Das Fürstentum Monaco ist nach der Vatikanstadt der zweitkleinste Staat der Erde und zudem einer der am dichtesten besiedelten: Vor allem Reiche und Prominente zieht es in die Steueroase am Mittelmeer. 39.100 Einwohner verteilen sich auf gut zwei Quadratkilometern Fläche – und über neun Stadtbezirke. Etliche sind einen Besuch wert und können auf ihre Weise gut mit dem Touristen-Hotspot Monte Carlo konkurrieren. Eine Auswahl.

Monaco-Ville

Nach Monte Carlo ist Monaco-Ville wohl der meistbesuchte Stadtbezirk. Er wird von der Bevölkerung auch Le Rocher, also der Felsen, genannt. Zu Recht: Der älteste und kleinste monegassische Stadtteil liegt auf einer felsigen Halbinsel und erhebt sich 60 Meter aus dem Mittelmeer.

Der Palast der Grimaldis steht hier ebenso wie die Hauptkirche Monacos, die Kathedrale Notre-Dame-Immaculée. Besucher können durch mittelalterliche Gassen flanieren und täglich um 11.55 Uhr die Wachablösung der Garde des Carabiniers am Justiz- und Fürstenpalast verfolgen.

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Wegen seiner Lage auf der Halbinsel wird der Stadtteil Monaco-Ville auch le Rocher, der Felsen, genannt.

Ebenfalls in Monaco-Ville ansässig ist das 1910 gegründete Ozeanografische Institut, das viele Jahre von Jacques Cousteau geleitet wurde. Das dazugehörige Museum verfügt über eines der größten Korallenriffe der Erde. In einer 400 Kubikmeter Wasser umfassenden Unterwasserwelt können Besucher Hammerhaie, Rochen, bunte Tropenfische und unzählige Lebendkorallen bewundern.

Fontvieille

Fontvieille grenzt im Nordosten an Monaco-Ville – und der optische Kontrast könnte kaum größer sein. Im Gegensatz zur mittelalterlichen Altstadt gilt Fontvieille als Hightech-Viertel. Viele umweltfreundliche Technologieunternehmen durften sich in dem Bezirk ansiedeln, den der 2005 verstorbene Fürst Rainier III. ab den Sechzigerjahren anlegen ließ. Den Boden, auf dem die Hochhäuser, ein Stadion, eine Universität und ein zweiter Jachthafen errichtet wurden, rang man in 15-jähriger Arbeit dem Mittelmeer ab; das Areal ist künstlich aufgeschüttet.

Fontvieille gilt als High-Tech-Viertel Monacos. Hier befindet sich aber auch der zweite Jachthafen des kleinen Fürstentums.

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Fontvieille hat aber noch ein zweites Gesicht: Kunst- und Kultureinrichtungen sind hier beheimatet, etwa ein Skulpturenweg mit Werken von Bildhauern wie Arman, Fernando Botero und César, die Autokollektion Rainiers mit 100 exklusiven Fahrzeugen und der Rosengarten seiner früh verstorbenen Ehefrau Gracia Patricia mit fast 180 Rosensorten und 4000 Sträuchern.

Besucher, die das Fürstentum aus der Luft sehen wollen, sollte es auch nach Fontvieille ziehen: Zwei Unternehmen bieten Helikopterrundflüge an.

La Condamine

La Condamine ist vermutlich besonders Motorsportfans bekannt; der Start-und-Ziel-Bereich und große Streckenteile des jährlich stattfindenden Formel-1-Straßenrennens liegen in diesem Viertel. Die meiste Zeit des Jahres zeigt La Condamine aber ein komplett anderes Bild: Die Monegassen nennen den Stadtteil das Herz von Monaco.

Genießer können sich dort täglich auf dem Freiluftmarkt am Place d’Armes mit regionalen Lebensmitteln eindecken. In der 1880 eröffneten Feinschmecker-Markthalle gibt es von Dienstag- bis Samstagabend internationale und monegassische Spezialitäten wie Socca, ein aus Kichererbsenmehl gebackener Crêpe, mit Spinat, Ricotta oder Mangold gefüllte Barbajuan-Teigtaschen oder Pissaladière-Zwiebelkuchen mit Anchovis und Oliven.

La Condamine mit seinem großen Marktplatz, an den es viele Genießer zieht, gilt als das Herz der Stadt.

Viele Bewohner treffen sich auf einen Aperitif in einem der Lokale in den Arkadengängen am Platz. An der Promenade des Hercule-Hafen können Spaziergänger Luxusjachten bewundern und abends in Bars und Restaurants andere Nachtschwärmer treffen.

Les Moneghetti

Der Stadtbezirk Les Moneghetti liegt im äußersten Westen Monacos und grenzt dort an die französische Gemeinde Beausoleil. In Les Moneghetti kommen Architekturfans auf ihre Kosten – Gebäude unterschiedlichster Baustile und Epochen stehen hier, dazu gehören die im persischen Stil errichtete Villa Isfahan, das schneeweiße futuristische Hochhaus La Simona am Boulevard du Jardin Exotique oder die hochmoderne Privatvilla Troglodyte, die Architekten an der Avenue Hector Otto in einen Felsen eingebaut haben, ohne diesen und seine Vegetation zu zerstören.

Das richtige Ziel für Architekturfans: Im Stadtteil Les Moneghetti stehen Gebäude unterschiedlichster Stilrichtungen und Epochen so wie die Privatvilla Troglodyte, die in den Felsen gebaut wurde.

Ein weiteres Highlight ist der Jardin Exotique de Monaco, der Exotische Garten: 1933 wurde er an einem Hang angelegt. Zahlreiche Sukkulentenpflanzen aus den USA, Mittel- und Südamerika, Afrika und von der Arabischen Halbinsel gedeihen dort. Besuchern bietet sich dank der Höhenlage ein weiter Blick über das Fürstentum. Teil des Gartens ist eine Tropfsteinhöhle mit Stalagmiten und Stalagtiten sowie Säulen und Vorhängen aus Kalkstein. Über 300 Treppenstufen steigen Höhlenbesucher von 40 auf 98 Meter Höhe hinauf.

Larvotto

Wer im Fürstentum an den Strand will, sollte in den Stadtbezirk Larvotto am östlichen Rand Monacos gehen. Der Larvotto-Strand erstreckt sich entlang der Avenue Princesse Grace über eine Länge von 400 Metern und besteht aus zwei Buchten. Für Wassersportfans gibt es Schnorchel- und Tauchangebote, aber auch Jetskifahren, Kite- und Windsurfen. Der Strand verfügt über einen Handiplage genannten barrierefreien Badeabschnitt. Ein an Land und im Wasser installiertes Audiosystem hilft Sehbehinderten und Blinden bei der Orientierung. An der Strandpromenade finden Badegäste gemütliche Strandrestaurants.

500 Meter südlich vom Larvotto-Strand erstreckt sich zudem die Champions Promenade: In Beton gravierte Fußabdrücke würdigen Fußballspieler wie Michel Platini oder Diego Maradona. Wer sich dorthin aufmacht, kommt am wabenförmigen Grimaldi-Forum vorbei, einem Kongress- und Kulturzentrum, in dem das Monte-Carlo-Ballett und das monegassische Philharmonieorchester regelmäßig auftreten.

Im Bezirk Larvotto lohnt sich ein entspannender Spaziergang im Jardin Japonais, dem japanischen Garten.

Direkt neben der Champions Promenade liegt auch der 7000 Quadratmeter große Jardin Japonais de Monaco; der Landschaftsarchitekt Yasuo Beppu legte den Japanischen Garten direkt an der Mittelmeerküste an.