Du suchst nach einem faszinierenden Wanderparadies abseits stark besuchter Trekkingrouten? Dann solltest du unbedingt die fünf Nationalparks von Montenegro auf deine Bucket List setzen. Bei Naturliebhabern und Outdoor-Freunden gelten sie noch immer als echter Geheimtipp.

Wegen ihrer Unberührtheit und ihrer Artenvielfalt werden die Nationalparks als die „wilden fünf“ bezeichnet. So können sich Natur- und Tierfreunde, Outdoor-Sportler sowie Botaniker bei einem Besuch auf eine Mischung aus malerischen Buchten, einsamen Seen, schroffen Bergen, lieblichen Wäldern und wilden Schluchten, alten Dörfern sowie einer vielfältigen Flora und Fauna freuen. Das verspricht die Nationale Tourismusorganisation von Montenegro (NTO Montenegro). Wir stellen dir die fünf Parks genauer vor.

1. Für Kletterfreunde: Durmitor-Nationalpark

Der knapp 400 Quadratkilometer große Durmitor-Nationalpark im Norden Montenegros eignet sich im Winter bestens für den Wintersport und ist im Sommer ideal zum Wandern und Bergsteigen. Denn allein 48 Gipfel des Parks überschreiten die 2000-Meter-Grenze. Außerdem findest du dort die Tara-Schlucht – mit 1300 Meter gilt sie als tiefste Schlucht Europas.

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Wanderer können bei guten Witterungsbedingungen im Sommer reltiv einfach den Berg Planinica besteigen – die Wege sind gut beschildert. Er bietet eine tolle Aussicht zu den Bergen Bezimeni Vrh (2487 Meter), Bobotov Kuk (2523 Meter) und dem Djevojka (2440 Meter). Dabei wirkt der Planinica trotz seiner 2330 Meter nur wie ein sanfter Hügel. Vielleicht bedeutet er auch deshalb übersetzt „kleiner Berg“, erklärt NTO Montenegro.

Wer aber in die weitläufigen, intakten Kiefernwäldern wandern möchte, sollte vorsichtig sein. Immerhin leben dort noch heute Braunbären, Adler, Wölfe und Luchse.

Der Durmitor-Nationalpark.

2. Für Wanderer: Lovcen-Nationalpark

Die einzigartige Mischung aus kulturhistorischen Denkmälern, einer überwältigenden Pflanzenvielfalt und der atemberaubenden Berglandschaft machen einen Wanderausflug in das Naturschutzgebiet Lovcen reizvoll. Allein die Anreise auf der Straße von Kotor zur alten Hauptstadt Cetinje am Fuße des Lovcen-Berges ist spektakulär: 25 haarsträubende Serpentinen führen dich immer höher hinauf und eröffnen dir traumhafte Ausblicke auf die Landschaft.

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Wanderer können sich an die Wegbeschilderungen halten oder einen Wanderguide buchen. Diese führen dich auf Wunsch auf einsame Pfade durch den Park, zeigen Aussichtsplattformen und vermitteln Wissenswertes über die Region.

Die beste Aussicht bietet der höchstgelegene Grabtempel der Welt: das Mausoleum des montenegrinischen Dichters und Erzbischofs Petar II Petrović Njegoš auf dem Berg Jezerski Vrh (1657 Meter). Nachdem du die 461 Stufen hinauf gemeistert hast, wirst du mit einem fantastischen Ausblick auf gleich zwei Meere belohnt: das steinerne der umliegenden Karstlandschaft und das blaue der Adria.

Der Mountain Lovcen in Montenegro.

3. Für Urwald-Wanderer: Nationalpark Biogradska Gora

Der Nationalpark Biogradska Gora im Zentrum der montenegrinischen Bjelascia-Bergkette ist zwar der kleinste der fünf Nationalparks des Landes, dennoch steht er den anderen in nichts nach. Denn neben einer unglaublichen Artenvielfalt und stillen Gletscherseen findest du dort einen der letzten „echten“ Urwälder Europas.

König Nikola I. erkannte bereits 1878 den immensen Wert dieser einzigartigen Naturlandschaft und stellte die Region unter seinen Schutz. Wer die Gegend erkunden möchte, findet als geübter Wanderer um die Gipfel des Zekova Glava und des Crna in einer Höhe von 2000 Metern ein weitläufiges Wegenetz.

Der Biogradsko Lake in Montenegro.

4. Für Entdecker: Prokletije-Nationalpark

Zu den wohl unberührtesten Gegenden Europas zählt auch der Prokletije-Nationalpark im gleichnamigen Bergmassiv im Nordosten Montenegros. Wanderer können sich über üppige Wälder, schroffe Felsnadeln, spiegelglatte Gletscherseen und absolute Einsamkeit freuen.

Außerdem hat die einsame Bergwelt mit teils kargen Berge und ganzjährig eisigen Hochplateaus markante Täler und Schluchten, wilde Bäche und stille Gletscherseen zu bieten, die zum Wandern, Klettern, Trekken und Erobern einladen. Und: Dort gibt es tatsächlich noch Regionen, in die zuvor noch kein anderer Besucher seinen Fuß gesetzt hat, verspricht NTO Montenegro. Zudem sei die Gastfreundlichkeit der Bewohner in den abgelegenen Tälern unvergleichlich. 

Der Prokletije-Nationalpark in Montenegro.

5. Für Wanderer, die sich verzaubern lassen wollen: Skadarsko Jezero Nationalpark

Vielen Reisenden nicht bekannt ist der Skadar-See. Das Süßwasserreservoir wächst im Frühjahr nach der Winterschmelze etwa auf die Größe des Gardasees heran und wird so zum zweitgrößten See Südeuropas. Gleichzeitig ist er mit 270 Vogelarten eines der größten Vogelschutzgebiete Europas. 

Mit etwas Glück siehst du einige der letzten Pelikane Europas. Aber auch Störche, Reiher, Falken und Adler haben hier ein geschütztes Refugium gefunden. Doch auch die Landschaft ist wirklich traumhaft schön: Das Vogelschutzgebiet ist umgeben von steilen Bergen, Insel-Klöstern, klaren, türkisfarbenen Gewässern und einem riesigen Teppich aus schwimmenden Seerosen. Wer dort wandern möchte, kann aus insgesamt neun markierten Wegen eine Route wählen. 

Der Lake Skadar in Montenegro.


Allerdings ist der Besuch der Nationalparks kostenpflichtig. Tagestickets ab 2 Euro sowie Karten und ausführliches Informationsmaterial bekommst du in den jeweiligen Besuchszentren.