Von New York nach London in einer Stunde? Von Schanghai nach New York in zwei Stunden oder von Sydney nach London in vier statt in etwa 20 Stunden? Noch scheint das Science-Fiction zu sein, aber zahlreiche Unternehmen tüfteln an Überschall- oder gar Hyperschall-Flugzeugen, die das schon bald möglich machen sollen.

Solche Pläne vermeldeten bereits Elon Musks SpaceX, Boeing, das Start-up Boom Supersonic aus Denver und die britische Weltraumbehörde (UK Space Agency). Der neueste Player kommt aber aus China. Das in Peking ansässige Unternehmen Space Transportation will ein Passagierflugzeug bauen, das innerhalb von zwei Stunden mit mehr als 7000 Kilometern pro Stunde von Schanghai nach New York fliegen kann – mit Platz für zwölf Sitze.

Um so schnell fliegen zu können, muss das Hyperschall-Flugzeug am Rande des Weltraums fliegen, also mindestens in einer Höhe von 29 Kilometern über dem Erdboden. Sonst würde der Flieger aufgrund des Geschwindigkeitsdrucks auseinandergerissen werden. Zum Vergleich: Normale Flugzeuge fliegen meist auf einer Höhe von elf bis zwölf Kilometern. Laut der Website von Space Transportation soll der erste Hyperschallflug 2030 starten.

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London nach New York in einer Stunde: Weltraumbehörde will es möglich machen

Auch die UK Space Agency will Flüge nach New York revolutionieren. Gemeinsam mit privaten Unternehmen arbeitet die Regierungsbehörde derzeit an einem Überschallflugzeug, das von London nach New York nur eine Stunde benötigt. 

Das Partnerunternehmen Reaction Engines hat dafür einen Motor entwickelt, von dem die britische Weltraumbehörde sicher ist, dass er einen Tagesausflug zwischen den Metropolen Wirklichkeit werden lässt. Denn das Antriebssystem mit dem Namen „SABRE“ kann ein Flugzeug mit einer Geschwindigkeit von bis zu Mach 5 antreiben – das bedeutet fünfmal so schnell wie der Schall. Bereits im August 2020 habe das Triebwerk einen entscheidenden Hitzetest unter diesen Bedingungen bestanden, berichtet das britische Nachrichtenportal „Express“.

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Flugzeugteile halten mehr als 1000 Grad aus

„Es ist fantastisch zu sehen, wie Reaktionsmotoren diesen wichtigen Meilenstein überschreiten. Dies zeigt, wie die Vorkühlertechnologie mit den extremen Temperaturen umgehen kann, die mit der Bewegung mit der fünffachen Schallgeschwindigkeit verbunden sind“, wird Großbritanniens Wissenschaftsminister Chris Skidmore zitiert.

Während der letzten Tests habe der Vorkühler von Reaction Engines Luftstromtemperaturen von mehr als 1000 Grad in weniger als einer Zwanzigstelsekunde erfolgreich gelöscht. Das könne den Flugverkehr revolutionieren, prognostizierte Graham Turnock, Chef der britischen Weltraumbehörde.

Auch Tests an einem Wärmetauscher und einem Wasserstoffvorbrenner seien positiv ausgefallen, berichtet „Simple Flying“. Der Wasserstoffvorbrenner versorgt den Motorzyklus beim Start und im frühen Flug mit Wärmeenergie. Der HX3-Wärmetauscher, der an den Vorbrenner angeschlossen ist, tauscht die Wärme zwischen Verbrennungsgas und Helium aus. Der HX3 hielt dabei eine Höchsttemperatur von 1126 Grad aus – das sei bislang der heißeste Test von Reaction Engines gewesen.

Überschallflugzeug könnte auch ins All fliegen

Außerdem will die UK Space Agency solche Flugzeuge auch außerhalb der Erdatmosphäre einsetzen und damit die nächste Generation an Raumfahrtgeräten kreieren. Als bisher einziges Überschallflugzeug für Passagierbeförderung hatte die Concorde von 1976 bis zur Einstellung ihres Betriebs 2003 die Strecke New York–Paris abgedeckt und dafür drei bis dreieinhalb Stunden gebraucht. Diesen Platz könnte bald also einer der vielen neuen geplanten Flieger einnehmen.