Bedeutende Frauen der Vergangenheit sind neben charismatischen Anführern, Erfindern und Wissenschaftlern oftmals ein wenig in den Schatten gerückt. Denn in der Geschichte dominieren häufig Männer die Schlagzeilen. Einem jeden sind Albert Einstein, Ludwig van Beethoven oder Martin Luther King ein Begriff. Dementsprechend sind Denkmäler und Erinnerungsorte für Männer sehr üblich.

Dabei sind weibliche Persönlichkeiten mindestens genauso erfolgreich und nennenswert – deswegen haben wir für dich sieben Orte zusammengestellt, an denen Frauen die Welt veränderten. Kommst du mit auf Entdeckungstour?

1. Nobelpreisträgerin der Chemie und Physik Marie Curie

Der erste Stopp unserer Erkundungstour führt uns zu Marie Curie. Nach einer Kindheit und Jugend im polnischen Warschau Ende des 19. Jahrhunderts zog es die Wissenschafts-Pionierin, der Liebe wegen, nach Frankreich. Dort prägte die Forscherin maßgeblich den Begriff der Radioaktivität und erhielt daraufhin als einzige Person bis heute sowohl den Nobelpreis für Physik als auch für Chemie. Ihre polnische Identität und den Stolz für ihr Heimatland trug sie aber weiter – eins der von ihr entdeckten Elemente, nämlich Polium, wurde sogar nach ihrem Geburtsland benannt.

Städtetrip ins polnische Warschau

Bei einem Städtetrip in die Heimatstadt der Nobelpreisträgerin bleibt ein Besuch im Marie-Skłodowska-Curie-Museum nicht aus. Dort kannst du das gesamte Leben der Wissenschaftlerin mit eigenen Augen erleben und entdecken.

Zusätzlich zum Museum wurde nach einem Bombenangriff in den Jahre 1939 und 1944 ein großer Teil der Innenstadt zerstört. Sorgfältiger Wiederaufbau führte dazu, dass der Altstädter Ring mit seinen stilistisch typischen Kaufmannshäusern aus dem 13. Jahrhundert nun Teil des Unesco-Weltkulturerbes ist, wie „Lonely Planet“ schreibt – also ab nach Warschau!

Die Nobelpreisträgerin Marie Curie lebte von 1867 bis 1934.

Aktuelle Deals

2. Weltberühmte Tagebuchautorin Anne Frank

Das deutsch-jüdische Mädchen Anne Frank ist eins der wohl bekanntesten Gesichter aus der Nazi-Zeit. Während der Zeit des Nationalsozialismus verfasste Frank ihr, mittlerweile weltberühmtes, Tagebuch. Allerlei Beobachtungen vom täglichen Leben im Versteck und Gedanken zum Erwachsenwerden hielt die damals 15-Jährige fest.

Nachdem die Familie sich über zwei Jahre in einem Amsterdamer Hinterhaus verstecken konnte, folgte eine Deportation ins Konzentrationslager Bergen-Belsen, wo Anne Frank ums Leben kam. Ihr Vater überlebte als einziges Familienmitglied und veröffentlichte das Werk seiner jüngsten Tochter in den Folgejahren.

Ihr Tagebuch wurde mittlerweile in 70 Sprachen übersetzt und mehr als 30 Millionen Mal verkauft.

Besuchermagnet Anne-Frank-Haus in Amsterdam

Wenn du einen Ausflug ins niederländische Amsterdam machst, ist das Anne-Frank-Haus ein echtes Muss. Neben dem Rotlichtviertel und den zahlreichen Grachten ist das historische Museum für deinen Besuch ein super Ort zum Stöbern und Lernen.

3. Vorreiterin des Feminismus: Simone de Beauvoir

Simone de Beauvoir gilt als eine der revolutionärsten Schriftstellerinnen. Die Pariserin überholte einzig und allein mit einem Zettel und Stift die veraltete Rolle der Frau. Im Jahr 1949 verfasste Simone de Beauvoir ihr sozialgeschichtliches und philosophisches Werk „Das andere Geschlecht“ und trug so einen der radikalsten und visionärsten Beiträge zur Emanzipation der Frauen im 20. Jahrhundert bei, berichtete „Lonely Planet“.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Kleine Pariser Cafés und Montparnasse-Friedhof

Ein Städtetrip nach Paris bietet dir die Gelegenheit, einmal à la Simone de Beauvoir in einem kleinen Pariser Café wie dem Les Deux Magots in Saint-Germain-des-Prés oder dem Café de Flore einen Cappuccino zu schlürfen, während du die Gedanken schweifen lässt und die ein oder anderen Worte festhältst.

Auf den Spuren von de Beauvoir führt dich der Weg weiter auf den Friedhof Cimetière du Montparnasse, wo du der Vorreiterin des Feminismus die letzte Ehre erweisen kannst.

Das Les Deux Margots in Paris war eins der Stammcafés von Simone de Beauvoir.

4. Emanzipierte Schauspielerin Marlene Dietrich

Ebenfalls als Ikone des Feminismus wird Marlene Dietrich bezeichnet. Sie prägte als Grand Dame und Vertreterin der Lesbenbewegung fast das gesamte 20. Jahrhundert. Ihr Leben lang verkörperte sie die Emanzipation der Frau wie keine andere. Marlene Dietrichs besonderes Merkmal war ihr androgynes Auftreten meist in Hosenanzügen.

Ganz auf sich allein gestellt, stieg sie nur mit einem Dienstmädchen im Schlepptau auf einen Dampfer von Deutschland aus in ihr neues, unbekanntes Leben in die USA. Ohne Mann oder Manager meisterte sie die Reise, schoss zusätzlich noch einen aufdringlichen Film-Bonzen in den Wind und arbeitete ab dann in Hollywood.

„Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin“

Die Spuren von Marlene Dietrich führen dich, startend in ihrer Heimatstadt Berlin, über zahlreiche Konzertsäle und Kinoleinwände Europas bis an die amerikanische Westküste nach Hollywood.

In Berlin hast du die Möglichkeit, ihr Geburtshaus samt Gedenktafel im Kiez Rote Insel zu besuchen und auch Dietrichs Ehrengrab auf dem Schöneberger Friedhof aufzusuchen.

Die Sängerin und Schauspielerin Marlene Dietrich starb am 6. Mai 1992 in Paris.

5. Die Künstlerinnen-Ikone des 20. Jahrhunderts Frida Kahlo

Das Leben der mexikanischen Künstlerin war geprägt von Schicksalsschlägen, Krankheiten, Leid und Liebeskummer –trotzdem verlor Frida Kahlo nie ihre Lebensfreude. Sie brachte all ihre Emotionen mit Farbe auf die Leinwände, malte trotz körperlichen und seelischen Schmerzes immer weiter und erhielt so ihren Ruf als eine der bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts.

Als Markenzeichen gelten ihre zusammengewachsenen, buschigen Augenbrauen und die farbenfrohen Gewänder. Hauptsächlich fertigt die Künstlerin Selbstporträts – mit einem gigantischen Ausdruck von physischen und psychischen Qualen und mentaler Stärke.

Casa Azul: das blaue Haus in Mexico City

In Mexico City kannst du das sogenannte Casa Azul, das blaue Haus, in dem Frida Kahlo viele Jahre lebte, besuchen. Heutzutage befindet sich dort das Museo Frida Kahlo mit vielen gesammelten Kunstwerken der Malerin und persönlichen Gegenständen. Viele ihrer Werke werden in internationalen Museen, wie dem Pariser Louvre, ausgestellt.

Frida Kahlos Kunst beeindruckte vor allem mit grellen Farben und den markanten Augenbrauen.

5. Königin von Großbritannien Queen Elizabeth

Seit 66 Jahren sitzt sie auf dem britischen Thron: Queen Elizabeth II – und gilt als eine der mächtigsten und einflussreichsten Frauen der Welt. Die 94-Jährige aus dem Hause Windsor ist seit 1952 Königin und eine weibliche Ikone für so manchen Fan.

Während eines Besuchs der britischen Hauptstadt steht selbstverständlich der Buckingham Palace ganz oben auf der Liste. Auf einem Rundgang hast du die Gelegenheit, den Weißen Salon, den Thronsaal, den Ballsaal und noch vieles Weitere zu erkunden.

Das Zuhause der Queen ist das Schloss Windsor vor den Toren von London und gleichzeitig auch das prächtigste Burgschloss des gesamten Königreiches. Bis auf die rein privaten Räume der Königin hast du sogar die Möglichkeit, alle royalen Räumlichkeiten zu begutachten.

Fact: Ob die Queen gerade anwesend ist, lässt sich mit einem Blick auf den Turm der Schlossanlage feststellen. Denn dort kannst du anhand der gehissten Fahne sehen, ob die Queen zu Hause ist.

Queen Elizabeth II. ist seit stolzen 66 Jahren die Königin des Vereinigten Königreiches.

Weibliche Staatsoberhäupter

Auch wenn die Queen nicht das offizielle Staatsoberhaupt von Großbritannien ist – Wusstest du, dass laut Bericht von „National Geographic“ seit 1960 über 59 Länder ihr erstes weibliches Staatsoberhaupt gewählt haben?

Junge Aktivistinnen unserer Zeit

Aktuelle Beispiele für junge Aktivistinnen sind die 23-jährige Malala Yousafzai aus Pakistan und die 18-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg aus Schweden, schreibt die dpa. Thematisch ist von Klimaschutz über Frauenrechte bis hin zum Kampf für bessere Bildung alles dabei – diese jungen Menschen sind wahre Vorbilder unserer Zeit!

6. Jüngste Friedensnobelpreisträgerin der Geschichte Malala Yousafzai

Die 23-jährige Pakistanerin ist mit Abstand die jüngste Friedensnobelpreisträgerin der Geschichte. Bereits mit elf Jahren begann Malala Yousafzai, sich für die Rechte von Frauen und Kindern in ihrer Heimat einzusetzen, schreibt „Geolino“.

Der Weg zur pakistanischen Aktivistin 

Anfängliche Aufmerksamkeit bekam Malala durch einen Aufruf des TV-Senders BBC, für den sie zehn Wochen lang kurze Artikel schrieb, wie die Taliban die Menschen unterdrückten.

Sie berichtete von Selbstmordattentaten, Angst und Trauer und insbesondere von Mädchen, denen es untersagt wurde, die Schule zu besuchen. Zahlreiche Fernsehauftritte und Interviews ließen sie schnell berühmt werden.

Infolgedessen begannen die Taliban, das Mädchen ruhigzustellen. Während einer geplanten Schießerei verletzten sie das Mädchen schwer und Malala musste in einer britischen Spezialklinik behandelt werden.

Auf der positiven Seite verhalf das Attentat der jungen Freiheitskämpferin zu noch mehr Berühmtheit und sogar zu den Titeln jüngste Friedensnobelpreisträgerin der Welt und jüngste UN-Friedensbotschafterin weltweit.

Die Pakistanerin Malala Yousafzai ist die jüngste Friedensnobelpreisträgerin der Geschichte.

7. Fridays-for-Future-Ikone Greta Thunberg

Die wohl aktuell berühmteste Aktivistin ist Greta Thunberg. Auf dem Weltklimagipfel 2018 erhob sie ihre Stimme, mit den berühmten Worten „Ich habe gelernt, dass man nie zu klein dafür ist, einen Unterschied zu machen“. Seitdem setzt sich die mittlerweile 18-jährige Schwedin aktiv für Klima- und Umweltschutz ein.

Weltweit sind seither Millionen von Anhängern auf den Zug von Fridays for Future aufgesprungen und kämpfen jeden Freitag für eine nachhaltigere Zukunft. 

Greta Thunbergs Schriftzug „Skolstrejk för klimatet“ bedeutet übersetzt: Schulstreik für das Klima.

Alles begann am schwedischen Reichstag

Begonnen hat alles in der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Am ersten Tag nach den Schulferien 2018 setzte sich Greta mit ihrem selbst gemalten Schild „Skolstrejk för klimatet“ vor den Reichstag. Zunächst war sie dort alleine, mittlerweile kommen Zehntausende, um für Klima und Umwelt zu kämpfen.