Der Harz bietet jede Menge tolle Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten! Du kannst eindrucksvolle Berggipfel erklimmen, scheue Wildtiere beobachten, einmalige Naturdenkmäler bewundern und historische Gebäude besichtigen.

Egal, ob du für einen längeren Urlaub oder einen Ausflug vor Ort bist: Es gibt einige Orte, die du auf keinen Fall verpassen darfst! Dass der Brocken dazugehört, müssen wir dir vermutlich nicht mehr erklären – daher kommt er in dieser Liste auch nicht vor...

1. Magische Rhumequelle

Bei Rhumspringe am Südwestrand des Harzes befindet sich ein mystischer Ort: Aus der Rhumequelle sprudelt bis zu 5000 Liter Wasser pro Sekunde, damit zählt sie zu den stärksten Karstquellen Deutschlands. Die Quelle liegt in einem 30 Meter langen und 20 Meter breiten Teich, sie macht sich durch leichte Wellen an der Oberfläche bemerkbar. Aufgrund des karstigen Gesteins schimmert das Wasser oft türkisfarben. Die Quelle ist ein uralter Kult- und Kraftplatz – im Laufe der Zeit wurden im Teich Jahrtausendealte Krugscherben, Münzen und Werkzeuge gefunden.

Die Rhumequelle strahlt ein mystisches Flair aus.

Das Wasser der Rhumequelle stammt zum größten Teil aus Versickerungen der Flüsse Sieber und Oder sowie dem Oderzufluss Beber. Das tief aus der Erde hervorquellende Wasser hat eine immer gleichbleibende Temperatur von acht bis neun Grad, deswegen friert die Rhumequelle auch im Winter nie zu. Neben der Hauptquelle gibt es noch etwa 360 weitere Nebenquellen, deren Wasser ebenfalls in den Quellteich sowie den Fluss Rhume sprudelt.

2. Rappbodetalsperre mit längster Hängeseilbrücke

Der Harz ist auch eine Region der Superlative, denn dort findest du Deutschlands längste Hängeseilbrücke, höchste Staumauer sowie Europas längste Doppelseilrutsche. All das gibt’s an einem Ort – der Rappbodetalsperre!

Die Titan-RT wurde im Jahr 2017 eröffnet und ist 485,5 Meter lang, damit überbietet sie die Geierlay-Brücke um 125,5 Meter. Der Laufsteg der Hängeseilbrücke ist 1,2 Meter breit und besteht aus Gitterrost, gesäumt von einem 1,3 Meter hohen Geländer mit freier Sicht nach unten und übers Rapptodetal. Solltest du nicht schwindelfrei sein: Schau lieber nach vorne. Je nachdem, wie viel Betrieb ist oder ob der Wind weht, können Besucher auch die Schwingungen der Brücke spüren.

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Die Hängeseilbrücke über dem Rappbodetal im Harz.

Noch nicht genug Action? Unterhalb der Brücke können Besucher auch noch einen Sprung in 64 Meter Tiefe machen – auf der „GigaSwing“!

Du kannst diesen Ort zum Beispiel als Zwischenstopp auf einer Wanderung einbauen, eine schöne Route startet in Hasselfelde. Du willst lieber nur den Blick genießen? Dann mach dich auf zum Aussichtspunkt Rotestein, von dort aus siehst du über die Rappbodetalsperre – und hast bei gutem Wetter sogar eine Fernsicht über den Oberharz bis zum Brocken. Wanderanfänger sind hier gut aufgehoben, denn der Punkt am Südostufer des Stausees der Rappbodetalsperre ist leicht zu erreichen.

3. Stabkirche Hahnenklee

Stabkirchen sind eigentlich typisch norwegisch, es gibt sie aber auch im Harz. Das wohl bekannteste der Bauwerke ist die Gustav-Adolf-Stabkirche in Hahnenklee: Sie wurde im Jahr 1907 errichtet, als Reminizenz an die Stabkirche von Borgund in Norwegen. Übrigens ist sie nicht nur von außen sehenswert, sie duftet innen herrlich nach Holz.

Blick auf die Gustav-Adolf-Stabkirche im Goslarer Stadtteil Hahnenklee-Bockswiese.

4. Baumwipfelpfad Harz

Ganze 1000 Meter lang ist der Baumwipfelpfad Harz, in 30 Metern schwindelerregender Höhe laufen Besucher über diesen besonderen Pfad. Auf 18 Plattformen finden sie verschiedene Erlebniselemente, Ruhestationen und Infos. Es gibt außerdem Themen-Führungen zu Insekten und der Natur sowie zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Weg zum Baumwipfelpfad Harz im Herbst.

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5. Wolfswarte auf dem Bruchberg

Wolfswarte – das klingt so richtig schön mystisch! Tatsächlich handelt es sich bei diesem Ort um die waldlose Kuppe des Bruchbergs, der mit etwa 927 Metern der zweithöchste Berg in Niedersachsen ist. Die Kuppe besteht aus verwittertem Acker-Bruchberg-Quarzit. Bei guten Wetterverhältnissen kannst du von der Wolfswarte aus einen atemberaubenden Ausblick genießen und sogar den höchsten Berg des Harzes, den Brocken, sehen.

Und so kommst du hin: Von Altenau aus führt der Wolfswarter Weg auf die Kuppe – an mehreren Stellen ist er mit der Steile-Wand-Weg-Straße, die nach Torfhaus führt, verbunden. 

Die Wolfswarte ragt aus dem Nebel hervor – die Kuppe des Bruchberges ist waldlos.

6. Das Kleinste Haus in Wenigerode

Hier müssen die meisten Menschen den Kopf einziehen: Das Kleinste Haus in Wernigerode hat eine nur 1,70 Meter hohe Tür. Insgesamt misst das Gebäude in der Kochstraße bis zur Dachtraufe 4,20 Meter und ist 2,95 Meter breit. Die damaligen Bauherren sparten sich die Giebelwände und bauten das Gebäude ganz einfach zwischen eine Baulücke.

Im Erdgeschoss befinden sich ein Eingangsbereich und eine Küche, im ersten Strock ein zehn Quadratmeter großer Raum. Das war früher einmal die Wohnstube, das ehemalige Schlafzimmer ist im Dachgeschoss. Diese kleine Fläche diente bis zum Jahr 1976 als Wohnung – angeblich für bis zu elf Personen. Heute ist das Haus ein Museum und im Besitz der Stadt Wernigerode.

Das Kleinste Haus von Wernigerode ist nur 2,95 Meter breit.

7. Burg Falkenstein

Burg Falkenstein gehört zu den beeindruckendsten Gebäuden im Harz. Sie wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet und erhebt sich über der Selke, einem Zufluss der Bode. Der Falkenstein gilt als am besten erhaltene Burg im Harz, die Mauern und der darüber thronende Bergfried bilden ein eindrucksvolles Panorama. 

Im Inneren gibt es ein Museum, besichtigt werden können beispielsweise der Rittersaal, die Herrenstube, die Burgkapelle und die Alte Küche. Erkunden kannst du sie auch virtuell.

Beeindruckend: die Burganlage des Schlosses in Falkenstein.

8. Einhornhöhle

Die Einhornhöhle ist eine Besucherhöhle mit mehreren Räumen und Gotten etwa 1,5 Kilometer nördlich der Ortschaft Schwarzfeld. Darin wurden Tierknochen gefunden wurden, die anfangs einem Einhorn zugeordnet wurden – daher auch der Name. Schon im Jahr 1583 wurde über das Graben nach dem Fabeltier berichtet – doch schon im 17. Jahrhundert wurde erkannt, dass es sich bei den Knochenfunden um fossile Reste von Großsäugetieren, vor allem dem Höhlenbären, handelte.

In der Einhornhöhle im Harz lebten früher einmal Menschen.

Die Einhornhöhle ist mit einer Länge von 700 Metern die größte begehbare Höhle des Westharzes, die Räume sind durch niedrige Gänge miteinander verbunden. Vor mehr als 100.000 Jahren diente die Höhle Neandertalern als Wohnstätte.

Corona-Hinweis: Aufgrund der Pandemie ist eine Reservierung vorab notwendig.

9. Steinkirche bei Scharzfeld

Die Steinkirche bei Scharzfeld ist ein sehenswertes Ausflugsziel im Harz – die rundbogige Dolomitenfelsenhöhle wurde bereits in der Steinzeit genutzt, im Mittelalter diente sie als Kirche. Davon können sich Touristen heute nocht überzeugen, denn nach wie vor stehen eine aus Stein gehauene Kanzel und ein Altar in der Höhle. Daneben befindet sich eine viereckige Öffnung, die in einen tiefen Schacht mündet. Wozu er gedient hat, ist bis heute ungeklärt.

Bei der Steinkirche Scharzfeld handelt es sich um eine Felsenhöhle aus der Steinzeit. (Archivfoto)

Besonders beeindruckend ist die 28 Meter lange und bis zu acht Meter hohe Halle der Höhle, die in mystisches Halbdunkel gehüllt ist. Tageslicht gelangt nur über zwei Öffnungen in einem Seckenspalt hinein. 

Wer die Steinkirche sehen will, kommt beispielsweise bei einer Wanderung auf dem Karstwanderweg an ihr vorbei, der 239 Kilometer durch den Harz führt. 

10. Höhlenwohnungen von Langenstein

Sind wir bei den Hobbits gelandet? Oder am Drehort in Neuseeland? Weder noch: Auch im Harz gibt es Höhlenwohnungen, und zwar im malerischen Dorf Langenstein bei Halberstadt. Sie sind einzigartig in Deutschland. Die Räume wurden per Hand in die Sandstein-Felsen geschlagen. Einige sollen aus der germanischen Siedlungszeit stammen. Bis vor 100 Jahren wohnten darin sogar noch Menschen. Heute ist das Dörfchen ein Museum – doch massive Türen in der Felswand, Fenster mit weißen Gardinen und kleine Gärten, in denen Küchenkräuter wachsen, erinnern noch an die ehemaligen Bewohner. Sie wurden Troglodyte genannt.

Wie bei den Hobbits: historische Höhlenwohnungen im Harz.

Wichtig: Feste Öffnungszeiten gibt es nicht, Termine können zum Beispiel über die Tourist Information Halberstadt gebucht werden.

11. Blaue Kirche von Clausthal

Sie ist ein einzigartiges Baudenkmal und die größte Holzkirche Deutschlands: Die Heilig-Geist-Kirche Clausthal ist 57 Meterlang und 26 Meter breit – und komplett blau gestrichen. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert und zeugt bis heute vom Reichtum, den der Bergbau einst in den Harz gebracht hat.

Deutschlands größte Holzkirche ist blau!

Die ursprüngliche kobaltblaue Farbe erhielt das Gebäude übrigens erst im Jahr 2013 zurück, zum Abschluss von umfangreichen Sanierungsarbeiten. Zuvor hatte es einen steingrauen Anstrich und gliederte sich damit recht unauffällig ins Stadtbild ein.

12. Hexentanzplatz in Thale

Der Hexentanzplatz in Thale ist ein mystischer Ort ein wirklich eigenartiger Ort – er liegt wie ein Plateau über dem Ort Thale und der eindrucksvollen Schlucht des Bodetals, das auf der anderen Seite durch die Roßtrappebegrenzt wird.

Auf dem Platz selbst gibt es allerlei Aktivitäten – von Bobbahn über das umgedrehte Haus bis zum Bergtheate. Dort finden im Sommer normalerweise Aufführungen statt. Aktuell wird dort aber umgebaut, es bekommt gut 600 neue Plätze. Die eigentlich erst in zwei Jahren vorgesehenen Arbeiten waren wegen der Corona-Pandemie vorgezogen worden.

Das größte Ereignis auf dem Hexentanzplatz findet in jedem Jahr am 30. April statt – wenn sich die Hexen und Teufel dort sammeln und gemeinsam die Walpurgisnacht feiern. Wer nicht hochwandern will, nimmt die Bodetal-Seilbahn, die von Thale aus auf den Berg fährt.