Gemütlich oder anspruchsvoll, kurz oder lang, Nord oder Süd: Deutschland lässt sich auf vielen Radwegen „erfahren“. Besonders gefragt sind dabei die touristisch gut ausgeschilderten Radfernwege – wie der Elberadweg, der Weser-Radweg, der Ostseeküsten-Radweg, der Main-Radweg oder der Donau-Radweg.

Und weil Outdoor-Erlebnisse boomen, kann es entsprechend voll auf den beliebtesten Radwegen in Deutschland werden. Daher kommen hier fünf Vorschläge abseits der Hauptstrecken mit Infos zu Route, Sehenswertem, Länge und Anspruch.

1. Kraut und Rüben in der Pfalz

Die Pfalz ist bei Fahrrad-Touristen vor allem für die Riesling-Touren bekannt. Genussradler kommen aber ebenso auf dem „Kraut-und-Rüben-Radweg“ auf ihre Kosten, denn auf der Route von Bockenheim nach Schweigen-Rechtenbach an der französischen Grenze lockt so manche Gaumenfreude.

Ausblick an der Mosel.

Hier kannst du hautnah erleben, wie Landwirte ihre typisch regionalen Produkte anbauen und vermarkten. Probieren ausdrücklich erwünscht! Und bei einer ausgiebigen Pause kannst du dir natürlich auch traditionelle pfälzische Küche servieren lassen, zum Beispiel deftigen Saumagen. Auf die edlen Tropfen musst dabei natürlich nicht verzichten und kannst bei vielen Wein- und Sektmachern einkehren.

Reichlich Genuss gibt’s auch auf dem Fahrradsattel. Die Tour rückt die überraschend abwechslungsreichen Landschaften in den Mittelpunkt. Der Radweg führt an Weinbergen, Obstbäumen und an Tabak-, Sonnenblumen- und Gemüsefeldern entlang.

Aktuelle Deals

Die Route und alle Partnerhöfe sind mit Rübensymbolen ausgeschildert. GPS-Daten gibt’s auch zum Download für das Smartphone.

  • Länge der Strecke: 138 Kilometer
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
  • Höhenmeter: 404 Meter
  • Fahrbahn: Asphalt, Pflaster, loser Untergrund

2. Die Flamingo-Route im Münsterland

Ja, du hast richtig gelesen: Auf dieser Radtour in Nordrhein-Westfalen kannst du wilde Flamingos beobachten! Genauer: die nördlichste Flamingo-Brutkolonie in Europa.

Bis zu 50 der rosaroten Vögel machen von März bis Juli – manchmal sogar bis September – halt im Zwillbrocker Venn, einem Feuchtwiesengebiet im Münsterland nahe der holländischen Grenze.

Flamingo-Brut im Zwillbrocker Venn.

Die viertägige Rundtour beginnt und endet in Legden, dazwischen liegen alte Burgen, Wasserschlösser und Kirchen sowie Schutzgebiete mit Mooren und Heiden – Heimat für Libellen, blaue Moorfrösche und mehr als 60 Vogelarten.

Die exotischen Flamingos lassen sich von den Aussichtstürmen im Besucherzentrum der „Biologischen Station Zwillbrock“ prima bei der Brut beobachten.

Leider musst du die Etappe auf der niederländischen Seite des Naturschutzgebietes aufgrund der Corona-Regeln aktuell noch auslassen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

  • Länge der Strecke: 150 Kilometer
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Höhenmeter: 110 Meter
  • Fahrbahn: Asphalt, Schotter, loser Untergrund

3. Auf der Hopfenschleife durch Oberbayern

Das Rauschen der bayerischen Flüsse und Seen ist auf diesen Touren dein stetiger Begleiter. Fernab der bekannten Radrouten führen seit 2018 drei „Wasser-Radlwege“ durch die malerischen Berglandschaften Oberbayerns.

Radfahrer auf dem Chiemsee-Radweg.

Jede Tour hat ein regionales Thema:

Die „Salz-Schleife“ (360 Kilometer; Highlights: Salzgewinnung und -handel, Chiemsee, Bad Reichenhall, Burghausen) führt durch Inn-Salzach, Chiemgau und das Berchtesgadener Land.

Auf der Kunst-Schleife(330 Kilometer, Klöster, Kirchen, Museen, Weltkulturerbe) radelst du durch das Oberland zwischen München und Garmisch-Patenkirchen.

Und auf der Hopfen-Schleife (260 Kilometer; Braukunst, weltweit größtes Hopfen-Anbaugebiet, Schloss Nymphenburg, Leopoldineninsel) nördlich von München erkundest du den Ursprung des Bieres. Prosit!

Die Touren sind jeweils etwa 300 Kilometer lang und kreuzen sich in München. Der Einstieg ist jedoch überall möglich. Unterwegs kannst du in „Bett & Bike“-Häusern übernachten.

Die Tour ist ausgeschildert. Die Routenführung gibt’s auch zum Download. Du möchtest einen Teil abkürzen? Kein Problem: Fast alle Städte haben einen Bahnhof.

  • Länge der Strecke: insgesamt 1200 Kilometer (inklusive Querverbindungen)
  • Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll bis schwer
  • Höhenmeter: „Salz-Schleife“ 2410 Meter, „Kunst-Schleife“ 2470 Meter, „Hopfen-Schleife“ 1160 Meter
  • Fahrbahn: Asphalt, Schotter und loser Untergrund

4. Neusee(n)land in Sachsen

Das Neuseenland in Sachsen erinnert nicht nur sprachlich an das ferne Reise-Traumziel. Wie im Süden des Pazifik-Inselstaates lassen sich auch rund um Leipzig viele wunderschöne Seen mit dem Fahrrad erkunden.

Das See-Hopping führt dich vorbei an neun ehemaligen Braunkohle-Kratern, unter anderem zum Markkleeberger, Störmthaler, Zwenkauer und Hainer See. Ganz oben auf deiner Packliste sollten Badeklamotten stehen, denn der Verlockung einer Abkühlung im klaren Wasser wirst du kaum widerstehen können.

Romantik am Störmthaler See.

Unterwegs gibt es actionreiche Freizeitangebote, zum Beispiel Rafting im Kanupark Markkleeberg, Kitesurfen und die Achterbahnen im Freizeitpark Belantis.

Wer es ruhiger mag, besichtigt die schwimmende Kirche Vineta auf dem Störmthaler See, Bornas historische Altstadt oder das barocke Schloss Wiederau.

  • Länge der Strecke: 105 Kilometer
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
  • Höhenmeter: 232 Meter
  • Fahrbahn:überwiegend befestigte Wege

5. Schlemmertour in der Friesischen Karibik

Die malerischen Landschaften der Nordseeinsel Föhr lassen sich prima mit dem Fahrrad erkunden. Die „Eilun-Tour“ (plattdeutsch für Insel-Tour) führt einmal um das ganze Eiland, vorbei an allen Sehenswürdigkeiten und durch alle urigen Dörfer.

Der Einstieg in den familienfreundlichen Rundkurs in allen Orten möglich. Fahrräder und E-Bikes können vor Ort ausgeliehen werden.

Fahrrad-Pause auf Föhr.

Die Tour ist an einem Tag zu schaffen. Es lohnt sich aber, etwas mehr Zeit mitzubringen und in das Inselleben einzutauchen. Beim Zwischenstopp im Friesen-Museum in Wyk lernst du viel über die interessante Inselgeschichte, über den Walfang und über das älteste Insel-Haus von 1617.

Beim Halt an den insgesamt 15 Kilometer langen Stränden kannst du zwischendurch die Seele baumeln lassen und den Ausblick auf den Nationalpark genießen.

Für kleinere Etappen bieten sich fünf Themen-Routen an, zum Beispiel die „Schlemmerpartie“ (34 Kilometer) für Genießer, der „Kunstweg“ (21 Kilometer) für Kreative, die „Föhrer Zeitzeugen-Tour“ (22 Kilometer) für Hobby-Archäologen oder die „Klaar-Kiming-Tour“ (15 Kilometer) zu den besten Ausblick- und Beobachtungspunkten. Fernglas nicht vergessen!

Alle Tour-Routen gibt es zum Download für dein Smartphone.

  • Länge der Strecke: 42 Kilometer
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Höhenmeter: 10 Meter
  • Fahrbahn: Asphalt- und Schotterwege