In den Zug steigen, im kuscheligen Schlafwagen einschlafen und am Reiseziel aufwachen: Eine Reise im Nachtzug hat etwas Nostalgisches und Magisches. Während im Jahr 2020 nur wenige Nachtzüge aus Deutschland aufgebrochen sind, soll sich das ab dem Sommer 2021 ändern. Wir zeigen dir im Überblick, welche spannenden neuen Strecken in Europa geplant sind.

Nachtzüge nach Rügen und Verona ab Juni 2021

Mit dem Nachtzug nach Verona, Basel, Wien oder Rügen: Ab dem Sommer 2021 will der private Zuganbieter „Train4you“ sechs Verbindungen an den Start bringen.

Die Urlaubs-Express-Nachtzüge nach Rügen sollen von Anfang Juli bis Mitte August freitags aus Richtung Basel starten und samstags zurück gen Schweiz fahren. Unterwegs halten sie unter anderem in Freiburg, Mannheim, Frankfurt am Main, Hannover, Hamburg, Schwerin und Stralsund. Sie alle führen einen Schlaf- und Liegewagen.

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Auf der Strecke Richtung Verona, die ab Mitte Juni bis Ende September bedient werden soll, halten die Züge unter anderem in den deutschen Städten Hamburg, Hannover, Fulda und München. 

Neue Strecke beim Alpen-Sylt Nachtexpress

Auch der Alpen-Sylt Nachtexpress bietet in diesem Jahr eine neue Strecke an. Sie führt von Konstanz am Bodensee via Gäubahn, Ludwigsburg, Darmstadt, Frankfurt/Main, Hannover, Hamburg bis nach Westerland.

Angeboten werden derzeit drei Ticketkategorien – Sitzplatz, Liegewagen, Schlafwagen. Dabei buchen Reisende (vorerst) pandemiebedingt stets ein komplettes, eigenes Privatabteil für sich und ihre Angehörigen/Freunde. Somit müssen die Fahrgäste bis auf weiteres nicht mit Fremden stundenlang zusammen im selben Zugabteil reisen.

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Diese Strecken fährt der Alpen-Sylt Nachtexpress außerdem:

Diese Strecken fährt der Alpen-Sylt Nachtexpress.

Neue Nachtzug-Verbindungen in Europa von DB, ÖBB und Co.

Deutschland, Österreich, Frankreich und die Schweiz wollen ab 2021 neue grenzüberschreitende Nachtzugverbindungen anbieten. Ziel ist der sogenannte Trans-Europ-Express 2.0, der das Reisen innerhalb Europas umweltfreundlicher machen soll.

Die Deutsche Bahn hatte dies Ende 2020 angekündigt. Geplant sind folgende Strecken: 

  • Dezember 2021: Wien–München–Paris und Zürich–Köln–Amsterdam
  • Dezember 2023: Wien/Berlin–Brüssel/Paris
  • Dezember 2024: Zürich–Barcelona

Trans-Europ-Express-Züge gab es bereits in den 50ern bis 80ern. Seitdem fahren eigentlich nur noch Eurocity-Züge grenzüberschreitend zwischen Städten in Europa. Die Deutsche Bahn hatte das eigene Nachtzug-Angebot im Jahr 2016 eingestellt und an die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) übergeben.

Deutsche Bahn kündigt neue Nachtzüge durch Europa an.

Nachtzug nach Prag und Amsterdam startet 2022

Abends in Prag einschlafen, morgens in Brüssel oder Asterdam aufwachen: Das soll für Reisende ab dem Jahr 2022 möglich sein, wenn das tschechische Verkehrsunternehmen Regiojet gemeinsam mit dem niederländischen Start-up European Sleeper eine neue Nachtzug-Verbindung an den Start bringt. 

Die Züge sollen an folgenden Bahnhöfen halten: Brüssel, Antwerpen, Roosendaal, Rotterdam, Amsterdam, Hannover, Berlin, Dresden, Bad Schandau, Decin, Usti nad Labem und Prag.

Mit dem Nachtzug nach Schweden

Im Nachtzug nach Schweden: Das könnte bereits ab August 2022 klappen. Die schwedische Regierung will bis dahin die geplanten Verbindungen Stockholm–Hamburg und Malmö–Köln–Brüssel einrichten. Mit den Nachtzug-Plänen reagiert Schweden auf das gewachsene Interesse, klimafreundlich zu reisen. Stichwort: Flugscham (auf Schwedisch flygskam).

Für die Einrichtung der Nachtzüge stellt die Regierung umgerechnet knapp 40 Millionen Euro zur Verfügung – die größte Investition in ein Eisenbahnprojekt seit Jahrzehnten.

Der private Anbieter Snälltåget hatte bislang mit seinem Nachtzug zwischen Malmö und Berlin die einzige direkte Zugverbindung zwischen Deutschland und Schweden angeboten. Doch 2020 war der Berlin Night Express wegen der Corona-Pandemie eingestellt worden.

Nachtzug von Berlin nach Brüssel ab April 2022

Und ein weiterer privater Anbieter will in einigen Monaten auf den Nachtzug-Markt drängen: Das belgische Unternehmen „Moonlight“ will ab April 2022 seine erste Linie zwischen Brüssel, Lüttich und Berlin an den Start bringen. Die Tickets für ein Bett in einem gemeinsamen Abteil soll es ab 49 Euro pro Person geben. Ese gebe zudem Pläne, Belgien mit Südfrankreich und Barcelona zu verbinden, teilt „Moonlight“ mit.