Italien zählt zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Dennoch gibt es in der südeuropäischen Republik noch viele im Ausland unbekannte Orte zu entdecken. Das gilt nicht nur für das Festland, sondern auch für Italiens Inselwelt. Wir stellen vier Eilande vor, die auch von den Italienern als Urlaubsziel geschätzt werden.

Pantelleria – ein Stück Italien vor Afrika

Pantelleria liegt näher an Afrika als an Italien und gehört geologisch betrachtet auch dazu. Heute ist die Insel Teil des sizilianischen Gemeindekonsortiums Trapani. Ihren Namen verdankt sie arabischen Siedlern, die das Eiland Bint al-aryāh tauften – übersetzt so viel wie Tochter der Winde. Im Zentrum erhebt sich der 836 Meter hohe Montagna Grande; bei gutem Wetter kann man von dort sowohl Tunesien als auch das 100 Kilometer entfernte Sizilien sehen.

Pantelleria ist vulkanischen Ursprungs, an etlichen Stellen, den Fumarolen, tritt bis heute Dampf aus. Im Hauptkrater des Montagna Grande liegt der Specchio di Venere, der Spiegel der Venus. Der von 34 bis 56 Grad Celsius heißen Quellen gespeiste See lockt Badende an, sein Schlamm ist reich an Kalium, Natrium, Schwefel und weiteren Mineralien.

Aktuelle Deals

Der vulkanische Ursprung ist auf der Insel Pantelleria vielerorts am schwarzen Gestein erkennbar – wie hier Küste am Punta 3 Pietre.

Klassische Strände hat Pantelleria nicht – dafür ist die Felsenküste gespickt von Höhlen, die oft nur per Boot erreichbar sind. Ein Taucherhotspot ist der Arco dell’elefante; der Felsbogen erinnert an einen Elefantenkopf. Bei einer Bootstour um die Insel herum sieht man auch terrassenförmige Anbauflächen, auf denen Wein und Kapern gedeihen.

Panarea – Vulkaninsel vor Sizilien

Der Gott Aeolus, der Gott der Winde, war der Namensgeber der Äolischen Inseln – außerhalb Italiens Liparische Inseln –, zu denen Panarea zählt. Die ypsilonförmig angeordneten Eilande des Archipels nördlich von Sizilien sind allesamt vulkanisch; die bekannteste ist Stromboli. Nachbarin Panarea ist mit 3,4 Quadratkilometern die kleinste der „sieben Perlen des Mittelmeers“, dank ihres lebhaften Nachtlebens, etlicher Boutiquen, Cafés und Restaurants aber die beliebteste bei gut betuchten Italienern.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Würfelbauten mit dicken Wänden und schneeweißem Kalkputz prägen die erschlossene Ostseite Panareas. Vom Hafen des Ortes San Pietro aus gibt es zahlreiche Fährverbindungen nach Messina, Milazzo, Neapel und zu den anderen äolischen Inseln. Panarea verfügt über schöne Sand- und Kieselstrände, die teilweise nur vom Wasser aus erreichbar sind. Häufig liegen teure Jachten in den Buchten.

Panarea, die zu den Liparischen Inseln gehört, bietet zahlreiche Gechäfte, Restaurants und Bars und ein lebendiges Nachtleben.

Der Strand Spiaggia di cala Junco im Südosten gilt als der beliebteste der Insel, direkt daneben befinden sich am Felskap Capo Milazzese die Reste eines Dorfes aus der Bronzezeit. Außer den Grundmauern wurden Mühlsteine, Keramikvasen und Töpfe gefunden.

Procida – Juwel vor Neapel

Procida im Golf von Neapel gilt als die dicht besiedeltste Mittelmeerinsel – mehr als 10.000 Einwohner zählt das Vier-Quadratkilometer-Eiland. Trotzdem steht Procida im Vergleich zu ihren Nachbarinnen Ischia und Capri für Urlaub fernab vom Trubel. Obwohl eng bebaut, wirken Fischerorte wie Marina di Corricella im Nordosten oder Marina Chiaiolella im Süden beschaulich, typisch sind pastellfarben gestrichene Häuser mit Bögen, Gewölben und Außentreppen.

Das älteste bewohnte Viertel Procidas liegt auf der höchsten Erhebung, der 90 Meter hohen Terra Murata. Die Festung diente einst als Zufluchtsort vor Seeräubern und Eroberern. Das kann man bis heute sehen: Auf der einen Seite schützen steil abfallende Felsen, auf der anderen hohe fensterlose Mauern. Wer oben angekommen ist, erlebt beim Schlendern durch die Gassen mittelalterliche Atmosphäre, aber auch die inseltypischen Pastellfarben.

Procida ist in Deutschland noch weitestgehend unbekannt – in Italien ist sie als eine der am dichtesten besiedelten Mittelmeerinseln jedem ein Begriff.

Badetouristen finden auf der Insel sechs dunkle Sandstrände. Große Hotels gibt es auf Procida nicht. Die Insel war mehrfach Drehort für Filmproduktionen, darunter für „Der fabelhafte Mr. Ripley“ mit Matt Damon.

Ponza – Geheimtipp in Form einer Sichel

Große Hotels gibt es auf der 3.300-Einwohner-Insel Ponza im Thyrrhenischen Meer nicht – es sind mehr Individualreisende und prominente Jachtbesitzer, die es dorthin zieht. Der wohl spektakulärste Strand der Insel ist der Spiaggia Chiaia di Luna: Ein handtuchschmaler halbkreisförmiger 500 Meter langer Sandstrand, der von 100 Meter hohen Klippen umgeben und von Land aus nur über einen 168 Meter langen Römertunnel erreichbar ist. Tunnel und Strand wurden bereits mehrfach für Jahre wegen Steinschlags gesperrt und aufwendig gesichert. Aber auch zu Sperrzeiten zog die vorgelagerte Bucht über den Seeweg viele Badegäste an.

Wegen ihrer vielfältigen Unterwasserwelt ist die Insel Ponza sehr beliebt bei Tauchern.

Besonders beliebt ist Ponza bei Tauchern: Unterhalb der Wasserkante finden diese dank Sichtweiten bis zu 40 Metern unter anderem Goldbrassen, Meerbarben, Seepferdchen, Muränen, Zackenbarsche, Oktopusse, Stechmuscheln und Gorgonien. Ebenfalls nur vom Wasser aus gut zu sehen ist die Grotte di Pilato, die Pilatus-Höhlen: Diese wurden zur Römerzeit auf Höhe des Meeresspiegels in den weichen hellen Tuffstein gegraben. Sie sollen der Fischzucht gedient haben.