Die unendliche Weite des Universums zieht wohl jeden und jede in seinen Bann: Die Milchstraße mit ihren mehr als 100 Milliarden Sternen und Planeten funkelt nachts. Und mit etwas Glück ist sogar die ein oder andere Sternschnuppe zu sehen. Ganz besonders gut geht das im Sommer zwischen Mitte Juni und Mitte August – wenn die Perseiden, einer der größten Sternschnuppenschwärme, über das Firmament ziehen. Zudem versprechen sogenannte Sternenparks einen guten Blick auf die Sterne.

Hier hast du die beste Sicht auf die Sterne

 

Die beste Sicht auf Sterne und Sternschnuppen hast du in einigen ausgewählten Landstrichen in Deutschlands Sternenparks. Diese werden von der „International Dark Sky Community“ ausgewiesen. Dafür müssen sie einige Ansprüche erfüllen – hauptsächlich geht es um die Beleuchtung des Ortes beziehungsweise die sogenannte Lichtverschmutzung. Damit diese sternenparkkonform ist, wird auf die Lichtstärke und die Licht-Temperatur geachtet.

Die Hauptziele der Sternenparks sind der Schutz der menschlichen Gesundheit durch besseren Schlaf, ebenso der Schutz der nachtaktiven Tier- und Pflanzenwelt, aber natürlich auch das Einsparen von Energie, Ressourcen und nicht zuletzt des Geldes. Somit tragen die Sternenparks auch zum Klimaschutz bei.

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1. Sternenpark Westhavelland in Brandenburg

In Brandenburg leuchtet es besonders schön: Zum Sternenpark Westhavelland gehören das Gebiet des Naturparks Westhavelland und die Gemeinde Schollene in Sachsen-Anhalt. Das Naturschutzgebiet ist fast überall frei zugänglich. Das Areal, mit seinen 1380 Quadratkilometern, kannst du also unanbhängig von Öffnungszeiten und Eintrittsgebühren besuchen.

Im Norden des Gebietes ist es besonders dunkel – hier gibt es wenig Anwohnerinnen und Anwohner oder größere Ortschaften. Die Sterne funkeln dort also besonders schön.

Dieser Sternenpark war übrigens der erste in ganz Deutschland – seit dem 12. Februar 2014 erfreuen sich Sternen-Fans und Hobbyastronomen und -astronominnen über den Schutz der natürlichen Dunkelheit und natürlich das beeindruckende Naturspektakel. Hier gibt es neun Beobachtungsplätze, von denen aus du die Sterne beobachten kannst.

2. Sternenpark Nationalpark Eifel in NRW

In der Eifel befindet sich der Sternenpark Nationalpark Eifel. Auf 110 Quadratkilometern kannst du hier den Blick in die Sterne genießen. Das Ungewöhnliche: Eigentlich ist Nordrhein-Westfalen dicht besiedelt, hier gibt es helle Städte und sogar einen Flughafen. Trotzdem gibt es hier, insbesondere am Südrand des Gebietes, dunkle Plätze, die sich hervorragend eignen, um außergewöhnliche Einblicke zu bekommen.

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In der Nähe ist die Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“ ansässig – hier werden Sternenwanderungen angeboten. Fünf Beobachtungsplätze wurden bisher ausgewiesen, weitere sollen demnächst innerhalb der Initiative „Unterm Sternenzelt – Eifel bei Nacht“ folgen.

3. Sternwarte Sankt Andreasberg im Harz

Vor langer Zeit, in der frühen Bronzezeit, galt der Brocken im Harz als Beobachtungspunkt für den Nachthimmel: Das besagt die sogenannte Scheibe von Nebra – die älteste konkrete Himmelsabbildung der Welt. Doch dann kam das künstliche Licht. Heute ist es dort eigentlich viel zu hell. Eine Ausnahme ist die Sternwarte Sankt Andreasberg, besonders das Außengelände am Rehberg ermöglicht einen gigantischen Blick in die Ferne.

Besucherinnen und Besucher der Sternwarte können sich in Planetariumsprojektionen über Sterne, Kometen oder den Mond schlau machen. Für Sehbehinderte gibt es eine audio-taktile Himmelsscheibe, die Wissen über Tasten und Fühlen vermittelt.

4. Sternenpark Biosphärenreservat Rhön

Mitten in Deutschland, im Dreiländereck Thüringen, Hessen, Bayern, findest du den Sternenpark Biosphärenreservat Rhön. Einige Dörfer befinden sich hier in Tälern, die neben den sechs ausgewiesenen Plätzen ebenfalls imposante Blicke ins Universum bieten.

Geplant sind weitere Schauplätze, von denen aus du mit Liege, Infotafel und einer beweglichen Sternenkarte in die Ferne schweifen kannst. Bei der Volkshochschule Fulda gibt es außerdem ganzjährige Führungen – individiuelle Touren bieten die Sternenführerinnen und Sternenführer des Vereins Sternenpark Rhön an. Fulda hat in der Vergangenheit übrigens einige Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung ergriffen und darf sich jetzt „erste Sternenstadt Deutschlands“ nennen.

5. Sternenpark Winklmoosalm in Bayern

Der Sternenpark Winklmoosalm bei Reit im Winkl ist dafür berühmt, den Besucherinnen und Besuchern in klaren Nächten bis zu 6000 Sterne zu präsentieren. Auch die Milchstraße kannst du im Sommer und im Herbst gut erkennen. Vom charmanten Almgebiet in den 1200 Meter hohen Chiemgauer Alpen aus bietet der Astronom und Physiker Manuel Philipp in den Monaten von Mai bis November spezielle Touren an und führt die Besucher in die Welt der Sterne ein.

Wenn du dich lieber auf eigene Faust ins Nachtleben begeben willst, bietet der etwa 40 Kilometer entfernte Höhenrücken Ratzinger Höhe am Chiemsee eine gute Alternative. Hier gibt es drei Sternenliegen auf der Alm, von denen aus du wunderbar den Himmel beobachten kannst.

6. Sternenpark Insel Pellworm

Die Insel Pellworm in Schleswig-Holstein gilt tatsächlich als einer der dunkelsten Orte Deutschlands – sie ist also eigentlich prädestiniert zum Sternegucken. Und seit dem 30. August 2021 Insel in der Nordsee auch zertifizierte Sternenkommune.

Leuchtturm auf der Insel Pellworm – einem der dunkelsten Orte in Deutschland.

Um die Anforderungen der Dark Sky Association zu erfüllen, musste Pellworm einige Maßnahmen umsetzen und zum Beispiel noch an seiner Straßenbeleuchtung arbeiten – die war für die Zertifizierung zunächst zu hell. Nach 22 Uhr heißt es auf der Insel deshalb, ähnlich wie in vielen Jugendherbergen: Licht aus! Dann sind die Laternen draußen dunkel und der Blick auf die Sterne schon jetzt ein echtes Naturspektakel.

7. Sternenpark Insel Spiekeroog

Auch die Nordsee-Insel Spiekeroog darf sich seit dem 30. August offiziell Sterneninsel nennen. Genau wie Pellworm hätte sich auch Spiekeroog beispielhaft für den Schutz der Nacht durch entsprechende Beleuchtung eingesetzt und bemühe sich, die nächtliche Umwelt zu schützen, hieß es in der Begründung der Dark Sky Association.

Dünen und blauer Himmel vor Nordsee, Spiekeroog, Ostfriesische Inseln, Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland, Europa *** Dunes and blue sky in front of North Sea Spiekeroog Ostfriesische Inseln Ostfriesland Lower Saxony Germany Europe Copyright: imageBROKER/DanielxSchoenen ibxdjs04661540.jpg Bitte beachten Sie die gesetzlichen Bestimmungen des deutschen Urheberrechtes hinsichtlich der Namensnennung des Fotografen im direkten Umfeld der Veröffentlichung!imago/imagebroker

Aktuell arbeiten außerdem der Pfälzer Wald und die Schwäbische Alb daran, eine Infrastruktur mit Plätzen zum Sternegucken und allem, was dazugehört, wie zum Beispiel Pfade oder spezielle Hotels, zu schaffen.