Es gibt sooo viele malerische und postkartenreife Orte in Italien – da fällt es schwer, sich zu entscheiden. Welches italienische Dorf das schönste ist? Diese Frage zu beantworten, ist schier unmöglich, oder? Deswegen hat die Vereinigung „I borghi più belli d’Italia“ (zu Deutsch: die schönsten Dörfer Italiens) auch eine lange Liste erstellt, auf der nun schon 315 der schönsten Dörfer stehen.

Und kürzlich wurden aus dieser Auswahl in der italienischen Reise- und Kulturserie „Il Borgo dei Borghi“ (auf Deutsch etwa: das Dorf der Dörfer) des öffentlichen TV-Senders Rai3 die 20 schönsten Dörfern des Landes gekürt. Die stellen wir dir näher vor – von Tropea über Malcesine und Baunei bis Geraci Siculo.

1. Tropea in Kalabrien

Die Altstadt steht auf einem etwa 40 Meter hohen Felsen – davor erstrecken sich Strände und das Mittelmeer. Bei gutem Wetter können die Einwohner von Tropea sogar bis zum Vulkan Stromboli blicken. Die bekannteste Sehenswürdigkeit des Ortes ist die jahrhundertealte Kirche Santa Maria dell’Isola auf einem Sandsteinfelsen am Meer. Wer sie besichtigen will, muss steile Stufen erklimmen.

Tropea ist eine Kleinstadt an der Ostküste der süditalienischen Region Kalabrien – sie zählt nun zu den schönsten Dörfern Italiens.

2. Baunei auf Sardinien

Baunei ist ein kleines, friedliches Bergdorf auf Sardinien – etwa 480 Meter hoch an einem steilen Südhang. Vom Meer getrennt wird der Ort durch eine Gebirgskette. Von Baunei aus windet sich eine steile Serpentinenstraße zur Hochebene Su Golgo. Dort erwartet Besucher die etwa 270 Meter tiefe Karsthöhle Stu Sterru, was übersetzt Schlund bedeutet. Darin wohnen Sardische Höhlensalamander, Spinnen und Krebstiere. 

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Felsnadel namens Pedra Longa, die seit 1993 den Status eines Naturmonuments hat. In der Nähe gibt es außerdem die Tropfsteinhöhle Grotta del Fico und das Felsentor L’Arco di Goloritzè.

Steile und schmale Straßen schlängeln sich die Berge Bauneis hinauf. Das stellt so manchen Autofahrer vor Herausforderungen. Und wenn dann noch Google Maps hinzukommt… (Symbolbild)

3. Geraci Siculo auf Sizilien

Geraci Siculo gehört zur Metropolitanstadt Palermo. Die etwa 1700 Einwohner leben hauptsächlich von der Landwirtschaft. Zu sehen gibt’s dort vor allem Kirchen wie die Madonna della Neve aus dem Spätmittelalter und die Santa Maria della Porta aus dem 15. Jahrhundert sowie die Ruine des Kastells Ventimiglia, das zu einem alten italienischen Adelsgeschlecht gehört.

Bildnummer: 58628491 Datum: 25.04.2012 Copyright: imago/imagebroker Altstadt, Geraci Siculo, Sizilien, Italien, Europa Reisen xcb x0x 2012 quer Altstadt Altstädte Architekturen Architektur Außenansichten Außenansicht Außenaufnahmen Außenaufnahme Bauwerke Bauwerk blaue Himmel blauer draußen Gebäude Haus historischer Stadtkern Häuser italienischer italienische italienisches italienisch keine Personen menschenleer niemand Stadtansichten Stadtansicht Stadt Straßen Straße Städte städtischer städtische städtisches städtisch tagsüber Tag urbaner urbane urbanes urban 58628491 Date 25 04 2012 Copyright Imago image broker Old Town Geraci Siculo Sicily Italy Europe Travel x0x 2012 horizontal Old Town Old Cities Architectures Architecture exterior view Outside Outside view Structures Building Blue Heaven Blue outside Building House Historical Town Houses Italian Italian Italian Italian none People deserted Nobody City views City view City Roads Road Cities Urban Municipal Municipal urban during the day Day urban urbane Urban Urban imago stock&people

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4. Albori in Kampanien

Bunte Häuschen schmiegen sich an grüne Hügel, aus den Fenstern blicken die Bewohner aufs Meer – klingt paradiesisch, oder? Albori ist ein kleiner Urlaubsort an der Amalfiküste. In der Umgebung können Touristen eine Wanderung in den Bergen des Monte Falerio machen, im Ort selbst lohnt die Besichtigung der Villa Guariglia mit einem Turm. 

5. Grottammare in den Marken

Grottammare gehört zu den größeren Orten dieser Liste, gut 16.000 Menschen leben dort. Die Liste von „I Borghi più belli d’Italia“ führt sie als „Perle der Adria“. Kein Wunder, der Ort liegt direkt am Wasser, umgeben von Kiefernwäldern, Orangenhainen und Palmen, und die Bewohner haben einen tollen Blick aufs Meer und die Strände.

Grottammare (Ascoli Piceno, Marches, Italy); exterior of ancient church with fountain imago images/clodio

Die Gegend war bereits in der Steinzeit besiedelt, im Mittelalter stand sie unter der Herrschaft der Benediktinerabtei Farfa. Heute treffen sich die Einwohner auf der Piazza Peretti zu einem Plausch. Auf der Ostseite befindet sich der schöne Rad- und Fußweg der Riviera delle Palme, der Grottammare über eine Länge von etwa acht Kilometern mit  den Orten Cupra Marittima und San Benedetto del Tronto verbindet.

6. Campli in den Abruzzen

Die Gemeinde Campli hat knapp 7000 Einwohner, und sie liegt teilweise innerhalb der Grenzen des Nationalparks Gran Sasso und Monti della Laga. Damit ist der Ort ein idealer Ausgangspunkt für Wandertouren, Strandliebhaber müssen etwa 30 Kilometer bis zur Adriaküste fahren. Sehenswert im Ort sind die Stiftskirche Collegiata di Santa Maria in Platea und die Chiesa di San Francesco, die im Mittelalter entstanden. Außerdem können Touristen den Palazzo Farnese, der heute das Rathaus ist, und die heilige Treppe aus Olivenholz (Scala Santa) besichtigen. 

7. Malcesine in Venetien

Idyll pur: Malcesine ist eine Gemeinde am Ostufer des Gardasees, die bunten Häuser stehen teilweise direkt an der Uferpromenade und über ihnen thront die Scaligerburg. Der mittelalterliche Ortskern lockt mit kleinen Plätzen, überwölbten Durchgängen und holprigen Pflasterwegen. Fast alle führen zum Hafen. Entlang der Promenade können Besucher bis zur Halbinsel Val di Sogno spazieren – vorbei an mehreren Badestellen.

Town of Malcesine castle and waterfront view, Veneto region of Italy, Lago di Garda imago images/YAY Micro

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Außerdem fährt von Malcesine aus eine Seilbahn zum 1760 Meter hoch gelegenen Gipfel des Monte Baldo. Vom Tratto Spino aus bietet sich ein toller Blick auf den in Bergketten eingebetteten See. Er ist auch ein perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen oder Mountainbike-Touren. Malcesine ist touristisch gut erschlossen im Vergleich zu anderen Orten in dieser Liste. 

8. Pietramontecorvino in Puglia

Nur etwa 2600 Menschen wohnen in Pietramontecorvino. Der Ort befindet sich in der Provinz Foggia in Apulien. Die Häuser schmiegen sich an grüne Hügel, es geht eher ruhig zu. Die Hauptsehenswürdigkeiten sind der Normannen-Turm, ein Überbleibsel der mittelalterlichen Befestigungsanlagen, die Kirche Santa Maria Assunta und der Herzogpalast.

View of the medieval hamlet of Pietramontecorvino imago images/sephiroth17

9. Corciano in Umbrien

Corciano hat eine lange Geschichte: Schon im sechsten Jahrhundert war es von Etruskern, dann von Römern besiedelt. Der Ort befindet sich zwischen Perugia und dem Trasimenischen See. 

Das Dorf zeichnet sich durch seine perfekt erhaltene mittelalterliche Struktur mit Gassen, Treppen, Palazzi, Türmen, Kirchen und Glockentürmen aus, schreibt „Umbria Tourism“. Besonders sehenswert sind der Wachturm der Porta Santa Maria, die Piazza Coragino mit einem Brunnen aus dem 16. Jahrhundert, der Palazzo Comunale, in dem sich eine Sammlung etruskisch-römischer Fundstücke befindet, der Palazzo del Capitano del Popolo und der Palazzo dei Priori.

Europe, Italy, Umbria, Corciano Town PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xRobxTilleyx/xDanitaxDelimont EU16 RTI0103 Europe Italy Umbria Corciano Town PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright xRobxTilleyx xDanitaxDelimont EU16 RTI0103 imago/Danita Delimont

10. Cocconato im Piemont

Weinliebhaber sind in Cocconato genau richtig: Das Dorf befindet sich mitten im Weinbaugebiet von Asti in der Region Piemont. Dort werden Reben der Sorten Barbera für den Barbera d’Asti, einen Rotwein mit DOCCG-Status, angebaut. Die kleine mittelalterliche Ortschaft auf 491 Metern Höhe besticht aber auch durch ihre historischen Gebäude, erhalten sind der befestigte Kern, kleine Gässchen und Stadtmauern.

Bildnummer: 50220288 Datum: 08.09.2002 Copyright: imago/imagebroker/Bahnmüller Morgendämmerung bei Cocconato, Landschaft , Weite; 2002, Cocconato, Piemont, Morgendunst, Morgen, morgens, Region; , quer, Kbdia, Totale, Italien, , Reisen, Europa; Aufnahmedatum geschätzt

11. Finalborgo in Ligurien

Die Ortschaft Finalborgo war bis 1927 eine eigenständige Gemeinde, heute gehört sie zur Stadt Finale Ligure in der Provinz Savona. In dem ruhigeren Ortsteil wurde viel vom ursprünglichen mittelalterlichen Flair erhalten, er ist umgeben von alten, hohen Stadtmauern und vier Stadttoren. Besonders schön ist der Markptplatz des Ortes, der von bunten Häusern umrahmt ist. Sehenswert ist auch die Ruine des Kastells Gavone oberhalb des Ortes, von dort aus ist auch das Meer zu sehen. 

12. Valsinni in Basilikata

Valsinni ist eine Gemeinde mit etwa 1400 Einwohnern, sie liegt 78 Kilometer südlich von Matera. Der Ort wurde in der Antike gegründet, der damalige Name war Favale. Nach einem Bergrutsch flüchteten die Einwohner in das Valle (Deutsch: Tal) des Flusses Sinni – dort gründeten sie Valsinni.

Erhalten ist noch das Castello di Valsinni – in der kurz nach dem Jahr 1000 aus Bruchsteinen erricheten Burg lebte auch die petrarkische Dichterin Isabella di Morra.

13. Trivento in Molise

Und noch ein Dorf, dessen bunte Häuser sich auf einen grünen Hügel schmiegen: Trivento in der Provinz Campobasso in der Molise. Durch die Gemeinde fließt der Tirgno, und das Bistum Trivento hat hier seinen Sitz.

Lange Treppe, Scalinata di San Nicola, Altstadt, Trivento, Molise, Italien, Europa *** Long stairs Scalinata di San Nicola old town Trivento Molise Italy Europe Copyright: imageBROKER/RaimundxKutter ibxrai04655914.jpg Bitte beachten Sie die gesetzlichen Bestimmungen des deutschen Urheberrechtes hinsichtlich der Namensnennung des Fotografen im direkten Umfeld der Veröffentlichung! imago/imagebroker

14. Poffabro in Friaul-Julisch Venetien

Versteckt zwischen den Bergen des Colvera-Tals finden Touristen das Dorf Poffabro. Dort erleben sie ein Idyll pur: Die kleinen Gassen führen entlang von mehrstöckigen Steinhäusern aus dem 16. Jahrhundert. Jedes verfügt über tiefe Holzbalkone und kleine Innenhöfe. Säulen, Treppen, Balkone und Steinbögen schmiegen sich in die Umgebung ein. Vor allem zur Weihnachtszeit kommen viele Besucher, wenn aus dem Dorf praktisch eine Krippe wird. 

15. San Giovanni in Marignano in Emilia-Romagna

San Giovanni in Marignano befindet sich etwa 20 Kilometer südöstlich von Rimini am östlichen Ufer des Flusses Conca. Geprägt ist die Landschaft durch Felder, Weinberge, und die naheliegende Küste. Die historische Altstadt verrät heute noch die Spuren der Adelsfamilie der Malatesta von Rimini, die dort auch Befestigungen wie einen Burggraben errichteten, in dem der Ventena-Fluss fließt. 

Der Stadtturm mit seiner Uhr aus dem 15. Jahrhundert fungiert als nördliches Eingangstor zum Ort. Es bildet den Startpunkt der Via di mezzo, in deren Straßenpflaster viele kreisrunde Öffnungen zu erkennen sind. Diese dienten als Zugänge zu den mittelalterlichen Kornspeichern. Es soll ganze 200 unterirdische Lagerräume für Steuerabgaben im Ort geben.

16. Buonconvento in der Toskana

Buonconvento befindet sich an der Mündung des Arbia in den Ombrone, die bekannte Weinstadt Montalcino ist nicht weit entfernt. An dem Dorf mit etwa 3000 Einwohnern kommen auch Pilger vorbei, die auf der Via Francigena und auf der hitsorischen Römerstraße Via Cassia unterwegs sind.

Die Altstadt aus dem 14. Jahrhundert ist weitestgehend gut erhalten. Highlights sind die Palazzi der Stadt sowie das beeindruckende Stadttor Porta Senese innerhalb der Stadtmauer. 

17. Borgo Valsugana in Trentino-Südtirol

„Ja, sind wir hier denn in Venedig?“ Das könnte sich so mancher Tourist fragen, der im Örtchen Borgo Valsugana auf den Fluss Brenta schaut. Denn direkt an dessen Ufer erheben sich die Häuser ebenso bunt wie in der bekannten Lagunenstadt. Charakteristisch für Borgo sind auch die langen Laubengassen sowie viele weitere antike Gebäude und Tore, Fresken und andere dekorative Elemente, die der Ortschaft einen venezianischen Touch verleihen.

Borgo Valsugana befindet sich 36 Kilometer südöstlich von Trient im mittleren Teil des Valsugana-Tals, das hier eine Engstelle bildet. Im Süden des Ortes erhebt sich der Monte Ortigara. 

18. Issime im Aostatal

In Issime sprechen noch einige Bewohner den walserdeutschen Dialekt Toitschu, denn es ist das am südlichsten gelegene Dorf des historischen alemannischen Sprachraums. Es befindet sich in der Mitte des Lys-Tals auf 953 Metern Höhe auf einer Hochebene zwischen Wiesen und Wäldern.

Im 15. Jahrhundert befand sich in Issime während der Herrschaft der Vallaise das Tribunal – und noch heute können Touristen die Sitze des Tribunals vor dem ehemaligen Rathaus besichtigen. Sehenswert ist auch die Gemeindekirche San Giacomo Maggiore aus dem 16. Jahrhundert, die auf den Ruinen eines anderen Gebäudes errichtet wurde. Sie ist für ein Fresko aus dem frühen 18. Jahrhundert bekannt, das die Fassade schmückt, schreibt das Tourismus-Portal des Aostatals.

Von Issime aus erreichen Besucher außerdem schnell das größte Skigebiet des Tals, auch Ausflüge zum Tal von San Grato, zum Colle di Dondeuil oder zu den zahlreichen Almweiden mit den vielen Heustadeln lohnen sich. 

19. Pomponesco in der Lombardei

Im Dorf Pomponesco in der Lombardei leben nur etwa 1700 Menschen. Es ist sehr symmetrisch aufgebaut, geprägt wird es durch enge Straßen und Kanäle sowie das Naturschutzgebiet Garzaia. Früher stand im Mittelpunkt der Siedlung die Burg Gonzaga – sie wurde jedoch durch französische Truppen Ende des 18. Jahrhunderts zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Heute ist daher an ihrer Stelle ein großer freier Platz, die Piazza XXIII Aprile. Der Platz ist von Arkadengebäuden umgeben, die einst von Höflingen und ihren Familien bewohnt wurden. Die Piazza verengt sich zu einem kleinen Platz, der die Perspektive auf eine Flusstreppe lenkt. 

20. Pico im Latium

Pico ist eine italienische Gemeinde mit 2858 Einwohnern in der Region Latium, gut 115 Kilometer südöstlich von Rom. Auf einem Hügel, umgeben von Wald, haben die Einwohner einen Blick auf die weite Landschaft und die Gebirge in der Ferne.  

Der Ort ist seit dem Jahr 2017 Mitglied der Vereinigung „I borghi più belli d’Italia“ und wird dort beschrieben als „grüne Oase der ruhigen Gastfreundschaft“. Highlights sind die Ruinen des Schlosses, die Kirchen San Rocco und Santa Marina sowie die mittelalterlichen Treppen im Zentrum.