Seit rund einem Jahr arbeiten viele Deutsche im Homeoffice. Aber muss das Office unbedingt zu Hause sein? Nicht alle Arbeitgeber erlauben es, aber vielleicht hast du Glück und kannst mit deinem Laptop einfach durch die Welt tingeln. Gerade während der Corona-Pandemie boomt das ortsunabhängige Arbeiten, denn Präsenz ist in vielen Jobs nicht mehr gern gesehen.

Arbeiten im Paradies – das ist also auch derzeit möglich. Der Vorteil: Du reist nicht ständig umher, sondern hast einen Aufenthaltsort außerhalb Deutschlands. So kannst du nach der verrichteten Arbeit am Strand chillen oder durch den Dschungel wandern. Klingt traumhaft, ist es auch.

Allerdings müssen ein paar Rahmenfaktoren stimmen: Eine gute Internetverbindung ist ebenso essenziell wie der Zugang zu einem Visum, das das Arbeiten in der Fremde erlaubt. Zahlreiche digitale Nomaden bevorzugen zudem Orte mit niedrigen Lebenshaltungskosten – vor allem jene, die noch eine Wohnung in Deutschland haben. Doch viele Länder vereinen diese Punkte und sind damit perfekt zum Arbeiten unter Sonne und Palmen. 

1. Madeira: Das erste „digital village“ lockt mit Gratis-Internet

Die portugiesische Insel Madeira möchte die größte Anlaufstelle für digitale Nomaden werden. Das ehrgeizige Vorhaben: Die Initiative Startup Madeira baut in dem Dorf Ponta do Sol Arbeitsplätze für jene, die ortsunabhängig arbeiten können.

In dem „digital village“ arbeiten derzeit testweise rund 75 Menschen, aber es gibt großes Interesse: 5000 Menschen aus 90 Ländern hätten angefragt, so die Initiative. „Wir bieten nicht nur kostenfreien Internetzugang im gesamten Ort, sondern auch direkten Meerzugang“, sagt Gonçalo Hall, selbstständiger Berater für mobiles Arbeiten. 

Das Gute: Da Portugal und damit auch Madeira zur Europäischen Union gehören, benötigst du kein spezielles Visum, um auf Madeira digital zu arbeiten. 

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2. Spitzbergen: Das schnellste Internet der Welt

Spitzbergen – wo liegt das denn? Es handelt sich hier um eine zu Norwegen gehörende, aber weitgehend autonome Inselregion auf etwa halber Strecke zwischen Nordkap und Nordpol. Im Frühling beginnt die Zeit, in der es auch wieder hell wird – durch die Lage im hohen Norden geht die Sonne zwischen 19. April und 23. August nämlich nicht unter (im Gegensatz hierzu sieht man die Sonne zwischen 26. Oktober und 15. Februar dann überhaupt nicht). 

Doch was macht Spitzbergen zu einem Ort, der dich über ein digitales Leben dort nachdenken lassen sollte? Der Preis ist es nicht, so viel vorab. Das Leben auf der arktischen Inselgruppe ist enorm teuer, denn hier wächst quasi nichts. Die Mieten liegen für eine 45 Quadratmeter große Wohnung im Schnitt bei fast 700 Euro, was auch dem norwegischem Schnitt entspricht. Dafür bekommst du viel Ruhe (auf Spitzbergen leben nur rund 3500 Menschen) und du hast viel Natur um dich herum.

Aber: Spitzbergen ist dafür bekannt, das schnellste Internet der Welt zu haben. Weil Forscher von verschiedenen Orten auf der Insel sehr hohe Datenmengen übertragen müssen, wurde Spitzbergen vor einigen Jahren mit Glasfaser ausgestattet. Die rund 2700 Kilometer langen Kabel, die unter dem Meer verlaufen, verbinden Festland und Insel seit 2004. 

Ein weiterer Vorteil: Du kannst visumfrei nach Spitzbergen reisen und dich dort aufhalten. Zudem gibt es kein ausgeprägtes Steuer- und Abgabensystem auf Spitzbergen, die Gewerbesteuer liegt nur bei 18 Prozent, die Einkommenssteuer unter 20 Prozent und eine Mehrwertsteuer gibt es überhaupt nicht. Der Nachteil: Es gibt auch kein Sozialsystem, du musst dich also selbst um Arbeitslosen- und Krankenschutz kümmern.

3. Sansibar: Die Nummer eins unter digitalen Nomaden

Sansibar gilt schon lange als Paradies – doch in der weltweiten Corona-Pandemie erlebte die zu Tansania gehörende Insel im Indischen Ozean einen erneuten Boom. Aber nicht nur deinen Urlaub kannst du hier verbringen. Unter digitalen Nomaden hat sich Sansibar als Tipp längst herumgesprochen, auf dem Portal „Nomad Travel Tools“ haben Weltenbummler Sansibar sogar auf Platz eins der Orte zum ortsunabhängigen Arbeiten weltweit gewählt. 

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Die Wertung kommt hingegen ein wenig überraschend. Denn was Internetgeschwindigkeit und -ausbau angeht, hat Sansibar noch Nachholbedarf. Wer als digitaler Nomade unterwegs ist, sollte sich auf jeden Fall direkt eine eigene lokale SIM-Karte kaufen und dafür sorgen, dass genügend Guthaben für mobile Daten aufgeladen ist. 

Wer in Tansania arbeiten möchte, braucht normalerweise ein Arbeitsvisum, dessen Beantragung umgerechnet 1350 Euro kostet. Allerdings betrifft das offenbar nur Menschen, die eine Firma in Tansania gründen und dort investieren. Es gibt derzeit keine offizielle Aussage, ob Remote-Work über das normale Touristenvisum (50 US-Dollar, 42 Euro, bei Einreise) erlaubt oder verboten ist. Da „Business“ ebenso wie „Tourism“ beim normalen Visum explizit als Grund aufgeführt ist, sollte die Arbeit für eine im Ausland sitzende Firma möglich sein. Fragen beantwortet das Netzwerk „Digital Nomads Zanzibar“. 

4. Kanaren: Die beliebte Alternative im Corona-Lockdown

Selbst im deutschen Winter mildes Wetter, politisch zu Europa gehörend und mit traumhaften Inseln – kein Wunder also, dass die Kanaren unter den digitalen Nomaden in Europa weit vorne liegen. Wer sein Homeoffice nach Gran Canaria, Teneriffa und Co. verlegen möchte, braucht dafür nämlich nicht viel mehr als ein Flugticket. 

Vor allem in der Corona-Krise haben sich viele digitale Nomaden auf den Kanaren niedergelassen – einige haben einfach ihren als Urlaub begonnenen Aufenthalt verlängert. Auch wenn es im Winter und Frühling zu kalt zum Baden ist, viele der Kanarischen Inseln wie La Gomera, La Palma oder Teneriffa eignen sich zu jeder Jahreszeit perfekt für ausgiebige Wandertouren in der Natur. Das tut Körper, Geist und Seele gut, fördert die Gesundheit und trägt zu einer guten Work-Life-Balance bei.

5. Barbados: Die Regierung wirbt offiziell um digitale Nomaden

Die Karibikinsel Barbados hat etliches zu bieten, was auch Sansibar bieten kann: Weiße Sandstrände und türkisfarbenes, kristallklares Wasser. Wie wäre es also mit etwas Homeoffice mit Blick auf den Strand und einem Abstecher ins Karibische Meer in der Mittagspause?

Um den fehlenden Tourismus auszugleichen, hat sich die Regierung auf Barbados etwas ausgedacht. Es soll speziell ein Visum für Menschen geben, die zwar in Barbados wohnen, aber eigentlich eben für ihre Heimatregion (oder für eine andere Region in der Welt) arbeiten. Also für all jene, die Homeoffice nicht mehr am eigenen Schreibtisch machen wollen, sondern neue EIndrücke suchen. 

Das Visum trägt den Namen „Barbados Welcome Stamp“. Auf der dazugehörigen Website wirbt die Regierung mit einer guten medizinischen Versorgung im Inselstaat, einem guten Bildungssektor und mit schnellem Internet. Der perfekten Work-Life-Balance stehe somit nichts mehr im Wege – außer vielleicht die finanziellen Mittel. Das groß angekündigte Visum gibt es nämlich nicht umsonst. Schlappe 2000 US-Dollar, umgerechnet fast 1700 Euro, müssen digitale Nomaden für zwölf Monate zahlen. 

6. Mexiko: Kostenfreies Visum für alle Workation-Fans

Gutes Essen, viel Tequila, eine entspannte Mentalität und ganz viel Sonne und Meer: Es gibt definitiv schlechtere Orte, an denen man seinen Schreibtisch aufschlagen könnte, als Mexiko. Vor allem in Cancún treffen Reisende an jeder Ecke Remote-Worker, also Menschen, die ortsunabhängig arbeiten. 

Laut dem Portal „Nomad Travel Tool“ ist eine andere Stadt in Mexiko aber noch beliebter: die Hauptstadt Mexiko-Stadt. Obwohl die Miete dort mit rund 500 Euro im Schnitt deutlich teurer ist als in Cancún mit weniger als 300 Euro, die Internet-Geschwindigkeit als gleich gut betrachtet wird und Cancún im Gegensatz zu Mexiko-Stadt direkt am Meer liegt, hat die Hauptstadt unter digitalen Nomaden die Nase vorn.

Für das Remote-Work-Visum in Mexiko musst du die mexikanische Botschaft in deiner Heimat aufsuchen. Dort musst du nachweisen, dass du entweder in den vergangenen sechs Monaten jeweils rund 1400 Euro verdient hast oder dass du rund 22.600 Euro auf dem Konto hast. 

7. Thailand: Die meisten arbeiten illegal aus dem Homeoffice

Aufgepasst, digitale Nomaden. Ja, Thailand hat sich, vor allem unter deutschen Reisenden, zu einem Homeoffice-Paradies entwickelt. Doch das ist nicht immer legal. Denn auch wenn die meisten nur mit dem Touristenvisum einreisen und arbeiten, für Remote-Work brauchst du ein spezielles Work Permit. Darüber klärt die thailändische Botschaft auf. 

Der bürokratische Aufwand ist zwar etwas höher, doch das Work Permit lässt sich problemlos online beantragen. Du brauchst hierfür allerdings einige Formulare, etwa von Arbeitgebern. Für umgerechnet 55 Euro kannst du dir deine Arbeitserlaubnis kaufen und ganz legal von Thailand aus arbeiten. 

8. Georgien: Workation trotz für Touristen geschlossener Grenzen

Ein Mix aus Asien und Europa, das ist Georgien. Das Land liegt an der Grenze der beiden Kontinente, gehört eigentlich zu Asien, zählt sich selbst aber gern zu Europa. Ob auf den Spuren historischen Lebens im ältesten Kloster des Landes, dem Lawra-Kloster David Garedscha auf dem Berg Udabno, umgeben von Steppe und Salzseen, oder beim Chillen am Schwarzen Meer – Georgien hat einiges zu bieten. 

Das kannst du auch selbst entdecken in der Mittagspause, nach Feierabend oder am Wochenende. Wenn du dich dafür entscheidest, deinen Schreibtisch nach Georgien zu verlegen. Das ist für Europäer und Nordamerikaner recht simpel möglich. MIt dem Remote-Work-Visum kannst du nämlich auch während der Corona-Pandemie nach Georgien reisen, obwohl das Land die Grenzen für Touristen noch geschlossen hat. 

Dafür musst du nachweisen, dass du in den vergangenen zwölf Monaten mit deiner Selbstständigkeit oder in deinem Angestelltenverhältnis mehr als 24.000 Euro verdient hast, dass du eine Krankenversicherung hast. Und du benötigst ein Bestätigungsschreiben von deinem Arbeit- oder Auftraggeber. Zudem erwarten dich vor dem großen Abenteuer Georgien noch acht Tage Quarantäne in einem Hotel. Danach darfst du dich frei bewegen.

9. Bermuda: Ein guter Charakter ist Voraussetzung fürs Visum

Wem das Visum in Barbados zu teuer ist, der hat eine Alternative: Wie wäre es, Arbeit und Leben auf Bermuda zu verbinden? Das britische Überseeterritorium im Nordatlantik bezaubert mit weißen und teilweise sogar rosafarbenen Stränden. Für umgerechnet rund 220 Euro kannst du dir ein Visum für das Paradies kaufen und ein Jahr lang von Bermuda aus arbeiten. 

Allerdings musst du einiges an Auflagen erfüllen. Du musst mindestens 18 Jahre alt sein (was nahezu überall Voraussetzung ist), eine Krankenversicherung für die Zeit deines Aufenthaltes abgeschlossen haben und zudem musst du nachweisen können, dass du einen Arbeit- oder Auftraggeber hast, sodass du dich während deiner Zeit auf Bermuda selbst versorgen kannst.

Ach ja, ein guter Charakter wird noch unter bei den Voraussetzungen aufgelistet – wie das nachgeprüft werden soll, bleibt aber offen.  

10. Costa Rica: Homeoffice zwischen Dschungel und Karibik

Zwischen Pazifik und Karibik liegt der Dschungel, in dem sich Jaguar, Puma, Faultier und Affe tummeln: Costa Rica ist ein Traum für alle Outdoor-Fans und Naturlieber. Zwar gilt das Land als teuer zum Bereisen, doch für digitale Nomaden ist zumindest der Zugang zum Paradies nicht teuer.

Für rund 210 Euro kannst du ein Visum beantragen, mit dem du dein Homeoffice dann ganz offiziell zwei Jahre lang in den lateinamerikanischen Staat verlegen kannst. Dafür musst du auch gar nicht viele Voraussetzungen erfüllen: Du solltest allerdings zwei Jahre lang durchschnittlich mindestens 2500 US-Dollar (2100 Euro) pro Monat verdient haben – oder eine Kaution in Höhe von 60.000 US-Dollar (50.500 Euro) hinterlegen. Das Zwei-Jahre-Visum kann übrigens problemlos verlängert werden. 

11. Mauritius: Kostenloses Arbeitsvisum für ein Jahr

Noch eine Insel im Indischen Ozean, die digitale Nomaden willkommen heißt: Mauritius. Der afrikanische Staat ist bekannt für seine atemberaubende Natur, für traumhafte Strände und die großartige Unterwasserwelt. Diese kannst du abseits deiner Arbeit als Remote-Worker problemlos erkunden – und der Zugang zum Premium Visa ist gar nicht schwierig. 

Mit dem Premium Visa kannst du ein Jahr lang auf Mauritius leben und dort für Firmen arbeiten, die nicht auf Mauritius tätig sind. Das Beste: Das Visum gibt es kostenfrei, und zur Beantragung musst du lediglich einen Nachweis vom Arbeit- oder Auftraggeber vorweisen sowie eine Krankenversicherung.