Italien ist eines der Länder in Europa, die am härtesten von der Corona-Pandemie getroffen wurden. Das gesamte Land samt der Inseln Sardinien und Sizilien gilt als Corona-Risikogebiet und steht auf der entsprechenden Liste des Robert-Koch-Institutes. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen dorthin. Sollte sich die Lage weiter verschärfen, könnte Italien sogar als Hochinzidenzgebiet ausgewiesen werden. Wir informieren Reisende darüber, was sie bezüglich der Urlaubsplanung und vor Ort in Italien beachten müssen. 

Die aktuelle Corona-Lage in Italien

Italien ist eines der Länder in Europa, die am härtesten von der Corona-Pandemie getroffen wurden. Die landesweite 7-Tage-Inzidenz liegt mit aktuell 164,4 (Stand: 21. April) weiter deutlich über der kritischen Grenze von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner. Ganz Italien gilt seit dem 8. November 2020 als Corona-Risikogebiet und steht auf der entsprechenden Liste des Robert-Koch-Institutes. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen dorthin.

Italien selbst teilt die 20 Regionen des Landes je nach Infektionsgeschehen in vier Risikozonen ein – es gelten unterschiedliche Einschränkungen

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Stufenweise Öffnungen ab Ende April

Italien hat Lockerungen angekündigt: Ab dem 26. April soll mit der Wiedereinführung der Gelben Zonen auch die Bewegungsfreiheit steigen, schreibt das Portal „The Local“. Auch Fahrten über Regionalgrenzen hinaus sollen dann wieder möglich sein. Die Außengastronomie soll in einigen Regionen ebenfalls wieder öffnen dürfen.

Weitere Öffnungsschritte – auch die Einreise von Urlaubern aus Deutschland betreffend – sollen bis Juli schrittweise erfolgen. Im Folgenden erfährst du, was aktuell gilt.

Einreise nach Italien – die Vorschriften

Aus Ländern der Europäischen Union – und damit auch aus Deutschland – sowie aus Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich ist die Einreise nach Italien zwar grundsätzlich gestattet. Es gelten aber mehrere Einschränkungen, über welche die italienische Botschaft in Berlin informiert:

  • Formular ausfüllen, in dem sie Angaben zum Gesundheitszustand machen. Außerdem müssen sie die Einreise dem zuständigen italienischen Gesundheitsamt (ALS) am Aufenthaltsort in Italien melden, das geht aktuell per Email.
  • Online-Formular.
  • PCR- oder Antigen-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, vorgelegt werden. Verschiedene Airlines verlangen verpflichtend die Vorlage des Nachweises beim Boarding.
  • fünftägige Quarantäne und die Vorlage eines zweiten negativen Tests nach fünf Tagen erforderlich. 

Besonderheiten gelten für Sardinien: Die Einreise ist für Menschen, die auf der Insel nicht ihren Wohnsitz haben, bis zunächst 30. April 2021 nur unter Nachweis triftiger beruflicher oder gesundheitlicher Gründe möglich. Das Aufsuchen einer Ferienwohnung zählt nicht zu den Ausnahmegründen, darüber informiert das Auswärtige Amt.

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Wichtig für die Einreise über Tirol

Wer sich in den letzten 14 Tagen vor der Einreise nach Italien in Tirol aufgehalten hat oder durch die Region in Österreich gereist sind, muss für 14 Tage in Quarantäne.

Mit Flugzeug, Bus, Bahn oder Auto nach Italien: Was geht?

Gibt es genug Flüge nach Italien? 

Nach wie vor gibt es verschiedene Flugverbindungen zwischen Deutschland und Italien – zum Beispiel von Alitalia, Lufthansa und Eurowings. Täglich starten Maschinen von Frankfurt am Main und München, seltener von Berlin und Düsseldorf. Auch einige Billigfluglinien bieten regelmäßige Flugverbindungen zwischen den beiden Ländern an, schreibt die italienische Botschaft.

Sie rät Passagieren dazu, sich bei den Airlines nach den für das Boarding erforderlichen Dokumenten zu erkundigen. Denn manchmal würden Fluggesellschaften zusätzliche – oder andere – Unterlagen verlangen, als in den Regelungen beider Länder vorgeschrieben ist. Einige ließen nur Personen an Bord, die ein negatives Testergebnis vorlegen können.

Mit dem Zug oder dem Bus nach Italien

Einige Busunternehmen haben ihre Fahrten eingeschränkt oder gestrichen. Der Bahnverkehr nach Österreich ist eingeschränkt – wegen des in Deutschland geltenden Einreiseverbots für Menschen, die in Tirol waren. Die direkten Zugverbindungen zwischen Deutschland und Italien über die Schweiz seien zwar reduziert, der Zugverkehr laufe aber noch regelmäßig, so die Botschaft.

Kann ich mit dem Auto nach Italien?

Die Durchfahrt mit dem Auto sowohl durch die Schweiz als auch durch Österreich ist erlaubt. Wichtig ist jedoch zu beachten: Wer sich in den letzten zwei Wochen vor der Einreise in Tirol aufgehalten hat, muss für 14 Tage in Quarantäne. Daher muss Tirol innerhalb von zwölf Stunden durchquert werden.

Tankstellen und Autobahntankstellen seien in ganz Italien geöffnet, schreibt der ADAC. In den Raststätten am Brenner würden jedoch nur Essen und Getränke zum Mitnehmen verkauft.

Die wichtigsten Corona-Regeln in Italien

In Italien gelten grundsätzlich ähnliche Regeln wie in anderen europäischen Ländern, auch für Touristen. Darüber informiert das Auswärtige Amt:

  • Abstand von ein bis zwei Metern ist vorgeschrieben.
  • Maskenpflicht im öffentlichen Raum, ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren. Der Mund-Nasen-Schutz muss im Freien, auch in Geschäften, Zügen oder anderen geschlossenen Räumen getragen werden.
  • Ausgangssperre von 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens In öffentlichen Verkehrsmitteln darf maximal die Hälfte der Plätze besetzt sein.
  • Temperaturmessungen vor dem Betreten von Einrichtungen wie Behörden, Geschäften oder Sehenswürdigkeiten statt.

Die einzelnen Regionen und Kommunen in Italien können in Abhängigkeit des Infektionsgeschehens individuelle Regeln und Beschränkungen erlassen. Dafür entscheidend ist auch der nächste Punkt:

Einteilung des Landes in vier Risikostufen

Italien teilt die 20 Regionen des Landes je nach Infektionsgeschehen in vier Risikozonen ein – rot, orange, gelb und weiß. Die aktuellen Einstufungen sind auf einer Karte des italienischen Gesundheitsministeriums nachzusehen. Allerdings hat die italienische Regierung mitgeteilt, dass es bis Ende April 2021 keine weißen und gelben Zonen mehr geben soll, sondern alle Regionen unter die strengen Regeln für orange und rote Zonen fallen.

Je nach Einstufung gelten unterschiedliche Abstufungen und Einschränkungen (Stand: 20. April 2021):

  • roten Zonen gelten Ausgangssperren. Die Menschen dürfen ihre Wohnungen grundsätzlich nur aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen verlassen, das berichtet der „ADAC“. Die Ein- und Ausreise in rote Zonen ist grundsätzlich verboten. Restaurants und Bars sind dicht; auch alle Geschäfte, die keine lebenswichtigen Produkte anbieten, müssen schließen. Es gilt ein touristisches Beherbergungsverbot: Hotels dürfen keine Urlauber aufnehmen, sondern nur Geschäftsreisende.
    Rot sind derzeit folgende Regionen: Aostatal, Apulien, Kampanien, Sardinien.
  • orangen Zonen (alle anderen Regionen) sollen die Menschen in der Regel ihre Orte nicht verlassen. Restaurants und Bars dürfen nur noch Außer-Haus-Verkauf anbieten. Hotels dürfen aber grundsätzlich Übernachtungsgäste empfangen.
    Orange sind derzeit folgende Regionen: Abruzzen, Basilikata, Kalabrien, Emilia Romagna, Friaul Julisch Venetien, Latium, Lombardei, Ligurien, Marken, Molise, Piemont, Sizilien, Toskana, Umbrien und Venetien sowie in die autonomen Provinzen Bozen und Trient.
  • gelben Zonen (derzeit keine Region) dürfen Restaurants und Bars von 5 bis 18 Uhr öffnen – bis 22 Uhr darf Essen zum Mitnehmen angeboten werden. Museen dürfen von Montag bis Freitag öffnen.
  • weißen Zonen (derzeit keine Region) sind die meisten Beschränkungen aufgehoben.

Regeln für die Rückkehr aus Italien nach Deutschland

Auch für die Rückreise nach Deutschland müssen Urlauber mehrere Regeln beachten: In ganz Deutschland gilt eine Anmeldepflicht sowie eine Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten. Sie betrifft sowohl Flugreisende als auch Menschen, die mit Bahn, Bus oder Auto unterwegs waren.

Für Flugreisende gelten bis voraussichtlich 12. Mai noch strengere Regeln: Sie müssen bereits beim Check-in am Abflugort ein negatives Testergebnis vorweisen – selbst wenn sie aus Nicht-Risikogebieten nach Deutschland kommen. Ohne diesen Nachweis dürfen Airlines die Passagiere nicht befördern.