Es ist ein besonderes Lebensgefühl, das in George Town zu spüren ist. Die Hauptstadt der kleinen Insel Penang im Nordwesten Malaysias, für deren Umrundung wenige Autofahrstunden ausreichen, hat gerade einmal 220.000 Einwohner, ist aber ein wahrer Schmelztiegel der Kulturen.

Hier mischen sich Einflüsse der Malaien mit indischem und chinesischem Erbe und Überbleibseln der britischen Kolonialzeit. Kein Wunder also, dass die Unesco 2008 außer der einzigartigen Architektur des Hafenstädtchens – die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe – ausdrücklich auch das immaterielle Kulturerbe auszeichnete.

Beliebtes Ziel von Foodies und Kunstfans

Es ist ein wohl einzigartiger Mix – und doch fühlen sich Reisende in George Town nicht überladen von den manchmal so grundverschiedenen Eindrücken, die am Ende doch ein stimmiges Bild ergeben. Das lockt schon lange nicht mehr nur Backpacker auf der Durchreise, sondern auch Foodies und Kunstliebhaber an.

Die bunten Shophouses an der Kek Chuan Jalan Road gehören genauso zu George Town wie Gebäude, die an die koloniale Vergangenheit erinnern.

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Streetart ist vielfältig

Letztere kommen vor allem wegen der farbenfrohen Straßenkunst, die vornehmlich im vergangenen Jahrzehnt entstanden ist. Seit 2011 ist die Streetart an immer mehr Häuserfassaden zu sehen. Noch immer kommen stetig weitere Installationen und Graffitibilder dazu. Einige Werke finanziert die Region, andere entstehen quasi von allein. Egal ob von namhaften Künstlern oder talentierten Unbekannten: Die Werke erzählen Geschichten.

Eines der heute beliebtesten Fotomotive entstand 2012: Das Werk „Children on Bicycle“(„Kinder auf Fahrrad“) des litauischen Künstlers Ernest Zacharevic ist halb Bild, halb Installation. Die Kinder sind gemalt. Das titelgebende Fahrrad ist an die Wand montiert. Auch das Werk „Junge auf Motorrad“ stammt von Zacharevic und ist ein weiterer Höhepunkt für Streetartfans in George Town.

Die Installation „Children on Bycicle“ von Ernest Zacharevic gehört zu den bekanntesten Werken in George Town.


Auch Gina Hollmann war schon in der Hafenstadt. Die 21-jährige Kölnerin liebt das Reisen und Südostasien. Der Besuch auf Penang war dennoch eher ein Zufall auf dem Weg von Indonesien nach Thailand. „Wir hatten keinen festen Plan in Malaysia, haben nach Rezensionen und Tipps gegoogelt und dann entschieden, wohin es als Nächstes gehen könnte“, erzählt sie. Penang wurde „besonders angepriesen“ und entpuppte sich als Volltreffer. „Wir sind fast eine Woche geblieben. Das Flair war einfach toll! Mit Cafés, Kunst, schönen Gässchen – es war entspannt, einfach angenehm.“

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Für Reisende wie die Kölnerin Gina Hollmann lohnt sich der Besuch von Geroge Town auf Penang allein wegen der Streetart.


Bei Europäern wird die knapp 300 Quadratkilometer große Insel seit Jahren zum immer beliebteren Reiseziel, voll ist es deshalb aber nicht. Vor der weltweiten Corona-Pandemie kamen zuletzt rund 1,5 Millionen Touristen nach Penang – in einem ganzen Jahr. Nach Berlin reisten 2019 im Vergleich dazu fast 14 Millionen Touristen.

Ein großer Vorteil für Malaysia-Besucher: Unterkünfte sind gut bezahlbar in George Town. Wer ein wenig sparsam mit seinem Geld umgeht, kommt für ein ordentliches Zweibettzimmer, kleine Souvenirs und leckeres Essen mit 20 Euro pro Tag gut zurecht.

George Town ist bei Reisenden auch für preiswertes Streetfood beliebt. Beim Thema Essen gerät auch Fremdenführer Chan Dara gleich ins Schwärmen, als er mit seiner Reisegruppe durch Gässchen schlendert und von kolonialen Bauten und den typischen chinesischen Shophouses mit ihren Arkadeneingängen erzählt. „Wir haben interessante Architektur hier, schöne Strände, aber vor allem ist es ein Essensparadies“, sagt er und schwärmt gleich weiter von Laksasuppe und gebratenen Nudeln, die es portionsweise umgerechnet schon ab 80 Cent gebe, und von Saté-Fleischspießen im Dutzend für weniger als 2 Euro.

Penang ist auch bekannt für ausgezeichnetes Streetfood – dazu gehört auch die Laksa-Suppe.

Bohneneis ist der letzte Schrei

Eine malaysische Dessertspezialität, die der indischstämmige Fremdenführer anpreist, mag für einige Europäer ein wenig befremdlich klingen: Bohneneis. Auf zerstückeltes Eis werden dafür Mais und Kidneybohnen gegeben, dazu gibt es einen Löffel Zuckersirup. Das Ais kacang ist vielerorts in Südostasien der letzte Schrei auf Straßenmärkten. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.

Zweifellos schön ist der Ausblick vom Penang Hill über die Stadt. Bei perfekter Wetterlage reicht die Sicht laut Einheimischen sogar bis zur mehr als 100 Kilometer entfernten Nachbarinsel Langkawi.

Natur entdecken im The Habitat Penang Hill

Seit 2016 gibt es an dem Hügel auch einen Naturpfad durch den Regenwald, der auf wenig Raum einen umfangreichen Einblick in die malaysische Flora und Fauna ermöglicht. Für den richtigen Blickwinkel hilft zum Beispiel Farah Fatini. Die junge Frau hat Umweltwissenschaften studiert und führt Gruppen durch The Habitat Penang Hill. Fatini erzählt vom A (Affen) bis Z (Zikaden) der Tierwelt. Auch Königskobras, tropische Vögel, Schmetterlinge, Rieseneichhörnchen und Schildkröten sollen in dem Landschaftsschutzgebiet leben.

Naturfans sollten das Landschaftsschutzgebiet The Habitat Penang Hill besuchen, wo Tiere wie Brillenlanguren leben.

The Habitat sei wie ein Querschnitt durch die Natur Malaysias – so wie George Town ein Querschnitt durch die kulturelle Vielfalt des Landes. „Der Mix der Kulturen, unser kulturelles Erbe, unser Essen, unsere Natur – all das macht Penang aus“, sagt Fatini. „Wer alles erleben will, was unser Land ausmacht, aber nicht an zu viele einzelne Orte reisen will, der ist hier genau richtig.“

Die weltweite Corona-Pandemie hat zwar auch in Malaysia den Tourismus lahmgelegt, für die Zeit danach ist George Town jedoch ein guter Kandidat für die Reiseliste. „Malaysia ist nicht dieses ‚typische Asien‘, nicht wie auf Bali oder in Thailand. Es ist anders, aber schön“, findet etwa Hollmann. „Wenn man dieses Mehr an Ruhe sucht, ist es das Richtige. Irgendwie natürlicher, noch nicht so touristisch, ein bisschen hinterher – aber im positiven Sinne. Einfach entspannt.“

Tipps für deine Reise nach Malaysia

Aktuelle Situation: Das Auswärtige Amt warnt aktuell vor nicht notwendigen touristischen Reisen nach Malaysia. Das Land ist als Risikogebiet eingestuft. Coronabedingt gilt aber ohnehin ein generelles Einreiseverbot für ausländische Touristen.

Anreise: Normalerweise wird das Land mehrmals wöchentlich von mehreren Fluggesellschaften angeflogen. Qatar Airways fliegt zum Beispiel ab Frankfurt am Main und Berlin über Doha die Hauptstadt Kuala Lumpur und das Backpackerparadies Penang an.

Einreise: Eigentlich benötigen deutsche Staatsangehörige für touristische Aufenthalte bis zu drei Monaten kein Visum für die Einreise. Nur in den ostmalaysischen Bundesstaaten Sabah und Sarawak auf Borneo wird ein gesondertes Visum erteilt. Bei der Einreise nach Malaysia kann die Immigrationsbehörde die Vorlage des Rückreisetickets oder einen Nachweis für die gebuchte Unterkunft verlangen.

Beste Reisezeit: Malaysia kann ganzjährig bereist werden, Europäer kommen meistens im Frühjahr. In der Trockenzeit zwischen Dezember und April ist es besonders warm und sonnig. Die durchschnittlichen Höchsttemperaturen liegen zwar auch von Mai bis Ende November nicht unter 30 Grad Celsius, dafür regnet es aber ein wenig häufiger. Typischen Monsunregen wie in anderen Ländern Südostasiens gibt es in Malaysia aber nicht.

Währung: In Malaysia wird mit Ringgit (RM) gezahlt. Ein Euro entspricht umgerechnet etwa 5 RM. In größeren Geschäften und vor allem in den Städten können Sie häufig problemlos mit Kreditkarte zahlen, eine Bargeldreserve empfiehlt sich dennoch.

Weitere Informationen: Bei Übernachtungen wird eine Touristensteuer fällig, meist liegt diese zwischen 2 und 3 Euro pro Nacht.

Die Reise wurde unterstützt von Tourism Malaysia und Qatar Airways. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.