Kroatien zählt zu den 30 wasserreichsten Staaten der Welt – nicht nur Flüsse, auch unzählige Seen sind überall im Land verteilt. Wir stellen dir die schönsten Seen des Balkanstaates vor.

1. Plitvicer Seen/Region Lika-Karlovac

Der Nationalpark Plitvicer Seen liegt in der Bergregion Zentralkroatiens nahe der Grenze zu Bosnien und Herzegowina. Bereits seit 1979 zählt er zum Unesco-Naturerbe. Hauptanziehungspunkt sind 16 Seen, die in der bewaldeten Karstlandschaft liegen und kaskadenartig über Wasserfälle und unterirdische Wasserläufe miteinander verbunden sind.

Seit Jahrtausenden arbeitet sich hier das Wasser mehrerer kleiner Flüsse durch Dolomitgestein und weichen Kalkboden. Aus den Ablagerungen sind natürliche Sinterbarrieren gewachsen, die die heutigen Seen voneinander abgrenzen. Der Höhenunterschied zwischen dem höchstgelegenen Oberen See, also dem Proscansko jezero, und dem tiefstgelegenen Unteren See, dem Novakovica brod, beträgt 133 Meter. Das Seensystem endet am Sastavci-Wasserfall. Hier stürzt das glasklare Wasser 78 Meter in die Tiefe.

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Die Plitvicer Seen in Zentralkroatien sind Teil des Unesco-Weltnaturerbes – vor allem aber sind sie unebdingt sehenswert.


Besucher können das Gebiet auf verschiedenen Routen erkunden, es gibt Führungen, Panoramabahnen und im Bereich des Kozjak-Sees auch Elektroboote zum Mitfahren. Der Park ist normalerweise ganzjährig geöffnet, im Bereich der Oberen Seen gibt es aber eine Winterpause. Der Eintritt kostet je nach Alter und Saison umgerechnet zwischen 4 und 40 Euro pro Person.

2. Roter und Blauer See/Region Split-Dalmatien

Bei der Kleinstadt Imotski in Split-Dalmatien finden Reisende Kroatiens Antwort auf Loch Ness: Hier liegt direkt neben der Altstadt der Modro jezero, und etwa eineinhalb Kilometer weiter der Crveno jezero – übersetzt Blauer und Roter See. Es handelt sich dabei um tiefe Karsttrichter, in denen sich Wasser gesammelt hat.

Um beide Gewässer ranken sich Mythen und Sagen. Eine Legende besagt, dass beide Seen entstanden, als ein wütender Engel das reiche Ehepaar Gavan und Gavanica für seinen Hochmut strafte. Als er sein Flammenschwert zückte, begann die Erde zu beben, tat sich auf – und das Paar versank mit seinen Anwesen dort, wo die Seen liegen. Bei glatter Wasseroberfläche sollen auf dem Grund des Crveno jezero in 550 Metern Tiefe die Überreste des Hofs erkennbar sein.

Um den Blauen See in Split-Dalmatien ranken sich viele Legenden.

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Der rötlich gefärbte Felstrichter ist so steil, dass der See ohne Kletterausrüstung nur von oben bewundert werden kann. Anders beim Modro jezero, dem Blauen See: Von der 300 Meter höher liegenden Festungsruine Topana führen Wege hinunter, ein Bad im sattblauen Wasser ist erlaubt. Zur Morgen- und Abenddämmerung sollen sich laut Legenden am Ufer des Sees Elben einfinden, um die Schönheit des Ortes zu genießen.

3. Mir-See/Region Dalmatien-Zadar

Dugi Otok, also die lange Insel, ist Teil eines Archipels, das sich auf Höhe des Seebads Zadar in Norddalmatien erstreckt. Im Südosten des 45 Kilometer langen und bis zu vier Kilometer breiten Eilands befindet sich der Naturpark Telascica mit dem Jezero Mir, dem Friedenssee.

Das Gewässer liegt nur wenige Meter vom Meer entfernt und doch oberhalb davon: Die felsige Küste von Dugi Otok erhebt sich hier bis zu 161 Meter aus der Adria. Vom Meer getrennt ist der Mir-See trotzdem nicht. Er führt Salzwasser, das während der Flut unterirdisch einströmt. Aufgrund der Lage des Sees ist sein Wasser bis zu drei Grad Celsius wärmer als das Meer. Wegen seiner Heilmoorvorkommen wird einem Bad im Mir-See eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt.

Der gesamte Naturpark lockt mit landschaftlichen Gegensätzen – karge Karstzonen wechseln sich mit Aleppokiefern- und Steineichenwäldern und von Menschenhand angelegten Weinbergen und Olivenhainen ab. Sehenswert ist die Telascica-Bucht: In der geschützten Adriabucht, in der viele Boote und Jachten einen Stopp einlegen, liegen kleine Inselchen. 25 kleine Strände laden zum Baden ein.

Außergewöhnlich: Der Friedenssee in Norddalmatien liegt nur wenige Meter vom Meer entfernt direkt oberhalb der Adria.


Der Naturpark ist von Zadar aus per Schiff erreichbar. Ein Tagesticket kostet pro Person umgerechnet zwischen 1,32 und 5,29 Euro, für Taucher, Jäger und Fahrer von motorbetriebenen Booten gelten gesonderte Preise. Es gibt geführte Touren und Elektrofahrzeuge und -fahrräder zum Mieten.

4. Visovac-See/Region Dalmatien-Sibenik

Der Visovac-See in der Gespanschaft Sibenik-Knin im nördlichen Dalmatien verdankt seine Existenz dem Fluss Krka. Dieser schlängelt sich vom Fuß des Dinaridengebirges 72,5 Kilometer durch das Land, bis er bei Sibenik in die Adria mündet.

Nahe dem Ort Bristane hat die Krka ihr Bett so verbreitert, dass sie dort zum See wird. Dieser ist nach einer Insel mit Kloster in seiner Mitte benannt. Die teilweise künstlich aufgeschüttete Visovac-Insel und das Kloster zählen zu den wichtigsten Kulturschätzen Kroatiens. Bosnische Franziskaner bauten das Gotteshaus hier 1445. Noch heute bewohnen es einige Mönche. Eine Gemäldegalerie und die Klosterkirche aus dem 16. Jahrhundert können besichtigt werden.

Die Gemäldegalerie und die Kirche des Klosters auf der Insel im Visovac-See stehen Besuchern offen.


Der See ist Teil des Nationalparks Krka, der große Teile des Krka-Flussverlaufs umgibt. Der Strom überwindet sieben Wasserfälle und einen Höhenunterschied von 242 Metern. Der auf Kroatisch Visovacko jezero genannte See wird von zwei Wasserfällen eingerahmt, dem Roski slap im Norden und dem Skradinski buk im Südwesten. Letzteren finden Reisende etwa sechs Kilometer flussabwärts der Visovac-Insel. Die 17-stufige Kaskade diente in den Sechzigerjahren als Drehort für „Winnetou“-Verfilmungen.

Der Eintritt in den Nationalpark kostet je nach Saison umgerechnet zwischen 2,64 Euro und 26 Euro pro Person. Die Nationalparkverwaltung bietet zudem Bootsexkursionen zu beiden Wasserfällen und zur Insel an.

5. Vrana-See/Region Dalmatien-Zadar

Der Vrana-See ist mit 30 Quadratkilometern Fläche Kroatiens größter See und Namensgeber für den Naturpark, in dem er sich befindet. Er liegt nahe der Adria zwischen den historischen Städten Zadar und Sibenik – teilweise trennt ihn und das Meer kaum ein Kilometer. Vransko jezero entstand, als sich eine Karstsenke mit Wasser füllte.

Weil sich Teile des Sees unterhalb des Meeresspiegels befinden, fließt über unterirdische Wege Salzwasser ins Süßwasser. So kommt es, dass auch Meeresfische hier heimisch sind. Das macht ihn für Angler interessant. Besonders schätzen ihn aber Ornithologen. Ein großes sumpfiges Schilf-, Gräser- und Binsenareal erstreckt sich im Nordwesten des Sees und ist seit 1983 Vogelschutzgebiet. Mehr als 250 Vogelarten haben hier ihr Winterquartier oder brüten vor Ort. Von mehreren Plattformen aus können Arten wie Stelzenläufer, Pygmäenkormoran, Purpur-, Silber- und Seidenreiher beobachtet werden.

Die Gegend am Vrana-See in Dalmatien-Zadar, dem größten See Kroatiens, lässt sich gut mit dem Fahrrad erkunden.


Besuchercenter in Crkvine, Prosika und Kamenjak bieten Informationen, Souvenirs und sanitäre Anlagen. In Prosika können Besucher Fahrräder mieten und den See auf einem 40 Kilometer langen Weg umradeln oder ein Kanu für eine Seetour leihen. Von Kamenjak aus kann man über den ganzen See blicken. Der Parkeintritt kostet umgerechnet zwischen 1,32 und 2,64 Euro. Wer will, kann gegen Gebühr an geführten Touren teilnehmen oder das Gebiet per Elektrozug erkunden.