1. São Tomé und Príncipe, Afrika

Na, hast du schon einmal vom Inselstaat São Tomé und Príncipe gehört? São Tomé und Príncipe ist das zweitkleinste Land Afrikas, die Inselgruppe liegt im Golf von Guinea, südlich von Nigeria und westlich von Gabun. Und ist ein kleines Paradies für all jene, die Massentourismus nicht ausstehen können.

Nicht einmal 20.000 Touristen kommen im Jahr auf die Hauptinsel São Tomé, auf die kleinere Schwester Príncipe, rund 40 Flugminuten entfernt, noch weniger. Und das, obwohl es von Lissabon aus Direktflüge mit TAP Air Portugal gibt.

Dabei hat São Tomé und Príncipe, erst seit 1975 von Portugal unabhängig, einiges zu bieten. Die Inseln bestehen zu rund 90 Prozent aus Regenwald. Das wirkt sich auch auf das Wetter aus: Wer nur Sonne sucht, wird auf São Tomé und Príncipe nicht glücklich, auch außerhalb der Regenzeit, die von Oktober bis Mai dauert, muss mit Regenschauern gerechnet werden.

Doch in den Sonnenstunden solltest du die Zeit am Strand verbringen, etwa an der Praia Tamarindo im Norden von São Tomé oder am weltbekannten Strand Praia Banana auf Príncipe – dort wurde in den 1990er-Jahren die „Bacardi-Feeling“-Werbung gedreht.

Dennoch: Flora und Fauna auf São Tomé und Príncipe sind beeindruckend. Hier kannst du beim Schnorcheln auf Schildkröten und Delfine treffen, an Land triffst du Affen und Chamäleons und Walbeobachtungen sind auch möglich. Hinzu kommt, dass die Inseln grün und bergig sind – optimale Voraussetzungen für Wandertouren.

Und wer jetzt noch nicht überzeugt ist: In der Inselhauptstadt São Tomé wird die angeblich beste Schokolade der Welt hergestellt. Ein Besuch in der Schokoladenfabrik von dem vor Jahren ausgewanderten Claudio Corallo ist ein Muss.

2. Georgien, Asien

In Georgien treffen Asien und Europa aufeinander, denn der Staat liegt direkt an der Grenze. Europäische und vorderasiatische Kulturen begegnen sich – und ebenso verschiedene Landschaften und Mentalitäten. Und obwohl du Georgien bedenkenlos bereisen kannst, leidet das Land nach wie vor unter den Konflikten, die den Kaukasus einst beherrschten. 

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Egal ob du Natur oder Kultur lieber magst, in Georgien wirst du fündig. Fast 90 Prozent des Landes sind mit Gebirgen versehen. Hier hast du die besten Voraussetzungen für ausgedehnte Wanderungen mit herrlichen Ausblicken. Hier leben auch zahlreiche Wildtiere, etwa Vögel und Reptilien, aber auch Braunbären, Luchse, Schakale, Wölfe, Leoparden und Fischotter.

Wenn du dich eher für Kultur und Geschichte interessierst, solltest du dich in den Siedlungen herumtreiben. In der drittgrößten Stadt Georgiens, Kutaissi, finden sich mit der Kathedrale Bagrati und dem Kloster Gelati etwa Unesco-Weltkulturerbestätten (das sind die Bergdörfer Oberswanetien übrigens auch). Ansonsten schlenderst du über das Kopfsteinpflaster der Altstadt der georgischen Hauptstadt Tiflis und bewunderst zahlreiche historische Bauten. 

3. Nicaragua, Nordamerika

Costa Rica und auch Panama sind als Reiseziele in MIttelamerika längst berühmt, doch es gibt Alternativen, die weniger touristisch sind. Nicaragua beispielsweise. Nördlich von Costa RIca gelegen beeindruckt Nicaragua mit einer ähnlichen Diversität und atemberaubenden Landschaft wie der bei Urlaubern berühmtere Nachbarstaat. 

Wie wäre es beispielsweise mit einer Nacht am aktiven Vulkan Telica nahe der Stadt León? Während du tagsüber vor allem den Rauch aufsteigen siehst, kannst du nachts das Funkeln der Lava sehen. Wer sich mal näher mit Vulkanen beschäftigen möchte, kann auch den unweit liegenden Cerro Negra besuchen. Obwohl der Vulkan noch aktiv ist, kannst du hier Vulkanwandern und sogar Sandboarden – ähnlich wie beim Skifahren oder Snowboarden saust du dabei einen Berg hinunter, statt auf Schnee aber auf Sand. 

Wer sich für Wildlife interessiert, wird in einem der zahlreichen Naturreservate und Nationalparks glücklich. Im Naturreservat Rio Indio Maiz begegnest du Affen und Faultieren, im Naturreservat Miraflor kannst du die tosenden Wasserfälle im Regenwald sehen und eine Vielzahl von Orchideen bestaunen. Ruhiger geht es am Nicaraguasee zu, dessen Landschaft ebenfalls überzeugen kann. 

Wenn du von all den Aktivitäten eine Auszeit benötigst, warten Pazifik oder Karibik auf dich. Die absolute Ruhe und Abgeschiedenheit mit traumhaften Stränden und einer faszinierenden Unterwasserwelt findest du auf den zu Nicaragua gehörenden Corn-Inseln, rund 70 Kilometer vom Festland entfernt im Karibischen Meer gelegen.  

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4. Sint Eustatius in der Karibik, Mittelamerika

Wie die bekanntere Insel Bonaire auch gehört Sint Eustatius gemeinsam mit der Insel Saba zur Niederländischen Karibik, einer Gruppe von Inseln im Karibischen Meer, die nach wie vor als Überseegebiet zu den Niederlanden gehören. Auf der Insel leben nur 3200 Menschen – es gibt also durchaus Platz für Touristen.

Sint Eustatius hat einiges zu bieten. Da wäre beispielsweise der Schichtvulkan The Quill, der mit einer Höhe von 601 Metern als zweithöchster Berg der Niederlande zählt. Der Vulkan ist nicht mehr aktiv und du kannst wunderbar auf dem Krater wandern.

Im 18. Jahrhundert war Sint Eustatius eines der wichtigsten Handelszentren überhaupt, doch diese Zeiten sind längst vorbei. Stattdessen setzt die Insel nun voll auf Öko-Tourismus. Vor allem auf den Schutz des Meeres wird in Sint Eustatius viel Wert gelegt, deshalb ist die Insel auch von einem Nationalpark umgeben.

In dieser besonderen Meeresschutzzone kannst du intakte Korallenriffe mit bunten Fischen und Seepferdchen, aber auch Haien, Rochen, Kraken, Hummern und Meeresschildkröten entdecken. Den Meeresschildkröten kommt hierbei ein besonderer Schutz zu, auch an Land. An fünf Stränden kommen die Weibchen nämlich an Land, um ihre Eier abzulegen. Auch hierbei kannst du mit etwas Glück zusehen. 

5. Oman, Asien

Während das Nachbarland Vereinigte Arabische Emirate bei Reisenden aus der ganzen Welt beliebt ist und Trips nach Dubai und Abu Dhabi ganz hoch im Kurs stehen, wird der Oman noch eher stiefmütterlich behandelt. Dabei kann das muslimische Land mit einer großen Vielfalt überzeugen.

In der Hauptstadt Maskat kannst du auf zahlreichen Märkten stöbern und Schnäppchen machen oder den beeindruckenden Sultanspalast auf dich wirken lassen. Wenn es dich eher in die Natur zieht, kommst du in einem der zahlreichen Wadis, wie Täler genannt werden, auf deine Kosten. Etwa beim Baden im glasklaren Wasser des Wadi Bin Khaled – eine wundervolle Oase. 

Eine Übernachtung in der Wüste solltest du übrigens ebenso einplanen wie ein Ausflug in das Gebirge. Und damit du am Ende noch entspannen kannst: Der Oman hat eine mehr als 2800 Meter lange Küstenlinie. Vor allem in der Gegend rund um die Stadt Salah wirst du fündig, wenn du schöne weiße Sandstrände suchst.

Wer auf Unterwassersport steht und gerne die Korallenwelt erkunden möchte, sollte einen Abstecher zur Insel Jazirat Al Hallaniyyah machen – dort kannst du zwischen Dezember und Februar Buckelwalen und ganzjährig Mantarochen begegnen. 

6. Spitzbergen, Europa

Wie wäre es mit Urlaub in der Arktis? Lange Zeit war Spitzbergen, eine zu Norwegen gehörende Inselgruppe zwischen Nordkap und Nordpol, nur unter Forschern und Bergbauarbeitern eine Anlaufstelle. Doch als Reisender kannst du hier wunderbare Zeit im ewigen Eis verbringen und triffst mit Glück sogar auf einen Eisbär. Und das nur drei Flugstunden von der norwegischen Hauptstadt Oslo entfernt.

Auf Spitzbergen leben nur rund 3000 Menschen, allesamt auf der gleichnamigen Hauptinsel des Archipels. Und dazu kommen ebenso viele Eisbären und deutlich mehr Walrosse, Polarfüchse, Ringelrobben und Spitzbergen-Ren, eine kleinere, robustere Rentier-Art, die nur auf der Insel vorkommt. 

Zwischen Oktober und Februar wird es auf Spitzbergen nicht hell, ab Mitte Februar beginnt dann aber auch die Tourismus-Saison. Bis Mitte Mai gibt es die auch in der Inselhauptstadt Longyearbyen. Die ist benannt nach John Munroe Longyear, einem Amerikaner, der den Kohleabbau in Spitzbergen ab 1905 vorantrieb. Die 500 Arbeiter, die er dafür in die arktische Halbwüste holte, siedelten sich gemeinsam in einer neuen Stadt an – die nach wie vor den Namen des Unternehmers trägt. 

Auf Spitzbergen kommen vor allem Outdoor-Fans auf ihre Kosten. Bei bis zu  minus 25 Grad und in warme Ganzkörperanzüge gesteckt, kannst du mit dem Hundeschlitten oder auf dem Schneemobil die Insel erkunden. Du fährst durch das ewige Eis und wanderst auf Gletschern, du kannst in 30 Meter tiefe Eishöhlen hinabsteigen, auf Eisbär-Safari gehen oder auf dem Schlitten stehend die Huskys lenken. Für alle Frostbeulen: Die Lenker der Schneemobile haben auf Spitzbergen eine Heizung.  

7. Gabun, Afrika

Elefanten, Büffel, Nilfperde, Gorillas und Schildkröten gemeinsam am Strand – und du mittendrin. Klingt nach einem Fantasy-Film, könnte aber Realität werden: mit einer Reise nach Gabun. Denn eines der großen Highlights ist ein Besuch im Loanga-Nationalpark, zu dem nicht nur viel Wald, sondern auch ein Strandabschnitt an der Atlantikküste gehören. 

Das Land in Westafrika wird gerne als „das letzte Paradies Afrikas“ bezeichnet – weil hier noch nicht massenweise Safari-Touristen eingefallen sind und die Natur noch nicht in großem Ausmaße der Industrie weichen musste.

Und diesen Schatz will Gabun zunehmend bewahren. Inzwischen sind 10 Prozent der Landesfläche als Nationalpark ausgewiesen. Statt Öl soll jetzt der Öko-Tourismus gefördert werden. Und die Anlagen hierfür sind super: 70 Prozent des Landes besteht nämlich nach wie vor aus Regenwald.

Hier leben insgesamt rund 64.000 Elefanten, 25.000 Gorillas und 35.000 Schimpansen und verschiedene Affenarten wie etwa Mandrills. Diese sind vor allem im ältesten Nationalpark des Landes, dem Lope, der auch die einzige Unesco-Welterbestätte Gabuns ist, beheimatet. Vor der Küste kannst du mit etwas Glück Buckelwale beobachten.

8. Vanuatu, Ozeanien

Ozeanien besteht aus mehr als Australien, Neuseeland und Fidschi. Wie wäre es beispielsweise mit der Inselperle Vanuatu beziehungsweise den 83 einzelnen Inselperlen, die Vanuatu ausmachen? Hier kannst du den Südsee-Traum leben. 

Wenn du nicht nur faul am Strand liegen und dem Rauschen des Pazifiks lauschen möchtest, kannst du dich in die Geschichte Vanuatus einführen lassen. Das geht beispielsweise beim Besuch des Dorfes von Chief Roi Mata, das auch zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Hier findest du zahlreiche Felsmalereien – diese dienten schon als Kommunikationsmittel, als die Sprachen noch nicht ausgeprägt waren.

Auf den Inseln finden sich nach wie vor aktive Vulkane, etwa der Mount Yasur auf Tanna und Lombenben auf Ambae. Das führt leider auch immer wieder zu Naturkatastrophen – die Region wird oft von Erdbeben getroffen, auch Tsunamis sind keine Seltenheit. 

Übrigens hält Vanuatu einen Rekord: Auf den 83 Inseln werden insgesamt 110 Sprachen als Muttersprache gesprochen – das ist die höchste Dichte an verschiedenen Sprachen weltweit.

9. Montenegro, Europa

Man mag es kaum glauben, aber auch in Europa gibt es noch einige Orte, die touristisch kaum stattfinden. Während einige der Balkan-Staaten unter Reisenden längst beliebt sind, hat Montenegro noch Potenzial – ein Trend dorthin ist aber schon abzusehen. Vor der Corona-Pandemie gehörte Montenegro zu den drei Ländern weltweit, deren Tourismussektor am stärksten wächst. 

Am besten, du nimmst dir für die Erkundung von Montenegro ein Auto. Einen Stopp solltest du auf jeden Fall im Nationalpark Durmitor einlegen– der erstaunt mit vielen Bergen und Bergseen mit kristallklarem Wasser. Die Tara-Schlucht ist die längste und tiefste Schlucht Europas. Wer aktiv sein will, startet hier eine Rafting-Tour.

Etwas trubeliger geht es rund um die Pilgerstätte Felsenkloster Ostrog zu. Vor allem der Bau des Klosters ist beeindruckend: Es wurde nämlich zum Schutz vor Angreifern einfach mitten in den Berg hineingebaut. 

Wer es lieber ruhig mag, entspannt am Strand. Wusstest du, dass Montenegro den angeblich schönsten Strand Europas hat? Das sagt zumindest der „Lonely Planet“, der den Abschnitt Jaz mit seinem weißen Sandstrand und dem türkisfarbenen Wasser auf Platz eins wählte. 

10. Guyana, Südamerika

Tosende Wasserfälle, Urwald und Grün, so weit das Auge reicht: Das ist Guyana. Der kleine Staat an der Küste Südamerikas, zwischen Venezuela, Brasilien, Suriname und Atlantik gelegen, beeindruckt mit einer großartigen Natur. 

Guyana wird trotz seiner atemberaubenden Landschaft kaum in den Katalogen von Reiseanbietern geführt. Was auch daran liegt, dass es hier keine wunderschönen weißen Sandstrände mit Palmen und Karibik-Feeling gibt. Stattdessen spülen die Flüsse des Landes allerlei Erde in den Atlantik und verfärben das Wasser braun. 

Doch das sollte dich nicht von einer Reise nach Guyana abhalten – denn das Land besticht mit anderen Sehenswürdigkeiten. Da wäre beispielsweise einer der beeindruckendsten Wasserfälle der Welt: An den Kaieteur Falls mitten im Urwald, am besten per Flugzeug erreichbar, stürzen 117.000 Liter Wasser pro Sekunde 228 Meter in die Tiefe. Damit sind die Kaieteur Falls einer der höchsten Wasserfälle der Welt und rund viermal höher als die weitaus bekannteren Niagara Falls zwischen USA und Kanada. 

Ein weiteres Natur-Highlight: Das Naturreservat Iwokrama Forest zählt nebst Amazonas, Kongo-Becken und Papua-Neuguinea zu den vier letzten verbliebenen intakten tropischen Regenwäldern. Hier kannst du im Zuge mehrere Öko-Tourismus-Projekte zahlreiche Vogelarten, etwa Tukane, und auch Säugetiere wie Ameisenbären, Jaguare, Pumas, Faultiere, Tapire und verschiedene Affenarten bestaunen. 

11. Papua-Neuguinea, Ozeanien

Der drittgrößte Inselstaat der Welt, nach Magadaskar und Indonesien, heißt Papua-Neuguinea und liegt im Pazifik, zwischen Australien und Asien. Und Papua-Neuguinea ist ein Megadiversitätsland, weil sich hier besonders viele endemische Pflanzen und Tiere sowie abwechslungsreiche Ökosysteme finden.

Wenn du dich für Natur, Tierwelt und Landschaften interessierst, ist Papua-Neuguinea also genau das Richtige für dich. Du kannst beispielsweise auf dem 96 Kilometer langen Buschwanderweg Kokoda Track entlangwandern. Hier wanderst du in circa sechs Tagen von Kokoda in die Hauptstadt Port Moresby und durchquerst Urwälder und steigst auf fast 2200 Meter hohe Berge. 

Wenn du nach der anstrengenden Wanderung etwas Abkühlung brauchst, kannst du dich in die idyllische Kimbe Bay aufmachen. Hier wartet ein paradiesischer Pazifik-Strand auf dich. Das Wasser musst du dir mit verschiedenen Meeresbewohnern teilen, die du bei einer Schnorchel- oder Tauchtour kennenlernen kannst.  

Doch trotz all dieser Schätze wird Papua-Neuguinea jährlich nur von rund 70.000 Touristen besucht. Was auch daran liegt, dass die Kriminalität vor allem in sehr abgelegenen Städten noch recht hoch ist.