Coronavirus 

Wer nicht krank werden möchte, sollte wissen, wo die meisten Erreger lauern. Im Flugzeug sind das eigentlich alle Oberflächen, die Passagierinnen und Passagiere berühren: Gurt, Klapptisch, Armlehne, Bildschirme, Knöpfe, sowie auf der Bordtoilette der Türgriff und der Wasserhahn. Du kannst diese Gegenstände mit Desinfektionstüchern abwischen. Außerdem solltest du dir, wenn möglich, die Hände waschen oder sie mit einem Handdesinfektionsmittel reinigen und dir nicht ins Gesicht fassen.

Fliegen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie. Auch Verbindungen in Risikogebiete werden angeboten. (Symbolfoto)

Fachleute raten außerdem dazu, die Maske möglichst während des gesamten Flugs zu tragen und deshalb zum Beispiel auf Mahlzeiten und Getränke zu verzichten oder diese möglichst schnell einzunehmen. „Wenn ein Passagier kurz seine Maske abnimmt, um zu essen oder zu trinken, sollten andere Passagiere in der Nähe ihre Masken aufbehalten“, heißt es in einem Bericht der Harvard-Universität, aus dem die „Deutsche Welle“ zitiert.

Auch auf der Bordtoilette solltest du deine Maske dem Bericht zufolge nicht ablegen, da du nicht wissen kannst, ob die Person vor dir eine getragen hat – und womöglich noch Aerosole in der Luft schweben. Für längere Flugreisen empfiehlt es sich, Masken zum Wechseln im Handgepäck mitzuführen.

In vielen Flugzeugen filtern Belüftungssysteme mit sogenannten Hepa-Filtern die Kabinenluft. Laut Fachleuten reduzieren sie zwar das Infektionsrisiko, schützen aber dennoch nicht vollständig davor, dass das Coronavirus sich über die Luft verbreiten kann. Reisende können einer Oxford-Studie zufolge die Ventilatoren über dem Sitz einschalten so dazu beitragen, dass die Luft besser zirkuliert.