Von New York nach London in einer Stunde? Oder von Sydney nach London in vier statt in etwa 20 Stunden? Noch scheint das Science-Fiction zu sein, aber die britische Weltraumbehörde (UK Space Agency) glaubt daran, dass es 2030 tatsächlich möglich sein wird. Gemeinsam mit privaten Unternehmen arbeitet die Regierungsbehörde derzeit an einem Überschallflugzeug.

Das Partnerunternehmen Reaction Engines hat dafür einen Motor entwickelt, von dem die britische Weltraumbehörde sicher ist, dass er einen Tagesausflug zwischen den Metropolen Wirklichkeit werden lässt. Denn das Antriebssystem mit dem Namen „SABRE“ kann ein Flugzeug mit einer Geschwindigkeit von Mach 5 antreiben – das bedeutet fünfmal so schnell wie der Schall. Bereits im August 2020 habe das Triebwerk einen entscheidenden Hitzetest unter diesen Bedingungen bestanden, berichtet das britische Nachrichtenprotal „Express“.

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Flugzeugteile halten mehr als 1000 Grad aus

„Es ist fantastisch zu sehen, wie Reaktionsmotoren diesen wichtigen Meilenstein überschreiten. Dies zeigt, wie die Vorkühlertechnologie mit den extremen Temperaturen umgehen kann, die mit dem Fahren mit der fünffachen Schallgeschwindigkeit verbunden sind“, wird Großbritanniens Wissenschaftsminister Chris Skidmore zitiert.

Während der letzten Tests habe der Vorkühler von Reaction Engines Luftstromtemperaturen von mehr als 1000 Grad in weniger als 1/20 Sekunde erfolgreich gelöscht. Das könne den Flugverkehr revolutionieren, prognostizierte Graham Turnock, Chef der britischen Weltraumbehörde.

Auch kürzliche Tests an einem Wärmetauscher und einem Wasserstoffvorbrenner seien positiv ausgefallen, berichtet „Simple Flying“. Der Wasserstoffvorbrenner versorgt den Motorzyklus beim Start und im frühen Flug mit Wärmeenergie. Der HX3-Wärmetauscher, der an den Vorbrenner angeschlossen ist, tauscht die Wärme zwischen Verbrennungsgas und Helium aus. Der HX3 hielt dabei eine Höchsttemperatur von 1126 Grad aus – das sei bislang der heißeste Test von Reaction Engines gewesen.

Überschallflugzeug könnte auch ins All fliegen

Als bisher einziges Überschallflugzeug für Passagierbeförderung hatte die Concorde von 1976 bis zur Einstellung ihres Betriebs 2003 die Strecke New York–Paris abgedeckt und dafür drei bis dreieinhalb Stunden gebraucht. Diesen Platz könnte bald also ein Überschallflugzeug der britischen Weltraumbehörde einnehmen. Außerdem will die UK Space Agency solche Flugzeuge auch außerhalb der Erdatmosphäre einsetzen und damit die nächste Generation an Rahmfahrtgeräten kreieren.