Manchmal sind die Augen größer als der Magen – das kennt wohl jedes Kind. Doch bei manch einem Urlauber hat man am Buffet in Hotels das Gefühl, dass sie sich ihr eigenes Buffet am Tisch neu aufbauen. Mit so vielen Lebensmitteln, dass es unmöglich ist, alles aufzuessen. 

Ein Hotel auf Malta macht diesbezüglich nun in den sozialen Netzwerken auf sich aufmerksam. Dort hat man sich nämlich etwas Neues einfallen lassen, um Gäste zu vernünftigem und nachhaltigem Verhalten zu erziehen. Im Primera in Bugibba sollen Gäste, die sich zu viel Essen aufladen, pro Person 6 Euro zahlen. Abgerechnet wird, wenn am Ende des Frühstücks noch einiges an Lebensmitteln auf dem Tisch zu finden ist. 

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Extragebühren für Essensverschwendung: Touristen sollen sensibilisiert werden

Ein Urlauber machte ein Foto von dem Schild, das er am Morgen an seinem Frühstückstisch fand. „Liebe Gäste, die Teller viel zu voll mit Essen zu machen und es wegzuwerfen ist nicht akzeptabel. Weggeworfenes Essen wird mit 6 Euro pro Person berechnet. Danke für Ihre Kooperation“ ist auf einem auf Facebook geteilten Bild zu lesen.

„Erst dachte ich, dass das etwas extrem ist, aber nachdem ich darüber nachgedacht habe, bin ich total einverstanden, dass man dafür sensibilisiert. Wenn das zum Ende von Lebensmittelverschwendung führt, ist es eine gute Sache“, schrieb der Mann dazu. 

Extragebühr bei zu vollem Teller: Reaktionen überwiegend positiv

Die Reaktionen sind weitestgehend positiv. So schreiben einige Malta-Urlauber, dass viele unsensibel würden, wenn das Essen vorab bezahlt sei – Verschwendung würde nicht mehr wahrgenommen. Durch die Extragebühr würde Lebensmittelverschwendung wieder ins Bewusstsein gerufen. Zudem sei es gerade beim Buffet-Angebot ohnehin möglich, ein zweites oder drittes Mal zu gehen – und sich das Essen somit besser einzuteilen.

Einzelne Urlauber kritisieren das Vorgehen aber auch. Eine Dame findet: Wer vorab für All-inclusive bezahlt hat, sollte auch auf den Teller laden dürfen, was er will. Eine weitere fragt, ob die Nahrungsmittel, die nicht von Gästen verschwendet würden, denn weiterverwendet würden – oder am Ende doch im Müll landeten, nur eben durch das Hotel selbst verursacht.

Auch in Deutschland und England werden bisweilen Strafen verlangt

Neu ist die Idee generell nicht. In Deutschland sind es vor allem Asia-Restaurants, die hier und da ein oder zwei Euro extra verlangen, wenn Menschen sich am Buffet bedienen und gar nicht alles essen können. Das japanische Restaurant Okinii in Düsseldorf macht darauf auch auf seiner Website aufmerksam: Übrig gebliebene Sushis und Salate kosten 1 Euro pro Stück, andere warme Gerichte 2 Euro. Im japanischen Restaurant Yuoki in Stuttgart ist ebenfalls ein Euro zu zahlen, wenn die Teller zu voll beladen werden, um alles aufzuessen.

Richtig teuer wurde Lebensmittelverschwendung für Gäste eines chinesischen Restaurants in England. Im „Kylin Bufett“ wurde 2012 eingeführt, dass pro Tisch mit übrig gebliebenem Essen 20 Pfund, umgerechnet 23 Euro, Strafe bezahlt werden müssen. Zahlreiche Kunden hatten sich damals beschwert – weil das auch galt, wenn Kinder Zwiebelringe, Garnelen und Co. liegen ließen.