Homeoffice ist seit Beginn der Corona-Pandemie weit verbreitet – und immer mehr Deutsche wollen auch nach Corona weiterhin zu Hause arbeiten. Wer dabei nicht ortsgebunden ist, kann sich weltweit an vielen Orten einmieten und loslegen. Zwei italienische Städte legen nun einen drauf: Sie übernehmen einen Teil der Miete.

Um dem Einwohnerschwund entgegenzuwirken, locken die malerischen Orte Santa Fiora in der Toskana und Rieti in Latium Menschen im Homeoffice mit Mietgutscheinen. Jeder, der nachweislich einen virtuellen Job hat und auf Zeit dorthin ziehen will, kann das Angebot in Anspruch nehmen.

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Homeoffice im Naturparadies: Santa Fiora lockt mit Mietgutscheinen

Das mittelalterliche Dorf Santa Fiora mit knapp 2500 Einwohnern ist dabei ideal für Menschen, die einen Teil des Jahres an einem ruhigen und entspannten Ort inmitten der Natur verbringen möchten. Denn es liegt im Herzen der Toskana, eingebettet in das Naturschutzgebiet Monte Amiata und in der Nähe des wunderschönen Tals Val D’Orcia. Gleichzeitig verfügt es über Highspeed-Internet und mehrere Arbeitsstationen, damit es attraktiv für digitale Nomaden, neue Bewohner und Unternehmen ist. 

Im Rahmen des „Smart-Village-Projekts“ übernimmt die Gemeinde bis zu 200 Euro oder 50 Prozent der Gesamtmiete für Langzeitaufenthalte zwischen zwei und sechs Monaten. Da die lokalen Mieten etwa zwischen 300 und 500 Euro monatlich liegen, könnten für digitale Nomaden die Gesamtkosten bei nur 150 Euro pro Monat liegen.

Santa Fiora übernimmt einen Teil deiner Miete, wenn du dorthin ziehst, um im Homeoffice zu arbeiten.

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Nachweis über Homeoffice und ein Mietvertrag reichen aus

„Das Ziel ist es, die Menschen zu motivieren, hierhin zu ziehen und virtuell zu arbeiten. Wir möchten, dass Santa Fiora zu ihrem flexiblen Büro wird“, wird Bürgermeister Federico Balocchi von „CNN“ zitiert. Ob nun Architektur, Design, Poesie, freiberufliche Berichterstattung oder Online-Kochkurse – der digitale Job müsse mit entsprechenden Dokumenten nachgewiesen werden. 

Um dann den Mietgutschein zu erhalten, müsse außerdem ein Mietnachweis mit den Vertragsdetails und der neuen Adresse an das Büro des Bürgermeisters gesendet werden. Denn die monatlichen Gutscheine dienen quasi als Teil-Erstattung des Mietpreises. 

Wer sich nun für ein gemütliches Steinhaus im historischen Zentrum oder eine kleine Villa in den umliegenden grünen Hügeln interessiert, kann sich umfassend über mögliche Unterkünfte auf der Website des Rathauses informieren. 

Homeoffice in Rieti – eine historische Stadt in der Nähe von Rom

Alternativ bietet die rund 80 Kilometer von Rom entfernte Stadt Rieti ein ähnliches Angebot an. Obwohl der Ort mit rund 50.000 Einwohnern eine der größten Städte in der Region Latium ist, wächst die Bevölkerung nicht. „Wir stecken irgendwie fest“, so der stellvertretende Bürgermeister Daniele Sinibaldi. „Junge Menschen ziehen immer noch auf der Suche nach Arbeit nach Rom. Deshalb suchen wir nach Menschen, die Rieti in ihr Büro verwandeln und unsere Stadt wiederbeleben.“

Dabei ist das Wohnangebot in Rieti noch attraktiver als in Santa Fiora. Denn während Digital-Nomaden in Santa Fiora nach sechs Monaten selbst für ihre Miete aufkommen müssen, können die Mietgutscheine in Rieti darüber hinaus verlängert werden. 

In Rieti verbinden schmale Gassen historische Bauten.

So funktioniert Homeoffice in Rieti für digitale Nomaden

Lediglich ein vorläufiger Mietvertrag sei erforderlich, um den Ball ins Rollen zu bringen, so Sinibaldi. Auch ein Mietvertrag in den nahe gelegenen ländlichen Gebieten, wo die Mieten im Vergleich zur Stadt niedriger seien, werde akzeptiert. Dort könne eine kleine Villa schon für 600 Euro gemietet werden. Angestellte müssten zudem ihren Homeoffice-Status mit einem Brief ihres Vorgesetzten bestätigen, Freiberufler könnten einfach eine Beschreibung ihrer beruflichen Tätigkeit bereitstellen.

Rieti selbst ist von schützenden mittelalterlichen Mauern und Türmen umgeben, die entlang des Flusses Velino stehen.  Die Stadt besticht mit einer Mischung aus Renaissance-, Barock- und moderner Architektur, in der monumentale Plätze und aristokratische Paläste durch malerische Gassen verbunden sind. Viele Wohnungen im historischen Zentrum verfügen außerdem über geheime Durchgänge zu unterirdischen Kammern, sodass digitale Nomaden nach der Arbeit geschichtlich durch die Zeit reisen können.