Müllberge am Wegesrand, benutzte Taschentücher im Gebüsch – manche Wanderer benehmen sich auf Ausflügen völlig daneben. Wenn du aber glaubst, dir ist noch nie ein Fehltritt in der Natur passiert, bist du vermutlich auf dem Holzweg. Denn egal, wie achtsam du dich bewegst: Nur allzu leicht ist ein zartes Pflänzchen zertrampelt, ein Insekt zerquetscht oder ein Tier aufgescheucht. Wir erklären die wichtigsten Regeln für einen Ausflug in die Natur.

1. Nimm Rücksicht auf Tiere, Pflanzen und andere Menschen

Denk daran: Du bist nur Gast in der Natur. Deshalb solltest du dich immer auch wie ein solcher verhalten und Tieren, Pflanzen sowie deinen Mitmenschen mit Rücksicht und Respekt begegnen. Sei dir bewusst, dass viele Tiere sehr sensibel auf Stress reagieren. Vandalismus und andere Eingriffe in die Natur können weitreichende Folgen mit sich bringen: Ganze Lebensräume werden zerstört und damit auch die Wildnis, die dich eigentlich erst nach draußen gelockt hat.

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2. Ruhe, bitte! Lärm schreckt Wildtiere auf

Im Frühjahr kannst du Rehkitze entdecken. Besser aber, du hältst dich von ihnen fern und scheuchst sie nicht auf.

Lärm, Krach, Radau, Getöse – ganz egal, wie du es nennst: Lass es. Laute Geräusche stören Wildtiere und schrecken sie auf. Sie sind gestresst, verbrauchen mehr Energie, werden in der Balz oder bei der Brut gestört und können davon krank werden oder sogar sterben.

3. Trampelpfade sind tabu

Die Menschen suchen die unberührte Natur – und zerstören sie genau deshalb, weil sie abseits der Wege umherstapfen. Gerade während der Corona-Pandemie lasse sich immer häufiger beobachten, dass Menschen die offziellen Wege ignorieren, Abkürzungsstrecken nutzen, sich eigene Wege durch Hecken, Wiesen und das Unterholz bahnen, berichtet das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“.

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Wer auf Trampelpfaden unterwegs ist, zerstört nicht nur Naturflächen – sondern trampelt in den Ruhezonen brütender Vögel oder den Rückzugsorten von Säugetieren herum. In den meisten Naturschutzgebieten gilt ohnehin ein Wegegebot.

Auch wenn es allzu verlockend ist, querfeldein zu wandern – du solltest dich immer auf den gekennzeichneten Wegen bewegen.

4. Müll immer mitnehmen

Eine leere PET-Flasche, ein Bonbonpapier oder eine Kippe ins Gebüsch zu pfeffern dauert nur einen Augenblick. Im Wald jedoch vergehen Jahrzente, bisweilen sogar Jahrhunderte, bis sich der Müll zersetzt – und meist nicht einmal restlos. Zigarettenstummel enthalten Giftstoffe, die den Erdboden und das Grundwasser verunreinigen.

Achtung auch mit Mund-Nasen-Bedeckungen: Masken sind nicht nur wegen enthaltener Kunstoffe ein Problem, in ihren Schlaufen können sich auch Tiere verfangen. Auch Bananenschalen haben in der Natur nichts zu suchen, weil die Tropenfrüchte Jahre brauchen, um zu verrotten. Deshalb: Müll immer mitnehmen. Wildmüllkippen kannst du übrigens über die Seite „Müll weg“ melden.

5. Kein Feuer machen

Achtung! Oft weisen Schilder auf erhöhte Waldbrandgefahr hin.

Lagerfeuer im Wald sind brandgefährlich – und darum streng verboten. Möchtest du draußen zündeln und grillen, nutze ausschließlich offizielle Feuerstellen. Raucher sollten im Wald ebenfalls besonders aufpassen: Schon ein einziger Glimmstängel kann einen Waldbrand entfachen. Wenn du auf deine Zigarette nicht verzichten kannst, drücke die Glut gut aus und nimm die Kippe in einem Taschenaschenbecher mit nach Hause.

6. Hunde an die Leine

So ist’s brav: Hunde gehören bei einem Ausflug in der Natur an die Leine.

Der beste Freund des Menschen ist für die meisten Wildtiere eine Bedrohung. Insbesondere Bodenbrüter und Jungtiere wie Rehkitze werden durch herumstreunende Hunde gefährdet. In der sogenannten Brut- und Setzzeit im Frühjahr herrscht darum in vielen Bundesländern Leinenzwang. Auch sonst sollten Hundehalter besondere Rücksicht walten lassen und insbesondere Tiere mit starkem Jagdtrieb nicht von der Leine lassen.