Der Döner gilt bei uns in Deutschland als DAS typisch türkische Gericht. Dabei kommt der Kebab im Fladenbrot eigentlich gar nicht aus dem orientalischen Land. Zwar gibt es das Gericht mittlerweile auch in der Türkei, aber es gehört tatsächlich nicht zu den landestypischen Speisen. Vielmehr ist der Kebab-Döner ein Mitbringsel von Touristen gewesen.

Typisches Essen in der Türkei: mehr als Döner Kebab

Aber was isst man denn dann in der Türkei? Wir nehmen dich in unserem Überblick mit auf eine Reise durch die kulinarische Welt der Türkei und verraten dir unter anderem, welche Essgewohnheiten dich in dem beliebten Urlaubsland erwarten und was du auf jeden Fall probieren solltest.

Wie wird in der Türkei gegessen?

In der Türkei ist das gemeinsame Essen mit Freunden und Familie ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens. Und weil man abends nach der Arbeit am meisten Zeit für ein ausgiebiges Dinner mit den Liebsten hat, ist das Abendessen auch die wichtigste Mahlzeit für die Einheimischen. Und die beginnt in der Regel vergleichsweise spät: Typischerweise beginnen die Türken um 21 Uhr mit dem Abendessen – nicht selten mit Open End bis tief in die Nacht. 

Und weil am Abend zahlreiche aufwendig zubereitete Speisen auf den Tisch kommen, fallen die anderen beiden Mahlzeiten oftmals eher leicht aus. Das merkt man übrigens auch in Restaurants: Hier wird es abends oftmals voller und die Speisekarten werden deutlich dicker.

Gefrühstückt wird zum Beispiel meistens vor der Arbeit, also sehr früh. Und ähnlich wie in Griechenland und Spanien kommen hier morgens eher deftige als süße Speisen auf den Teller: Weißbrot, Oliven, Gemüse, Schafskäse oder Rührei. Mittagessen findet typischerweise zwischen 13 unf 15 Uhr statt. Dann gibt es Reis mit Fisch oder Fleisch, eine leichte Suppe, türkische Pizza (Pide) oder Börek.

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In der Türkei kommt nicht selten eine große Portion Fleisch auf den Tisch.

In den „Lokantas“, also den türkischen Restaurants, werden üblicherweise zu jeder Tageszeit kleinere Portionen serviert, da in der Türkei ähnlich wie in Griechenland oder Spanien gern zahlreich bestellt und dann mit allen Leuten am Tisch geteilt werden. Und nicht wundern, wenn du kein Messer bekommst: Die Einheimischen essen meistens mit der Hand oder einer Gabel, Suppe wird oft getrunken. Wichtig ist aber, dass du mit der rechten Hand isst, da die linke bei Muslimen als unrein gilt. 

Übrigens: Street-Food ist in der Türkei eher die Ausnahme. Da das gemeinsame Speisen für die Einheimischen einen besonderen Stellenwert hat, gibt es nur in touristischen Orten einige Restaurants, die auch Speisen zum Mitnehmen anbieten.

Was die türkische Küche auszeichnet

Da die Türkei ein sehr großes Land mit vielen unterschiedlichen Einflüssen ist, ist auch die türkische Küche sehr vielseitig. Während die Speisen in den Badeorten sehr auf Fisch und Meeresfrüchte ausgelegt und von den Vorlieben der Touristen geprägt ist, vermischen sich etwa im Westen des Landes die Einflüsse vom Balkan mit der türkischen und der griechischen Küche zu einer ganz neuen, mediterranen Kochart. 

Das, was wir hierzulande als türkische Küche kennen, kommt den Essgewohnheiten in der türkischen Region Anatolien wohl am nächsten. Die dortige Küche ist geprägt durch das Leben der Hirten und Bauern und setzt deshalb besonders auf Ziegen-, Lamm- und Hühnerfleisch. Zu dem meist geschmorten Fleisch gibt es Reis und eine große Bandbreite an Gemüse: Paprika, Auberginen, Tomaten, Gurken, Kichererbsen oder Linsen. Eben all das, was auf den lokalen Feldern wächst. Außerdem gibt es natürlich Schafskäse, Joghurt und Milch. 

Übrigens: Die beliebte türkische Pistazien-Süßspeise Baklava kommt ursprünglich aus Istanbul. Für wahre Kulinariker ist die Metropole auch nach wie vor der beste Ort, um die Vielfalt der türkischen Küche zu erkunden. 

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Typisch türkische Vorspeisen

Was in Griechenland und Spanien Tapas sind, nennt sich in der Türkei Mezze. Die kleinen Portionen sind eine beliebte Vorspeise in dem orientalischen Land und werden meistens kalt serviert. Oft wird dabei zum Beispiel Brot mit verschiedenen Aufstrichen aufgetischt. Beliebt sind dafür etwa Hummus, Zaziki oder Haydari, ein Pürree aus Joghurt, Spinat und Schafskäse. 

Gern essen die Türken als Mezze aber auch einen Hirtensalat aus Paprika, Gurke, Tomate, Zwiebel und Schafskäse oder Dolma, mit Reis gefüllte Weinblätter. Auch Börek oder Zucchini-Bällchen und viele weitere kleine Snacks werden gern als Appetit-Anreger verspeist. Oft wird dabei nicht nur eine Mezze ausgesucht, sondern ein Teller mit mehreren serviert. 

Übrigens: Auch das landesweit beliebte Gericht Ezme ist eine beliebte Mezze. Das Pürree aus Peperoni, Tomaten und Petersilie gehört zu den bekanntesten Gerichten des Landes. 

Typisch türkische Hauptspeisen

Wenn du schon einmal in einem türkischen Restaurant in Deutschland warst, dann hast du schon einen kleinen Vorgeschmack auf die landestypische Küche der Türkei bekommen. Denn auch in dem beliebten Urlaubsland kommt viel Fleisch auf den Tisch. Das Hackfleisch-Gericht Köfte ist zum Beispiel äußerst beliebt in allen Landesteilen. Genauso sieht es auch mit der Knoblauchwurst Sucuk und dem Kebab aus. 

Neben den Gerichten, die wir schon aus Deutschland kennen, gibt es aber in der Türkei noch viele weitere Varianten für die Hauptspeise. Zum Beispiel die türkischen Teigtaschen mit Fleischfüllung namens Manti und das fleischige Reisgericht Pilav. 

Aber die türkische Küche ist auch bekannt für ihre vielen Schmorgerichte und Eintöpfe. Die gibt es in zahlreichen Varianten mit Fleisch, Kartoffeln, Reis und Bohnen. 

Typisch türkische Nachspeisen

Da sich die Menschen in der Türkei sehr viel Zeit für ihre Mahlzeiten lassen, gibt es fast immer auch ein Dessert. Das absolute Lieblingsdessert in der Türkei ist Baklava. Die kleinen süßen Teigtaschen mit Nüssen und Pistazien gibt es auch in Deutschland und vielen anderen Ländern bereits. 

Andere beliebte Desserts sind zum Beispiel die Hefebällchen Loma und der Zitronen-Grießkuchen Revani. An besonders heißen Tagen greifen die Einheimischen aber auch gern mal nur zum Obstteller mit Melone, Trauben und Banane. 

Türkischer Honig heißt in der Türkei Halva und wird als Dessert oder Snack gegessen.

Der als türkischer Honig weltweit bekannte weiße Nougat Halva wird in den unterschiedlichsten Varianten übrigens auch gern als Dessert oder Snack gegessen. 

Hol dir die türkische Küche nach Hause

Damit du dir schon einmal einen Eindruck von der türkischen Küche verschaffen kannst, gibt es nachfolgend drei landestypische Rezepte für zu Hause: 

Vorspeise: Börek 

Das brauchst du für zwei Portionen:

  • 1 Kartoffel
  • 125 g Feta
  • 62 g Butter
  • 2 Eier
  • 100 ml Milch
  • 2 Filo-Teigblätter (oder Yufka) 
  • 75 g geriebener Emmentaler 
  • frische Petersilie und frischer Dill
  • Chilipulver, Pfeffer, Salz, Schwarzkümmel
  • Öl

Und so bereitest du den Börek zu:

Zuerst musst du die Kartoffeln gar kochen, die Milch erhitzen und die Butter darin schmelzen. Ein Ei trennen, das Eigelb zur Seite stellen und das andere Ei zusammen mit dem Eiweiß unter die Milch rühren. 

Kartoffel abgießen und pellen, Petersilie und Dill dann fein hacken. Anschließend die Kartoffel mit den Kräutern, Feta, Salz, Pfeffer und Chili (nach Geschmack) verkneten.

Das Backbleck mit Backpapier auslegen und darauf ein Filo-Teigblatt auslegen und dann mit der Milch-Butter-Mischung bestreichen. Nun musst du die Kartoffel-Feta-Paste darauf streichen und schließlich den Emmentaler darüberstreuen.

Dann kommt wieder ein Filo-Teigblatt darauf, was du noch mit dem Eigelb bestreichen und nach Wunsch mit Schwarzkümmel besteuen kannst. Das Ganze muss jetzt nur noch für circa 30 Minuten in den vorgeheizten Ofen (150 Grad Celsius Umluft), und fertig ist dein eigener Börek. 

Hauptspeise: Köfte

Das brauchst du für zwei Portionen:

  • 1 kg Hackfleisch (Lamm- und Kalb)
  • ½ Bund Koriander
  • ½ Bund Petersilie
  • 5 Stängel Oregano
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 2 TL Paprikapulver
  • 2 Schalotten
  • Salz, Zimt, Pfeffer und Öl

So bereitest du die Köfte zu: 

Für die Marinade verrührst du Öl, Paprikapulver, Zimt und Kreuzkümmel miteinander und massierst es dann in einer Schüssel in das Fleisch ein. Dann hackst du Petersilie, Oregano und Koriander fein und knetest es auch ins Fleisch. Die Schalotten werden nun fein gewürfelt und auch zum Fleisch gegeben. 

Die Knetmasse kommt dann für zwei Stunden in den Kühlschrank und kann schließlich in kleine Kugeln geformt und gegrillt oder gebraten werden. Achte hier darauf, dass die Temperatur nicht zu hoch ist. Am besten passt zu Köfte Bulgur oder Weiße-Bohnen-Salat. 

Baklava ist die beliebteste Nachspeise in der Türkei.

Dessert: Baklava

Das brauchst du für zwei Portionen: 

  • 300 g Blätterteig
  • 130 g Zucker
  • 80 g geschmolzene Butter
  • 100 g grob gehackte Mandeln
  • 70 g grob gehackte Pistazien
  • 30 g Paniermehl
  • 80 g Honig
  • 130 ml Wasser
  • Nelke, Zimt

Und so bereitest du die süße Nachspeise zu:

Mandeln, Pistazien, Zucker und Zimt und gemahlene Nelken miteinander vermischen. Ein Drittel des Blätterteiges in eine eingefettete Auflaufform legen und mit geschmolzener Butter bestreichen. Die Hälfte der Nussmischung darauf verteilen, ein weiteres Drittel des Blätterteiges darauflegen und wieder mit Butter bestreichen.

Dann kommt der Rest der Nussmischung darauf sowie die letzte Schicht Teig, die auch wieder mit Butter bestrichen werden sollte. Das Ganze dann bei 150 Grad Celsius (Umluft) im Ofen circa zehn Minuten goldbraun backen. Währenddessen einen Sirup aus Wasser, Honig, Zucker, Zimt und Nelken aufkochen und ihn über das fertige Gebäck gießen. Das Ganze muss jetzt noch einige Stunden ziehen und dann heißt es nur noch: genießen.