Malerische Sandstrände, tiefblaues Wasser und meterhohe Felsen locken viele Tausend Urlauber pro Jahr an die Algarve. Auch während der Coronavirus-Pandemie ist sie ein beliebtes Ziel, ebenso wie Lissabon sowie die Inseln der Azoren und die Insel Madeira.

Einreise für deutsche Urlauber aufs Festland verboten

Doch aktuell gelten Teile Portugals – Algarve, Madeira und Azoren – als Corona-Risikogebiet. Und das Land schottet sich für Touristen weitestgehend ab: Die Einreise aufs Festland ist aus Risikogebieten vorerst bis 16. Mai nur möglich, wenn triftige Gründe nachgewiesen werden können. Das geht aus einem Dekret der portugiesischen Regierung hervor, das dem reisereporter vorliegt.

Als Risikogebiet deklariert Portugal Länder, in denen die 14-Tage-Inzidenz über 150 liegt – Deutschland liegt nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bei 274,06 (Stand: 12. Mai). Ob das Land zu Pfingsten für Touristen öffnet, ist aktuell noch unklar.

In unserem Überblick erfahren Reisende, welche Pläne das Land für den Tourismus-Start hat und welche Sonderregeln für Madeira und die Azoren gelten.

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Die aktuelle Lage in Portugal

Die Lage in Portugal hat sich deutlich entspannt, die Infektionszahlen gesunken – dank eines harten Lockdowns. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 22,5 (Stand: 12. Mai). Das ist deutlich unter der kritischen Grenze von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner.

Höher sind die Zahlen derzeit auf Madeira und den Azoren. Für diese Regionen gilt daher eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

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Aktuelle Regeln in Portugal, die auch Urlauber betreffen

Portugal lockert mit sinkenden Infektionszahlen – seit dem 1. Mai gelten im Großteil des Landes die in der vierten und letzten Stufe vorgesehenen Lockerungsmaßnahmen. Aktuell gilt:

  • Restaurants und Cafés dürfen bis 22.30 Uhr öffnen, pro Trisch sind maximal sechs Personen im Innenbereich und zehn Personen im Außenbereich erlaubt.
  • Kulturveranstaltungen sind bis 22.30 Uhr erlaubt, Museen und ähnliche Einrichtungen haben wieder geöffnet.
  • Geschäfte und Einkaufszentren dürfen werktags bis 21 Uhr und bis 19 Uhr am Wochenende und an Feiertagen öffnen.
  • Es gilt ein Konsumverbot für Alkohol im öffentlichen Raum. 
  • Der Mindestabstand im öffentlichen Raum beträgt zwei Meter.
  • Es gilt eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sowie im öffentlichen Raum, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 500 Euro.

Regeln für die Einreise nach Portugal, auf Madeira und auf die Azoren

Die Einreise aus Deutschland auf Portugals Festland ist bis auf weiteres für Urlauber nicht erlaubt. Für die autonomen Inselregionen gelten Sonderregelungen.

Möglich sind aufs portugiesische Festland – also auch an die Algarve – vorerst nur nur notwendige Reisen. „Dazu zählen solche, die den Transit oder die Einreise nach Portugal von Personen ermöglichen, die aus beruflichen Gründen, zum Studium, zur Familienzusammenführung, aus gesundheitlichen oder humanitären Gründen reisen“, teilt Sandra Lorenz, Produktmanagerin von Turismo de Portugal, dem reisereporter mit.

Wer einen triftigen Grund hat einzureisen, muss folgende Regeln beachten:

  • Anmeldung: Einreisende müssen vor der Ankunft ein Einreiseformular (Passenger Locator Form) ausfüllen. Darauf müssen sie den Grund ihrer Einreise angeben, ihren Zielort sowie Kontaktdaten.
  • Testpflicht: Ein negativer PCR-Test (keine Schnelltests) ist Pflicht. Dieser darf bei Abflug nicht älter als 72 Stunden sein und muss gegenüber der Fluggesellschaft nachgewiesen werden. Ausgenommen sind Kinder unter zwei Jahren.

Einreise auf die Azoren und auf Madeira

Urlauber benötigen ebenfalls einen negativen Corona-PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Außerdem gelten je nach automoner Inselregion folgende Regeln:

Auf Madeira kann der Corona-Test auch bei der Einreise kostenlos gemacht werden, das Ergebnis liegt in der Regel innerhalb von zwölf Stunden vor. Wer vollständig gegen Corona geimpft oder von einer Corona-Erkrankung genesen ist, muss keinen Test machen. Bis dahin müssen die Urlauber in Quarantäne. Reisende müssen ein Online-Formular ausfüllen.

Auf den Azoren werden unter Umständen weitere Corona-Tests durchgeführt: Bei einem Aufenthalt von mehr als sieben Tagen erfolgen sie an Tag sechs und Tag zwölf nach dem ersten Test. Die Urlauber müssen für eine Terminvereinbarung mit den örtlichen Gesundheitsbehören Kontakt aufnehmen. Auch hier müssen Einreisende ein spezielles Online-Formular ausfüllen.

Gesonderte Regelungen gelten für Einreisende, die vom portugiesischen Festland aus nach Madeira reisen wollen. Hier gilt ebenfalls eine Testpflicht – gegen Vorlage des Flugtickets können kostenlose PCR-Tests in einigen dazu bestimmten Labors auf dem Festland vorgenommen werden, schreibt das Auswärtige Amt. 

Diese Sicherheitsmaßnahmen gelten an Portugals Flughäfen

Wer mit einem Flugzeug auf dem portugiesischen Festland ankommt, muss sich auf Temperaturmessungen einstellen. Sollte die Körpertemperatur 38 Grad Celsius überschreiten, müssen Urlauber mit weiteren Untersuchungen und häuslicher Quarantäne rechnen. Unter anderem für diesen Fall bietet Portugal Touristen zur Sicherheit eine kostenpflichtige Corona-Versicherung an.

An den Flughäfen selbst gelten außerdem strikte Zugangsregeln. So dürfen nur Passagiere mit einem gültigen Flug-Ticket eintreten.

Regeln für die Rückreise nach Deutschland

In Deutschland gilt seit dem 13. Mai eine neue Einreiseverordnung. Es gilt für Risikogebiete: Reisende müssen sich vor der Einreise nach Deutschland online registrieren.

Wer mit dem Auto, dem Zug oder dem Bus einreist, muss spätestens 48 Stunden nach der Einreise ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen können. Wer schon vor der Einreise einen Antigentest (nicht älter als 48 Stunden) oder PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden) macht, kann die sonst geltende zehntägigen Quarantänepflicht nach der Rückkehr umgehen. Für Genesene und Geimpfte entfällt die Test- und Quarantänepflicht gleich ganz.

Wer mit dem Flugzeug einreist und weder geimpft noch genesen ist, muss sich ohnehin schon vor Einreise testen lassen – unabhängig davon, ob das Reiseziel ein Risikogebiet ist. Damit müssen Flugreisende nicht mehr in Quarantäne.