Keine Frage: Wohin man auf Urlaub fährt, ist eine reine Typsache. Die einen suchen Action in den Bergen, die anderen eine Auszeit am Strand. Bei den griechischen Inseln mögen die Unterschiede auf den ersten Blick kleiner sein, doch sieht man genauer hin, merkt man schnell: Jede Insel steht für sich – und der Urlaub hier ist auch wieder reine Typsache. Bleibt die Frage: Kos oder Korfu? Hier kommt eine kleine Entscheidungshilfe:

Kos oder Korfu: Lage

Kos liegt in der östlichen Ägäis und gehört mit Rhodos und Karpathos zur Dodekanes-Inselgruppe. Die Insel befindet sich am Eingang zum Golf von Gökova und ist an der kürzesten Stelle nur vier Kilometer von der türkischen Stadt Bodrum entfernt.

Korfu wiederum zählt zu den Ionischen Inseln, die nicht in der Ägäis liegen, sondern auf Griechenlands Westseite nahe der albanischen Grenze und südöstlich des italienischen Stiefelabsatzes. Die Lage ist also völlig anders.

Kos oder Korfu: Größe

Kos ist lang und schmal und hat gerade mal eine Gesamtlänge von 45 Kilometern und eine Breite von acht Kilometern. Die gesamte Fläche macht 278,2 Quadratkilometer aus. Insgesamt leben rund 33.000 Menschen auf Kos, 19.000 davon in Kos-Stadt. Kos ist also klein und kompakt.

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Mit 585,3 Quadratkilometern ist Korfu doppelt so groß wie Kos, hat aber nur eine Länge von 65 Kilometern, dafür eine Breite von 30 bis 40 Kilometern. Insgesamt leben rund 115.000 Menschen auf Korfu, rund 32.000 davon in Korfu-Stadt.

Kos oder Korfu: Wo ist das Wetter besser?

Das Klima auf Kos ist gemäßigt mediterran. Das heißt: Die Sommer sind warm und trocken und die Temperaturen klettern in der Hauptsaison von Juli bis September fast immer über die 30-Grad-Marke. Von Mai bis September liegen die Temperaturen zwischen 25 und 33 Grad. Im Sommer fällt praktisch kein Niederschlag. Ab Juni klettert das Thermometer über 30 Grad Celsius, der wärmste Monat ist der Juli.

Auf Korfu ist das Wetter anders. Hier herrscht ganzjährig ein mediterranes Klima. Es gibt heiße, trockene Sommermonate und milde Wintermonate. Zwischen Juni und August bleibt es fast durchweg trocken, während es im Oktober stark regnen kann. Die heißesten Tage erlebt man zwischen Juni und September, wenn die Temperaturen auf Werte von 28 bis 32 Grad Celsius klettern. Im April, Mai und Oktober werden Tageshöchsttemperaturen von über 20 Grad erreicht.

Kos oder Korfu: Wie viele Sonnenstunden?

Juli ist der sonnigste Monat auf Kos mit durchschnittlich neun Stunden Sonnenschein pro Tag. Im Jahresmittel scheint die Sonne durchschnittlich an sechs Stunden pro Tag.

Die Bucht von Afionas zählt zu den schönsten Stränden auf Korfu.

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Auf Korfu ist die Sonne stärker: Hier scheint sie von Juni bis August durchschnittlich zwischen 10,7 und 11,8 Stunden am Tag.

Kos oder Korfu: Wie warm ist das Meerwasser?

Die maximale Wassertemperatur auf Kos beträgt 25 Grad, das ganze Jahr über sinkt die Temperatur nie unter 17 Grad. In den Monaten Juni, Juli, August, September und Oktober kann man immer bei mindestens 21 Grad baden.

Auf Korfu ist die Wassertemperatur einen Hauch niedriger. Von Mitte Mai bis Ende Oktober ist die klassische Badezeit auf Korfu. Dann steigen die Wassertemperaturen kontinuierlich auf bis zu 24 Grad. Im August ist das Wasser am wärmsten, von Januar bis März am kältesten: Dann sinkt die Wassertemperatur auf durchschnittlich 14 Grad.

Kos oder Korfu: Regen und Wind

Kos hat Wind. Eine Besonderheit auf der Insel ist der Meltemi-Wind, der als natürlicher Ventilator gilt und zwischen Juni und September über den Nordteil der Insel weht. Das sorgt für ideale Bedingungen für Wassersportler.

Korfu hat Regen. Zwischen Oktober und Februar kann es zu starken Regenfällen kommen. Dann hängen die Wolken über der Insel fest und können nicht über das auf dem griechischen Festland und zu Teilen in Albanien liegende Pindosgebirge steigen. Das Ergebnis ist eine durchschnittliche Niederschlagsmenge von 1300 Millimetern im Jahr.

Kos oder Korfu: Wo ist die Landschaft schöner?

Kos ist vulkanischen Ursprungs. Deshalb badet man nicht nur im Meer, sondern auch in Thermalquellen. In einer Bucht an der Südküste von Kos fließt schwefelreiches Wasser ins Meer und sorgt für ein spezielles Badevergnügen: Das Wasser der Thermalquelle von Embros hat zwischen 50 Grad uns 80 Grad und sammelt sich in einem Becken am Strand. Weil das Meer das heiße Heilwasser abkühlt, entsteht eine Wassertemperatur von 30 bis 40 Grad.

Weil Korfu regenreicher und weniger von Sonne und Meer geprägt ist, ist die Insel besonders grün – und daher auch die grünste griechische Insel. Die Landschaft ist geprägt von sanften Hügeln mit Zypressen, Akazien, Palmen, Zitronen- und Orangenplantagen. Bekannt ist Korfu vor allem für seine Olivenbäume: Davon wachsen vier Millionen auf der Insel!

Kos oder Korfu: Wo gibt es mehr Tourismus?

Kos wurde erst in den 80er-Jahren zu einem Touristenziel und hat sich seither zwar einen ordentlichen Tourismus aufgebaut, kann aber im Vergleich zu anderen griechischen Inseln nicht mit einer jahrhundertealten Tourismusgeschichte aufwarten. Das gibt der Insel einen sehr entspannten und gemütlichen Touch.

Korfu hat indes eine sehr lange Tourismustradition. Der berühmteste Fan war einst Kaiserin Sisi von Österreich, die sich schwer in die Insel verliebte. Und auch Kaiser Wilhelm II. hatte ein kleines Schlösschen. Auf Korfu Urlaub zu machen ist daher schon lange Alltag, und die Insel und ihre Bewohner sind perfekt auf Touristen eingestellt.

Kos oder Korfu: Wer hat die schöneren Strände?

Kos ist zwar klein, hat aber jede Menge Bilderbuchstrände, deshalb gilt die Insel als die perfekte Badeinsel. Das liegt an den langen Sandstränden, den einsamen Badebuchten und dem Meer, das immer in Sichtweite zu sein scheint. Mit einer Länge von insgesamt 20 Kilometern gibt es hier für jeden Geschmack den richtigen Strand. Vor allem Familien freuen sich über viele Strände, die flach abfallen und ideal für Kinder sind.

Korfu setzt in Sachen Bilderbuchstrände noch einen drauf. Weil die Insel dreimal so groß ist wie Kos, ist auch die Küstenlinie länger: Die Strände erstrecken sich hier malerisch entlang der 217 Kilometer langen Küstenlinie. Optisch geht es hier auch ein bisschen abenteuerlicher zu. Neben langen Sandstrände findet man auch viele versteckte paradiesische Buchten, die man oft nur über unebene Wanderwege erreichen kann.

Kos oder Korfu: Inselhauptstädte

Bei Kos-Stadt gilt das Motto: Liebe auf den zweiten Blick. Die Altstadt wirkt auf den ersten Blick nicht so malerisch wie die anderer griechischer Inseln. Die Schönheit zeigt sich, wenn man genauer hinguckt. Dann entdeckt man die lange Geschichte der Insel. Schon 2000 vor Christus befand sich an der Stelle der heutigen Kos-Stadt eine der wichtigsten minoischen Siedlungen außerhalb Kretas. Dann ging es los mit unterschiedlichen Epochen und Herrschern: Auf eine mykenische Epoche folgte die griechische Antike, dann ging die Insel an das Römische Reich und später an Byzanz und Venedig. 1315 wurde Kos von den Johannitern gekauft, im 16. Jahrhundert kamen die Osmanen und 1912 die Italiener.

Die Altstadt von Korfu-Stadt ist indes eine Bilderbuchschönheit und gilt als eine der schönsten Inselhauptstädte Griechenlands. Die Stadt landete sogar auf der Liste der Unesco-Weltkulturerbestätten! Kerkyra, wie die Hauptstadt der Insel heißt, wurde ebenso wie Kos von vielen Völkern besetzt – allerdings anderen als auf Kos. Schlendert man durch die Gassen, findet man Spuren venezianischer, britischer und französischer Zeiten. Es gibt noch ein Cricketfeld als Relikt der Besatzungszeit der Engländer und viele Arkadenhäuser im Empirestil, die von den Franzosen errichtet wurden.

Aktivitäten auf Kos und Korfu 

Dank des Meltemi-Windes, der zwischen Juni und September über den Nordteil der Insel weht, finden Wassersportler ideale Bedingungen. Auch die Unterwasserwelt hält einige Überraschungen bereit. Da vielerorts das Wasser kristallklar ist, haben Taucher oft eine Sichtweite von bis zu 40 Metern.

Korfu ist hügeliger und hat mehr Berge, deshalb ist die Insel das ganze Jahr über perfekt für Aktivurlauber, die gern wandern oder Rad fahren. Gerade im Frühling und im Herbst kommen viele auf die Insel und erkunden die Wanderwege quer über das Eiland. Mountainbiker finden auf den kaum befahrenen Asphalt- und Schotterstrecken beste Bedingungen.

Kos oder Korfu: Wie schmeckt das Essen?

Weil der Tourismus auf Kos relativ jung ist, gibt es viele Tavernen, die schon lange vor der Ankunft der Touristen in Betrieb waren. Hier isst man besonders authentisch und gemütlich. Die Küche auf der Insel ist typisch griechisch: Klassiker wie Souflaki oder Moussaka stehen auf jeder Speisekarte. Gewürzt wird immer kräftig mit Knoblauch und Inselkräutern wie Rosmarin, Thymian und Oregano. Ein klassisches Getränk dazu ist ein kühler Retsina, ein geharzter trockener Weißwein.

Auf Korfu kommen viele kulinarische Einflüsse aus Italien, und oft landen Nudeln als Beilage auf dem Teller. Das Olivenöl der Insel kommt fast überall zum Einsatz. Inselprodukte sind beispielsweise das alkoholfreie Ingwerbier Tsitsimbira, das einst die Briten auf die Insel brachten, oder korfiotische Spezialitäten wie Pastitsada – ein Nudeleintopf mit Huhn oder Rind und einer typisch korfiotischen Gewürzkombination aus Nelke, Muskat und Zimt.