Für viele Menschen steht eine Dänemark-Reise ganz im Zeichen vom Strandurlaub. Doch das Königreich mit seinen 5,8 Millionen Einwohnern hat für Familien mit Kindern und Jugendlichen noch einiges mehr im Angebot – etwa etliche Freizeit- und Erlebnisparks mit klassischen Fahrgeschäften, aber auch innovativen Themenschwerpunkten. Wir stellen einige Angebote vor.

Tivoli in Kopenhagen

Mitten in Kopenhagen finden Urlauber den zweitältesten Vergnügungspark der Welt: Der Tivoli, der sich zwischen Rathausplatz und dem Hauptbahnhof auf einer Fläche von mehr als acht Hektar erstreckt, existiert seit 1843. Angeblich diente er Walt Disney als Disneyland-Blaupause.

Der Park ist eine Mischung aus Rummelplatz, Themen- und Landschaftspark, dazu gibt es Kultur- und Musikaufführungen. Zentrale Figuren sind ein pantomimischer Pierrotclown und die Tivoligarde – die jungen Musiker marschieren als Wachsoldaten kostümiert mit rot-weißer Uniform und Bärenfellmütze durch den Park. Zu den 40 Fahrgeschäften zählen Looping- und Achterbahnen und ein Freifalltower, es gibt aber auch nostalgischere Angebote wie Autoscooter und Drachenboote sowie eines der höchsten Kettenkarussells der Welt. Berühmt ist der Tivoli für seine üppige Abendillumination.

Eine rasante Fahrt mit dem Odinexpressen im Tivoli mögen nicht nur die Kinder.

Die Hauptsaison ist von Mitte April bis Ende September, vor Weihnachten, zu Ostern und Halloween öffnet er seine Pforten für besondere Aktionen. Der Eintritt kostet für alle ab acht Jahre umgerechnet etwa 18 Euro, für Drei- bis Siebenjährige etwa 8 Euro.

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Legoland/Lego House, Billund

Die Stadt Billund in Südwestjütland ist die Geburtsstätte der Legosteine. Tischler Ole Kirk Christiansen gründete hier 1932 die heute weltberühmte Firma – der Name war eine Abkürzung für das dänische leg godt, übersetzt so viel wie gut spielen. Zunächst stellte Christiansen Holzspielzeug her, 1949 erfand er die Automatic Binding Bricks. In den Sechzigerjahren zog es jährlich 20.000 Menschen in eine Miniwelten-Ausstellung im Billunder Werk – zu viel für die Produktion; so entstand die Idee, das Miniland umzusiedeln.

Das Miniland mit berühmten Sehenswürdigkeiten im Kleinformat ist für viele der große Höhepunkt des Legolands in Billund.

Heute ist das 1968 eröffnete Legoland ein Freizeitpark mit Fahrgeschäften und 4-D-Kino, zwei Hotels in Lego-Optik und ein Urlaubsdorf. Herzstück des Resorts ist weiter das Miniland: Berühmte Sehenswürdigkeiten wurden mit Legosteinen nachgebaut. Mehr als 60 Millionen Klötzchen stecken im gesamten Resort.

Langlebig: Im Lego House in Billund steht auch ein Baum aus Legosteinen.

Seit 2017 steht in Billund zudem das Lego House – das 12.000 Quadratmeter große futuristisch-bunte Gebäude bietet Themenwelten und Mitmachbereiche, die die Idee und Geschichte hinter dem Kultbaustein beleuchten sollen. Etwa 25 Millionen Legosteine wurden hier verbaut. Ein Familienticket im Legoland kostet etwa 44 Euro, das Lego House verlangt etwa 30 Euro Eintritt pro Person.

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Freilichtmuseum Den Gamle By, Aarhus

Im Freilichtmuseum Den Gamle By – übersetzt die alte Stadt – in Aarhus können Besucher auf Zeitreise gehen: Hier wird die städtische Kultur und Gesellschaft verschiedener Jahrhunderte lebendig. Mehr als 75 historische Häuser aus ganz Dänemark wurden hier wieder aufgebaut.

Im Freilichtmuseum Den Gamle By spazierst du durch historisch anmutende Stadtviertel.

Die Besucher spazieren durch eine dänische Stadt mit Straßen, Geschäften, Werkstätten, Wohnhäusern und Hinterhöfen und lernen das Leben der Menschen zwischen dem 15. und dem späten 18. Jahrhundert kennen. Der Nachbarstadtteil entführt Besucher in die Zwanzigerjahre; gepflasterte Wege, elektrische Straßenlaternen und mehrere Geschäfte, etwa ein Autohändler, veranschaulichen die Industrialisierung. Das dritte Viertel wirkt wie eine dänische Stadt in den Siebzigerjahren, in der die Gesellschaft alte Konventionen verwarf, sich das Leben der Frauen radikal veränderte und zahlreiche Kommunen entstanden.

Darsteller in historischer Kleidung sorgen im Freilichtmuseum Den Gamle By dafür, dass es den Besuchern nicht schwerfällt, sich vorzukommen wie in einer längst vergangenen Zeit.

Alle Museumsgebäude dürfen von innen erkundet werden, Darsteller in historisch passender Kleidung spielen den jeweiligen damaligen Alltag und vermitteln Besuchern so das Gefühl, dabei zu sein. Das Museum ist ganzjährig geöffnet, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre kommen gratis hinein. Erwachsene zahlen umgerechnet gut 10 Euro.

Experimentarium, Gentofte-Hellerup

Alles anfassen und ausprobieren lassen und Spaß an Naturwissenschaft und Technik vermitteln: Das ist die Mission des 1991 auf dem Gelände der ehemaligen Tuborg-Brauerei in Hellerup eröffneten Experimentariums. Besonders Kinder und Jugendliche sollen in dem gemeinnützig arbeitenden Wissenschaftszentrum auf spielerische Art und Weise Zusammenhänge erfassen.

Das Experimentarium will Spaß an Naturwissenschaft und Technik vermitteln – zum Beispiel im Lyslabyrinten.

Die Einrichtung bietet 18 sogenannte Experiences aus verschiedenen Bereichen der Mathematik, Physik, Chemie und Biologie. Diese tragen Namen wie The Tunnel of Senses, Construction Site, The Labyrinth of Light, Circus Physicus oder auch The Bubblearium. Zu den Attraktionen zählen ein interaktives Filmtheater, in dem jeder Besucher plötzlich Teil des Films wird, und der Bereich The Port: Hier werden die wissenschaftlichen und technischen Zusammenhänge eines globalisierten Welthandels am Beispiel der Schifffahrt nachvollziehbar.

Bei jeder Attraktion im Experimentarium ist anfassen und mitmachen ausdrücklich erwünscht.

Eine überdimensionale Murmelbahn verdeutlich die komplizierte Logistik, die notwendig ist, um Waren per Schiff von und nach Dänemark zu bringen. Im Zentrum stehen ein großer Schiffsnachbau, von dem aus die kleinen und großen Forscher per Videoleinwand einen Blick auf den offenen Nordatlantik werfen und einen ausgewachsenen Sturm auf See erfahren können.

Djurs Sommerland, Nimtofte

Das 1981 gegründete Djurs Sommerland ist ein Sommerfreizeitpark. Geöffnet ist er von Ende April bis Ende Oktober. Er liegt in der Nähe von Nimtofte auf der ostjütländischen Halbinsel Djursland und zählt zu den beliebtesten Touristenattraktionen des Landes. 2019 kamen 780.000 Besucher.

Im Djurs Sommerland gibt es insgesamt 60 Fahrgeschäfte – viele Möglichkeiten zum Spaßhaben.

Der Park ist in neun Themengebiete gegliedert – auf einer Fläche von etwa 70 Fußballfeldern gibt es unter anderem ein Piraten- und ein Wikingerland, ein Bauernhofland, ein Western- und ein Mexikoland sowie den Themenbereich Wild Asia. Zu den 60 Fahrgeschäften gehören mehrere Achterbahnen, etwa die 30 Meter hohe und 85 Stundenkilometer schnelle Hängeachterbahn Dragekongen – nach Parkangaben die schnellste und längste ihrer Art in Europa. Aber auch für kleinere Kinder und Menschen mit weniger Freude am Nervenkitzel gibt es Angebote.

Zu Djurs Sommerland gehört auch ein großer Aquapark.

Zum Djurs Sommerland zählt darüber hinaus ein großer Aquapark. Pro Besucher ab drei Jahre beträgt der Eintritt 280 dänische Kronen, umgerechnet knapp 38 Euro. Jüngere Kinder kommen gratis hinein.

Lalandia Aquadome, Rødby

Der Lalandia Aquadome im Ort Rødby ist Teil eines Ferienparks und liegt nur drei Kilometer vom Fährhafen Rødbyhavn entfernt an der Südwestküste der Insel Lolland. Der Wasserpark bietet auf einer Fläche von 7400 Quadratmetern bei tropischen Luft- und Wassertemperaturen zahlreiche Attraktionen.

Herzstück ist der Water Playground mit fünf Wasserrutschen. Spektakuläre Rutschpartien bietet unter anderem der Tornado – bis zu vier Personen kreiseln in Schwimmringen durch einen überdimensionalen Trichter in die Tiefe. Spaß bereiten vor allem Kindern die Wasserkanonen und ein großer Wassereimer oberhalb der Köpfe, der sich ohne Vorwarnung über die Besucher ergießt. Auch ein Wellenbecken und ein beheiztes Außenbecken gehören zum Angebot, für Kinder bis zu fünf Jahre wurde eine ruhigere Kids Area mit Planschbecken, Rutsche und Wasserspielen eingerichtet.

Rutschen, Wasserspiele und ein Wellenbecken: Im Lalandia Aquadome sorgen viele Attraktionen dafür, dass es nicht so schnell langweilig wird.

Entspannung finden die Besucher im tropisch dekorierten Grottenbecken sowie im Strömungsbecken. Wellness mit Blick über die Ostsee Richtung Deutschland – Rødbyhavn wird von Fehmarn aus per Fähre angesteuert – bietet eine Panoramasauna. Tageskarten kosten umgerechnet knapp 35 Euro für Erwachsene, 28 Euro für alle bis zwölf Jahre. Kinder bis zu drei Jahre kommen kostenlos hinein.