Eine Altstadt auf einem Felsen, Strände und rote Zwiebeln: Für diese drei Dinge ist Tropea bekannt. Der Ort mit gut 6000 Einwohnern befindet sich an der Küste von Kalabrien in der Region Vibo Valentia. Die bunten Häuser stehen auf einem etwa 40 Meter hohen Felsen, teils wurden sie bis kurz vor der senkrecht abfallenden Kante gebaut. Den Bewohnern bietet sich daher ein freier Blick auf Strand und Meer. Wenn das Wetter gut ist, können sie sogar bis zu den Liparischen Inseln mit dem stetig brodelnden Vulkan Stromboli schauen. Klingt traumhaft, oder?

Italiener wählen Tropea zum schönsten Ort

Das finden auch die Italiener selbst – bereits im vergangenen Herbst ist der beliebte Urlaubsort an der Stiefelspitze Italiens von der Vereinigung „I borghi più belli d’Italia“ in die lange Liste der inzwischen schon 315 schönsten Dörfer aufgenommen worden.

Eine Ape in Tropea – die Stadt ist bekannt für ihre auf einem Felsen gelegene Altstadt, ihre Strände und für rote Zwiebeln.

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Und jetzt wurde die „Perle Kalabriens“ sogar als schönstes Dorf Italiens gekürt. In der italienischen Reise- und Kulturserie „Il Borgo dei Borghi“ (auf Deutsch etwa: „Das Dorf der Dörfer“) des öffentlichen TV-Senders Rai3 werden jedes Jahr 20 besonders ansprechende Ortschaften aus jeder Provinz Italiens vorgestellt. Die Zuschauer dürfen dann abstimmen, die achte Staffel entschied Tropea für sich.

Die bekannteste Sehenswürdigkeit des Ortes ist die jahrhundertealte Kirche Santa Maria dell’Isola auf einem Sandsteinfelsen am Meer. Das Gebäude mit zwei eindrucksvollen Eingangstoren wurde zur Zeit der Normannen erbaut und musste aufgrund mehrerer Erdbeben-Schäden schon öfter restauriert werden. Wer sie besichtigen will, muss steile Stufen erklimmen, schreibt die Website „Italien.de“.

Doch es lohnt sich: Von oben aus eröffnet sich ein toller Blick über den Ort, das Mittelmeer, versteckte Buchten und die umliegende Berglandschaft. Auch der zur Kathedrale gehörende liebevoll gepflegte Garten ist einen Blick wert – dort wachsen etliche Kakteen und andere mediterrane Pflanzen.

Die Wallfahrtskirche Santa Maria dell Isola liegt auf einem Felsen bei Tropea.

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Zu Füßen der Kathedrale befinden sich zwei beliebte Sandstrände. Für die Bewohner von Tropea sind sie über steile Treppen von der Altstadt aus zu erreichen, und besonders im Hochsommer sind die Liegen gut gefüllt. Kein Wunder, bei Durchschnittstemperaturen von über 30 Grad und zehn Sonnenstunden pro Tag. Einen besonders schönen Blick auf sie erhaschen Urlauber, wenn sie auf dem Corso Vittorio Emanuele Richtung Meer laufen – der Endpunkt der Straße ist vor allem beim Sonnenuntergang beliebt.

Ebenfalls sehenswert sind die vielen historischen Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert im Zentrum, vor allem ein Gang durch die engen Gasse Via Boiano und zum Platz Largo Galluppi lohnen. Dort stehen Barock-Bauten sowie die Kirche San Demetrio mit ihrer eindrucksvollen Kapelle aus dem 14. Jahrhundert.

Flaniermeile von Tropea

Auf der beliebtesten Flaniermeile des Ortes, dem Corso Vittorio Emanuele, reihen sich Cafés, Restaurants und andere Läden aneinander. Am Abend kommt bei Bewohnern und Touristen gern eine Pizza oder ein anderes Gericht mit Zwiebeln auf den Teller, denn die rote Cipolla Rossa di Tropea ist eine regionale Spezialität. Sie wird in Kalabrien angebaut und hat einen leicht süßlichen Geschmack. Ihr wurde sogar ein eigenes Fest gewidmet: Das „Sagra des Fettfisches und der Roten Zwiebel aus Tropea“ ist eine Hommage an die traditionelle Küche. Im Juli zieht es Tausende von Besuchern an, um die Spezialitäten zu probieren.

Die historischen Gebäude von Tropea stehen dicht am Rand der Felsen.

Tropea ist außerdem der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge in der. Südlich des Ortes liegt der berühmte Aussichtspunkt Capo Vaticano. Er befindet sich in der Gemeinde Ricadi auf einem Ausläufer des Berges Monte Poro, hier fließen die Golfströme von Gioia Tauro und Sant’Eufemia zusammen. Auf dem Felszipfel können Touristen eine Grotte besuchen, von der aus sie einen atemberaubenden Blick auf das Meer, weiß leuchtende Strände und Inseln wie Lipari, Vulcano und Stromboli mit dem gleichnamigen Vulkankegel genießen.

Blick auf einen Strand nahe dem Aussichtspunkt Capo Vaticano in Kalabrien.

Ausflug auf die VUlkaninsel Stromboli

Wer nicht nur rüberschauen will: Die Insel erreichen können Touristen von Tropea aus auch ganz einfach bei einem Tagesausflug besichtigen. Die Fahrt nach Stromboli mit dem Boot oder der Fähre dauert beispielsweise etwa eineinhalb Stunden. Angekommen lohnt der Aufstieg auf den 900 Meter hohen Berg, das ist jedoch nur in geführten Gruppen möglich.

Von den Vulkanausbrüchen des Stromboli zeugen die schwarzen Strände der Insel, die zum Unesco-Weltnaturerbe gehört. Und er ist nach wie vor aktiv, mehrmals pro Tag kommt es zu kleineren oder größeren Aktivitäten – mal läuft Asche, mal sogar glühende Lava aus dem Vulkankegel.

Anreise nach Tropea

Du erreichst Tropea zum Beispiel mit dem Flugzeug – 60 Kilometer entfernt befindet sich der Flughafen von Lamezia Terme. Auch mit dem Auto ist die Anreise möglich: Dafür fährst du bis Bologna und dann über Florenz, Rom und Neapel auf der Autobahn 3 Salerno–Reggio Calabria bis zur Ausfahrt Pizzo Calabro, dann geht’s auf der Küstenstraße S.S. 522 bis Tropea, erklärt das Portal „Tropea Ferien“.

So werden die schönsten Dörfer Italiens ausgewählt

Um zum Club der „schönsten Dörfer“ der Vereinigung „I borghi più belli d’Italia“ zu gehören, muss ein Dorf mehrere Kriterien erfüllen: Integrität des städtischen Gefüges, architektonische Harmonie, Bewohnbarkeit des Ortes, künstlerische und historische Qualität von öffentlichen und privaten Gebäuden, Bürgerservice sowie (am Ende geht’s ja meist nie ohne Kohle) die Zahlung eines jährlichen Mitgliedsbeitrages.

Ein Motorboot fährt vor der Küste von Tropea entlang.

Meist handelt es sich bei den verifizierten Örtchen um kleine, oft mittelalterliche Zentren des Landes, manchmal auch einzelne Stadtteile, Fraktionen und Burgen von „herausragendem historischen und künstlerischen Interesse“. Sie befinden sich oft abseits der normalen Touristenstrecken, sind also echte Geheimtipps für Reisende. Die Dörfer leiden häufig unter der Landflucht, schrumpfen also, damit steigt das Risiko für Verfall und Verwahrlosung.