Eier suchen kannst du vergessen: Dieses Ostern ist Geocaching angesagt! Die digitale Schnitzeljagd, bei der du mithilfe von GPS-Koordinaten Verstecke entdeckst, lässt sich auch im Lockdown locker durchziehen. Was du dafür brauchst, wie das genau abläuft und alles, was sonst noch wichtig ist? Das erfährst du in diesem Überblick.

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema Geocaching haben wir mit Daniel Pflieger (37) aus Hannover diskutiert. Er ist Geocaching-Experte, hat in den vergangenen 13 Jahren etwa 8000 Caches gefunden und schickt mit dem Reisebüro Geheimpunkt Schatzsucher rund um die Welt oder versteckt Geocaches im Auftrag von Städten, die in dem Spiel eine Touristenattraktion sehen. 

Daniel Pflieger aus Hannover hat bereits 8000 Geocaches entdeckt. Trotzdem findet auch er nicht jedes Versteck.

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Warum ist Geocaching gerade 2021 eine gute Idee?

Den ersten Geocache vergrub Dave Ulmer am 3. Mai 2000 nahe der Stadt Portland im US-Bundesstaat Oregon. Doch gerade in letzter Zeit bringen mit Geocaching immer mehr Menschen Spannung in den ansonsten sehr heruntergefahrenen Pandemie-Alltag: 2020 verzeichnete die App 70 Prozent mehr Anmeldungen im Vergleich zum Vorjahr, schreibt die „New York Times“.

Die einen wollen damit ein Spiel und Spaziergang verbinden, die anderen die Gassirunde aufpeppen. Ältere Menschen nutzen es, um in Bewegung zu bleiben. Eltern freuen sich, dass Geocaching die Kinder vor die Tür lockt und sie dort mit allen Sinnen auf die Suche gehen.

Geocacher lassen sich nicht aufhalten – auch nicht durch die strengsten Corona-Regeln, sagt Geocaching-Experte Daniel Pflieger. Das Spiel sei eine kontaktarme Aktivität, die man allein oder mit der Familie, in der Großtadt oder auf dem Land und ohne Vorbereitung machen könne. „Im Umkreis von fünf Kilometern findet jeder etwas, garantiert.“ So sind selbst 15-Kilometer-Bewegungsradien kein Hindernis. Und auch bei Ausgangssperren lasse sich noch mit Geocaching-Rätseln die Zeit vertreiben und etwa tagelang an einer Enigma-Verschlüsselung knobeln.

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Wie läuft die digitale Schnitzeljagd genau ab?

Das Spiel funktioniert im Prinzip wie eine Schnitzeljagd, aber es kommt Technik zum Einsatz: Stift und Smartphone einpacken, kostenlose Geocaching-App herunterladen – und los geht’s. Aus weltweit 3,2 Millionen Verstecken wählst du eins aus, das du aufstöbern willst. Dazu bekommst du die GPS-Koordinaten geliefert und manchmal noch ein kleines Rätsel. Ziel des Geocachings ist es, einen sogenannten Cache aufzuspüren. Dabei handelt es sich um einen Behälter, der vor Ort so gut versteckt ist, dass du genau hinsehen und danach suchen musst. Daniel Pflieger etwa suchte einmal Tausende Metallbolzen unter einer Brücke ab – um eine gefühlte Ewigkeit später den einen magnetischen Nietkopf zu finden.

Hast du den Cache schließlich gefunden, liegt darin meist ein kleines Geschenk und ein Logbuch, in das du dich mit dem Stift einträgst. „Damit beweist du der Welt, dass du da warst“, sagt Daniel Pflieger. Das Geschenk darfst du als Trophäe mitnehmen. Aber nur, wenn du für den nächsten Schatzsucher auch eine Überraschung dalässt.

Welche Schätze kann ich finden?

Eine fremdländische Münze, eine Brosche und eine Briefmarke aus Frankreich – diese Schätze fand Daniel Pflieger in seinem allerersten Cache. „Eigentlich sind die Dinge aber nur Mittel zum Zweck. Der Weg ist das Ziel!“ Für den Geocaching-Experten zählt vielmehr, dass er während der Suche neue Orte entdeckt. In Italien etwa führte ihn das Spiel an einen einsamen Strand – so gut versteckt, dass er in keinem Reiseführer auftauchte. Für die längste Geocachingtour Deutschlands radelte er 1600 Kilometer von Nord nach Süd: von Sylt bis Oberstorf.

Pflieger tauchte in voller Ausrüstung nach Caches, kletterte auf Hunderte Bäume, bestieg Berggipfel. Auch seine Heimatstadt Hannover hat er durch seine Leidenschaft buchstäblich bis ins kleinste Detail und vor allem ganz neu kennengelernt. 

„Wer mit dem Geocaching anfängt, geht mit einem anderen Blick durch die Welt“, sagt Daniel Pflieger. Für seinen absoluten Traum-Geocache aber müsste er unseren Planeten verlassen: Er befindet sich an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Denn auch dort liegt – oder besser: schwebt – ein Schatz!

Welche Regeln muss ich beachten?

Ganz gleich, wohin Geocaching dich führt: Schokolade wirst du niemals im Behälter entdecken. Denn eine Geocaching-Regel lautet: Es dürfen keine Lebensmittel oder Schrott-Schätze im Behälter ausgesetzt werden. 

Außerdem müssen die Verstecke vor Nicht-Eingeweihten geschützt werden. Die werden übrigens Muggel genannt, so wie die Nicht-Magier im „Harry Potter“-Universum. Es wäre doch auch zu schade, wenn sie (unabsichtlich) anderen den Spaß an der Schnitzeljagd verderben!