Bali ist auch bekannt als Land der Götter – die Insel hat schon so manchem Urlauber mächtiges Fernweh beschwert. Die perfekten Fotos von Instagram-Influencern an weißen Sandstränden, in abenteuerlichen Regenwäldern oder Pools lassen uns in Deutschland von der nächsten Traumreise träumen. Andere leben den Traum bereits und haben sich auf Bali niedergelassen und lassen andere via Intagram an ihrem Auswanderer-Dasein teilhaben. Darunter sind auch die Paare Flo und Leila alias @me.and.leila, Anika und Taylor alias @lovelifepassport, @uniquepassports alias Stephi und Thomas, sowie Laura und Finn alias @lauraxfinn

Sie haben dem reisereporter verraten, was sie auf die indonesische Insel gezogen hat, wie sie die Pandemie dort erleben – und welche Tipps sie für deinen nächsten Urlaub dort haben.

„Bali ist ein Ort voller Möglichkeiten und Träume“

Das Reisepärchen Flo und Leila stammt aus österreichischen Innsbruck. Nach ihrem ersten gemeinsamen Urlaub auf der Blumeninsel Madeira hat sie die Reiselust gepackt, die Träume wurden größer und nach einem Monat Südostasien stand die Entscheidung fest: Gepackt von der Leidenschaft für die Ferne wanderten die beiden nach Bali aus.

„Bali bietet einfach unglaublich viele Möglichkeiten. Das fängt an beim schnellen und konstanten Internet und geht dann weiter mit den zahlreichen (veganen) Cafés und Restaurants in Canggu. Bekommt man zu viel von diesem ‚Stadtleben’, ist man binnen weniger als einer Stunde entweder im dichten Dschungel oder direkt am Meer“, begründen die beiden ihre Entscheidung auszuwandern gegenüber dem reisereporter. Besonders ans Herz legen sie die veganen Restaurants Give Cafe oder das Secret Spot in Canggu. Einer ihrer Lieblingsspots in der Natur, fernab von Touristen, sei der Sumampan-Wasserfall, den sie „erst kürzlich entdeckt haben“.

Bali: Nicht so einsam und romantisch wie erträumt

Ob die beiden aber tatsächlich für immer auf der indonesischen Insel bleiben möchten, wissen sie noch nicht. Gerade, was das Leben in der Küstenstadt Canggu betrifft, ist es „nicht ganz so einsam und romantisch, wie man es sich vielleicht in Gedanken ausgemalt hat“, schreiben die beiden.

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Ganz anders als das Leben in Europa

Was sie sehr zu schätzen und lieben gelernt hätten, sei auch die Unkompliziertheit, die ihr Leben bestimme. „Für vergleichbar wenig Geld kann man sich Essen und auch sonst so ziemlich alles, was das Herz begehrt, bis nach Hause liefern lassen. Lieferzeiten eines Arbeitstisches von vier bis acht Wochen sind hier Fehlanzeige – ganz im Gegenteil – meistens werden Bestellungen innerhalb weniger Minuten oder Stunden ausgeführt.“

Der Sumampan Wasserfall auf Bali ist der absoluten Geheimtipps.

Schattenseiten Balis

Für das Paar hat Bali aber zwei Gesichter. Auf der einen Seite beeindruckt die Insel mit unglaublicher Naturschönheit, wie dem Dschungel in Ubud, Sonnenuntergängen an den Stränden und den tropischen Temperaturen.

Doch es gebe auch eine Kehrseite der Medaille: „Immer wieder hören wir von Freunden und Bekannten, dass sie in ganz schlimme Motorradunfälle verwickelt sind, sowas passiert hier sehr häufig. Auch der Plastikmüll, der die Meere verseucht, ist wohl mitunter das größte Problem dieser und zukünftiger Generationen. Bali versucht, dem Problem mit Naturrohstoffen wie Bananenblättern oder Bambusstrohhalmen diesem Problem entgegen zu wirken. Gefühlt ist das aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein – das merkt man spätestens dann, wenn man sich zur Regenzeit zu einem ‚Beach Clean-up’ trifft. Das kann einen ganz schön traurig machen, was hier alles angespült wird. Ansonsten hat Bali auch ein großes Problem mit Straßenhunden.“

Wer überlege, auszuwandern, solle ich auch der Regenzeit bewusst sein: „Die geht meistens von Ende Oktober bis in den März, währenddessen kann es auch mal vorkommen, dass es über mehrere Wochen lang wirklich jeden Tag regnet. Damit einhergehend hat man bei vielen Unterkünften auch viel mit Schimmel zu kämpfen. Diesen Herausforderungen sollte man sich einfach bewusst sein. Das Baumaterial entspricht natürlich keinen europäischen Standards und so kann es auch Probleme mit Hitze oder Lärm geben. Das sind einfach die negativen Aspekte des ansonsten günstigen Lebensstils.“

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„Abkühlen“ vom Reisestress – auf Bali

LoveLifePassport, das sind Anika und Taylor. Nach mehr als zwei Jahren Fernbeziehung zwischen Deutschland und Dubai ließen sich die beiden von ihren Wünschen und Träumen treiben und reisten 2017 nach Neuseeland. Inspiriert durch andere Travel-Influencer entstand frei nach dem Motto „Kreiere nicht, sondern dokumentiere“ ihr Youtube-Channel. Heute haben die beiden gemeinsam 85 Länder der Welt bereist und haben seit sieben Jahren ihre Basis auf Bali.

Die Insel sei ihre „Safe-Zone“, in der sie sich wohl fühlten. Nachdem sie 30 Monate lang praktisch ständig gereist seien, sei die indonesische Insel ihr Zuhause geworden und gerade während der Pandemie ein Ort zum „Abzukühlen“ vom „Reisestress“, wie sie dem reisereporter erzählen. 

Zeitunterschied zu Europa erleitert Arbeit

Ein weiterer Vorteil für Bali sei der Zeitunterschied. „Wenn Anika und ich morgens wach werden, geht Deutschland gerade ins Bett. Sieben Stunden Zeitunterschied geben dir einen unglaublichen Boost an Produktivität, denn du kannst in Ruhe und konzentriert deine Arbeit am Morgen erledigen.“

Wenn die beiden gerade mal nicht ihre nächsten Instagram-Posts vorbereiten oder ein Youtube-Video drehen, entdecken sie Balis Natur, unterwegs sind sie gerne mit dem Roller. „Von wunderschönen Wasserfällen, zu kristallklarem Wasser, Dschungel-Expeditionen oder leckeren Kokosnüssen nach einer Surf-Session ist hier alles dabei. Wir lieben vor allem die Gegend um Canggu herum mit all den kleinen Cafés, das Austauschen mit gleichgesinnten, das vegane Essen im ‚I am Vegan Babe’ oder einen Spaziergang am Pererenan Beach.“

Bali bringe aber auch einige an Herausforderungen mit sich: „Extremste Wetterbedingungen, fast tägliche Tsunami Warnungen ausgelöst durch Erdbeben und die Armut in ländlichen Regionen stellen die Bevölkerung immer wieder vor große Probleme.“

@lovelifepassport leben mittlerweile schon seit sieben Jahren auf Bali.

Während der Corona-Pandemie kauften die beiden ein Grundstück auf Lombock, um nicht untätig zu bleiben, denn die Touristenzahlen von vormals fünf bis sechs Millionen im Jahr brachen komplett ein. Taylor erinnert sich an ein Gespräch mit Jay, der Touristen als Fahrer die Insel zeigt. „Ich fragte Jay, wie er mit der Krise umgehe und ob sie ihn hart trifft.“ Die Antwort sei nicht wie erwartet ausgefallen: „Er sagte, dass er mehr Zeit mit der Familie verbringe, mehr Landwirtschaft betreibe und endlich auch mal etwas runterfahre.“

Einen richtigen Lockdown habe es bis heute nicht gegeben, auf Maskenschutz und auch Abstand werde geachtet, aber Cafés, Restaurants und der Einzelhandel dürfen öffnen. Taylors Fazit: „Es scheint wie eine Parallelwelt zu Deutschland.“

Trotzdem sind die beiden noch unsicher, ob sie dauerhaft nach Bali auswandern möchten: „‚Für immer’ hat eine große Bedeutung. Wir glauben, dass es aktuell keinen Ort gibt, an dem wir uns für immer sehen.“

Auswandern nach dem Auslandssemester

Laura und Finn alias @lauraxfinn lernten sich im Auslandssemester auf Bali kennen. Es folgten eineinhalb Jahre Fernbeziehung und gemeinsames Wohnen in Hamburg, bis die beiden zu dem Entschluss kamen, dass zwei Sommerkinder in Norddeutschland nicht sonderlich gut aufgehoben seien – nun leben sie zusammen auf Bali.

Für immer dort zu bleiben, ist für die beiden trotzdem eine Frage, die unbeantwortet bleibt. „Wir planen momentan maximal drei Jahre im Voraus und können uns sehr gut vorstellen in diesem Zeitraum hier zu leben, aber wir lieben unsere Ortsunabhängigkeit und würden sie nie mehr aufgeben oder uns festlegen.“

Besonders genießen sie die Zeit in Perernan. „Dieser verschlafene Ort ist, wie Canggu von vor fünf Jahren. Es gibt wahnsinnig tolle Restaurants, sehr viele Reisfelder und einen entspannten Vibe. Das Beste ist jedoch, dass man innerhalb von wenigen Minuten im Stadtkern von Canggu ist. Hier lebt man wirklich nur mit den Locals Tür an Tür und man hat wirklich das Gefühl auf Bali zu sein.“

Immer im Hinterkopf behalten, sagen Finn und Laura, sollte man aber auch, dass „auf Bali schlimme Dinge passieren können, so wie überall. Rollerunfälle, Einbrüche, Surfunfälle oder tropische Krankheiten haben wir alles in unserem Auslandsemester teilweise selbst miterlebt.“

Corona–Pandemie gibt der Natur sehr viel zurück

Die Corona-Pandemie ist fester Bestandteil im täglichen Leben von Finn und Laura auf Bali. „Es herrscht Maskenpflicht überall, selbst beim Rollerfahren und in den Restaurants. Viele Läden und Hotels, vor allem die von Locals, sind geschlossen. Die Wirtschaft leidet hier sehr unter der Corona-Krise, da 2/3 der Menschen vom Tourismus abhängig sind. Manche Orte, wie zum Beispiel der Partyort Kuta, sind wie Geisterstädte momentan. Kein Mensch ist dort unterwegs. Wir haben jedoch das Gefühl, dass die Corona-Krise zumindest der Natur sehr viel zurückgibt und die schnelle Entwicklung Balis etwas abbremst. Wir geben hier unser Bestes, die Locals zu unterstützen und hoffen, dass die Menschen zusammenhalten und stark bleiben.“

Tipps fürs Auswandern nach Bali

Du denkst auch daran, auswzuwandern? Dann kommen hier noch ein paar Tipps von Laura und Finn:

  1. Keine Unterkunft langfristig mieten, ohne vorher selbst drin gewesen zu sein! Erstmal ankommen und vor Ort suchen.
  2. Sich mit den Visa Regularien auseinander setzten und verschiedene Optionen vergleichen. Jede Agentur hat hier seine eignen Preise, nicht das erst Beste nehmen.
  3. In Bali ticken die Uhren anders. Unbedingt auf die einzigartige Kultur Balis bzw. Indonesiens einlassen und man wird eine der spannendsten Zeiten des Lebens und das größte Abenteuer erleben.
  4. Respektiert die Kultur und Menschen. Das liegt uns wirklich sehr am Herzen. Viele leben hier rücksichtslos in ihrer „Bali Bubble“, dabei dürfen wir alle nicht vergessen, dass wir zu Gast in einem Land sind. Uns ist es wichtig, uns mit den lokalen Regeln und Bräuchen auseinanderzusetzen und von den Locals zu lernen. Möchte jemand nach Bali auswandern, sollte er dies nie vergessen. Wir zum Beispiel beteiligen uns auch an Beach Clean ups und versuchen der Insel etwas zurück zu geben. Bali ist jetzt unser Zuhause und dafür möchten wir auch sorgen und Acht geben.

Von einer Instagram-Bekanntschaft nach Bali

Thomas und Stephis Liebesgeschichte fing genau dort an, wofür man sie heute kennt: auf Instagram. Thomas gab einer Story von Stephi ein Like – aus dem ersten Kontakt wurde Liebe und der gemeinsame Account uniquepassports. Und gemeinsam traf das Influencer-Pärchchen die Entscheidung sich gemeinsam ins Abendteuer zu stürzen. Die Vorstellung an einer Ort länger sesshaft zu bleiben, war für die beide lange Zeit eine Vorstellung, die nicht in den Kopf ging.

Dann kam Anfang 2020 die Corona-Pandemie und machte ihren Reiseplänen einen Strich durch die Rechnung. Die beiden Österreicher entschieden sich nach einem Jahr leben in Kuala Lumpur in Malaysia „der ganz spezielle Magie, die regelrecht angezogen hat“ zu folgen und machten Bali zu ihrer neuen Heimat.

Das Klima, die Natur, die Menschen, die Kultur und das Essen, sowie auch die geringeren Lebenshaltungskosten sind alles Vorteile, die uns die beiden Instagrammer also Vorteile ihres Bali-Lebens nennen. Endgültiges Traumziel der beiden ist allerdings Los Angeles in den USA.

Innerhalb von nur zehn Tagen hatten die beiden den kompletten Umzug inklusive Visum, Kündigung der Wohnung in Malaysia, Verkauf der Möbel und Suchen einer neuen Villa auf Bali gemeistert. Schneller als gedacht war der Jahresvertrag unterschrieben und die beiden saßen im Flieger.

Aufs Bauchgefühl vertraut

Zuvor im März 2020 waren @uniquepasssports schon einmal auf Bali, um die Insel zwei Wochen zu erkunden. Gerade als sie vom Flughafen Richtung Unterkunft im Auto saßen vielen die Worte „Mein Schatz, ich möchte hier irgendwann mal wohnen. Und das war zugleich auch eine der besten Entscheidungen, die wir letztes Jahr für uns treffen konnten. Aus einem kleinen Satz auf einer Autofahrt Richtung Ubud wurde Realität. Nachträglich betrachtet einfach nur verrückt.“

Allerdings sei die Corona-Krise auch auf Bali ein herber Einschlag, denn „die Insel lebt zu 90 Prozent vom Tourismus, der seit März letzten Jahres komplett ausgeblieben ist. Die Menschen hier haben wirklich zu kämpfen, haben aber dennoch ihre fröhliche Ausstrahlung und positive Einstellung beibehalten.“