Die Sehnsucht nach Sonne, Strand und Meer ist groß. Doch die nach wie vor dynamische Lage in Reiseländern wie Spanien, Italien, Griechenland oder Portugal sowie die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes führen dazu, dass Veranstalter weiterhin Reisen absagen. Das verunsichert viele Reisende, die im Sommer gerne verreisen würden. 

Was spricht dafür und was dagegen? Der reisereporter erklärt, was Urlauber wissen müssen. Klick dich direkt zu deinem Thema:

Sommerurlaub buchen: Was Reisende beachten sollten

Allzu lange dauert es nicht mehr bis Pfingsten und zu den Sommerferien – in normalen Jahren hätten daher viele Deutsche jetzt schon fest ihren Urlaub gebucht. Doch aufgrund der aktuellen Lage zögern viele mit der Planung. Denn für den Tourismus in Deutschland gibt es nach wie vor keine klare Perspektive. Und die Einstufung von Risikogebieten durch die Bundesregierung, die Reisebeschränkungen zur Folge hat, geschieht teilweise recht kurzfristig.

Wer spontan bucht, zahlt unter Umständen mehr

Wenn aus diesem Grunde dieses Jahr viele Menschen sehr spontan ihren Urlaub buchen, dann könnten die Preise steigen. Ulf Sonntag, Leiter der Marktforschung am Institut für Tourismusforschung in Nordeuropa, erklärt das Gesetz von Angebot und Nachfrage: „Wenn nur begrenzte Kapazitäten im Angebot sind und diese stark nachgefragt sind, dann steigen die Preise.“ Spontanbucher müssen daher für beliebte Ziele oftmals mehr Geld in die Hand nehmen. Für Restkapazitäten könnten die Preise dann entsprechend hoch sein, so Sonntag. 

Aktuelle Deals

Was passieren kann, wenn sich die aufgestaute Reiselust nach Monaten der Beschränkung entlädt und eine hohe Nachfrage auf geringere Kapazitäten trifft, hat das Beispiel Mallorca zu Ostern gezeigt. Die Aufhebung der Reisewarnung habe die Flugpreise um 221 Prozent ansteigen lassen, das zeigte eine Analyse des Preisvergleichsportals „Idealo“.

Wer frühzeitig bucht, sollte aber auf die entsprechenden Bedingungen, zum Beispiel in puncto Stornierungsvoraussetzungen, achten. Grundsätzlich bieten Pauschalreisen mehr Sicherheit für Urlauber – aber auch Airlines, Hotels und Ferienwohnungen offerieren aufgrund der Pandemie deutlich flexiblere Angebote als zuvor.

Flex-Tarife: Buchungen können gratis storniert werden

„Sommerurlaub sorgenfrei buchen“ – mit Slogans dieser Art werben Reiseveranstalter für ihre flexiblen Stornierungs- und Umbuchungsbedingungen. Bereits gebuchte Reisen zum Beispiel für den Sommer 2021 können ohnehin meist kurzfristig umgebucht oder storniert werden.

Diese Kulanzregelung wird nun bei vielen Reiseveranstaltern wie Tui, DER Touristik und Schauinsland abgelöst von Flex-Tarifen. Das Prinzip: Wer für seinen Pauschalurlaub etwas mehr bezahlt, darf ihn auch kurzfristig ohne die sonst üblichen Stornierungsgebühren wieder absagen oder umbuchen. Die Preise und Konditionen unterscheiden sich je nach Veranstalter.

Urlaub stornieren: die Möglichkeiten und Konsequenzen

In Bezug auf das Thema Reisestornierung müssen mehrere Aspekte berücksichtigt werden: Wann wurde die Reise gebucht, wann und wo soll sie stattfinden? Wir werfen einen Blick auf die Möglichkeiten:

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Ohne flexible Tarife: Sommerurlaub kann nicht grundsätzlich kostenlos storniert werden

Ohne Reisewarnung und Einschränkungen am Urlaubsziel (zum Beispiel durch geschlossene Hotels, Restaurants und Museen) sind kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen einer Pauschalreise vonseiten der Touristen nicht grundsätzlich möglich. Hier muss immer die Situation im jeweiligen Reiseland berücksichtigt werden: Ob Stornokosten anfallen, kommt auch darauf an, ob zum Zeitpunkt der Reise unabwendbare außergewöhnliche Umstände vorliegen und mit welcher Wahrscheinlichkeit davon zum Zeitpunkt der Stornierung ausgegangen werden konnte.

Generell gilt: Behalte die Entwicklung der Lage an deinem Urlaubsziel im Blick und prüfe die Stornierungs- und Umbuchungs-Bedingungen des Reiseveranstalters, der Airline oder der Unterkunft. Aber: Wer zum Beispiel im vergangenen Winter eine Pauschalreise im Sommer 2021 gebucht hat, profitiert oftmals von den automatisch gewährten Stornierungsmöglichkeiten. Viele Anbieter hatten zeitlich befristete Sonder-Storno-Bedingungen angeboten.

Ansonsten liegen die Storno-Kosten durchschnittlich bei 20 bis 30 Prozent, kurz vor Reisebeginn sogar bei bis zu 90 Prozent oder höher. Kurzum: Wer früher storniert, zahlt in der Regel niedrigere Stornierungskosten.

Neu gebuchte Pauschalreisen können oft kostenlos storniert werden

Bei Reisen, die im Herbst oder Winter gebucht wurden, sieht es wie folgt aus: Für diese Neubuchungen haben die meisten großen Reiseveranstalter den Kunden die Option eingeräumt, kostenlos wieder stornieren zu können. Dann bekommen die Kunden den bereits gezahlen Reisepreis vollständig erstattet. 

Diese Kulanzregelung wird seit dem Frühjahr 2021 nun bei vielen Reiseveranstaltern wie Tui, DER Touristik und Schauinsland abgelöst von Flex-Tarifen. Bei ihnen wird etwas mehr bezahlt, dafür kann die Reise kurzfristig ohne die sonst üblichen Stornierungsgebühren abgesagt oder umgebucht werden. Andere Veranstalter wie Alltours lassen bei den meisten Buchungen weiterhin pauschal ein kostenloses Stornieren des Sommerurlaubs bis 14 Tage vor Abreise zu.

Reisen werden teilweise vom Veranstalter selbst abgesagt

Die Reisewarnungen der Regierung führen weiterhin dazu, dass Veranstalter Reisen absagen müssen. Alltours und andere halten ihre Kunden auf Infoseiten auf dem Laufenden. Das bedeutet für Verbraucher: Sie haben ein Recht darauf, ihr Geld zurückzuerhalten. Ein Gutschein muss in Deutschland nach geltendem Recht bisher nicht akzeptiert werden, allerdings diskutiert die Bundesregierung diese Option derzeit. Denn für Veranstalter und Reisebüros haben die Rückzahlung enorme finanzielle Konsequenzen.

Pauschalreise umbuchen: Möglichkeiten und Konsequenzen

Wenn Kunden von Reiseveranstaltern ihren Urlaub nicht stornieren, sondern auf einen späteren Zeitpunkt (fixes Datum) umbuchen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Zunächst einmal gilt ebenso wie fürs Stornieren: Ohne Reisewarnung und Einschränkungen im Urlaubsland ist das vonseiten der Reisenden nicht immer und grundsätzlich möglich. Die meisten Veranstalter zeigen sich jedoch kulant und lassen kurzfristiges Umbuchen zu.

Wer früh gebucht hat, der hat sich meist einen kostenlosen flexiblen Tarif gesichert – ein Blick in die Reise-AGB hilft hier weiter. Diese Kulanzregelung wird nun bei vielen Reiseveranstaltern wie Tui, DER Touristik und Schauinsland abgelöst von Flex-Tarifen, bei denen etwas mehr bezahlt wird, dafür kann die Reise kurzfristig ohne die sonst üblichen Stornierungsgebühren abgesagt oder umgebucht werden. Andere Veranstalter wie Alltours lassen bei den meisten Buchungen ohnehin kostenloses Umbuchen bis sieben Tage vor Abreise zu.

Reisegutschein annehmen: Das sind die Konsequenzen

Nicht jeder Urlauber, der sich gegen eine Stornierung entscheidet, kann sich bereits auf einen neuen Reisetermin festlegen. Um flexibel zu bleiben, bieten die meisten Veranstalter daher auch die Möglichkeit an, die schon geleisteten Zahlungen als Gutschrift für eine zukünftige Buchung einzubehalten, also quasi einen Gutschein auszustellen.

Wie auch bei den Umbuchungen gewähren viele Reiseveranstalter dabei einen Bonus, um die Kunden zu motivieren, einen solchen Gutschein anzunehmen.

Was passiert bei Insolvenz des Reiseveranstalters?

Das Problem: Anders als fest gebuchte (oder umgebuchte) Pauschalreisen sind Gutscheine nach aktueller Rechtslage bei einer Insolvenz des Reiseveranstalters nicht abgesichert, für Gutscheine gibt es keinen Sicherungsschein. Das Geld wäre damit also weg. Die Bundesregierung diskutiert daher derzeit eine insolvenzsichere Gutschein-Lösung, um Verbraucher abzusichern und es Reiseveranstaltern leichter zu machen, ihre Kunden von einer Gutschein-Lösung zu überzeugen.

Kann ich die Restzahlung hinauszögern?

Wenn die Pauschalreise noch nicht storniert wurde und in Kürze die Abschlusszahlung fällig wird, dann könnten Reisende auch mit dem Veranstalter in Verhandlungen treten. Es gäbe eine Möglichkeit, Zeit zu gewinnen. Reiserechtsanwalt Paul Degott sagte dem reisereporter, dass sie im Paragraf 321 des Bürgerlichen Gesetzbuchs steht: die Unsicherheitseinrede.

Danach können Urlauber die Restzahlung vorläufig verweigern, wenn erst nach Vertragsabschluss erkennbar geworden ist, dass die Urlaubsreise in Gefahr ist. „Man erklärt damit: Ich halte am Vertrag fest, bin weiter zahlungswillig – aber, Reiseveranstalter, gib mir zunächst eine Sicherheit, dass ich am Ende mein Geld zurückbekomme, sollte der Urlaub doch nicht stattfinden“, so Degott. 

Nur Hotel oder Flug gebucht: Bekomme ich das Geld zurück?

Und was gilt in Zusammenhang mit der Corona-Krise und Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes für individuell gebuchte Flüge und Unterkünfte? Tatsächlich gibt es inzwischen auch viele flexible Angebote für Individualreisen, viele Ferienwohnungen, Ferienhäuser, Hotels, Campingplätze und andere Unterkünfte bieten flexible Storniernungsbedingungen.

Bei Flügen ist das oft nicht ganz so einfach. Zwar haben Fluggäste, die aktuell von Annullierungen betroffen sind, Anspruch auf die volle Rückzahlung des Ticketpreises. Wer aber kein teures und flexibles Ticket gebucht hat, hat schlechte Karten.

Einfach abwarten: Das sind mögliche Konsequenzen

Mit Blick auf Reisen in der Zukunft: Was ist, wenn Verbraucher, die einen Sommerurlaub gebucht haben, jetzt einfach abwarten, wie sich die Lage bezüglich Corona entwickelt? Dann sind dies die möglichen Konsequenzen, wie das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EZV) erläutert: 

  1. Die Reise findet statt und die Lage hat sich so weit beruhigt, dass du die Reise antreten kannst. Konsequenz: In diesem Fall bleibt alles beim Alten.
  2. Die Reise findet statt, du willst sie aber trotzdem nicht antreten und der Reisevertrag enthält keine Sonderregelung zum Thema Stornieren. Konsequenz: Dann können hohe Storno-Kosten auf dich zukommen.
  3. Die Reise wird vom Reiseanbieter storniert. Konsequenz: Du bekommst dein Geld zurück oder akzeptierst einen Gutschein.