Es heißt, ein Urlaub reiche niemals aus, um Kreta kennenzulernen. Zu groß und zu vielseitig sei die Insel, die zwischen Strand und Sonnenstunden jede Menge Kultur und Geschichte zu bieten hat. Wer auf der Insel ankommt, braucht also einen Plan. Und sollte auf jeden Fall wiederkommen, denn ein Highlight jagt das nächste auf Kreta.

Karte für Kreta: Sehenswürdigkeiten und Strände

1. Palast von Knossos

Im Geschichtsunterricht gelernt, im Urlaub entdeckt: Das größte Highlight Kretas kommt mit einer immensen Geschichte daher. Der antike Palast von Knossos im Norden der Insel ist der größte minoische Palast Kretas. Hier staunst du über archäologische Ausgrabungen aus der Zeit des antiken Griechenlands, die zu den berühmtesten des ganzen Landes zählen. Der antike Ort Knossos galt zwischen 2000 und 1450 vor Christus als das Herrschafts- und Kulturzentrum schlechthin, im Palast war der Sitz des Herrschers.

Teile der minoischen Tempelanlage von Knossos auf Kreta.

Zur Zeit der Minoer entstanden mehrere Paläste auf Kreta, der Palast von Knossos war aber immer der größte und beeindruckendste. Der Palast wurde zwar durch ein schweres Erdbeben zerstört, allerdings kurze Zeit später wiedererrichtet und rekonstruiert. Viele Mauern des minoischen Palasts sind noch gut erhalten.

2. Der Palast von Festos

Ein Palast geht noch! Im Süden Kretas gilt der Palast von Festos als die zweitwichtigste der historischen Sehenswürdigkeiten auf Kreta. Er ist einer der vier großen minoischen Paläste der Insel, musste aber immer ein wenig zurückstecken, weil Knossos unbestritten als der wichtigste Palast galt.

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Ein Besuch lohnt sich aber trotzdem: Von den prachtvollen Mauern ist zwar nur noch der Grundriss geblieben und ein paar wenige Räume, in die du eintreten kannst, zu sehen gibt es jedoch viel. Allen voran den Diskos von Phaistos. Die aus Ton gebrannte Scheibe ist eines der wichtigsten Fundstücke aus der Bronzezeit. Bis heute sind sich Historiker nicht einig, was die aufgedruckten Tier-, Pflanzen- und Menschenmotive zu bedeuten haben.

Tipp: Alleine wegen der Aussicht lohnt sich der Besuch. Vom Palast blickst du direkt auf die Massara-Ebene mit riesigen Plantagen und Olivenbäumen.

Der Palast von Festos im Süden der Insel.

3. Kloster Arkadi bei Rethymnon

Es gibt einen Ort auf Kreta, der eine tragende Rolle spielte, als Kreta einst um die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich kämpfte. Das Kloster Arkadi bei Rethymnon ist das bedeutendste Nationaldenkmal der Insel. Hier fand im Jahr 1866 ein tragischer Moment in der Geschichte der Kreter statt. In der Nacht vom 7. auf den 8. November 1866 griff ein osmanisches Heer mit 15.000 Soldaten das Kloster Arkadi an.

Im Kloster befanden sich 964 Aufständische mit ihren Frauen und Kindern. Zwei Tage lang wehrten sie sich gegen den Angriff, bis sie resignierten – und eine drastische Entscheidung fällten. Statt das Kloster aufzugeben, zündete sie das Magazinfeuer und sprengten alles in die Luft. Seither gilt das Kloster als wichtigster Ort für den Kampf um die Unabhängigkeit Kretas. Heute ist Arkadi ein malerischer, ruhiger Ort, mit Blumen und Pflanzen bewachsen und noch immer bewohnt von Mönchen.

Das Kloster Arkadi findest du auf Kreta.

4. Samaria-Schlucht

Wandern und staunen? Check! Wie vielseitig die Landschaft auf Kreta ist, erfährst du, wenn du im Südwesten der Insel eine Wanderung durch die Samaria-Schlucht machst. Mit rund 17 Kilometern Länge gilt diese als eine der längsten und bekanntesten Schluchten Europas! Der Weg führt dich über wild bewachsene Hänge voller Pinien und exotischen Pflanzen und dann weiter hinauf bis auf 1200 Meter Höhe.

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Manche Stellen sind etwas unwegsam, daher sind feste Schuhe ein Muss. Die Schlucht wird gesäumt von bis zu 600 Meter hohen, senkrecht aufragenden Felswänden, die engste Stelle ist gerade mal vier Meter breit. Insgesamt dauert die Wanderung rund fünf Stunden. Wem das zu viel ist, der kann die Strecke abkürzen und mit dem Schiff nach Agia Roumeli fahren. Von hier aus führt ein etwa vier Kilometer langer Weg zur „eisernen Pforte“.

Die wilde Samaria-Schlucht – mit 18 Kilometer Länge eine der längsten in Europa.

5. Insel Spinalonga

Einer der spannendsten Ausflüge auf Kreta führt auf die Nachbarinsel Spinalonga, die seit mehr als 60 Jahren unbewohnt ist – und zuvor berühmt wurde als Insel der Leprakranken. Zwischen 1903 und 1957 befand sich auf Spinalonga eine Leprakolonie. Faszinierend daran ist, dass die von der Krankheit befallenen Menschen nicht aufgaben, sondern sich eine eigene Dorfgemeinschaft mit kompletter Infrastruktur aufbauten – mit kleinen Häuschen, Geschäften, Tavernen, Cafés, Apotheke, Schule, Krankenhaus und Kirche.

Kommst du heute auf die Insel, bekommst du einen spannenden Einblick in den Alltag der einstigen Leprakolonie und kannst zerfallene Häuser und Einrichtungen und eine venezianische Festung aus dem Jahr 1579 besichtigen.

Die Insel Spinalonga solltest du dir mal näher anschauen.

6. Lassithi-Plateau und Zeus-Höhle

Hoch hinaus geht es auf der größten Hochebene Kretas: Die Lassithi-Hochebene liegt im Durchschnitt auf 830 Metern Höhe, ist etwa zehn Kilometer lang und sieben Kilometer breit. Das Plateau gehört zu den fruchtbarsten und wasserreichsten Gegenden Kretas. Landwirtschaft spielt in der Region deshalb seit der Antike eine große Rolle. Auf der Rundstraße wanderst du entlang mehrerer kleiner Dörfer und kannst unterwegs spannende Stopps einlegen, so zum Beispiel beim Kera-Kardiotissa-Kloster oder in der Höhle von Psychro.

Diese ist auch als Zeus-Höhle bekannt. Laut griechischer Mythologie wurde Zeus in dieser Höhle geboren und von der Nymphe Almatheia und den Kureten versorgt. Funde, die hier gemacht wurden, beweisen, dass die Höhle eine wichtige Kultstätte der Minoer war.

Der Regionalbezirk Lasithi ist der östlichste der vier Regionalbezirke der griechischen Region Kreta.

8. Hafenstadt Agios Nikolaos

Keine Frage, auf Kreta gibt es viele hübsche Berg- oder Hafenorte, der schönste liegt aber am Westufer des Golfs von Mirabello. Hier befindet sich die Hafenstadt Agios Nikolaos, die ein wichtiger Touristenort ist und neben Chania als eine der schönsten Städte der griechischen Insel gilt.

Den Namen trägt die kleine Perle wegen ihrer gleichnamigen Kirche Agios Nikolaos, die aus dem zehnten oder elften Jahrhundert stammt und eine der ältesten noch bestehenden Kirchen Kretas ist. Rundum befinden sich malerische Gassen, urige Tavernen, gemütliche Cafés und der trubelige, bunte Hafen – die ideale Kulisse für einen Café frappé in der Sonne! Tipp: Jeden Mittwoch gibt es einen Wochenmarkt, auf dem es lokale Produkte und Souvenirs zu kaufen gibt.

Der Regionalbezirk Lasithi ist der östlichste der vier Regionalbezirke der griechischen Region Kreta.

8. Der rosarote Strand Elafonissi

Geht es um den perfekten Strand auf Kreta, gilt das Motto: Qual der Wahl. Denn rund um die Insel reihen sich Bilderbuchstrände und -buchten aneinander. Es gibt jedoch einen Strand, der besonders hervorsticht: der rosarote Strand von Elafonissi. Im Südwesten von Kreta gelegen, findest du ein besonderes Naturphänomen, das bei ruhigem Wetter und niedrigem Wellengang zu bestaunen ist. Denn der Strand hat einen pink leuchtenden Sand!

Die rosa Färbung entsteht durch winzige rosafarbene Muschel- und Korallenteilchen. Auch die Lage ist besonders: Der Elafonissi Beach gehört zur gleichnamigen Insel, die vor der Küste liegt. Man kann ohne Probleme durch das Wasser der Lagune waten, denn die Insel ist über eine Sandbank erreichbar. Sie hat rund 1,5 Kilometer Länge und ist durchschnittlich 330 Meter breit. Vorsicht: Elafonissi steht unter Naturschutz. Eingezäunte Bereiche dürfen nicht betreten werden.

Der atemberaubende rosarote Strand Elafonissi.

9. Der Hippie-Strand Matala

Ein anderer Strand, ein anderes Phänomen: Der wohl bekannteste Strand Kretas liegt im Süden der Insel. Das Fischerdorf Matala ist für seinen Strand und seine Hippie-Höhlen berühmt. Hippies aus aller Welt siedelten sich in den 60er-Jahren hier an und nutzten die Höhlen zum Wohnen, auch Musiklegenden wie Bob Dylan, Joni Mitchell und Cat Stevens lebten hier.

Doch schon lange vor ihnen schrieb der Ort Geschichte: Die neolithischen Wohnhöhlen wurden bereits in der Jungsteinzeit in das Gestein der Bucht gegraben. Früher wurden sie allerdings als Grabstätten statt als Wohnraum genutzt. Heute stehen die Höhlen von Matala unter Denkmalschutz und können besichtigt werden.

Urlauber entspannen am Strand von Matala auf der griechischen Insel Kreta.

10. Palmenstrände auf Kreta

In Sachen Strand gibt es auf Kreta zwei Orte, die über eine besonders schöne Kulisse verfügen: die natürlichen Palmenstrände der Insel. Urlauber strömen zuerst meist in den Osten der Insel zum Vai Beach. Rund 5000 kretische Dattelpalmen wachsen hier! Kein Wunder, dass an diesem Bilderbuchstrand immer wieder gedreht wird. Unter anderem entstand hier ein Werbespot für Bounty. Deshalb gibt es auch eine gute Infrastruktur mit Parkplatz, Liegestühlen, Schirmen und einem Restaurant. Der zweite Palmenstrand liegt im Südwesten von Kreta.

Der Preveli Beach ist umgeben von einem dichten Palmenwald, daher hat man automatisch ein tropisches Feeling, wenn man hier in den Wellen schwimmt. Haken: Um den Preveli Beach zu erreichen, brauchst du ein Auto. Ab Rethymnon fährst du etwa eine Stunde. Vom Parkplatz sind es zu Fuß noch etwa 20 Minuten hinunter zum Strand.

Mündung des Flusses Megalopotamos am Palmenstrand von Preveli auf Kreta.

11. Die weißen Berge Lefka Ori

Lefka Ori bedeutet übersetzt „die weißen Berge“. Diese liegen im Westen Kretas südlich von Chania und stellen flächenmäßig das größte Gebirgsmassiv auf Kreta. Wenn du hier wanderst, hast du stets den Pachnes im Blick, mit 2454 Metern der höchste Gipfel der Lefka Ori. Insgesamt 50 Gipfel haben die Berge zu bieten. Der Haken: Die Lefka Ori sind nicht leicht zu bezwingen. 

Wer sich an die anspruchsvolleren Touren herantraut, braucht zum einen eine gute Wanderausrüstung und zum anderen das richtige Auto. Allein die Anfahrt zum Startpunkt des Weges auf den Gipfel des Pachnes führt über unwegsame Schotterstraßen, für die man einen Jeep benötigt. Die gute Nachricht: Die weißen Berge siehst du auch prima, wenn du die einfachere Wanderung durch die Samaria-Schlucht machst.

Die beeindruckenden weißen Berge auf Kreta.

12. Ruinen von Gortyn

Entspannung ist im Urlaub beinahe ein Gesetz – und das wurde sogar auf Kreta geschrieben. Denn im Süden von Kreta wurde ein ganz besonderer Fund gemacht. Die „große Inschrift“, der bislang älteste in Europa aufgefundene Gesetzeskodex! Darin steht zwar nicht, dass du im Urlaub chillen sollst, die Ausgrabungsstätte ist aber allemal ein Highlight, das sich sehen lassen kann.

Die Ruinen von Gortyn liegen idyllisch in einem alten Olivenhain – und mittendrin jene Steintafeln, die aus der Zeit zwischen 500 und 450 vor Christus stammen. 1884 wurden sie von italienischen Archäologen entdeckt und genau analysiert: In dem Gesetzestext werden Regelungen aus Familienrecht, Erbrecht, Sachenrecht, Strafrecht, Prozessrecht und weiteren Rechtsgebieten behandelt.

Die Ruinen von Gortyn sind eine beliebte Sehenswürdigkeit auf Kreta.

13. Kretas Städte Heraklion, Chania und Rethymnon

Badeurlaub? Check! Was aber bei einem Trip nach Kreta auch nicht fehlen darf, sind Ausflüge in die drei größten Städte der Insel. Ob Heraklion, Chania oder Rethymnon: Jede Stadt ist anders, jede Stadt hat besondere Highlights zu bieten. Heraklion ist die größte, Chania angeblich die schönste und Rethymnon die urigste. Fakt ist: Wer mal Pause vom Chillen braucht und ein bisschen urbane Luft schnuppern möchte, sollte sich auf in die Städte machen.

Rethymno – eine wunderschöne Hafenstadt im Norden der griechischen Insel Kreta.

Hier findest du dann wieder jede Menge spannende historische Bauwerke und viele Geschichten, aber natürlich auch Shops, Kneipen und Bars. Ein Urlaub auf Kreta wird perfekt abgerundet, wenn du durch die schmalen Gassen von Heraklion schlenderst, einen Kaffee im venezianischen Hafen von Chania trinkst oder in einem der kleinen Läden Rethymnons Mitbringsel shoppst.