Malerische Sandstrände, tiefblaues Wasser und meterhohe Felsen locken viele Tausend Urlauber pro Jahr an die Algarve. Auch während der Coronavirus-Pandemie ist die Region in Portugal ein beliebtes Ziel, ebenso wie Lissabon sowie die Inseln der Azoren und die Insel Madeira.

Portugal erlaubt Einreise mit Corona-Schnelltest

Reisen in das Land sind ohne die Angabe von triftigen Gründen und mit wenigen Einschränkungen möglich: Portugal  verlangt bei der Einreise mit dem Flugzeug keinen PCR-Test mehr. Notwendig ist nur ein negativer Antigen-Schnelltest. Das ist im entsprechenden Beschluss des portugiesischen Ministerrats vom 9. Juni nachzulesen (auf Portugiesisch). 

Allerdings verschlechtert sich die Lage im Land zusehends, Grund dafür ist die Ausbreitung der Delta-Variante, die zuerst in Indien entdeckt wurde. Deutschland hatte deshalb ganz Portugal zum Virusvariantengebiet erklärt, was für Urlaubsrückkehrerinnen und Urlaubsrückkehrer bedeutet: zwei Wochen Quarantäne ohne Möglichkeit auf Freitesten. Doch zum 7. Juli wurde diese Entscheidung aufgehoben, Portugal gilt seither als Hochinzidenzgebiet.

In unserem Überblick erfahren Reisende, welche Pläne das Land für den Tourismus hat, was Urlauberinnen und Urlauber für die Einreise sowie über die Situation vor Ort wissen müssen und welche Sonderregeln für Madeira sowie die Azoren gelten.

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Die aktuelle Lage in Portugal

Die Lage in Portugal hatte sich vor dem Sommer deutlich entspannt, die Infektionszahlen waren gesunken – dank eines harten Lockdowns im Januar. Doch seit Anfang Juni gehen sie wieder steil nach oben. Lag die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz am 27. Mai noch bei 31,0, so liegt sie aktuell wieder bei 223,4 (Stand: 20. Juli). Ganz Portugal, einschließlich der Azoren und Madeira, gilt als Hochinzidenzgebiet

Ausbreitung der Delta-Variante

Die Lage ist vor allem in Lissabon (Inzidenz von über 300) und an der Algarve (Inzidenz von knapp 500) schlecht. Grund dafür ist die rasche Ausbreitung der Delta-Variante. Bereits mehr als 90 Prozent aller neu erfassten Corona-Infektionen in Portugal sind auf die Mutante des Coronavirus zurückzuführen.

Auch Portugal selbst hat harte Maßnahmen ergriffen: In mehreren Gemeinden gilt zwischen 23 und 5 Uhr eine nächtliche Ausgangssperre. Davon betroffen sind unter anderem Lissabon und die Algarve. Die gesamte Region Lissabon war bereits an den vergangenen Wochenenden abgeriegelt. Diese Maßnahme wird nun erneut umgesetzt. Der Großraum darf von Freitagnachmittag bis Montagfrüh nur dann betreten oder verlassen werden, wenn „triftige Gründe“ oder ein negativer Corona-Test, ein Nachweis über eine vollständige Impfung oder eine Genesung vorliegt. So soll die Ausbreitung der Delta-Variante im Rest des Landes verhindert werden.

In Lissabon sowie in Sesimbra und Albufeira müssen Restaurants, Cafés und Bars sowie Geschäfte – Lebensmittelläden ausgenommen – am Wochenende sowie an Feiertagen nur noch bis 15.30 Uhr öffnen.

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Aktuelle Regeln in Portugal, die auch Urlauber betreffen

Portugal lockert nur bei sinkenden Infektionszahlen – seit dem 1. Mai gelten im Großteil des Landes die in der vierten und letzten Stufe vorgesehenen Lockerungsmaßnahmen. Aktuell gelten folgende auch für Reisen relevante Regeln (Stand: 2. Juli):

  • Ausgangssperre: Wegen der steigenden Infektionszahlen gelten ab 2. Juli wieder nächtliche Ausgangssperren zwischen 23 und 5 Uhr. Insgesamt sind 45 Bezirke betroffen, darunter Porto, die Hauptstadt Lissabon sowie Albufeira an der Algarve.
  • Restaurants und Cafés dürfen bis 1 Uhr Uhr öffnen (Einlass nur bis Mitternacht). Pro Tisch sind maximal sechs Personen im Innenbereich und zehn Personen im Außenbereich erlaubt.
  • Kulturveranstaltungen sind bis 1 Uhr erlaubt (Einlass nur bis Mitternacht), Museen und ähnliche Einrichtungen haben wieder geöffnet.
  • Geschäfte und Einkaufszentren dürfen werktags bis 21 Uhr und bis 19 Uhr am Wochenende und an Feiertagen öffnen.
  • Es gilt ein Konsumverbot für Alkohol im öffentlichen Raum zwischen 21 und 6 Uhr.
  • Der Mindestabstand im öffentlichen Raum beträgt zwei Meter.
  • Es gilt eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sowie im öffentlichen Raum, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Auch Strandbesucher müssen beim Betreten und Verlassen eine Maske tragen.

Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 500 Euro. Bitte beachte die weiter oben genannten Ausnahmeregelungen für die Metropolregion Lissabon.

Ampelsystem regelt Besucherlenkung an Stränden

Wie in einigen deutschen Küstenorten gibt es auch in Portugal ein Ampelsystem. Es soll die Besucherströme lenken und darüber informieren, wie voll es an den Stränden ist. Urlauberinnen und Urlauber können sich die App „Info Praia“ im Apple Store (für iOs) oder im Google play Store (für Android) herunterladen.

Es gibt drei Stufen: Die Ampel leuchtet grün, wenn es relativ leer ist. Das gilt bis zu einer Auslastung von etwa einem Drittel. Wenn die Ampel gelb ist, dann sind bis zu zwei Drittel der Kapazitäten genutzt. Und bei Rot sind mehr Kapazitäten ausgeschöpft.  Sport an den Stränden, wie Volleyball spielen, ist nur erlaubt, wenn die Ampel auf grün steht.

Regeln für die Einreise nach Portugal, auf Madeira und auf die Azoren

Die Einreise aus Deutschland auf Portugals Festland war bis zum 16. Mai für Urlauber nicht erlaubt. Seit dem 17. Mai dürfen Deutsche wieder ohne triftigen Grund nach Portugal reisen. Ein Urlaub ganz ohne Quarantäne ist möglich, sowohl an der Algarve als auch in Lissabon oder Porto. Für die autonomen Inselregionen gelten Sonderregelungen.

Wer einreisen will, muss folgende Regeln beachten (Stand: 24. Juni):

  • Anmeldung: Einreisende müssen vor der Ankunft ein Einreiseformular (Passenger Locator Form) ausfüllen. Darauf müssen sie den Grund ihrer Einreise angeben, ihren Zielort sowie Kontaktdaten.
  • Testpflicht: Ein negativer Corona-Test (PCR oder Antigen-Schnelltest) ist Pflicht. Der Schnelltest darf bei Abflug nicht älter als 48 Stunden sein, der PCR-Test nicht älter als 72 Stunden. Der Test muss gegenüber der Fluggesellschaft nachgewiesen werden. Ausgenommen sind Kinder unter zwei Jahren. Mehr Infos stellt die portugiesische Grenzbehörde SEF online zur Verfügung.

Bislang gelten keine Ausnahmen von der Testpflicht für Geimpfte und Genesene.

Einreise auf die Azoren und auf Madeira

Je nach automoner Inselregion gelten folgende Regeln:

Auf Madeira kann der Corona-Test auch bei der Einreise kostenlos gemacht werden, das Ergebnis liegt in der Regel innerhalb von zwölf Stunden vor. Wer vollständig gegen Corona geimpft oder von einer Corona-Erkrankung genesen ist, muss keinen Test machen. Bis dahin müssen die Urlauber in Quarantäne. Reisende müssen ein Online-Formular ausfüllen.

Auf den Azoren werden unter Umständen weitere Corona-Tests durchgeführt: Bei einem Aufenthalt von mehr als sieben Tagen erfolgen sie an Tag sechs und Tag zwölf nach dem ersten Test. Die Urlauber müssen für eine Terminvereinbarung mit den örtlichen Gesundheitsbehören Kontakt aufnehmen. Auch hier müssen Einreisende ein spezielles Online-Formular ausfüllen.

Gesonderte Regelungen gelten für Einreisende, die vom portugiesischen Festland aus nach Madeira reisen wollen. Hier gilt ebenfalls eine Testpflicht – gegen Vorlage des Flugtickets können kostenlose PCR-Tests in einigen dazu bestimmten Labors auf dem Festland vorgenommen werden, schreibt das Auswärtige Amt. 

Diese Sicherheitsmaßnahmen gelten an Portugals Flughäfen

Wer mit einem Flugzeug auf dem portugiesischen Festland ankommt, muss sich auf Temperaturmessungen einstellen. Sollte die Körpertemperatur 38 Grad Celsius überschreiten, müssen Urlauber mit weiteren Untersuchungen und häuslicher Quarantäne rechnen. Unter anderem für diesen Fall bietet Portugal Touristen zur Sicherheit eine kostenpflichtige Corona-Versicherung an.

An den Flughäfen selbst gelten außerdem strikte Zugangsregeln. So dürfen nur Passagiere mit einem gültigen Flug-Ticket eintreten.

Regeln für die Rückreise nach Deutschland

Beim Auswärtigen Amt heißt es: „Als Voraufenthalt in einem Risikogebiet gilt ein Aufenthalt zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 10 Tagen vor Einreise. Maßgeblich ist, ob das Gebiet zum Zeitpunkt der Einreise nach Deutschland als Risikogebiet ausgewiesen war (das heißt nicht zwangsläufig zum Zeitpunkt des Aufenthalts).“

Das heißt: Wer bis zum 6. Juli um 23.59 Uhr nach Deutschland einreist, muss für 14 Tage in strikte Quarantäne. Ab dem 7. Juli gelten dann gelockerte Einreisebeschränkungen, das bestätigte auch das Budnesgesundheitsministerium auf reisereporter-Anfrage. Demnach gilt dann:

  • Nachweispflicht: Noch vor der Einreise in Deutschland müssen Urlauber und Urlauberinnen einen Nachweis über eine Impfung, eine Genesung von Covid-19 oder einen negativen Corona-Test vorweisen. Bei der Einreise aus einem Hochinzidenzgebiet darf der Antigen-Schnelltest maximal 48 Stunden alt sein, ein PCR-Test maximal 72 Stunden.
  • Anmeldepflicht: Reisende müssen sich vor der Einreise in Deutschland online unter www.einreiseanmeldung.de anmelden.
  • Quarantänepflicht: Wer aus einem Hochinzidenzgebiet einreist und weder geimpft noch genesen ist, muss sich auf direktem Weg, das heißt ohne Zwischenstopp, in sein Zuhause begeben oder an den Ort, an dem er oder sie die Quarantänezeit absitzt. Die Quarantänepflicht besteht für zehn Tage, kann aber ab Tag fünf mit einem Corona-Test verkürzt werden („Freitesten“).

Portugal: Checkliste für Einreise und Rückreise

Stand der Infos: 7. Juli