Das Felsklettern hat sich zur Trendsportart entwickelt. Eine Möglichkeit, wie auch Menschen ohne tiefgehende Bergsteigererfahrung ein solches Erlebnis haben können, sind Klettersteige – diese werden auch Via Ferrata genannt, im weitesten Sinn übersetzt Eisenweg. In den Fels verankerte Drahtseile, Leitern, Ketten, Klammern oder Eisenstifte helfen beim Aufstieg.

Die Skala bewegt sich von A = einfach bis E = sehr schwierig. Via Ferrata gibt es in vielen Ländern. Auch unsere Nachbarrepublik Tschechien bietet etliche an. Wir stellen drei vor.

Klettersteig Vodní brána in Semily im Böhmischen Paradies

Die Via Ferrata Vodní brána– übersetzt Wassertor - finden Reisende in der Stadt Semily im sogenannten Böhmischen Paradies. Die Mittelgebirgslandschaft im Norden der Republik zählt zu den beliebtesten Kletterregionen des Landes. Angelegt wurde der Steig am felsigen Ufer des Flusses Jizera, einem Nebenfluss der Elbe. Vom Parkplatz an der Straße U Tunelu aus führt ein vierminütiger Fußmarsch durch Teile des Naturschutzgebiets Údolí Jizery.

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Drei Steige in der Stadt Semily warten auf dich

Es gibt drei Steige mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Alle verfügen über ein Drahtseil als Aufstiegshilfe. Der leichteste ist die Via ferrata modrá trasa, die blaue Route (weitgehend Schwierigkeitsgrad B): Auf einer Strecke von 90 Metern überwinden die Kletterer 65 Höhenmeter, der Steig ist in beide Richtungen begehbar. Die rot gekennzeichnete Via ferrata červená trasa umfasst eine Länge von 110 Metern und 70 Höhenmetern. Sie hat den Schwierigkeitsgrad C+ und ist nur in eine Richtung kletterbar.

Wer oben angekommen ist, kann auf der blauen Route hinabsteigen oder auf einem Waldweg ins Tal zurückkehren. Genauso verhält es sich mit dem Abstieg nach der schweren Via ferrata fialová trasa, deren Start direkt am Fels oberhalb der Jizera liegt. Die violette Route (Grad D+/E) ist 220 Meter lang und überwindet 75 Meter Höhenunterschied.

Am Via Ferrata Vodní brána gibt es Klettersteige in drei Schwierigkeitsgraden – alles bieten ein Drahtseil als Aufstiegshilfe.

Das Benutzen der Steige ist kostenlos, erfolgt aber auf eigenes Risiko. Die Steige sollten ohne Hilfe nur von trainierten Kletterern genutzt werden. Neulinge können eine begleitete dreistündige Tour buchen. Der Preis inklusive Ausrüstung, Klettertraining und Erinnerungsfotos beträgt 60 Euro für die erste Person, jede weitere – vier sind maximal erlaubt – zahlt 20 Euro.

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Klettersteig-Park Pastýřská stena in Děčín in der Böhmischen Schweiz

Nahe der sächsischen Grenze finden Reisende nördlich der 48.000-Einwohner-Stadt Děčín den tschechischen Teil des Elbsandsteingebirges – und dort nicht nur einen Klettersteig, sondern einen ganzen Via-Ferrata-Park. Unter dem Namen Pastýřská stena, übersetzt Schäferwand, entstand das Areal im Jahr 2014 direkt am Elbufer gegenüber dem Děčíner Schloss.

In der Stadt Děčín findest du 16 Klettersteige

Die 16 Klettersteige tragen Namen wie Cesta do nebíčka (Weg in den Himmel), Hladový poutník (Hungriger Wanderer), Karlův most (Karlsbrücke), aber auch englische Bezeichnungen wie Adrenalin Challenge. Die Schwierigkeitsgrade rangieren von A/B bis E. Die Benutzung der Klettersteige ist kostenlos, manche sind nach Auskunft der Anbieter sogar für sportbegabte Kinder zu schaffen. Grundvoraussetzung ist wie bei allen Via Ferrata körperliche Fitness.

Der Via-Ferrata-Park Pastýřská stena, also Schäferwand, befindet sich am Elbeufer gegenüber dem Děčíner Schloss.

Vor dem Besuch wird empfohlen, sich über die verschiedenen Steige zu informieren, um den geeigneten zu finden. Wer hochklettert, muss damit leben, hinunter zu laufen: Der Abstieg erfolgt auf markierten Touristenwegen. Da die Felsen der Schäferwand aus Sandstein bestehen, darf nicht bei Regen geklettert werden. Die für Klettertouren obligatorische Ausrüstung kann vor Ort geliehen werden. Wer sich unsicher fühlt, ob er den Aufstieg allein bewältigen kann, kann bei örtlichen Anbietern angeleitete Klettertouren buchen.

Via Ferrata Luzicka Spojka in Ústí nad Labem in der Böhmischen Schweiz

An der Stadt Ústí nad Labem kommen Reisende zwangsläufig vorbei, sofern sie über die Autobahn von Dresden in Richtung Prag fahren. Die 93.000-Einwohner-Stadt liegt eine knappe Stunde von der sächsischen Landeshauptstadt entfernt direkt an der Elbe. Das Elbufer rund um Ústí ist von Felsen geprägt.

Die Via Ferrata Luzicka spojka – übersetzt so viel wie Lausitzer Abkürzung – befindet sich am südlichen Stadtrand. Dieser Bereich gehört zum České Středohoří, dem Böhmischen Mittelgebirge. Ein Berghang trennt den Klettersteig auf einem Felsen in den Wäldern oberhalb des Ústí-Ortsteils Vaňov vom Fluss.

Die Via Ferrata Luzicka spojka befindet sich am südlichen Stadtrand von Ústí nad Labem.

Via Ferrata Luzicka Spojka ist nichts für Anfänger

Man erreicht den Einstieg über die örtliche Straße Nummer 25840, wenn man über das Dorf Podlešín in Richtung Südosten fährt (Adresse: 400 01 Ústí nad Labem-město). Der Weg zum Aufstieg wird von Kletterern als „zunächst harmlos wirkend“, aber dann recht schnell als steil beschrieben. Als Sicherung wird auch hier ein Drahtseil angeboten.

Ein örtlicher Veranstalter von Klettertouren vergleicht die Via Ferrata Luzicka spojka mit einem alpinen Klettersteig – sie ist also eher nicht für Anfänger geeignet.

Die Via Ferrata Luzicka Spojka ist nichts für Anfänger, ein örtlicher Veranstalter vergleicht den Aufstieg mit einem alpinen Klettersteig. Auch lockere Steine müssen beim Klettern einkalkuliert werden. Der Schwierigkeitsgrad wird mit C angegeben. Gleichzeitig wird eingeräumt, dass die Route aufgrund der kurzen Kletterdistanz – auf einer Strecke von 60 Metern werden „nur“ 40 Höhenmeter überwunden – in puncto Anforderung als unter Umständen leichter beschrieben wird als sie wirklich ist.