Rhodos sei schöner als die Sonne, hieß es bereits vor 2000 Jahren. Die beliebte griechische Insel, die zur Inselgruppe der Dodekanes gehört, liegt in Sichtweite der türkischen Küste und hat mit viel Fantasie die Form eines Delfins. Zwischen Sand und Strand und Beachbars und Buchten verbirgt Rhodos viele magische Geschichten. Denn die Insel war seit der Antike ein wichtiger Handelsstützpunkt, und es gibt Spuren der Römer, der Kreuzritter, der Türken und der Italiener zu entdecken.

Karte: Sehenswürdigkeiten und Strände auf Rhodos

Koloss von Rhodos

Der Koloss von Rhodos ist rund um die Welt bekannt, handelt es sich dabei doch um eines der sieben Weltwunder der Antike. Die berühmte Statue wurde der Legende nach zu Ehren des Sonnengottes Helios errichtet und stand – so vermutet man – dort, wo heute der Mandraki-Hafen von Rhodos-Stadt liegt.

Heute sieht man allerdings nur noch zwei Säulen. Einst war der Koloss von Rhodos eine 30 Meter hohe Bronzestatue, die im dritten Jahrhundert vor Christus auf der Insel errichtet worden war. 50 Jahre lang stand die Statue auf einem hohen Sockel in der Hafeneinfahrt, dann wurde sie bei einem Erdbeben zerstört. Besichtigen solltest du den legendären Ort aber in jedem Fall, denn der Blick auf den Hafen von Rhodos-Stadt mit seinen Jachten und Ausflugsschiffen ist wunderschön.

Früher wurde angenommen, dass der Koloss von Rhodos an der Einfahrt zum Mandraki-Hafen stand.

Unter Denkmalschutz: Lindos

Das schönste Dorf der Insel ist ganz klar das unter Denkmalschutz stehende „weiße Dorf“ Lindos, das rund 50 Kilometer östlich von Rhodos-Stadt liegt. Die Kulisse könnte aus einem Film stammen: weiße Häuser, enge Gassen, türkisblaues Wasser. Wie Athen gibt es in Lindos eine Akropolis, so seltsam das klingen mag.

Diese Akropolis wurde einst auf dem 116 Meter steil aufragenden Felsen von Lindos errichtet. Die ältesten Funde, die hier ausgegraben wurden, stammen aus der Jungsteinzeit! Von Lindos kann die Akropolis auf einem Serpentinenweg erwandert oder mit einem „Esel-Taxi“ bewältigt werden. Diese Fortbewegungsart gibt es auf Rhodos nur in Lindos.

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Die Stadt Lindos erstreckt sich mit ihren markanten weißen Häusern über die Landfläche.

Rhodos-Stadt

Rhodos hat eine Inselhauptstadt, die sich sehen lassen kann. Deshalb wurde im Jahr 1988 die Altstadt von Rhodos-Stadt von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Spazierst du durch die alten Gassen, entdeckst du unterwegs viele Spuren jener Völker, die hier waren: die Römer, die Türken, die Italiener. Und auch Kreuritter waren lange Zeit auf der Insel.

Besonders auffällig ist die Stadtmauer: Die Altstadt von Rhodos-Stadt ist von einer vier Kilometer langen Befestigungsmauer umgeben. Der Weg entlang der Mauer ist prima für einen ersten Überblick über die Stadt. Von hier aus hast du eine grandiose Aussicht auf die Altstadt und den Hafen. 

Mittendrin reihen sich dann alle Highlights aneinander: die mittelalterlichen Gassen, der Großmeisterpalast des Johanniterordens, die Süleyman-Pascha-Moschee, der Platia Ippokratou mit seinen Restaurants und Geschäften oder die belebte Sokratesstraße, die ins türkische Viertel der Stadt übergeht.

Von der historischen mittelalterlichen Stadt Rhodos aus kannst du den Leuchtturm Agios Nikolaos in der Ferne sehen.

Der Großmeisterpalast

Keine Frage, in Rhodos-Stadt gibt es viele Highlights zu sehen, neben dem Koloss von Rhodos ist es aber vor allem der Großmeisterpalast der Johanniter, der von Urlaubsgästen und -gästinnen besucht wird – gibt es hier doch um einiges mehr zu sehen als jene Säulen, die vom Koloss von Rhodos übrig blieben. Der Großmeisterpalast ist ein beeindruckendes Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert und thront auf dem höchsten Punkt der Altstadt von Rhodos-Stadt.

Im Inneren des Palastes sind vor allem die aufwendig gestalteten Mosaikfußböden in griechischem und italienischem Stil sehenswert. Von den 300 Zimmern des Palastes können rund 18 besichtigt werden. Tipp: Vom oberen Stockwerk aus hast du einen großartigen Ausblick über die gesamte Neustadt von Rhodos. 

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Von der Stadt ist der Großmeisterpalast immer direkt im Blickfeld.

Das Tal der Schmetterlinge

Am Nordhang der Psinthos-Berge gelegen, ist das Tal der Schmetterlinge im Nordwesten von Rhodos ein Naturphänomen. In einer ungefähr fünf Kilometer langen Schlucht gibt es neben Wasserfällen, einem Bach und einem kleinen See vor allem eines zu sehen: eine Vielzahl an Schmetterlingen. Besonders stark vertreten sind die seltenen Russischen Bären, die von den dort angepflanzten Orientalischen Amberbäumen angezogen werden.

Haken: Die übermäßigen Touristenbesuche führten immer mehr zu einem Rückgang der Insektenpopulationen. Willst du die Schmetterlinge sehen, musst du im Sommer kommen. Sie zeigen sich ihren Besucherinnen und Besuchern von Ende Juni bis Anfang September. 

Der Zitronenfalter ist ein Schmetterling Tagfalter aus der Familie der Weißlinge.

Das Bergdorf Embona 

Das schönste Bergdorf der Insel liegt am Fuße des höchsten Berges der Insel, dem Attaviros mit 1215 Metern. In der Nähe des Gipfels soll während der Antike ein Heiligtum des Gottes Zeus gestanden haben. In Embona wohnen heute rund 1500 Menschen, die vor allem von der Landwirtschaft leben. Wegen der Lage von 500 Metern über dem Meeresspiegel, der fruchtbaren Böden und milden Sommertemperaturen wird hauptsächlich Wein angebaut. 

Tipp: Das Dorf wird täglich von Ausflugsbussen angesteuert. Du solltest daher entweder in der Früh oder nach 15 Uhr kommen.

Im Bergdorf Embona steht eine kleine Kapelle am Wegrand zum Dorf.

Die Halbinsel Prasonisi

An der äußersten Südspitze der Insel Rhodos liegt die Halbinsel Prasonisi. Die Lage ist einzigartig: Eine aus Sand bestehende und zeitweise überspülte Landzunge verbindet das Festland mit einer vorgelagerten Insel. Diese besitzt eine Breite von 1,5 Kilometern und eine Länge von zwei Kilometern.

Das gibt dem Strand ein zweigeteiltes Bild. Auf der Seite des erhöhten Sandstreifens schwimmt man entspannt in ruhigem Wasser, auf der anderen Seite tummeln sich Wind- und Kitesurfer. Vor Ort befinden sich Surf- und Kitestationen, Unterkünfte, Restaurants und Supermärkte. Vorsicht: Bei entsprechender Wetterlage kann es zu Überflutungen dieses Landstreifens kommen. Ob man rüberfährt, sollte man entsprechend den Wetterverhältnissen entscheiden.

Eine Landzunge aus Sand verbindet die Halbinsel Prasonisi mit Rhodos.

Thermen von Kalithea 

Nicht weit von Rhodos-Stadt entfernt, zwischen Kalithea und Faliraki gelegen, sind die Thermenanlagen von Kalithea eine Besonderheit auf Rhodos. Der kleine Küstenort im Nordosten der Insel war immer schon gut besucht, in den 20er-Jahren erbauten Italiener die Anlage, die im Zweiten Weltkrieg allerdings durch Bombardierungen zerstört wurde.

2007 wurde der Wiederaufbau abgeschlossen. Die Thermen von Kalithea sind bereits seit der Antike bekannt für die wohltuende Wirkung des Wassers. Schon der griechische Arzt Hippokrates verordnete seinen Patienten das warme, schwefelhaltige Wasser der Thermen von Kalithea.

Nicht weit von Rhodos-Stadt entfernt, zwischen Kalithea und Faliraki, befinden sich die Thermenanlagen von Kalithea.

Sieben Quellen

Eine Verjüngungskur gibt es bei Epta Piges, den sieben Quellen. Denn es heißt: Wenn du von allen sieben Quellen getrunken hast, wirst du sieben Jahre jünger! Epta Piges liegt auf der Ostseite von Rhodos, nicht weit von Archangelos. Die Quellen liegen verstreut im Wald, das macht es spannend, sie alle zu entdecken.

Unterhalb der sieben Quellen wird der Bach in einem Stausee aufgestaut. Durch einen Tunnel gelangt man an den Stausee. Vorsicht: Der Tunnel ist sehr schmal und nur etwa 75 Zentimeter breit, 1,70 Meter hoch und etwa zweihundert Meter lang. 

Die Bucht bei den Thermen von Kalithea eignet sich hervorragend für einen Badeausflug.

Das Kloster Tsambika

Ein Kloster auf der Spitze eines Berges 220 Meter über dem Meeresspiegel ist eines der schönsten Ausflugsziele auf Rhodos. Das ist quasi zweigeteilt: in einen unfassbar schönen Strand und eine Wanderung zum winzigen Kloster der Jungfrau Maria (Kato Tsambika). Es liegt an der Ostküste der Insel und ist circa 26 Kilometer von Rhodos-Stadt entfernt. Rund 300 Stufen führen hinauf zum Kloster.

Oben angekommen, wirst du mit einer großartigen Aussicht über die Bucht und den Strand belohnt – und mit einer Legende. Es heißt, wenn kinderlose Frauen barfuß hinaufpilgern und die Nacht hier verbringen, klappe es mit dem Kinderwunsch. Zum Dank müsse das Kind Tsambiko (Jungen) oder Tsambika (Mädchen) genannt werden.

Das kleine Kloster Moni Tsambika steht 220 Meter über dem Meeresspiegel auf Rhodos.

Stadt Kameiros 

Kamiros, auch Kameiros genannt, war neben Ialysos und Lindos eine der drei Städte des antiken Rhodos. Kommst du heute in die Stadt, entdeckst du ein umfangreiches Grabungsfeld, das ein großartiges Beispiel für eine antike hellenistische Stadtanlage ist. Die Anlage zieht sich in mehreren Terrassen einen Hang hinauf. Was du heute hier siehst, ist eine Stadt, die vor 2000 Jahren durch ein Erdbeben zerstört wurde. Dennoch sind die Umrisse und Strukturen der Stadt klar zu erkennen.

In der Ruine von Kalavarda kannst du wunderbar die alte Stadtanlage erkennen.

Monolithos: Die Johanniterburg

An der Westküste von Rhodos ist Monolithos die am besten erhaltene Johanniterburg auf Rhodos. Sie entstand direkt an einer Felsklippe vermutlich im 15. Jahrhundert und wurde auf einem 240 Meter hohen Felsen von den Johannitern erbaut. Von hier oben beobachteten die Johanniter das Mittelmeer.

Spannend: Obwohl Monolithos nicht weit vom Meer entfernt liegt, ist der Ort vom Strand aus nicht zu sehen. So baute man im Mittelalter häufig Dörfer, damit man den Piraten keinen Anreiz gab, das Dorf zu plündern. Der Aufstieg lohnt sich, denn du wirst mit einer tollen Aussicht belohnt.

Die am besten erhaltene Johanniterburg ist Monolithos.

Wandern zum Filerimos

Eine der schönsten Wanderungen auf Rhodos führt zum Filerimos, einem Berg, auf dem die Ruinen eines Klosters stehen. Früher befand sich hier die antike Stadt Ialysos. Der Hügel erhebt sich wenige Kilometer südlich von Rhodos-Stadt und bietet einen tollen Ausblick über das Umland und den benachbarten Berg Attavyros. Zu sehen gibt es die Überreste eines Tempels zu Ehren der Pallas Athene, eines dorischen Brunnenhauses und einer byzantinischen Kirche. Für den perfekten Blick gibt es zwei Aussichtsplattformen, von denen aus du den Norden der Insel fast komplett sehen kannst. 

Die Klosterruine befindet sich auf dem Berg Filerimos.

Ruinenwanderung Feraklos 

Die nächste Ruine, der nächste Ausblick: In der Nähe der kleinen Stadt Charaki kannst du die Ruine von Feraklos entdecken. Die Burg auf einem Hügel stammt ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert. Für rund hundert Jahre wurde sie von den Johannitern genutzt, bis sie vom Osmanischen Reich belagert und erobert wurde. Seitdem blieb sie unbewohnt und ist heute nur als Ruine erhalten. Wie an vielen Orten auf Rhodos gilt auch hier: Die Besichtigung wird mit einem umwerfenden Blick über das Meer und die Insel belohnt.