Was macht eine Stadt überhaupt zur Hansestadt? „Hanse“ bedeutet so viel wie „Verbund“ – im Mittelalter haben sich in ganz Europa mehr als 200 Städte dem Kaufmanns- und Städtebund angeschlossen. Diese befanden sich am Hafen oder an großen Flüssen.

Vom damals größten Handelsverbund der Welt sind heute noch 25 Hansestädte in Deutschlandübrig geblieben. Wenn du eine davon besuchst, kannst du den Einfluss der Hanse auch heute noch spüren – das ganze Leben, die Architektur und die Kultur dieser Städte verprüht noch heute einen einzigartigen Charme, der an alte Zeiten erinnert. Wir nehmen dich mit auf eine Reise zu den zehn schönsten deutschen Hansestädten.

1. Stralsund – die oft verkannte Schönheit

Vielleicht bist du von hier aus schon mal auf die Insel Rügen gefahren – mit dem Auto oder dem Zug über die Strelasundquerung. Und dabei hast du dir vielleicht noch gar keine weiteren Gedanken über die Hansestadt Stralsund gemacht. Dabei ist es absolut lohnenswert, die Unesco-Welterbe-Stadt einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. 60.000 Einwohner wohnen in diesem Ort in Mecklenburg-Vorpommern.

Blick auf die Hansestadt Stralsund aus Richtung Altefähr zur Dämmerstunde.

Highlights in der Stadt: Vom Turm der Marienkirche aus hast du einen wunderschönen Blick über die Stadt. Die Architektur erinnert an die Zeiten der Hanse, zum Beispiel das Rathaus in der Altstadt. Eine steife Meeresbrise kannst du dir entweder im Naturkundemuseum um die Ohren wehen lassen oder direkt am Hafen der charmanten Hansestadt. 

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2. Greifswald – die beliebte Universitätsstadt

Studenten aus aller Welt zieht es in diese charmante Schönheit in Mecklenburg-Vorpommern. Greifswald mit seinen rund 60.000 Einwohnern ist bekannt für seinen romantischen Hafen und die Innenstadt, die mit mittelalterlichen Kirchtürmen und dem rot leuchtenden Rathaus an alte Zeiten erinnert.

Das rote Rathaus in Greifswald ist eine beliebte Sehenswürdigkeit.

Viele kleine Cafés und Restaurants laden hier zum Verweilen ein. Die beliebten Inseln Rügen und Usedom sind ebenfalls nicht weit entfernt.

3. Lüneburg – zwischen Elbe und Heide

In der Hansestadt Lüneburg, etwa 45 Minuten von Hamburg entfernt, wohnen mehr als 70.000 Einwohner. Besonders bekannt ist der Ort für seine reizvollen Altstadtgässchen. Hier können Besucher wunderschöne alte Fachwerkhäuser besichtigen, die sie zurück in die Zeit der Hanse entführen.

Die schöne Altstadt von Lüneburg mit dem Platz Stintmarkt am Fluss Ilmenau und dem historischen Hafenviertel.

Besonders schön ist auch das historische Hafenviertel mit vielen kleinen Läden und Boutiquen. An der Promenade am Fluss Ilmenau gibt es einige Cafés und Restaurants. Und auch die Lüneburger Heide ist mindestens einen Abstecher wert.

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4. Warburg – die unbekannte Schönheit

Warburg mit seinen rund 24.000 Einwohnern ist eher unbekannt. Das hat aber auch Vorteile: Besucher erleben in den mittelalterlichen Gassen mit idyllischen Fachwerkhäusern Ruhe und Entspannung. Einige ausgewählte Wanderwege rund um die kleinere Hansestadt in NRW laden ein, den Kopf mal so richtig frei zu bekommen.

Das Stadtpanorama der mittelalterlichen Stadt Warburg, im Hintergrund das Rathaus.

Ein Meer suchst du hier zwar vergebens, dafür plätschert der Fluss Diemel mitten durch die kleine Hansestadt und der Hessenweg – damals eine Handelsstraße, die in die Niederlande führte – erzählt die Geschichten der reichen Kaufleute und Händler aus dem Mittelalter.

5. Wismar – alter Schwede

Buckliges Kopfsteinpflaster auf dem Wismarer Marktplatz, bunte Häuschen: An der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns findest du diese idyllische Hansestadt mit ihren rund 45.000 Einwohnern. Das Besondere: Wismar gehörte ganze 250 Jahre lang, bis ins Jahr 1903, zu Schweden. Noch heute bezeichnen sich die Wismarer scherzhaft als Südschweden.

Die Altstadt von Wismar gehörte einst zu Schweden.

Und teils macht sich die Geschichte noch heute bemerkbar, viele Bauwerke oder Hausbezeichnungen erinnern an die Zeit. Außerdem findet jedes Jahr (wenn nicht gerade Corona-Pandemie ist) das Schwedenfest statt. Neben einem Stadtbummel bietet sich hier zum Beispiel Kitesurfen auf der Ostsee oder ein Inselausflug nach Poel an.

6. Hamburg – Perle des Nordens

Diese weltoffene Metropole darf natürlich nicht fehlen: Mit mehr als 1,8 Millionen Einwohnern ist Hamburg ein Riese unter den Hansestädten. Bis heute spürt man in der zweitgrößten Stadt Deutschlands den Einfluss der Hanse.

Damals im Mittelalter brachen die Schiffe vom imposanten Hamburger Hafen zu neuen Handelsufern auf. Bis heute findest du hier den drittgrößten Seehafen Europas. Neben der Architektur, zum Beispiel der St.-Michaelis-Kirche oder der Kunsthalle, ist die Hansestadt bekannt für die Elbphilharmonie, die schöne Außen-Alster oder die Reeperbahn.

Die Elbphilharmonie im Hintergrund der HafenCity in Hamburg.

7. Lübeck – Königin der Hanse

Diese Hansestadt in Schleswig-Holstein hat viele Spitznamen: Lübeck mit seinen rund 220.000 Einwohnern wird zum Beispiel auch das „Tor zur Ostsee“ oder die „Stadt der sieben Türme“ genannt. Die alten Lager- und Handelshäuser aus Backstein erinnern an die mittelalterliche Zeit der Hanse.

Die Marienkirche in Lübeck erinnert an alte Zeiten der Hanse.

1987 wurde die Stadt zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Bis heute erinnern in der Altstadt eindrucksvolle Bauwerke wie die Marienkirche oder das Museum Holstentor an vergangene Zeiten. Wenn es dich ans Meer zieht, bist du in etwa 15 Minuten mit dem Auto an der Ostsee oder in Travemünde.

8. Bremen – von der Schlachte zum Schnoor

Prächtige Fassaden erinnern in dieser 570.000-Einwohner-Stadt bis heute an die alten Hanse-Zeiten. Bremen ist außerdem bekannt für seine Stadtmusikanten sowie das älteste Viertel der Stadt – das Schnoorviertel mit kleinen bunten Häusern und charmanten Gassen oder die Schlachte an der Weserpromenade. Hier kannst du herrlich flanieren und Schiffe bestaunen, und, wenn Corona es erlaubt, die vielseitige Gastronomie genießen.

Das kleinste Bundesland Deutschlands ist der Hanse bereits im Jahr 1260 beigetreten. Der Wohlstand der Stadt lässt sich bis heute, zum Beispiel in der Altstadt, erkennen.

Die Schlachte an der Weser in Bremen lädt zum Flanieren ein.

9. Buxtehude – wo die Hunde mit dem Schwanz bellen

Die charmante Hansestadt Buxtehude mit ihren rund 40.000 Einwohnern ist bekannt für das Märchen, in dem Hase und Igel um die Wette laufen. An der wunderschönen Este entlang begegnen Besuchern hier, im Alten Land, ein Brunnen und eine kleine Gasse aus dem Märchen der Gebrüder Grimm.

Die Hansestadt Buxtehude im Landkreis Stade, Niedersachsen.

Im Jahr 1363 wurde die Stadt zum Mitglied der Hanse. In der idyllischen Altstadt fühlen Besucher sich in mittelalterliche Zeiten zurückversetzt. Damals gab es hier einige niederländische Siedler – diese sind auch für das Sprichwort „Wo die Hunde mit dem Schwanz bellen“ verantwortlich: Sie revolutionierten den Glockenschlag des Buxtehuder Kirchturms.

Die Buxtehuder schlugen damals noch mit einem großen Hammer auf die Kirchenglocke ein. Die Siedler dagegen befestigten an der Glocke – an der „Hunte“ – ein langes Seil, also einen „Schwanz“, und „bellten“ damit.

10. Rostock – frische Meeresbrise garantiert

Du magst es so richtig maritim? Kein Problem – in Rostock mit seinen rund 210.000 Einwohnern wirst du fündig. Die Hansestadt in Mecklenburg-Vorpommern ist geprägt durch die Schifffahrt. Die Nähe zur Ostsee mit einigen Stränden, zum Beispiel im Stadtteil Warnemünde, die Küste, spannende Museen und der imposante Blick auf riesige Ozeankreuzer lassen dir eine frische Meeresbrise um die Ohren wehen. 

Der schöne Strand in Warnemünde an der Ostsee.

Hier findest du außerdem viele alte Gebäude, die an die mittelalterliche Zeit der Hanse erinnern. Zum Beispiel die gotische Marienkirche in der schönen Altstadt – die Besonderheit dieser Kirche ist eine astronomische Uhr aus dem 15. Jahrhundert.