Das Auswärtige Amt hebt die Reisewarnung für Mallorca auf – und die Deutschen buchen Flüge. So viele, dass allein Eurowings rund um Ostern 300 Flüge mehr anbietet als geplant, auch Tui stockt auf. Aber ist es auf Mallorca wirklich so viel besser als in Deutschland

Das Wetter: Die Wettervorhersage für Berlin für die kommende Woche zeigt Temperaturen zwischen vier und 13 Grad an, drei Tage Regen, drei Tage Sonne und Wolken. In Palma de Mallorca zehn bis 17 Grad, zwei Tage Regen, ein Tag Sonne, vier Tage Sonne und Wolken. 

Corona-Regeln: Wer auf Party-Urlaub hofft, wird enttäuscht werden. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sind auf den Balearen bisweilen strikter als hierzulande. Zwar haben Bars und Restaurants geöffnet, aber nur bis 17 Uhr. Ab 22 Uhr gilt eine Ausgangssperre bis zum nächsten Morgen. Zudem muss auf Mallorca drinnen wie draußen, außer beim Sport, eine Maske getragen werden.

Bewegungsfreiheit: Während Touristen sich mit einem negativen PCR-Test die Bewegungsfreiheit in Spanien einholen, müssen Spanier weitestgehend bis mindestens Anfang April in ihren Regionen bleiben. Heißt: Deutsche können problemlos auf Mallorca Urlaub machen, wer aus Madrid oder Barcelona kommt, muss daheim bleiben. Das sorgt für Unmut innerhalb Spaniens.

Preise: Am Freitag wurde angekündigt, dass die Reisewarnung für die Balearen am Sonntag fällt. Schnell waren Flugtickets für das Wochenende ausgebucht. Die Preise für Flüge bis Ostern schossen in die Höhe, für Hin- und Rückflug fielen bisweilen mehr als 1000 Euro an.

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Warum also wollen die Deutschen unbedingt nach Mallorca? Wir haben uns umgehört.

Axel Neigenfink fliegt mit seiner Familie: Mallorca statt Ostsee

Axel Neigenfink liebt Mallorca. Doch obwohl er und seine Familie dort ein Ferienhaus haben, waren sie seit dem vergangenen Sommer nicht mehr dort. In wenigen Tagen geht es wieder los, dann steigen er und seine Frau sowie die beiden acht und 13 Jahre alten Kinder in den Flieger. „Ich fange im Mai einen neuen Job an und wir wissen nicht, ob ich dann im Sommer fliegen kann. Daher nutzen wir die Chance jetzt“, sagt er dem reisereporter. 

Alternativ wäre ein Ostsee-Urlaub infrage gekommen. Doch hierzulande sind die Hotels noch geschlossen. Und: „Ich muss ganz deutlich sagen, dass ich mich letztes Jahr im Sommer sechs Wochen auf Mallorca sicherer gefühlt habe als an einem Tag in Scharbeutz.“ Abgehalten vom Mallorca-Urlaub habe ihn bisher nur die Quarantänepflicht nach der Rückkehr. Doch die entfällt seit Sonntag.

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„An Mallorca gefällt uns, dass die Insel vielseitig ist. In den Oster- und Herbstferien machen wir mit den Kinder viele Ausflüge, gehen wandern oder auf Märkte, spielen viel Tennis. Im Sommer machen wir klassisches Strandhopping. Mallorca hat so viel zu bieten für jede Generation“, sagt Neigenfink, der seit 20 Jahren auf die Insel kommt – „hauptsächlich wegen der kurzen Flugzeit und der vorhandenen Sonnengarantie“.

Wenn die Familie in wenigen Tagen in ihrer zweiten Heimat ankommt, wollen alle vor allem wandern gehen. Nur Märkte und die Insel-Hauptstadt Palma wollen sie dieses mal meiden. Dass sie beim Wandern Masken tragen müssen, störe ihn nicht, sagt der Familienvater.

Wenn er in ein Hotel müsste, würde er nicht fliegen, sagt Neigenfink, obwohl die Sicherheits- und Hygiene-Maßnahmen Mallorca für ihn sicherer machen als einen Aufenthalt in Deutschland. „Schon im vergangenen Jahr wurde man in jedem Supermarkt auf Mallorca darauf hingewiesen die Hände zu desinfizieren. Ich bin in Deutschland noch nie darauf hingewiesen worden. Im Restaurant in Deutschland habe ich vergangenes Jahr eine Karte in die Hand gedrückt bekommen. Auf Mallorca hat jede kleine Pommesbude einen QR-Code auf dem Tisch liegen“, sagt er. Das Infektionsrisiko sei dadurch geringer. 

Janine H.: Mallorca statt Türkei wegen wegfallender Quarantäne

Traditionell reist Janine H. mit ihrem neunjährigen Sohn in den Osterferien in die Türkei, wo es schon deutlich wärmer ist um diese Jahreszeit, und im Sommer nach Mallorca. „Doch die Türkei ist auch 2021 wegen der Reisewarnung und der Quarantäne nicht möglich für uns“, sagt sie. „Da passt das jetzt gut mit Mallorca zu Ostern. Denn in Deutschland ist es zum einen zu kalt und zum anderen gilt ja noch das Beherbegungsverbot.“

Ein Badeurlaub wie sonst an Ostern wird es für die kleine Familie auch in diesem Jahr nicht geben, das wissen sie. „Wir wollen relaxen, spazieren gehen, Spiele spielen, shoppen und essen gehen, Ausflüge machen. Auch wenn kein Badeurlaub geplant ist, ist das Wetter grundsätzlich besser als in Deutschland.“ Berge, Flachland, Meer und Buchten und viele Deutschsprachige machten es einfach, sich auf Mallorca nicht fremd zu fühlen. 

Janine H. freut sich auf all die Dinge, die seit Monaten in Deutschland nicht möglich sind, sagt sie, etwa Shopping und Restaurantbesuche. „Die Sehnsucht ist noch größer, deshalb haben wir sofort gebucht.“ Die Einschränkungen mit Maske und Co. stören sie nicht. „Wir haben im August 2020 bessere Hygienekonzepte als in Deutschland wahrgenommen. Die Regeln sind jetzt ähnlich, dennoch hat man aktuell einige Freiheiten mehr als in Deutschland.“  

Monika Guthke will Freunde besuchen und Altstädte erkunden

Noch in dieser Woche startet für Monika Guthke der Urlaub. Dass Mallorca kein Risikogebiet mehr sein würde, wusste sie bei ihrer Buchung am Freitagmorgen noch nicht, „auch wenn man das schon gemunkelt hatte“. Der Grund ihrer Reise: „Wir wollen das Meer genießen und unsere Freunde besuchen, die dort leben. Das Wetter ist uns egal“, erzählt sie dem reisereporter. 

Auf einen Badeurlaub sind Monika Guthke und ihr Lebensgefährte nicht aus. „Wir besuchen gern die Märkte der Insel, gehen gern spazieren oder fahren in Orte wie Sóller, Valdemossa oder Sant Elm.“ Die beiden urlauben öfter gemeinsam auf der Balearen-Insel, seit 2006 kommen sie etwa dreimal im Jahr nach Mallorca. „Es ist schon fast unsere zweite Heimat“, sagt sie. 

Unterkommen wird das Paar bei Freunden in Cala Pi an der Südküste. „Ich glaube, es ist alles relativ sicher“, sagt sie. Die Regeln würden sie nicht abschrecken, „in Deutschland sind sie ja auch nicht so viel anders“.