Der Winter im Jahr 2021 hat im Februar für ordentliche Schneemassen fast in ganz Deutschland gesorgt. Der relativ seltene Anblick verführt regelrecht zu einem Ausflug in die weiße Winterlandschaft. Doch durch die Corona-Pandemie gibt es viele Einschränkungen und Maßnahmen – touristische Reisen sind während des Lockdowns wegen des Beherbergungsverbotes praktisch unmöglich. Wie sieht es aber aus mit Tagesausflügen? Darf man rodeln gehen? Oder im Wald wandern? Der reisereporter hat Antworten auf diese Fragen.

Darf ich trotz Lockdown rodeln und wandern gehen?

Die Verunsicherung aufgrund der unterschiedlichen Corona-Regeln in den einzelnen Bundesländern ist bei Familien und Outdoor-Fans groß – immerhin drohen Strafen bei Verstößen. Zusätzlich wurde in den vergangenen Wochen immer wieder über Sperrungen von Wintersportgebieten, Rodelhängen und den dazugehörigen Parkplätzen berichtet, in denen die Polizei dann streng das Betretungsverbot kontrolliert – unter anderem im Sauerland in Winterberg und Willingen.

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Grundsätzlich sind Ausflüge aber nicht verboten, von den einzelnen Bundesländern wird lediglich der Verzicht auf „überregionale tagestouristische Ausflüge“ propagiert. Das heißt, Deutsche können in den meisten Bundesländern unter Einhaltung der Corona-Regeln weiterhin Ausflüge im eigenen oder an einem angrenzenden Bundesland machen, beispielsweise zum Rodeln mit dem Schlitten in den Harz oder zum Wandern an die Nordsee und die Ostsee. In Mecklenburg-Vorpommern allerdings ist die Einreise für Tagestouristen aus anderen Bundesländern verboten.

Tagesausflügler sorgen immer wieder für Chaos in Wintersportgebieten

Das nutzten vor allem im Januar massenhaft Tagesausflügler aus, um bei gutem Wetter in Naherholungsgebiete zu reisen. Allerdings sind Ski- und Rodellifte derzeit geschlossen, da aufgrund der in den Bundesländern geltenden Verordnung zum Infektionsschutz gewerbliche Freizeitangebote untersagt sind. Auch Hotels, Gaststätten und Cafés sind dicht. Es gibt also keine Einkehr- oder Aufwärmmöglichkeiten, und nur wenige öffentliche Toiletten sind in den Ortslagen vorhanden. 

Die Folge durch den Touristenandrang, besonders an Wochenenden: kilometerlange Staus auf den Straßen. Abstände werden beim Schlittenfahren nicht eingehalten, damit ist der Infektionsschutz nicht gegeben. Wildpinkler verärgern Anwohner, und durch Wildparken entstehen Schäden in den Landschaften. Die Behörden müssen eingreifen und die Parkplätze schließen. So wie es eben zum Jahreswechsel häufig der Fall war. Daher bittet die Polizei immer am Ende einer Woche, auf Ausflüge in den Harz oder ins Sauerland zu verzichten.

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Diese Regeln solltest du beim Rodeln und Wandern beachten

Ohnehin verderben stundenlanges Im-Stau-Stehen, eine aussichtslose Parkplatzsuche und fehlende Toiletten in der Umgebung die Freude auf den Schnee. Deshalb solltest du auf Wanderungen und Ausflügen mit dem Schlitten in Gebieten außerhalb deines Wohnortes verzichten. Derzeit ist durch den Schneefall der Winterspaß ja auch in vielen Teilen Deutschlands außerhalb der Berge möglich – beispielsweise auf einem kleinen Hügel in der Nähe deines Wohnorts.

Bei einem Tagesausflug ist es aber grundsätzlich wichtig, dass du Menschenansammlungen vermeidest und die Abstandsregeln einhältst. Außerdem sind derzeit in den meisten Bundesländern nur private Zusammenkünfte mit einer nicht im Haushalt lebenden Person erlaubt. Das gilt auch für Ausflüge in der Umgebung, zum Beispiel den Spaziergang im Wald.

Des Weiteren solltest du dich darüber informieren, ob die Rodelhänge in deinem Ort von den Behörden vorsorglich geschlossen wurden. Besonders an Wochenenden ist das oft der Fall, damit nicht so viele Ausflügler anreisen. Mancherorts gilt beim Rodeln eine Maskenpflicht. Dazu solltest du also auch recherchieren – im besten Fall trägst du einfach immer vorsorglich den Mund-Nasen-Schutz bei dir. In Bussen und Zügen muss es eine medizinische Maske sein.

15-Kilometer-Bewegungsradius: Darf ich trozdem wandern und rodeln?

Auch in Landkreisen, in denen der Bewegungsradius auf 15 Kilometer begrenzt ist, sind Ausflüge unter Einhaltung der im Bundesland geltenden Corona-Regeln erlaubt. Dann allerdings nur noch innerhalb dieses Gebietes. 

Der Radius kann in Gebieten eingeschränkt werden, in denen der Sieben-Tage-Inzidenzwert bei 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner oder höher liegt. Eine einheitliche Regelung für ganz Deutschland gibt es jedoch nicht, da die Umsetzung Ländersache ist.

Aktuell (Stand 9. Februar) überschreiten laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) zehn Landkreise in Deutschland diesen Wert. Unter anderem in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

So setzen die Bundesländer den 15-Kilometer-Bewegungsradius um

In Bayern hat der Verwaltungsgerichtshof die Regelung jedoch vorläufig außer Vollzug gesetzt. Kreisverwaltungsbehörden können in Regionen mit hohen Infektionszahlen allerdings weiterhin eine Einreisesperre für touristische Tagesreisen in den Landkreis verhängen.

In Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern gilt der 15-Kilometer-Bewegungsradius in Corona-Hotspots weiterhin. Ebenso wie in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Sachsen und im Saarland– dort überschreiten derzeit allerdings keine Landkreise den Inzidenzwert von 200. 

In ThüringenNordrhein-Westfalen, NiedersachsenRheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein entscheiden die Kommunen selbst darüber. Baden-Württemberg plant keine entsprechende Regel.