Auch wer spontane Last-Minute-Buchungen liebt, kommt im Moment nicht auf seine Kosten. Wie wäre es also, über eine Reise nachzudenken, die ohnehin lange im Voraus organisiert werden muss. Pandemie hin oder her.

Bei vielen Reisen bedarf es nämlich einiger Planung: Da spielen Faktoren wie Verfügbarkeit oder Komplexität der Reiseroute eine entscheidende Rolle.

An manchen Orten gelten strenge Zugangsbeschränkungen, andere sind an Veranstaltungen geknüpft, die nur einmal im Jahr stattfinden, oder du willst ganz einfach mit einer Gruppe reisen, deren Termine alle unter einen Sonnenhut passen müssen.

Solche Unternehmungen brauchen Zeit – und, hey: Die haben wir doch gerade! Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist es, dass wir so ganz lange etwas von der großen Vorfreude haben. Acht solcher Traumreisen, die sicher zur Kategorie „once in a lifetime“ zählen, haben wir hier zusammengestellt.

1. Spektakuläre Safari in der Serengeti

Es ist jedes Jahr ein besonderes Schauspiel: die große Tierwanderung, wenn Millionen von Zebras, Gnus und andere Herdentiere von der Serengeti in Tansania in die Masai Mara in Kenia ziehen. Sie sind auf der Suche nach Leben spendenden Grünflächen und den begehrten Wasserquellen. Wer das als „great migration“ bekannte einzigartige Naturschauspiel einmal gesehen hat, vergisst es nie wieder.

Auf großer Wanderung: Weissbartgnus in der Serengeti in Tansania

Weil mehr als eine Million Zuschauer die große Gnuwanderung jedes Jahr hautnah erleben wollen, die schönsten Camps oft aber nur eine Handvoll Betten zur Verfügung haben, sollte man unbedingt rechtzeitig anfangen zu planen.

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Die Wanderung beginnt im Februar/März im südlichen Teil der Serengeti, wenn die Gnus ihre Kälber gebären. Von April bis Juli wandern sie nach Nordwesten. Um in die Masai Mara und zum frischen Gras in Kenia zu gelangen, müssen sie den Fluss Mara überqueren, was als Höhepunkt der Reise gilt. Danach geht es im November und Dezember zurück gen Süden.

Die beste Reisezeit, um die südliche Serengeti zu besuchen, sind Dezember bis März. Juli bis Oktober sind ideal für eine Reise in den nördlichen Teil und die Masai Mara. Juli und August sind die besten Monate, um die aufregende Flussüberquerung zu beobachten.

2. Besteigung des Kilimandscharo

Es gibt ein paar epische Gipfel auf der Welt. Und dazu gehört neben dem Mount Everest, auf dessen Besteigung man sich vermutlich ein ganzes Leben vorbereiten könnte, der Kilimandscharo in Tansania. Seinen Gipfel zu erklimmen ist dagegen ein durchaus zu bewältigendes Abenteuer. 

Er ist der höchste Berg in Afrika: der Kilimandscharo

Experten empfehlen aber dennoch, sich gut vorzubereiten. Etwa ein halbes Jahr vorher solltest du mit dem Training beginnen. Die körperliche Fitness, die dein Herz in Schwung bringen soll und deine Muskeln vorbereitet, trainierst du am besten beim Laufen, Radfahren und Schwimmen. Außerdem ist es wichtig, sich auf die Höhe vorzubereiten – am besten, indem man sich vorab viel in hohen Gebieten aufhält. 

Doch körperliche Fitness allein reicht nicht aus, wenn du den fast 6000 Meter hohen Berg erklimmen willst: Auch die mentale Ausdauer spielt eine wichtige Rolle. Um die psychische Fitness zu steigern, solltest du schon zu Hause immer mal wieder Läufe absolvieren, die dich an und über deine Grenzen bringen. So lernst du, deine mentale Reserve zu aktivieren.

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3. Polarlichter sehen in Island

Nach Island reist du wegen der Blauen Lagune, der schwarzen Sandstrände, wegen der coolen Hauptstadt Reykjavik – und natürlich wegen der einzigartig-fantastischen Polarlichter. Diese zu sehen bedarf allerdings guter Planung. Zum einen willst du das Schauspiel sicher nicht mit zahllosen anderen Reisegruppen erleben. Die isländische Regierung überdenkt daher gerade die Möglichkeiten, den Overtourism zu bändigen.

Polarlichter leuchten über dem Nachthimmel von Island.

Zum anderen ist das Zeitfenster, um das Nordlicht zu sehen, ziemllich klein. Im Sommer geht die Sonne knapp unterhalb des nördlichen Polarkreises ja nicht wirklich unter, daher eignen sich die Monate von November bis Februar am besten. Doch auch wer dazwischen auf der Insel ist, sollte unbedingt die Augen offen halten. 

Aber was passiert da eigentlich genau? Nordlichter entstehen, wenn Solarpartikel der Sonne in das Magnetfeld der Erde eintreten und ionisieren. Dann erscheinen uns diese Teilchen als tanzende Lichter am Nachthimmel. Meist sind sie grün, sie können aber auch lila, pink, orange oder blau erscheinen. Die besten Orte, um die Nordlichter zu erspähen, sind neben Island zum Beispiel auch Finnland und Nordkanada, Alaska und Nordschweden.

4. Sonne (fast) ohne Ende auf den Färöern

Zwischen Island und Norwegen liegen die Färöer als abgelegenes Territorium Dänemarks im Nordatlantik. Die 18 Inseln sind so wunderschön und beliebt bei den Touristen, dass die Regierung die Besucherzahlen zu manchen Zeiten begrenzt. Sie will sicherstellen, dass die Natur intakt bleibt.  

Eine kleine Siedlung auf den Faröer Inseln im Sonnenuntergang.

„Die Färöer sind einer der am wenigsten zerstörten und verschmutzten Orte auf diesem Planeten und wir wollen sicherstellen, dass unsere grünen Inseln auch so bleiben“, heißt es auf der Internetseite des Tourismusverbandes. Wer dramatische Landschaften und einen wilden Ozean sucht, seltene Tiere und eine beeindruckende Bergwelt ist auf den Faröern richtig. Und das Beste: Im Sommer geht die Sonne fast nicht unter – 20 Stunden lang.

5. Nach Bhutan zu Buddha

Nach Bhutan kannst du im Grunde nur mit einem Reiseveranstalter reisen. Diese bieten zwar auch individuelle Gruppen-Reisen für dich und deine Reisebegleitung an, aber Backpacking in Bhutan geht nicht wirklich. Außerdem gibt es eine Tourismusabgabe in Höhe von rund 250 US-Dollar pro Tag.

Die Chorten liegen auf einer Hügelkuppe am Dochula Pass und symbolisieren Buddhas allgegenwärtiges Bewusstsein.

Dennoch lohnt sich eine Reise ins „Königreich des Glücks“, wie sich Bhutan selbst gern nennt, und sie gehört sicher zu den großartigsten Reise-Erlebnissen, die unsere Welt zu bieten hat: das Tigernest auf der 3000 Meter hohen Klippe, der Dzong von Punakha, eine der schönsten Klosterfestungen des Landes, und die Hauptstadt Thimpu sind einzigartige Schätze. 

Unbedingt empfehlenswert ist es, mit der lokalen Bevölkerung und den Mönchen ins Gespräch zu kommen und so etwas über ihr Leben, ihre Traditionen und ihre Denkweise zu erfahren. Vielleicht lernst du dann auch etwas über das Bruttonationalglück.

6. Zu den schönsten US-Nationalparks

Einen US-Nationalpark kann man zwar auch recht spontan besuchen, sollte sich dann aber darauf einstellen, dass diese Idee gerade in den Sommermonaten auch viele andere haben könnten. Während der Corona-Monate haben einige Parks Besucherobergrenzen eingeführt und überlegen jetzt, dies für die Hauptreisezeiten auch nach der Pandemie beizubehalten. 

Einer der bekanntesten US-Nationalparks: der Yosemite-Nationalpark in der Sierra Nevada.

Gerade für die beliebtesten Parks wie Yosemite, Grand Canyon und Yellowstone solltest du daher rechtzeitig buchen. Die schönsten Unterkünfte sind natürlich schnell weg. Wer also gern in den traumhaften Lodges im Park übernachten will und damit nicht nur besonders naturnah schläft, sondern auch die weniger frequentierten Morgen- und Abendstunden im Park verbringen kann, sollte sich rechtzeitig an die Planung machen.

7. Roadtrip durch Australien

In Australien hat man die Chance, die größten Highlights des Landes in einen Urlaub zu packen. Wenn er denn gut vorbereitet ist. Ein Roadtrip durch Down Under ist auf jeden Fall eine aufregende Traumreise – vom Abenteuer im Outback über offene, endlose Straßen und dramatische Küstenstrecken, durch üppige Landschaften und lebendige Städte.

Die Mittagssonne brennt über der Straße nach Brisbane.

Die Route hängt natürlich davon ab, ob du drei Wochen bleibst oder den Roten Kontinent während eines Work-and-Travel-Aufenthaltes kennenlernst. Highlights sind auf jeden Fall: das Great Barrier Reef, das größte Korallenriff der Welt, das Outback als Herz Down Unders und Ayers Rock, die wilden und unberührten Nationalparks, zum Beispiel der Kakadu Nationalpark, eine Fahrt über die Great Ocean Road, Sydney und der Bondi Beach an der australischen Ostküste.

Da Australien wohl auch im Corona-Jahr 2021 nicht so schnell für Touristen öffnet, solltest du also deinen Roadtrip vielleicht erst für nächstes Jahr planen. 

8. Karneval in Rio de Janeiro

Es ist die Party schlechthin! Karneval in Rio braucht eigentlich keine weitere Erklärung: das pulsierende Leben in den Straßen der Hauptstadt Brasiliens und an ihren Stränden ist einzigartig – überdreht, verrückt, das pure Leben. Um das Spektakel wirklich gesehen zu haben, gehört der Besuch der berühmten Sambodrome-Parade dazu.

2021 musste der Karneval wegen Corona ausfallen. Jetzt hoffen alle auf 2022.

Willst du eine Woche Sambatanz in den Straßen, irre Kostüme und Live-Musik an jedem Ort in der Stadt, benötigst du ein Ticket, das auch viele, viele andere haben wollen. Gerade weil das Festival am Zuckerhut in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen musste, werden viele in den nächsten Jahren mit großer Intensität feiern wollen.