Verteilt über alle Kontinente dieser Welt steckt die Natur voller Wunder. Ein knallpinker See in Australien, eine Wüste aus Gips in New Mexico und ein schwarzer Sandstrand auf Island sind nur einige wenige Beispiele für spektakuläre Naturphänomene. Wir stellen dir Naturwunder vor, bei denen du auf jeden Fall ins Staunen gerätst.

Karte: Die 50 schönsten Naturwunder rund um die Welt

1. Bunte Terrassen Badab-e Surt im Iran

Die Naturlandschaft Badab-e Surt liegt in der Provinz Mazandaran in der Islamischen Republik Iran. Der arabische Begriff „Badab“ bedeutet so viel wie Gas-Wasser und bezieht sich im Falle der iranischen Quellen auf das kohlensäurehaltige Mineralwasser.

In einer Höhenlage von über 1800 Metern entspringen seit Jahrtausenden zwei Quellen. Aus der einen fließt sehr salzhaltiges Wasser und aus der anderen Quelle Wasser mit einem hohen Gehalt an Eisenoxid, was für die rot-orange Farbe der Naturlandschaft sorgt.

Kristallisierte Mineralquellen sorgen für Farbe

Entstanden ist die charakteristische Terrassenform über Tausende von Jahren, denn das herabfließende Wasser der warmen Mineralquellen kristallisiert nach Abkühlung aus und bildet das farbenfrohe, kohlenstoffhaltige Gestein.

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Aus warmen Mineralquellen bildet sich nach Abkühlen an den Badab-e-Surt-Terrassen oranges Gestein.

2. Pinker Salzsee in Australien

Ein knallig pinker See direkt neben tiefblauem Ozean – nur ein schmaler, bewachsener Dünenstreifen trennt die beiden Gewässer. Lake Hillier nennt sich der bereits im Jahr 1802 entdeckte See auf der australischen Insel Middle Island. Aus nächster Nähe besichtigen können Urlauber den Lake Hillier aber leider nicht. Er unterliegt als Teil aller insgesamt 105 Inseln des sogenannten Recherche-Archipels einem strengen Naturschutz. Den außergewöhnlichen See bestaunen können Touristen beispielsweise bei einem Helikopterflug aus dem nahe gelegenen Esperance.

Woher kommt die pinke Farbgebung?

Eindeutig klären konnten Forscher das Phänomen der pinken Färbung bislang nicht. Es wird aber vermutet, dass verschiedene Bakterien und salztolerante Algen im See die Auslöser sind. Auch die Nährstoffkonzentration könnte ein Verursacher der pinken Farbgebung sein. In Australien gibt es sogar noch weitere pinke Seen, zum Beispiel den Pink Lake. 

3. Bunte Marmorhöhlen in Chile

Die chilenischen Marble Caves sind einer dieser Orte auf der Welt, bei denen einem vor Staunen der Mund offen bleiben könnte. Gelegen am Lago General Carrera, der dreimal so viel Fläche hat wie Deutschlands größter See Bodensee, präsentieren die Höhlen ein wahres Spektakel an Farben. Durch die Bewegungen der Wellen des Sees haben sie über Jahrtausende hinweg ihre besondere Form bekommen. Sie stehen übrigens schon seit dem Jahr 1944 unter Naturschutz.

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Surreales Farbspektakel in den Marble Caves

Wer die Marble Caves besuchen möchte, kann ganz bequem mit einem der vielen Boote aus dem nahe gelegenen Puerto Tranquilo zu den Höhlen im See fahren. Für die besonders Abenteuerlustigen bietet sich auch die Möglichkeit an, die Höhlen auf eigene Faust mit einem transparenten Kajak zu besichtigen.

In dem durchsichtigen Gefährt lässt sich die türkise Farbe des Wassers noch deutlicher erkennen. Ganz nebenbei sorgt die Klarheit des Sees auch dafür, dass die Höhlen in einem noch kontrastreicheren und schönen Licht erscheinen.

Die Catedral de Marmol kann ganz einfach von der kleinen Stadt Puerto Tranquilo mit dem Boot erreicht werden.

4. Glowworm Caves in Neuseeland

In dieser Höhle wimmelt es nur so von den kleinen, leuchtenden Insekten. Deine erste Überlegung ist vermutlich, dass in der neuseeländischen Höhle eine riesige Menge an Glühwürmchen haust. Aber falsch gedacht: Die leuchtenden „Glowworms“ sind nicht mit den uns bekannten Glühwürmchen verwandt. Es sind die Larven von Pilzmücken, die an klebrigen Fäden von der Decke hängen. Das Licht dient als Lockmittel, damit sich möglichst viele Insekten in den Fäden verfangen.

Die Waitomo Höhle in Neuseeland ist das Zuhause von zehntausenden Pilzmücken-Larven.

Der eigentliche Name der neuseeländischen Glühwürmchen-Höhle lautet Waitomo. Ein kleiner Fluss schlängelt sich hindurch und wird von dem mystisch schimmernden blauen Licht der Würmchen angestrahlt. Um die Landschaft unterhalb der Erdoberfläche zu entdecken, kannst du eine Bootstour mit Guide buchen. 

5. Verschiedenfarbiger See: Spotted Lake in Kanada

Seit Jahrtausenden wird der Spotted Lake in Kanada wegen der mystischen und heilenden Wirkung seines Wassers von den Einheimischen als heiliger Ort verehrt. Besonders in den warmen Sommermonaten, wenn eine große Menge an Seewasser verdunstet, kommen die gelb-braunen Farben richtig zur Geltung. Die Schattierung resultiert aus der unterschiedlichen Mineralienkonzentration im Wasser. Überhaupt zählt der Spotted Lake mit seinen Magnesium-, Kalzium- und Natriumsulfaten zu den mineralreichsten Gewässern auf der Welt.

Wahres Farbspektakel im Spotted Lake

Erreichen kannst du den See über den Highway 3, aber aufgepasst: Es existiert kein direkter Zugang zum See, denn er befindet sich auf einem privaten Gelände und ist durch einen Zaun geschützt. Trotzdem kannst du die Farben von Weitem bestaunen und dich zusätzlich auf einer Infotafel über die Geschichte des Spotted Lakes informieren.

Unterschiedliche Mineralienkonzentration im Wasser des Spotted Lakes in British Columbia sorgt für die verrückte Färbung.

6. Weiße Kalksinterterrassen in Pamukkale

Was aussieht wie eine Landschaft aus Zuckerwatte ist in Wirklichkeit eine Terrasse aus jahrtausendealtem Thermalwasser. Strahlend weiß türmt sich das Naturwunder im Landkreis Pamukkale im Südwesten der Türkei auf. Übrigens: Der Name Pamukkale bedeutet übersetzt so viel wie Baumwollschloss.

Die Kalksinterterrassen sind nicht etwa vereiste Wasserfälle, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheinen könnte, sondern angesammelter Kalk des kohlensäurehaltigen und kalziumreiche Thermalwassers. Die heilende Wirkung des Quellwassers wurde schon vor mehr als 2000 Jahren von den Römern erkannt und bis heute locken die warmen Becken Besucher mit Kreislauf-, Rheuma- und Herzbeschwerden sowie Hautkrankheiten zu einem Besuch an.

Allerdings ist das Baden in den Terrassen schon seit etwa 20 Jahren verboten, um das Unesco-Weltkulturerbe zu schützen. Betreten darfst du die Terrassen auch nur barfuß, wie Reiseveranstalter Tui auf dem Konzern-Blog berichtet.

Die Kalksinterterrassen mit versteinerten Wasserfällen gibt es in der Türkei zu bestaunen.

7. Reisterrassen Tegalalang in Indonesien

Die Tegalalang-Reisterrassen nahe Ubud gehören mit zu den beliebtesten Reisezielen auf Bali. Teilweise sind die einzelnen Stufen zu schmal, um Nutztiere zur Ernte als Hilfe hinzuzuziehen, sodass die gesamte Arbeit per Hand geschieht. Andere Felder sind hingegen groß genug, um auch mit Traktoren befahren zu werden.

Handarbeit auf Ubud

Während deines Besuchs kannst du mit Sicherheit einige Reisbauern bei der Aussaat beobachten. Die kleinen Reispflanzen werden einzeln und per Hand in die gefluteten Reisbecken gesetzt – und das akkurat in Reih und Glied. Geschützt wird das Bewässerungssystem von Mauern und Dämmen, die außerdem wunderschön in der Sonne funkeln.

Hard Fact: Reis kann schon drei Monate nach der Saat geerntet werden und muss anschließend in der Sonne trocknen. Hast du Lust bekommen? Besuchen kannst du die Reisfelder sogar kostenlos!

Die Tegalalang-Reisterrassen sind ganz in der Nähe von Ubud.

8. Reynisfjara Beach auf Island

Der Strand von Reynisfjara ist einer der berühmtesten schwarzen Sandstrände auf Island: Peitschende Wellen krachen dort gegen die Felsen in der Brandung und sorgen für eine ganz besonders dramatische Stimmung. Während der Großteil der Strände weltweit eine goldene Farbe hat, ist dieser tiefschwarz.

Wie kommt das zustande? Wir erklären es dir: Sand entsteht dadurch, dass Steine im Laufe der Jahre zu immer kleineren Fragmenten werden. Island wird auch die Insel der Vulkane genannt und besteht größtenteils aus dunklem Lavastein. Die ungewöhnliche schwarze Farbe stammt also daher, dass das abgekühlte Lavagestein durch immer weitere Abnutzung zu Sand wird. 

Der Reynisfjara Beach ist der wohl bekannteste schwarze Strand auf Island.

9. Leuchtendes Meer auf den Malediven

Nein, das hier ist kein Photoshop-Fake, sondern ein wahres Naturwunder. Die Sea of Stars funkelt und glitzert, als wären Sterne vom Himmel gefallen. Die Strände der Inseln Mudhdoo, Vaadhoo und Rangali sind die besten Anlaufstellen auf den Malediven, um das Phänomen mit eigenen Augen zu sehen.

Auslöser des Leuchten vom Plankton

Auslöser ist ein kleines Lebewesen, genannt Dinoflagellaten, das zur Art des Phytoplanktons gehört. Bestimmte Arten von Plankton reagieren unter Stress, indem sie leuchten. Das kann beispielsweise durch Bewegung im Wasser ausgelöst werden. Gedacht ist das Leuchten als eine Art Alarmanlage. Das Schwimmen an den leuchtenden Stränden ist mittlweile verboten, schreibt „Urlaubsguru“.

Bist du experimentierfreudig? Es gibt auch die Möglichkeit, das leuchtende Plankton mit einem Starter-Kit zu Hause zu züchten.

Leuchtendes Plankton gibt es nicht nur auf den Malediven zu bestaunen, auch San Diego und Puerto Rico haben bläuliche Strände.

10. White-Sands-Nationalpark in New Mexico

Eine Wüste aus reinem weißem Gips – diese ungewöhnliche Landschaft gibt es im Süden von New Mexico zu bewundern. Der  White-Sands-Nationalpark besteht aus wasserhaltigem Calciumsulfat. Stammen tut es aus einem nahe gelegenen See mit sehr hohem Mineralgehalt. Wenn das Wasser verdunstet, bleiben die Mineralien zurück, die anschließend Gipsablagerungen bilden und mit dem Wind weggetragen werden.

Die Chihuahua-Wüste durchläuft die Grenze zwischen Mexico und Amerika und umfasst als Ökoregion ein Gebiet von insgesamt 500.000 Quadratkilometern.

Somit bestehen die wellenförmigen weiß glitzernden Dünen aus Gipssand und machen den Nationalpark zu einem einzigartigen Naturwunder dieser Welt.

Übrigens: Das Dünenfeld ist ständig in Bewegung, was zur Folge hat, dass es sich bis zu neun Meter pro Jahr Richtung Nordosten fortbewegt.