Kurz mal schnell einen kostenlosen Corona-Schnelltests machen – das soll schon bald laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in deutschen Testzentren und Apotheken möglich sein. Eigentlich sollte das Angebot schon ab 1. März starten, aber nur wenige Tage nach der Ankündigung hat das Corona-Kabinett den Plänen von Jens Spahn einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Einführung wird verschoben – über die Ausführung soll erst bei den Bund-Länder-Beratungen am 3. März gesprochen werden. 

Sollten die kostenlosen Corona-Test dann demnächst doch eingeführt werden, könnte das Reisen ins Ausland teilweise einfacher werden. Denn die meisten Länder weltweit verlangen für die Einreise den Nachweis über einen negativen Corona-Test.

Die Kosten hierfür müssen Reisende derzeit selbst tragen – es sei denn, sie werden vom Reiseveranstalter übernommen. Somit wäre es eine Erleichterung, wenn sich Urlauber ab dem 1. März schnell und einfach vor Abflug testen lassen könnten, beispielsweise in den Testzentren einiger deutscher Flughäfen, die auch Antigen-Schnelltests durchführen.

Einen Haken gibt es aber: Die meisten Länder verlangen einen PCR-Test-Nachweis, ein negativer Antigen-Schnelltest reicht nicht aus. Immerhin haben sich nun die EU-Staaten auf 16 Antigen-Schnelltests geeinigt, deren Ergebnisse in allen Mitgliedstaaten anerkannt werden sollen. Demnächst sollten also Einreisen in all diesen Ländern mit Antigen-Schnelltest möglich sein. Wir geben einen Überblick über Reiseländer, wo Touristen mit einem Corona-Schnelltest schon jetzt einreisen dürfen.

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Diese Länder erlauben die Einreise mit einem negativen Corona-Schnelltest

  • Italien: Deutsche können grundsätzlich einreisen, jedoch sind Reisen innerhalb Italiens nur aus triftigen Gründen erlaubt. Vor der Einreise ist die Vorlage einer Einreiseerklärung und eines negativen PCR- oder Antigen-Test erforderlich, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Ohne negatives Testergebnis müssen sich Reisende in Quarantäne.
  • Spanien: Alle Reisenden ab einem Alter von sechs Jahren, die auf dem Luft- oder Seeweg nach Spanien einreisen und aus einem Risikogebiet kommen, müssen einen negativen PCR-Test oder einen sogenannte TMA-Test mit sich zu führen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Nur die Kanaren erlauben zur Einreise vom spanischen Festland aus auch einen negativen Antigen-Schnelltest. Außerdem müssen Flugreisende ein Formular im Spain Travel Health-Portal zur Gesundheitskontrolle ausfüllen. 
  • Luxemburg: Alle Flugreisenden, die älter als sechs Jahre sind, müssen vor Reiseantritt einen negativen PCR- oder Antigen-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden ist.
  • Schweden: Seit dem 6. Februar 2021 muss bei Einreise ein negatives Covid-19-Testergebnis vorgelegt werden, das höchstens 48 Stunden alt sein darf. Es werden Ergebnisse von PCR-, LAMP- und Antigen-Tests akzeptiert. Folgende Informationen müssen enthalten sein: Name der getesteten Person, Zeitpunkt der Probenabnahme, Art des Testes, Testergebnis, Aussteller des Zertifikats. Zertifikate werden nur in englischer, schwedischer, norwegischer oder dänischer Sprache akzeptiert.

In diesen Länder bestehen trotz Schnell-Test Beschränkungen

  • Österreich: Bis zum 31. März 2021 gilt für alle Einreisende grundsätzlich eine zehntägige Quarantäne. Seit dem 10. Februar 2021 ist für Reisende aus Deutschland zusätzlich ein negatives PCR- oder Antigen-Test-Ergebnis erforderlich, das nicht älter als 72 Stunden ist. Außerdem müssen sich alle Einreisende elektronisch registrieren.
  • Dänemark: Reisen aus touristischen Gründen werden nicht gestattet – nur bei Nachweis eines wichtigen Grundes ist die Einreise möglich. Bis einschließlich 28. Februar müssen Einreisende daher einen negativen PCR-Test oder Antigentest vorlegen, der maximal 24 Stunden vor Einreise vorgenommen wurde. Dennoch besteht eine zehntägige Quarantänepflicht, die erst nach vier Tagen verkürzt werden kann. Bewohner von Schleswig-Holstein dürfen mit einem negativen Antigentest, der maximal 72 Stunden alt ist, ohne wichtigen Grund einreisen.
  • Tschechien: Einreisen aus touristischen Gründen sind verboten. Ausschließlich mit einem triftigen Grund ist die Einreise möglich, aber bis auf Ausnahmen nicht ohne negativen PCR-oder Antigen-Test und vorheriger Online-Anzeige. Die zenhntägige Quarantänepflicht kann mit einem zweiten Negativtests nach Einreise beendet werden.
  • England: Reisen aus touristischen Gründen sind in und nach Großbritannien und Nordirland untersagt. Alle Einreisende müssen einen negativen COVID-19-Test bereits vor der Ankunft beispielsweise bei der Airline vorgelegt. Anerkannt sind PCR-TestsRT-Lamp-Tests sowie Antigentests („lateral-flow-Test“). Seit dem 15. Februar 2021 müssen neben dem COVID-19-Test vor Einreise zusätzlich vorab zwei weitere Tests gebucht werden: einen vor oder am zweiten Tag nach Einreise und einen weiteren Test am oder nach dem achten Tag nach Einreise. 

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Diese Länder verlangen teilweise keinen Corona-Test

  • Schweiz: Deutsche können derzeit grundsätzlich nach einer elektronischen Anmeldung uneingeschränkt in die Schweiz einreisen – nur Einreisende aus Risikoländern müssen einen negativen PCR-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Außerdem gilt dür die Betroffenen eine zehntägige Quarantänepflicht. Aus Deutschland gelten nur  die Bundesländer Thüringen und ab dem 22. Februar Brandenburg sowie Sachsen-Anhalt in der Schweiz als Risikogebiete
  • Liechtenstein: Das Fürstentum hat die Grenze für alle EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Norwegen und der der Schweiz vollständig geöffnet. Es werden keine Corona-Test zur Einreise verlangt. Allerdings besteht für Reisende aus Risikoländern eine 10-tägige Quarantänepflicht. Aus Deutschland gelten nur die Bundesländer Thüringen und ab dem 22. Februar Brandenburg sowie Sachsen-Anhalt in Liechtenstein als Risikogebiete. Ein negatives Testresultat hebt aktuell weder die Quarantänepflicht auf, noch verkürzt es die Dauer der Quarantäne.
  • Mexiko: Die mexikanischen Gesundheitsbehörden fordern derzeit keine Bescheinigung über den Gesundheitszustand oder Testergebnisse und es sind auch keine Quarantänemaßnahmen vorgesehen. Reisende müssen lediglich den „cuestionario de pasajero“ (Fragebogen zur Identifizierung von Risikofaktoren) auszufüllen und mit Fiebermessungen am Flughafen rechnen.
  • Dominikanische Republik: Alle Reisenden müssen zu Ein- und Ausreisezwecken ein einheitliches elektronisches Formular ausfüllen. Bei Einreise an den Flughäfen wird eine Temperaturmessung durchgeführt, stichprobenartig auch Atemtests. Reisende sind verpflichtet, an diesen Verfahren mitzuwirken, so das Auswärtige Amt. Alternativ kann bei Einreise ein negativer PCR-Test vorgelegt werden, der nicht älter als 72 Stunden sein darf.

Antigen-Schnelltests Vorteile für Rückkehrer aus Risiogebieten

Relevant könnten die Antigen-Schnelltests auch für Reiserückkehrer werden. Denn derzeit gilt: Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss sich vor oder unmittelbar nach der Einreise testen lassen und dann für zehn Tage in Quarantäne. Dieser Zeitraum kann mit einem zweiten Corona-Test ab dem fünften Tag verkürzt werden. So wäre es möglich, dass sich Reiserückkehrer die Kosten für die verpflichtenden Corona-Tests sowie die längere Wartezeit aufs Ergebnis des PCR-Tests sparen könnten.

Auch bei der Rückkehr aus Hochinzidenzgebieten und Variantengebieten werden Antigen-Schnelltests bei der Einreise in Deutschland angerkannt. Allerdings muss der Test vor der Einreise erfolgen und darf nicht älter als 48 Stunden sein, er kann nicht bei oder unmittelbar nach der Einreise nachgeholt werden. Der Nachweis muss vor Abreise dem Beförderer, also beispielsweise der Airline, zur Überprüfung vorgelegt werden.

Laut dem Bundesgesundheitsministerium werden Antigen-Schnelltests anerkannt, „wenn sie die von der WHO empfohlenen Mindestkriterien erfüllen“. Dazu zählen Schnelltests zum direkten Nachweis des Coronavirus Sars-CoV-2, die verglichen mit PCR-Tests eine mindestens 80-prozentige Sensitivität und mehr als 97-prozentige Spezifität erreichen.