In letzter Minute in den Zug einsteigen und erst danach ein Ticket beim Zugpersonal ziehen – das ist ab dem 1. Januar 2022 in den Fernzügen der Deutschen Bahn nicht mehr möglich. Dann können Fahrgäste die Fahrkarte nach dem Einstieg nur noch digital über die Deutsche-Bahn-App oder die Bahn-Website kaufen – und zwar bis zu zehn Minuten nach Abfahrt vom Bahnhof.

Im Umkehrschluss heißt das: Das Zugpersonal stellt ab dem kommenden Jahr keine Tickets mehr aus, wie die Bahn nun bestätigte. Der positive Nebenaspekt: Anders als bei Papier-Fahrkarten werden für die Onlinetickets keine Bordzuschläge fällig. Derzeit zahlen Reisende für den Ticket-Service in der Bahn einen Aufpreis von 17 Euro.

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Analog dazu bleiben die Fahrkartenautomaten und Ticketschalter in den deutschen Bahnhöfen weiter bestehen. Du kannst also ganz bequem wählen, ob du wie gewohnt dein Ticket in Papierform im Bahnhof kaufst oder mit der Digitalisierung der Deutschen Bahn mitgehst und die App benutzt.

Fahrkartenautomaten in Bahnhöfen: Bald die einzige Möglichkeit, eine Papierfahrkarte zu kaufen.

Digitalisierung der Deutschen Bahn erhält nicht überall Unterstützung

Kritik gab es von der Eisenbahn– und Verkehrsgewerkschaft, die sich Sorgen um ahnungslose Fahrgäste macht. Wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland berichtet, wird eine breite Informationskampagne gefordert, um jeden über die Umstellung zu informieren und Konflikte zwischen Schaffnern und Zugreisenden zu vermeiden.

Laut dem Portal „Computer Bild“ erreichte die Gewerkschaft damit bei der Deutschen Bahn, dass die Einführung des Verkaufstopps von Oktober 2021 auf Anfang 2022 nach hinten verschoben wurde.

Aber aufgepasst! Die neue Regelung ab 2022 gilt nur für Zugtickets im Fernverkehr. Im Nahverkehr und in der S-Bahn müssen Fahrkarten weiterhin vor der Fahrt gelöst werden.