Tausende Backpacker reisen jedes Jahr in die Ferne. Work and Travel ist eine beliebte Mischform aus Jobben und Reisen, außerdem lernen Abenteuerlustige Land und Leute intensiv kennen. Besonders beliebte Ziele sind Australien, Neuseeland und Kanada. Einmal frei sein und aus allen Zwängen fliehen – dieses Ziel haben auch zu Corona-Zeiten viele junge Leute. Aber geht das überhaupt noch?

Wie sieht es mit den Quarantäneregeln aus, welche Grenzen sind offen und wo finden Reisende trotz Corona einen Job oder einen Platz zum Schlafen? Wir haben mal ein paar Fakten für deine Reisepläne gecheckt.

Mit oder ohne Vermittlungsagentur?

Vor dieser Frage stehen Backpacker vor ihrer Reise in der Regel auch ohne Corona. Work-and-Travel-Aufenthalte können privat organisiert werden oder über eine Organisation laufen, die den Reisenden unter die Arme greift. Beides hat Vor- und Nachteile. Wenn du dich lieber mit einer Vermittlungsagentur absichern möchtest, dann solltest du dich dort bereits zwei bis fünf Monate vorher melden.

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Die Agentur kümmert sich für dich dann zum Beispiel um die Organisation der Reise, eine Visa-Beantragung, gibt dir in speziellen Seminaren Tipps zu Steuern, Kontoeröffnung, Handyvertrag, Unterkünften, Flug und Hostel. Außerdem hast du eine Anlaufstelle direkt vor Ort, wirst vom Flughafen abgeholt und bekommst ein Teilnehmerzertifikat.

Nachteil: Es entstehen zusätzliche Kosten. Wie hoch diese genau sind und welche Organisation seriös ist, solltest du anhand bestimmter Kriterien, zum Beispiel von „rausvonzuhaus.de“, vorher genau überprüfen.

Die Reiskasse sollte immer gut gefüllt sein.

Günstiger wird es, wenn du deinen Aufenthalt selbst organisierst. Das braucht natürlich etwas mehr Zeit und alles Organisatorische wie zum Beispiel Visabeantragung, Flugbuchung, Suche nach Unterkünften und nicht zuletzt nun auch noch die aktuellen Corona-Auflagen musst du selbst in die Hand nehmen beziehungsweise beobachten. Am besten behältst du immer die aktuellen Infos vom Auswärtigen Amt zu deinem Reiseziel im Auge.

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Welche Probleme gibt es bei der Einreise?

Die aktuellen Einreise-Vorgaben variieren je nach Staat stark. Viele Grenzen sind geschlossen. Da die Lage sich ständig verändern kann, solltest du auch hier mit Bedacht planen, und dich regelmäßig über die aktuelle Situation zum Beispiel in Neuseeland, Australien oder Kanada informieren.

Außerdem gelten auch momentan die regulären Voraussetzungen für deinen Work-and-Travel-Aufenthalt: Du musst mindestens 18 Jahre alt sein, das Höchstalter variiert je nach Land zwischen 30 und 35 Jahren.

Da du ja auch arbeiten willst oder musst, benötigst du einige Dokumente, um die du dich frühzeitig kümmern solltest, zum Beispiel einen Reisepass und finanzielle Rücklagen von 2000 bis 4000 Euro, die du je nach Land nachweisen musst. Außerdem sind Englischkenntnisse sehr wichtig. Manche Länder verlangen darüber hinaus ein polizeiliches Führungszeugnis oder ein Gesundheitszeugnis. Bei der Jobsuche im Vorfeld verlangen einige Arbeitgeber eine medizinische Untersuchung und – besonders aktuell – den Nachweis bestimmter Impfungen. Auch dafür solltest du die aktuellen Bestimmungen der Länder sorgfältig beobachten.

Manche Länder verlangen einen Impfnachweis für deinen Aufenthalt.

Wie sieht es mit der Jobsuche aus?

Wenn du es dann geschafft hast, in dein Traumland einzureisen, ist es eigentlich Sinn und Zweck des Programms, einen Job zu finden oder auszuüben, wenn du dich schon vorher darum gekümmert hast. Das kann das Arbeiten auf einer Farm oder das Aushelfen in der Gastronomie sein. Aber ebenso wie in Deutschland gibt es auch in allen anderen Ländern durch die Pandemie einige Einschränkungen, die dir dabei Steine in den Weg legen können.

Typische Jobs in Australien sind zum Beispiel das Fruit Picking.

Gastronomische Betriebe könnten zum Beispiel geschlossen sein. Außerdem haben einige Einheimische, ebenso wie bei uns, durch die Pandemie selbst ihre Arbeit verloren. Einen guten, sicheren Job zu finden kann also ein großes Problem auf deiner Reise werden. Es bietet sich an, das vorher einzuplanen und auf ausreichend finanzielle Rücklagen für den Notfall zu achten.

Außerdem solltest du immer beachten, dass sich das Job-Angebot der jeweiligen Jahreszeit anpasst – in den Sommerferien suchen zum Beispiel in der Regel mehr junge Leute nach Jobs. Ein Tipp sind auch spezielle Online-Foren und Facebook-Gruppen für Backpacker. Auch deine Interessen und Kenntnisse, vor allem in der Landessprache, solltest du bei der Jobsuche immer berücksichtigen. 

Kann es Probleme bei der Suche nach einer Unterkunft geben?

Ebenso wie bei der Jobsuche kann es aktuell auch hier zu unerwarteten Problemen kommen. Bisher war es oftmals so, dass Reisende dort, wo sie arbeiteten, auch unterkommen konnten. Zum Beispiel auf einer Farm, in Pubs oder Hotels. Auch Couchsurfing oder Gastfamilien waren gute Möglichkeiten zum übernachten. Oftmals kommen Backpacker auch in relativ günstigen Hostels unter.

Seit Beginn der Pandemie kann es natürlich sein, dass das Übernachten in Hotel oder Hostel aktuell nicht erlaubt ist oder die Gastfamilie aus Angst vor Ansteckung keine Alternative darstellt. Diese möglichen Schwierigkeiten solltest du unbedingt vor deiner Reise klären. Im Internet gibt es viele Websites für Übernachtungsmöglichkeiten.

Eine Alternative kann das Übernachten im Auto oder im Zelt sein – aber auch hier informiere dich bitte vorher immer genau darüber, was aktuell erlaubt ist.

Zelten, zum Beispiel in Neuseeland, kann eine coole Alternative zum Hostel sein.

Welche Schwierigkeiten gibt es, wenn mein Aufenthalt vorbei ist?

Auch auf Reisende, die wieder nach Hause wollen, können sich die aktuellen Maßnahmen natürlich auswirken. Wer derzeit zum Beispiel in Australien ist, kann Probleme beim Rückflug bekommen, wenn er von Sydney aus fliegen möchte, sich aber derzeit noch in Melbourne aufhält. In Melbourne darf man die Grenze nicht mit dem Auto überqueren. Der Flug müsste also umgebucht werden. Außerdem musst du mit einer Quarantänezeit nach deinem Rückflug rechnen. Die aktuellen Infos beim Auswärtigen Amt dazu solltest du auch hierbei immer beobachten.

Was ist, wenn es dann doch nicht klappt?

Eines haben Corona und die letzten Monate gelehrt: Nichts ist sicher. Das, was für heute noch gilt, kann morgen schon wieder ganz anders aussehen. Also überlege dir am besten immer parallel einen Plan B – zum Beispiel ein Praktikum in Deutschland oder wenigstens innerhalb Europas. Vielleicht ist das Reisen im Jahr 2022 ja auch wieder etwas entspannter und du kannst wieder völlig frei Land und Leute kennenlernen.