Genauer gesagt geht es auf die Bundesstraße 27 und fast wieder aus Gieboldehausen heraus: Vor der Kreuzung mit der Tankstelle in Richtung Herzberg biegen wir nach links ab. Nicht jedoch, um es uns auf dem dortigen Grillplatz bei Wurst und Stockbrot gemütlich zu machen, sondern, um unsere heutige Wanderung anzutreten.

„Am Backofen“ im Hainbuchenwald

Zum Warmwerden nach monatelanger Quer-durch-Abstinenz unternehmen wir einen Ausflug zu Charakterköpfen aus der Region. Mindestens 45 Minuten sollten Spaziergänger für den Rundgang einplanen – je nach Fantasie kann die rund zweieinhalb Kilometer kurze Strecke aber auch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Denn: Entlang des Weges schauen 1800 Gesichter in die Luft - jedenfalls, wenn man sie unter den lustigen Frisuren der Kopfhainbuchen sehen möchte. Muntere Trolle, pausbäckige Zwerge, knorrige Magier – mit ein bisschen Vorstellungskraft lassen sich die tollsten Figuren entdecken. Was für ein Spaß für Kinder!

Muntere Trolle, pausbäckige Zwerge, knorrige Magier – es braucht nur etwas Fantasie!

Denn auch die Jüngsten sollten die Rundtour am Hopfenberg bereits bewältigen können. Zugleich lernen sie etwas über die die Niederwald-Wirtschaftsweise unserer Vorfahren. Was es damit auf sich hat? Am nördlichen Ortsrand Gieboldehausens war das Waldstück einst angelegt worden, um an wichtiges Brennholz zu gelangen. Das war Mangelware - ebenso wie Platz für die vielen kleinen landwirtschaftlichen Betriebe und Huteflächen für das Vieh. Die Niederwaldwirtschaft bot eine Lösung: Hainbuchen wurden nicht unten, sondern in etwa zwei Metern Höhe geschnitten, sodass unter den Bäumen das Vieh weiden konnte, ohne den Jungaustrieb wegzuknabbern. Durch den Beschnitt erhalten die Bäume ihr ungewöhnliches Aussehen.

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Dank des Engagements von Landschaftspflegeverband und Realgemeinde besteht die acht Hektar große Fläche noch heute - und die Bäume liefern nach wie vor Brennholz. Sie bieten höhlenbrütenden Vögeln, Säugetieren und Insekten einen Lebensraum - und Spaziergängern einen Erholungsraum für Kopf und Herz.

Das sind die Eckdaten:

  • Länge: 2,5 Km
  • Dauer: 1 Stunde

Tipps:

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Baumpark Rüdershausen

Wer gar nicht genug bekommen kann vom Baum-Gucken, der dürfte im Baumpark Rüdershausen gut aufgehoben sein. Dort werden die "Bäume des Jahres" gezeigt - und erklärt. Das macht den erholsamen Ort besonders attraktiv für Familien. Wanderungen und Radtouren in der Umgebung bieten sich an. Der Baumpark befindet sich am Ende der Straße zwischen Hilkerode und Rüdershausen und ist ausgeschildert.

Der Baumpark von Rüdershausen

Stadtwall Duderstadt

Deutlich mehr als eine Ansammlung von Bäumen an einem Weg ist der Stadtwall in Duderstadt. Von dort aus bieten sich Blicke in liebevoll gestaltete und verwilderte Gärten, teils mit dekorativen Überraschungen gespickt. Zugleich lassen sich die rückseitigen Fronten von Fachwerkgebäuden sehen und die Türme der Stadt - ein ökologischer Stadtrundgang im Wortsinn quasi. Und ein historischer. Denn die Wallanlage diente ursprünglich der Verteidigung, wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und später wieder aufgebaut. Die heutige Flaniermeile wurde im 18. Jahrhundert aufgebaut und unter anderem mit Linden und Kastanien bestückt.

Naturdenkmale im Landkreis Göttingen

Die einen sind von großem wissenschaftlichem Wert, die andere besonders selten. Manche haben heimatkundliche Bedeutung, andere sind einfach besonders schön – Naturdenkmale. 

Naturdenkmal Rüdershausen

70 gibt es davon laut Kreisverwaltung im Landkreis Göttingen, eine Liste kannst du hier herunterladen – von der Ramsoleiche in Adelebsen bis zu den Eichen auf dem Wißmannshof in Staufenberg. Im Bild: Linden am Kreuz in Rüdershausen.